V.

2LObet den HERRN1 / das Jsrael wider frey ist worden / Vnd das Volck willig dazu gewesen ist.

3HOret zu jr Könige / vnd mercket auff jr Fürsten /Jch wil dem HERRN / wil ich singen / Dem HERRN dem Gott Jsrael wil ich spielern.

4HERR / da du von Seir auszogest / vnd einher giengest vom felde Edom / Da erzittert die Erde / der Himel troff / vnd die Wolcken troffen mit wasser. Deut. 2.; Psal. 68.; Psal. 114.

5Die Berge ergossen sich fur dem HERRN / Der Sinai fur dem HERRN dem Gott Jsrael.


6ZVn zeiten Samgar des sons Anath / zun zeiten Jael waren vergangen die wege / Vnd die da auff pfaten gehen solten / die wandelten durch krumme2 wege. Jud. 3.; Jud. 4.

7Es gebrach / an Bauren gebrachs in Jsrael / Bis das ich Debora auffkam / bis ich auffkam eine Mutter in Jsrael.

8Ein newes hat Gott erwelet / Er hat die Thor bestritten / Es war kein schilt noch spies vnter vierzig tausent in Jsrael zu sehen. 1. Sam. 13.

9Mein hertz ist wol an den Regenten Jsrael / die freiwillig sind vnter dem Volck / Lobt3 den HERRN /10die jr auff schönen Eselin reittet / die jr am Gericht sitzt / Vnd singet / die jr auff dem wege gehet.

11Da die Schützen schrien zwisschen den Schepffen4 / da sage man von der gerechtigkeit des HERRN / von der gerechtigkeit seiner Baurn in Jsrael / Da zoge des HERRN volck erab zu den Thoren.

12WOlauff / wolauff Debora / wolauff / wolauff /vnd singe ein Liedlin / Mach dich auff Barak / vnd fange deine Fenger / du son AbiNoam.

13Da herrscheten die Verlassene vber die mechtigen Leute / Der HERR hat geherrschet durch mich vber die Gewaltigen.


14AVs Ephraim war jre wurtzel5 wider Amalek /Vnd nach dir BenJamin in deinem volck. Exod. 17.

Von Machir sind Regenten komen / Vnd von Sebulon sind Regierer worden durch die Schreibfedder.

15Vnd Fürsten zu Jsaschar waren mit Debora /Vnd Jsaschar war wie Barak im grunde gesand mit seinem Fussuolck / Ruben hielt hoch von jm / vnd sondert sich von vns.

16Warumb bleibstu zwisschen den Hürten6 / zu hören das blecken der Herde / Vnd helst gros von dir /vnd sonderst dich von vns?

17Gilead bleib jenseid dem Jordan / Vnd warumb wonet Dan vnter den schiffen? Asser sass an der anfurt des Meers / vnd bleib in seinen zerrissenen Flecken.

18Sebulons volck aber waget seine Seele in den tod / Naphthali auch in der höhe des felds.


19DJe Könige kamen vnd stritten / Da stritten die Könige der Cananiter zu Thaanach am wasder Megiddo / Aber sie brachten keinen gewin davon. [134b]

20Vom Himel ward wider sie gestritten / Die Stern in jren leufften stritten wider Sissera.

21Der bach Kison waltzet sie / der bach Kedumim / Der bach Kison.

Tritt meine seele auff die Starcken / 22Da rasselten der Pferdefüsse fur dem zagen jrer mechtigen Reuter.

23FLuchet der stad Meros / sprach der Engel des HERRN / fluchet jren Bürgern / Das sie nicht kamen dem HERRN zu hülff / Zu hülff dem HERRN zu den Helden.


24GEsegnet sey vnter den weibern Jael / das weib Heber des Keniters / Gesegnet sey sie in der Hütten vnter den Weibern.

25Milch gab sie / da er wasser foddert / Vnd Butter bracht sie dar / in einer herrlichen Schalen.

26Sie greiff mit jrer Hand den Nagel / Vnd mit jrer Rechten den Schmidhamer.

Vnd schlug Sissera durch sein Heubt / Vnd zuquitzschet vnd durchboret seinen Schlaff.

27Zu jren füssen krümmet er sich / fiel nider vnd legt sich / Er krümmet sich / fiel nider zu jren füssen /Wie er sich krümmet / so lag er verderbet.


28DJe mutter Sissera sahe zum fenster aus / vnd heulet durchs Gitter / Warumb verzeucht sein wagen /das er nicht kompt? Wie bleiben die reder seiner wagen so da hinden?

29Die weisesten vnter seinen Frawen antworten /da sie jre Klagwort jmer widerholet / 30Sollen sie denn nicht finden vnd austeilenden Raub / einem jglichen Man eine metzen oder zwo zur Ausbeute / Vnd Sissera bundte gestickte Kleider zur ausbeute / Gestickte bundte kleider vmb den hals zur ausbeute?

31ALso müssen vmbkomen HERR alle deine Feinde / Die jn aber lieb haben / müssen sein / wie die Sonne auffgehet / in jrer macht.

32Vnd das Lande war stille vierzig jar.


1 Dis Lied wil so viel sagen / Das Gott hab den Sissera geschlagen durch die geringsten Leute in Jsrael / Das die geringen auch ein mal hoch vnd gros worden sind / da die grossen hohen Geschlecht Jsrael stil sassen / vnd sie verliessen in nöten. Das ist das newe das der HERR erwelet hat / Da sind die Bauern Jsrael prechtig vnd auch Herrn worden etc.

2 Das ist / Es war kein Regiment noch ordnung im Lande.

3 Das ist / Jr Herrn Richter vnd gemeiner Man.

4 Das ist / Da die schützen Sissera schrien fur not am wasser Kison / da man pflegt zu schepffen da halff Gott seinen Bauren / vnd lies das Recht gehen.

5 Das ist / Josua war der erst Fürst aus dem stam Manasse / der schlug Amalek / vnd nach jm die andern / Bis das Sebulon auch ein mal einen Josua vberkomen hat wider Sissera. Vnd merck / Sie nennet die Fürsten Regierer / die mit den Schreibfeddern streiten / Das ist / Sie gewinnen mehr durch den glauben in Gottes wort / denn mit dem Schwert.

6 Das ist / Du bliebest da heimen / ob du wol hortest das arme Heufflin zu felde blasen vnd hattest doch nahe zu jnen.


Quelle:
Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.
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