Tausendschönchen

[296] Tausendschönchen in dem Garten

Weiß wie der Schnee, ja der Schnee, der Schnee,

Meinen Liebsten zu erwarten

An dem Gartenzaun ich steh.


Endlich ist er dann gekommen

Rot wie der Klee, ja der Klee, der Klee,

Hat mich in den Arm genommen,

Niemand war in der Näh.


Als er ging, da mußt ich weinen

Weiß wie der Schnee, ja der Schnee, der Schnee,

Keine Sterne seh ich scheinen,

Wohin ich immer auch seh.


Tausendschönchen mich beschämen

Rot wie der Klee, ja der Klee, der Klee,

Weinen muß ich und mich grämen,

Weiß wie der Schnee, ja der Schnee.

Quelle:
Hermann Löns: Sämtliche Werke, Band 1, Leipzig 1924, S. 296.
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