Die dritte Abhandlung.

[56] Der Schauplatz stellet vor einen Spatzier-Saal.

Acte. Burrhus. Seneca.


ACTE.

Das Tigerthier / das erst der Fürst hat loß gelassen /

Fängt itzt den Jäger an selbst grimmig anzufassen;

Und / nun ihm Stahl und Gifft scheint allzu schwach zu seyn /[56]

So fässelt sie den Printz mit Zauber-Kreißen ein

Durch rasend-tolle Brunst. Des Käysers Mutter kirret

Den Sohn zur Blutt-Schand an / nachdem sie gantz verwirret

Durch giftgen Ehrgeitz ist.

BURRHUS.

Es kommt unglaublich mir:

Daß Agrippinens Hertz solch Laster koche / für.

ACTE.

Die That ist Sonnen-klar. Denn / als sie wahrgenommen:

Daß Cæsarn Hitz und Wein war in die Stirne kommen

Als Zunder geiler Lust / drang Agrippine sich

Zur Taffel ins Gemach. Der Sonne Gold erblich

Für Demant und Rubin / darmit sie war behangen.

Ihr Gold-bestreutes Haar91 nebst den beblümten Wangen /

Ihr Ambra-hauchend Mund / die gantz entblößte Brust

War ihrer Geilheit Garn / der Leim vergällter Lust.

Als Libes-äugeln ihn zu zwingen nicht war kräftig /

War seiner Lippen Brand umb ihren Mund geschäftig /

Die Brüste schwellten sich hoffärtig in die Höh /

Durch schnelles Athem-hohln. Gleich / als aus diser See

Sein schon verschmachtend Hertz die Nahrung solte saugen

Der süssen Anmuths-Milch. Diß Gift drang durch die Augen

Dem Käyser in die Seel. Er stand gleich als ein Stein /

Als Leichen / die gerührt von lichtem Blitze seyn /

Wenn itzt der Schwefel-loh durch Glied und Adern fähret.

Indem der Libes-strahl das Hertz in Asche kehret

Die Glieder in Porphyr. Diß / und was sonst noch kan

Der Unzucht Vorschmack seyn / sah ich und ander' an;

Biß / als diß Zauberwerck ihn nur mehr hungrig machte

Sie auf Ersättigung der letzten Speise dachte /

Und ihn durch einen Winck rief in sein Schlafgemach.

BURRHUS.

Ihr Götter! aber folgt ihr denn der Käyser nach?

ACTE.

Wie ein noch saugend Lamb der Mütterlichen Amme.

SENECA.

Der Satyrus umbarmt so auch die schöne Flamme /

Ob ihm gleich Lieb und Glutt dar sein Begräbnüs baun.

BURRHUS.

Ist Agrippinen wol die Unthat zuzutraun?

ACTE.

Die Ehrsucht schämet sich kein Laster zu begehen.

Die macht: Daß Purperbett' auch Knechten offen stehen /

Daß Agrippine wird vom Lepidus befleckt /92[57]

Daß sie die geile Schooß des Pallas Brunst entdeckt.

Da nun Verzweifelnde Gifft oft zur Artzney nähmen;

Viel minder wird itzt sie den giftgen Eyfer zähmen /

Weil sie / die vor geherscht / nunmehr gehorchen muß.

Denn diß / was man geschmeckt / wird mit vielmehr Verdruß

Und schälerm Aug entbehrt / als was uns nie ergetzet.

BURRHUS.

Gesätzt: Daß Ehrgeitz sie zu solcher Brunst verhetzet /

Gesätzt: Daß sie Versuch anreitzend auf ihn thu:

So trau ich doch so viel des Käysers Tugend zu:

Er werde sich behertzt der Boßheit widerlegen.

SENECA.

Der Jugend weiches Wachs läßt alles in sich pregen.

Voraus drückt sich das Bild der Wollust ihm leicht ein.

Welch zarter Geist kan auch mehr rau / als eisern seyn?

Der sich nicht den Magnet der Schönheit lasse zihen.

Wo der Gelegenheit bequeme Blumen blühen /

Reitzt das Zuneigungs-Aug auf Rosen auch den Geist /

Wo gleich der Laster-Dorn ihr schnödes Haupt umbschleust.

BURRHUS.

Kan der Vernunfft ihr Zaum sie nicht zurücke halten /

Wird der Begierden Brand aus Abscheu ja erkalten /

Durch Kälte der Natur / die geile Lilgen sämt

Umb keine Mutter-Brust. Die Boßheit steht beschämt

Und läscht die tolle Brunst in diesen Marmel-Kwällen /

Daran die Zunge soog. Ja dieser Bälg Aufschwellen

Bläst Venus Fackel aus durch keuschen Athem-Wind.

SENECA.

Diß sehen Augen zwar / die nicht vernebelt sind:

Wenn aber schon ein Funck im Hertzen Zunder findet

Brennt alles lichter loh. Vernunft und Tugend schwindet

Für dem Begierden-Rauch und der Bethörte kennt

Geblütt und Mutter nicht.

BURRHUS.

Was auf den Lippen brennt

Der Mutter / ist nicht Gift / nicht Schwefel böser Lüste.

Zu dem trägt jede Frau fast itzo nackte Brüste.

Die aber / die ihr gleich läßt küssen Mund und Brust /

Macht nicht die Schooß bald feil für die verbothne Lust.

ACTE.

Wen auf der Brüste Felß / auf die Corallen Lippen

Der Augen Irrlicht führt / der strandet an den Klippen

Der geilen Schooß un-schwer. Hier rinnt die Wunder-Flutt[58]

Da oben sich steckt an der Libes-Fackel Glutt /

Und in dem Grunde nur die heisse Flamme dämpffet.

Ob wider die Natur gleich auch solch Feuer kämpffet /

So büßt doch die Natur für Agrippinen ein /

Weil ihre Würckungen mehr als Natürlich seyn.

In sie ward Claudius durch Zauberey verlibet.93

SENECA.

Daß man die Uhrsach erst so frembden Künsten gibet:

Der Libreitz einer Frau ist schon die Zauberey.

Sie macht aus Wachse Stahl / bricht Ertzt und Stein entzwey.

Der Fisch / der in der Flutt94 die Tugend hat zu brennen /

Der auch ein stählern Garn kan als wie Wachs zertrennen /

Verlieret mit der Krafft die Freyheit / wenn ihn rückt

Ein Netze / welches man aus Weiber-Haaren strickt.

BURRHUS.

Steckt beyder Hertze nicht noch voller Zorn und Gallen?

Sie reitzt Regiersucht ja / nun sie so hoch gefallen;

Ihn sticht die Eifer-sucht: Weil sie stets herrschen wil.

Wie kan solch widrig Ding denn ein vereinbart Ziel

Des Libens ihm sehn ab?

ACTE.

Wer weiß nicht daß die Rache

Mit Zucker falscher Hold ihr Gift-Glaß süsse mache.

Der Zorn / der auch gleich sonst das Unrecht gräbt in Stein /

Schreibt nur in Sand und Staub der Frauen Fehler ein /

Die ein verliebter Hauch / ein linder West verstreichet.

SENECA.

Es sey dem / wie ihm sey. Wenn schon der Kranck erbleichet /

Ist Kraut und Saft umbsonst. Ein Artzt muß seyn bemüht /

Mit Mitteln / wenn er nur ein Kranckheits-Merckmahl siht.

Warumb sparn wir den Rath biß daß die That begangen

Für welcher Rom erstarrt? Es werd auch gleich enthangen /

Daß dieses Gift nicht steck in Agrippinens Brust;

Der Artzney übrig Brauch ist kein so groß Verlust /

Als wenn durch Sparsamkeit der Krancke Schiffbruch leidet.

BURRHUS.

Gar recht! Jedoch welch Artzt ist / der hier sicher schneidet /

Wo der Begierdens-Krebs schon an dem Hertzen nagt?

Wo Ungedult den Geist / das Fleisch der Kitzel plagt?

ACTE.

Der thu es / der darumb dem Printz steht an der Seiten.

SENECA.

Auf disem Eise pflegt der Klügste meist zu gleiten.[59]

Dem Frauen-Zimmer steht hingegen etwas frey /

Was uns verbothen ist. Ich mein' es: Acte sey /

Die sich am sichersten des Wercks darf unterstehen.

ACTE.

Ich Aermste! Sol für euch aus Vorwitz untergehen?

Das Ampt heischt diß von euch. Wer in der Würde steht /

Muß reden / was er sol.

SENECA.

Wenn sich ein Fürst vergeht /

Muß man mit gutter Arth / nicht mit zu scharffer Strenge

Von Lastern ihn zihn ab. Ein Löwe / der zu enge

Gefässelt wird / bricht Stahl und Keficht morsch entzwey.

Ein edles Pferd macht sich von Zaum und Zügel frey /

Der ihn zu harte drückt. Sie aber kan verhütten

Die That / und darf doch nicht des Käysers Gunst verschütten.

Sie melde: Daß die Schaar / die umb den Fürsten wacht /95

Zu Aufruhr sey geneigt / aus eyferndem Verdacht:

Daß Agrippine mit dem Sohne sich beflecke /

Weil sie so heimlich stets bey ihm im Zimmer stecke:

Und also schätzten sie des Käyserthums nicht werth

Kein so entweyhtes Haupt.

ACTE.

Weil ihr es ja begehrt /

Wil ich auf euer Wort des Werckes mich erkühnen.

BURRHUS.

Es wird dir zu viel Ruhm / uns zur Vergnügung dienen.


Der Schauplatz verändert sich in des Käysers Schlaff-Gemach.

Agrippina. Nero.


AGRIPPINA.

Mein Kind / mein süsses Licht / was hältstu länger mir

Der halb-geschmeckten Lust mehr reiffe Früchte für?

Die Libe die sich noch läßt in den Augen wigen /

Läßt sich mit lauer Milch der Küsse zwar vergnügen:

Wenn aber schon diß Kind biß zu der Seele wächst /

So siht man: Daß sein Durst nach stärckerm Nectar lächst.

Mein Schatz / es sättigt nicht des Küssens reitzend Kosen.

Die Purper-Lippen sind die rechten Zukker-Rosen /

Darunter stets die Zung als eine Natter wacht /[60]

Biß uns ihr züngelnd Stich hat Brand und Gifft beybracht /

Den nur der glatte Schnee der Schooß weiß abzukühlen.

Warumb denn lissestu mich deinen Liebreitz fühlen /

Wenn du dein Labsal mir zeuchst für dem Munde weg?

Ach! so erkwick uns doch der Libe letzter Zweck!

Die Anmuth ladet uns selbst auf diß Purper-bette.

NERO.

Ja / Mutter / wenn mich nicht die Schooß getragen hätte.

AGRIPPINA.

Die Brüste / die du oft geküßt hast / säugten dich:

Was hat nun Brust und Schoos für Unterscheid in sich?

NERO.

Es hält uns die Natur selbst bey dem letzten wider.

AGRIPPINA.

Wirf / was die Freyheit hemmt / der Thorheit Kap-zaum nieder /

Der für den Pöfel nur / für Sclaven ist erdacht.

Wenn der Begierden Pferd uns Bügel-loß gemacht /

So muß ihm die Vernunfft den Zügel lassen schüßen /

Biß sichs nach Müdigkeit selbst wieder ein läßt schlüßen /

Wenn es nicht stürtzen sol.

NERO.

Man sorge / wenn es springt:

Daß uns der Wille nicht einst aus dem Bügel bringt.

Denn sol man allererst den Zügel ihm enthengen /

Kan's über Stock und Stein uns leicht in Abgrund sprengen.

AGRIPPINA.

Was für ein Abgrund kan hier wol befürchtet seyn?

NERO.

Die Sünde.

AGRIPPINA.

Bilde dir solch alber Ding nicht ein.

Wer unter Satzung lebt / kan nur Verbrechen üben.

Wer aber hat Gesätz' je Fürsten vorgeschriben?

NERO.

Meint sie: Daß Göttern nicht die Sünde mißgefällt?

AGRIPPINA.

Im Himmel herrschet Gott / der Käyser auf der Welt.

NERO.

Hier dämpft selbst die Natur Scham-röthend die Begierde.

AGRIPPINA.

Nein! Ihr Magnet zeucht sich zum Nord-stern reiner Zierde.

NERO.

Absteigendes Geblütt ist übern Mittags-Kreiß /

Darüber kein Magnet von einger Würckung weiß.

AGRIPPINA.

Der Liebe mehr denn viel / die ihre Flammen sämen

In alle Seelen kan. Sol sich die Mutter schämen

Zu liben ihren Sohn? Die mit der Milch ihm flößt

Die Libes-Ader ein. Der Unhold Gift-Maul stößt

So herbe Schleen aus / und sucht die Libes-Kwällen /

Die in der Kinder Hertz entspringen / zu vergällen.

Wer sol die Mutter-Brust mehr liben / als ihr Kind?[61]

NERO.

Ja / aber daß darzu nicht gifftge Wollust rinnt.

AGRIPPINA.

Wo Libes-Sonnen stehn folgt auch der Wollust Schatten.

NERO.

Pflegt doch der Storch96 sich mit der Mutter nicht zu gatten.

AGRIPPINA.

Einfältger! Wer gibt dir so albre Fabeln ein?

Worwider Stern und Welt selbst müssen Zeugen seyn.

Wir müssen die Natur der Dinge Zirckel nennen.

Denn würde nicht ihr Lauff zu seinem Uhrsprung rennen /

So würd ihr Uhrwerck bald verwirrt und stille stehn.

Des Himmels Umb-trieb muß nach Often wieder gehn /

Wo sein Bewegungs-Kreiß den Uhrsprung hat genommen.

Der Frühling muß zum Lentz / der Fluß zum Kwälle kommen.

Die Sonne rennet stets der Morgen-röthe nach /

Und ihrer Mutter Schoos ist auch ihr Schlaf-Gemach.

Warumb sol denn diß Thun als Unthat seyn verfluchet /

Wenn ein holdreicher Sohn die Schoos der Mutter suchet?

Den Brunnen der Geburth? Da er der Libe Frucht

Und die Erneuerung des matten Lebens sucht.

NERO.

Es läßt hierinnen sich aus Gleichnüssen nicht schlüssen.

AGRIPPINA.

Der Käyser macht ihm nur ein allzu zart Gewissen /

Und läßt sich binden diß / was ihn nicht binden kan.

Ward ein Gesätze doch97 auch damals abgethan /

Als Claudius mit uns vermählet wolte leben.

Warumb kan Nero denn nicht auch Gesätz' aufheben?

NERO.

Von's Brudern Tochter schickt zur Mutter sich kein Schluß.

AGRIPPINA.

Ist ichtwas / das sich nicht den Fürsten schicken muß?

Zu dem / wird denn von uns / was unerhört / begehret.

Hat Macareus nicht der Canacen gewehret /98

Was er auf so viel Thrän und Säufzen uns nicht gibt.

Als sich Antiochus ins Vatern Frau verlibt /99

Hat ihm Seleucus stracks die Mutter abgetretten.

NERO.

Kan frembder Irrthum uns von dem Verbrechen retten?

AGRIPPINA.

Der Persen Recht läßt zu:100 daß eine Mutter sich

Ins Sohnes Bette lägt. Und du besorgest dich:

Daß / was den Pöfel nicht bestrickt / uns Fürsten binde.

NERO.

Viel / was der Perse lobt / ist bey den Römern Sünde.101

AGRIPPINA.

Gesätzt: Daß unsre Lieb je ein Verbrechen sey;[62]

Gesätzt: Daß Müttern nicht was Frembden stehe frey /

So dencke: Daß wir ja hier nicht aus Vorsatz irren.

Sol sich der Vogel nicht ins Netze lassen kirren /

So pflantz ihm die Natur nicht das Gelüsten ein;

So tilge sie den Baum / wo schöne Beeren seyn.

Wenn in den Augen schon der Schönheit Schwefel stecket /

Wird in dem Hertzen leicht ein solcher Brand erwecket /

Der nicht zu leschen ist / biß Licht und Tacht entgeht /

Und der Vernunfft Gesicht in vollem Rauche steht.

Sol der nun strafbar seyn / der nicht durch Nebel sihet?

Der sich nicht leschen kan / wie sehr er sich bemühet?

Erwege doch mein Kind: Man nimmt geweyhtes Brodt

Zuläßlich vom Altar bey ärgster Hungers-Noth:

Ich aber / die ich doch der Brunn bin deines Lebens /

Bitt umb die Nahrungs-Milch der Libe so vergebens /

Werd also nur für Brunst erdürstende vergehn /

Wo tausend Kwällen doch beliebten Nectars stehn.

NERO.

Kan wol ein Mutter-Hertz empfinden solche Schmertzen?

AGRIPPINA.

Ich libe dich mit mehr als Mütterlichem Hertzen.

Ich nehme nun nicht mehr den Nahmen Mutter an /

Weil keine Mutter doch so hefftig liben kan.

Er zittert / er erblaßt / ihm beben alle Glieder /

Itzt säuftzt / itzt lächelt er; itzt kommt die Farbe wieder!

Ich merck es: Agrippin ist allzu zaghaft noch.

Wo Worte Kraft-loß sind / da fruchten Wercke doch.

Ich falle dir zu Fuß / ich küsse Knie und Hände.

Mein Kind / erbarm dich doch / und kühle Brunst und Brände?

Wie? oder muß ich gar in Asche seyn verkehrt /

Indem dein Hertze Schnee / dein Antlitz Feuer nehrt?

Schau / wie der Seele Dampf in Thränen schon zerflüße?

Die Lippe schwitzet Oel und Balsam heisser Küsse!

Die rothe Flamme krönt der Brust geschwellte See;

Und Nerons Leib bleibt Eiß / und Nerons Hertz ist Schnee?

Mein Licht / komm lasse doch aus diesen Marmel-Brüsten /

So wie vor Milch / itzt Oel zu säugen dich gelüsten:

Schmeck / ob hier nicht was mehr als Milch für Kinder rinnt;[63]

Weil diese Berge doch der Richt-platz Ida sind /

Da Hoheit und Verstand von Schönheit wird besiget.

Komm schmeck: ob man hier nicht mehr güldner Aepffel kriget /

Als wol Granaten sind. Der Garten einer Schooß

Ist schöner / als wormit sich Hesperis macht groß.

Die Frucht / die hier wird reif / ist Himmel-Brod der Erden /

Ist Nectar aller Welt.

NERO.

Wer hier nicht lüstern werden /

Wer hier nicht naschen wil / muß ein entseelter Stein /,

Nicht Agrippinens Kind / nicht ihr Geblütte seyn.

Komm / Mutter / labe mich mit deinen Mund-Corallen /

Wo mein verlibter Geist nicht sol in Ohnmacht fallen!

Ich brenn / ihr Brüst / ich brenn / itzt hab ich erst geschmeckt:

Daß in dem Schneegebirg ein feurig Etna steckt.

Mein Licht / so lasse nun mit kühlen Anmuths-Wellen

Dis Alabaster-Meer sich gegen mir aufschwellen /

Darinnen sich der Brand der Seele leschen kan;

Entblöß – – – – – –


Acte. Agrippina. Nero. Anicetus.


ACTE.

– Ach Fürst! es spinnt sich ärgster Aufruhr an!

AGRIPPINA.

Wer heißt unangesagt dich in das Zimmer dringen?

ACTE.

Die schreckliche Gefahr / die ich euch zu muß bringen.

NERO.

Was für Gefahr?

ACTE.

Das Heer der Leibwach ist entpört /

Und geht mit Meyneyd umb.

NERO.

Warumb? Hastu gehört

Des Lasters Uhrsprung?

ACTE.

Ja. Es meint: Daß Agrippine

Mit ihrem Sohne zu beflecken sich erkühne.

Hierdurch erlasse sie der Himmel ihrer Pflicht.

AGRIPPINA.

Woher rührt solch Verdacht?

ACTE.

Zwar eigen weiß ichs nicht;

Doch muthmaß ich: Es sey der Zunder dieser Flammen:

Daß beyd im Schlaffgemach, alleine sind beysammen.

ANICETUS.

Ach Fürst! ach Käyserin! sie und auch er erbleicht /

Wo sie nicht Angesichts aus dem Gemache weicht.

AGRIPPINA.

Darf Agrippine nun auch nicht den Sohn mehr schauen?

ANICETUS.

Ihr Schauen zeucht nach sich bey Hofe Mißvertrauen.

AGRIPPINA.

Wer gibt dem Hofe Macht zu urtheiln / was geschehn.

ANICETUS.

Man muß beim Aufruhr oft was durch die Finger sehn.[64]

NERO.

Frau Mutter / sie entweich umb den Verdacht zu stillen.

AGRIPPINA.

Ich wil des Käysers Heiß unweigerlich erfüllen.

Jedoch / heißt man uns gleich itzt aus dem Zimmer gehn /

So bleibt im Hertzen doch des Käysers Bildnüs stehn.

ACTE.

Ich muß den Argwohn gehn der Wache zu benehmen /

Eh als diß Unkraut sich noch weiter aus mag sämen.


Nero. Paris. Anicetus.


PARIS.

Ich sorge grosser Fürst / er wird zu letzte fühln

Mit was für Nattern wir in unserm Busem spieln.

Gar recht! ein Jäger pflegt nicht anders auf-zustellen /

Wenn er ein flüchtig Reh wil in die Garne fällen.

Wohin rennt Agrippin / umb sich nur zu erhöhn?

Der Käyser kan uns nicht Gewissenhaft umb-stehn:

Daß ihr hat Unzucht solln zu Ehren-flügeln dienen.

Mein Fürst! Es ist gethan; im Fall er Agrippinen

Drey Tage leben läßt / die sich nicht selbst mehr kennt

Für rasender Begierd? Allein ihr Hertze brennt

So sehr von Libe nicht / als sie von Rache glühet;

Dardurch sie sich den Thron an sich zu zihn bemühet /

Den Zepter aber dir zu winden aus der Hand /

Und solte gleich sie selbst durch ihren Ehren-Brand

In Asche seyn verkehrt. Denn die Begierde düncket

Die Flutt / in welcher nur ihr Todes-Feind ertrincket /

Ein süsser Thau zu seyn / wenn schon sie selbst zugleich

Mit in den Abgrund fällt. Sie libet Kron und Reich /

Nicht aber / Käyser / dich. Ihr Liebreitz ist nur Rache.

Sie sucht nur: Daß sie dich der Welt gehässig mache /

Und daß aus deinem Sarch ihr Lorbern mögen blühn /

Weil ihr dein Ruhm Verlust / dein Unfall bringt Gewien.

ANICETUS.

Sie hat den Halß verwirgt nur durch die bösen Lüste.

Des Ninus Faust durchstach102 der geilen Mutter Brüste.

Wil sie Semiramis / muß Nero Ninus seyn.

Denn Blutt wäscht Boßheit ab / macht Seelen Tauben-rein.

NERO.

Ich gebe leichtlich nach: Daß unter einem Scheine[65]

Des Libens / Agrippin uns nur zu stürtzen meine /

Daß wir durch ihren Tod sind vielen Kummers frey /

Daß ihr erstarrter Leib des Reiches Pfeiler sey /

Indem ich itzt muß selbst für ihrer Brunst erschrecken /

Dadurch sie (ich gestehs) hat wollen uns beflecken:

Alleine gebt uns nur ein Mittel an die Hand /

Zu tödten diesen Wurm / zu läschen ihren Brand.

PARIS.

Ist Gifft / ist Eisen denn für ihren Halß zu theuer?

NERO.

Nein! nein! Solch Wasser läscht nicht sicher dieses Feuer.

Wolln wir die Mutter uns zu tödten unterstehn /

So muß man wegen Rom mehr als behuttsam gehn.

Der Eyfer für ihr Heil steckt noch in tausend Seelen.

Meinstu daß sich der Mord durch Dolche läßt verhölen?

Ja wer ist so behertzt / der sich den Stahl erkühnt

Zu stossen in ihr Hertz? Das Gift-Glaß gleichfalls dient

Zu unserm Zwecke nicht: Wir haben längst erfahren:

Daß sie für Giffte sich pflegt täglich zu verwahren.

Wir habens schon dreymahl vergebens ihr bracht bey.

Gesätzt: Daß Gift sie auch zu tödten kräftig sey /

So wird sichs doch bey uns ihr nicht gewehren lassen.

Denn / da Britannicus hat müssen so erblassen /

So geht zum andern mal nicht unverdächtig an

Diß / was durch Zufall sich nicht oft ereignen kan.

Die Diener / die sie hat / sind auch nicht zu bestechen.

Denn sie als Meisterin in ieglichem Verbrechen /

Weiß aller List und Kunst zu kommen klüglich für.

Jüngst meinten wir gewiß in ihrem Zimmer Ihr

Durch künstlich Taffelwerck103 das Todten-brett zu rücken /

Das sie durch schnellen Fall im Schlaffe solt erdrücken.

Allein indem sie früh des Anschlags ward gewahr

Entkam sie sonder Noth der kostbaren Gefahr.

ANICETUS.

Ein Vogel / dem der Strick zu plump ist / bleibt an Bäumen

Zu letzte kleben an. Ich weiß sie weg zu räumen

Ein einig Mittel noch.

NERO.

Eröffn es: was es sey.

ANICETUS.

Ein Schiff / das auf der See bricht von sich selbst entzwey.104

PARIS.

Wo ist im Augenblick ein solches Schiff zu krigen.

ANICETUS.

Ich habs schon bey der Hand / nechst am Gestade ligen.[66]

Ich / der ich von Kind-auf mit unverfälschter Gunst

Dem Käyser treu gewest / hab es durch Witz und Kunst

So artlich außgedacht: Daß es in See und Wellen

Jedweden / wen man wil / ohn andrer Noth kan fällen.

NERO.

Sänkt uns solch Unfall denn in keinen Argwohn ein?

ANICETUS.

Was kan dem Zufall mehr als Schiffbruch ähnlich sein?

Ist nicht das wüste Meer ein Spigel schnöder Sachen /

Ein Zirckel Unbestands? Der ungepfälte Nachen

Ein Brett / da nur der Tod drey vier kwer Finger breit

Mit unserm Leben gräntzt? Mehr als Vermessenheit!

Dem Fürsten schreiben zu und sein Verbrechen heissen /

Was Winde / Well und Flutt zerschmettern und zerreissen.

Gesätzt: Es dünck auch wen der Fall nicht ungefähr;

Er muß den Argwohns-Grund mehr denn zu weit holn her

Den Käyser und den Sohn mit Mordthat zu bebürden.

Zu dem / so kan der Fürst mit Sparung keiner Würden /

Die einer Käyserin man jemals angethan /

Sich des Verdachts befreyn. Man zünd ihr Weyrauch an /

Man bau ihr Tempel auf / man wiedem' ihr Altäre /

Man eign' ihr Prister zu / und thu als ob man wäre

Umb ihren Untergang mehr als zu hoch betrübt.

PARIS.

Ich billige den Rath den Anicetus gibt.

NERO.

Wer weiß es: ob sie sich einst auf das Wasser wage.

ANICETUS.

Fürst / Morgen früh gehn an die fünf geweyhten Tage105 /

Da man Minervens Fest mit tausend Lust begeht

Wo Bajens Lust-Hauß ist / und Welschlands Garten steht.

Hier hat er gutten Fug hinüber sie zu laden

Mit Vorwand: Dort mit ihr zu kurtz-weiln und zu baden.

Die enge See-schos gibt den wenigsten Verdacht.

Denn / da man Brücken vor darüber hat gemacht /106

Was mag sie für Gefahr so kurtzen Weg besorgen?

NERO.

So seys! Wir wolln den Tod ihr nicht mehr länger borgen.

Geh / ich vertraue dir den gantzen Anschlag an /

Bestelle was du darfst so heimlich als man kan /

Dardurch du deinem Glück itzt kanst den Grund-Stein legen /

Ich geh indessen sie zur Reise zu bewegen.


[67] Der Schauplatz stellet für der Agrippine Gemach.

Agrippina. Nero.


AGRIPPINA.

Hilf Himmel! Würdigt uns der Fürst zu suchen heim?

NERO.

Mein Licht / der Anmuth Reitz ist ein so zeher Leim /

An dem die Flügel doch der Sinnen kleben bleiben /

Wenn frembde Winde gleich sie in die Lufft wolln treiben.

Der Libes-Wurtzel Safft versäugt im Hertzen nicht /

Wenn gleich des Neides Sturm ihr einge Frucht abbricht.

Vertirbt die Blüth einmal; sie muß doch einst gerathen;

Und Mißwachs wird ersätzt mit zweyfach-fetten Saaten

So fängt auch unsre Lust itzt doppelt an zu blühn /

Wenn ihr der Mißgunst-Zahn wil Milch und Wachs entzihn.

Mich schmertzt zwar der Verlust gewünschter Süssigkeiten

Und daß man uns verrückt die schon gestimmten Seiten;

Alleine Baje sol uns alles bringen ein /

Dahin wir itzo gleich zu fahren Willens seyn

Auf der Minerven Fest. Wil sie uns nun beglücken /

So folge sie uns nach. Dort wird sich köstlich schicken /

Wo die gehölten Felß als Irrgebäue stehn /

Und warme Bäder kwälln /107 uns heimlich zu vergehn /

Und da / wohin kein Stern / die Sonne nie geschienen /

Wo uns kein Aug außspürt / der Wollust zu bedienen.

Hier zu Pozzol / und Rom ist Pöfel / Heer und Rath

Ein Argos / der auf uns wol hundert Augen hat /

Der auf iedweden Tritt der Fürsten Achtung gibet.

AGRIPPINA.

Daß uns mein Kind ist hold / daß uns der Käyser libet /

Steckt mein halb-kaltes Hertz mit neuen Geistern an.

Daß aber uns der Fürst die Gnad und Gunst gethan:

Uns zur Erlustigung nach Bajen mit zu nehmen /

Heischt unsre Pflicht sich zwar dem Käyser zu bekwämen:

Wie aber folgen wir ihm sonder viel Gefahr /

Weil unsre Gegenwart vor so verhaßt schon war.

NERO.

Der Himmel bleibt belibt / der gleich zuweilen blitzet /

Indem er mehrmals uns mit fruchtbarm Regen nützet;

So wird auch unsre Lieb itzt erst recht fruchtbar seyn /[68]

Schloß gleich der Neid sie einst in trübe Wolken ein.

Zu Baje kan Niemand leicht Schälsucht auf uns fassen /

Indem wir Heer und Hoff hier meist zurücke lassen.

AGRIPPINA.

Auch die er mit sich nimmt / sind wenig günstig mir.

NERO.

Der Schatten kommt der Furcht als Berg' und Thürme für.

Kan auch mein Lorber-Krantz sie für der Neider Blitzen /

Mein Purper für dem Dunst des Argwohns sie nicht schützen?

AGRIPPINA.

Mein Kind / es bringt Verdruß zu oft beisammen seyn /

Und Eckel mischet sich in stetes Küssen ein.

NERO.

Welch Irrgeist hat / O Licht / dich auf den Wahn geleitet.

Der Libe Flügel sind aus Wachse nicht bereitet /

Die der gelibte Strahl der Sonne schmeltzt entzwey.

Wer hertzlich lieb hat / wünscht: Daß er kein mal nicht sey

Von ihrem Strahl entfernt. Denn diß ist sein Vergnügen /

Wenn er nach Adlers-Art kan an der Sonne flügen;

Ihr Anblick ist sein Geist / sein Spiegel ist ihr Licht /

Ihr Glantz versehret auch des Hertzens Augen nicht;

Indem sie sich vielmehr durch Anmuths-Blicke schärffen.

AGRIPPINA.

Ich muß mich nur der Hold des Käysers unterwerffen.

NERO.

Das Schiff / mein Licht / wird itzt schon Segelfertig stehn /

Darauf sie uns kan nach ohn allen Umbweg gehn.

Doch lasse sie uns hier vor dise Gunst genüssen:

Daß wir ihr Augen / Hand / und Brüste mögen küssen.108

Gehab dich wol mein Hertz / nimm einen Kuß noch hin!

Denn ich durch dich ja nur hersch und beim Leben bin.

Nicht säume dich / mein Licht / bald dorthin zu gelangen /

Daß / Seele / dich dein Kind dort wieder könn umbfangen.


[69] Der Schauplatz stellet für auf der stillen See unter dem gestirnten Himmel den Schiffbruch der Agrippinen.


Reyen


Der Oreaden oder Berg- der Nereiden oder Meer-Göttinnen.


DIE BERG-GÖTTINNEN.

So sol nunmehr / ihr grimmen See-Göttinnen /

Wenn sich gleich Wolck und Luft nicht schwärtzt /

Und Zefyr mit den Segeln schertzt /

Kein kühner Mast dem Stranden mehr entrinnen?

Die Felsen sind mit Leichen überschüttet /

An welchen sich die Flutt spielt ab /

Und unser Ufer bleibt ein Grab /

Itzt / da nebst euch Alcyone gleich brüttet;

Wir werden endlich zu begraben

Nicht sattsam Sand und Erde haben.

DIE SEE-GÖTTINNEN.

Ihr Nymfen ihr / in Bajens Lust-Gefilde /

Maßt uns so grimmen Sinn nicht bey.

Die Schoos der See / auch wir sind nicht so wilde:

Daß Schiffbruch unsre Kurtzweil sey.

Wir sind darumb auf dises Meer erschienen /

Zu samlen Perl' und Muscheln ein /

Der Käyserin / der grossen Agrippinen

Sie umb ihr güldnes Schiff zu streun.

Glaubt Schwestern: Daß mit seinem Dreyzanks-stabe

Neptunus selbst die Flutt besänftigt habe.

DIE BERG-GÖTTINNEN.

Laßt / grimme Schaar / dorthin die Augen schiessen /

Wo ihr wolt überwisen seyn.[70]

Itzt fällt das Dach des Schiffes ein /109

Itzt wird die Last aufs Gallus Kopf geschmissen.

Itzt opffert ihr die Käyserin den Wellen /

Itzt stürtzt auch Aceronie

Und wird entseelet in der See /

Magstu dich wol / O Himmel / noch erhellen?

Und darfst die Augen schöner Sternen

Nicht von so schwartzer That entfernen?

DIE SEE-GÖTTINNEN.

Schwärtzt / Schwestern / nicht die See mit frembden Flecken /

Wir sind so rein als Perl und Flutt.

Der trübe Schaum der Wellen sol verdecken /

Was Kinder-Mord für Greuel thut.

Doch nein! Die See erschrickt und wird zu Eise /

Daß solch Christall ein Spigel sey /

Der aller Welt den rechten Steinfelß weise /

An dem diß Schiff sich stößt entzwey.

Die Laster sind die rechten Schiffbruchs-Winde.

Die Mutter wird ersäuft vom eignen Kinde.

DIE BERG-GÖTTINNEN.

Schweigt! schweigt! Das Meer stürtzt oft auch ohne schäumen.

Verborgne Falschheits-Klippen sind

Gefährlicher als Sturm und Wind.

Wer wolte sich von Kindern lassen träumen:

Daß sie solch Ding auf Mütter solten stifften?

Das Libes-Oel / der Adern Glutt

Ist nicht so kalt als Epp und Flutt.

Ihr Hertz ist nicht durch Unhold zu vergiften.

Wer aber mag bey Well' und Winden

Aufrichtge Treu und Libe finden?

DIE SEE-GÖTTINNEN.

Eilt! eilt! eilt! eilt! ihr schupffichten Delfinen /

Reicht euren holden Rücken dar110[71]

Den Schwimmenden / errettet Agrippinen

Aus der verräthrischen Gefahr.

Bringt Schwestern / bringt ein Muschel-schiff der Schnecken /

Daß diese Venus fährt an Port:

Hört / Fisch' / itzt auf vom Mooß und Felsen-lecken /

Helfft der elenden Mutter fort.

Daß alle Welt ein Urtheil könne fällen:

Ein böses Kind sey wilder als die Wellen.

DIE BERG-GÖTTINNEN.

Sie nähert sich dem schilfichten Gestade.

Ihr sanften Westen seyd erweckt /

Die ihr in diesen Klüften steckt /

Eilt / helft! habt Acht: Daß ihr kein Unfall schade.

Du braune Nacht die du steckst Agrippinen

Gestirnte Todes-Fackeln an /

Dein schatticht Sarch sey weg gethan /

Die Sternen solln zu Freuden-feuern dienen.

Glück zu! Glück zu! sie kommt zu Lande.

Schaut aber wie die Boßheit strande!

DIE SEE-GÖTTINNEN.

Bekräntzet nun die Unschuld mit Narzißen /

Das blaue Saltz mit Roßmarin;

So lange Jäscht wird umb dis Ufer flüßen /

Solln hier Corallen-Zapffen blühn /

Zum Zeichen: Daß / wenn Kinder-hold verläschet /

Das Wasser müsse Flammen nehrn.

Die Flutt / die doch stets disen Strand abwäschet /

Wird dis Gedächtnüs nicht verzehrn /

Und dise That wird von der stummen Zungen

Des Schilffes und der Klippen seyn besungen.

Quelle:
Daniel Casper von Lohenstein: Römische Trauerspiele. Stuttgart 1955, S. 56-72.
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