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An meine Mutter

[139⇒] Weil tief ich fühle, daß in Himmeln dort

Die Engel, wenn sie Liebe-Worte nennen,

Kein heilig-heißer und kein inniger Wort

Als »Mutter« zueinander flüstern können,


Drum gab ich diesen liebsten Namen dir –

Die – mehr denn Mutter mir in meinen Schmerzen –

Der Tod, als er Virginias Geist von hier

Befreit, zum Horte setzte meinem Herzen.


Die eigne Mutter, die schon früh mir starb,

War mir nur Mutter, du hingegen bist

Von ihr die Mutter, die mein Lieben warb;


Und so viel mehr, als meiner Seele ist

Mein Weib denn meiner Seele eignes Leben,

Muß ich auch dir denn eigner Mutter geben. [⇐139]

Quelle:
Edgar Allan Poes Werke. Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Band 1: Gedichte, Herausgegeben von Theodor Etzel, Berlin: Propyläen-Verlag, [1922], S. 138-139.
Lizenz:

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