An Zante

O schöne Insel, die den schönen Namen

Sich von der süßesten der Blumen nimmt,

Ach, daß bei deinem Schaun mich überkamen

All jene Stunden, die einst froh gestimmt!


Wie viele Szenen lang versunkner Wonne!

Wie viel Gedenken an begrabnen Traum –

Ach, an ein Mädchen, das in deiner Sonne

Nie mehr hinschreitet durch den Bradungsschaum!


Nie mehr! Das ist der zaubrisch trübe Klang,

Der alles wandelt! Nie soll dein Gedenken

Mehr meiner Seele eine Freude schenken!


Verflucht erscheint mir nun dein blumiger Hang,

O hyazinthne Insel! purpurn Zante!

»Isol d'oro! Fior di Levante!«

Quelle:
Edgar Allan Poes Werke. Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Band 1: Gedichte, Herausgegeben von Theodor Etzel, Berlin: Propyläen-Verlag, [1922], S. 105,116.
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