XVI. Von Quadrat-Menschen.

[393] Man lieset viel Dinges hin und wieder / bey den Autoribus / von hominibus quadratis, oder tetragonis: Und wird doch keiner gezeiget / noch gezeuget: Denn dem eigendlichen Wort-Verstande nach / solte es ein Viereckigter Mensch / Vierschrötigter Bauer seyn / der so breit were / als er lang ist, wie die Jüden den Anti Christ beschreiben / u. darzu setzen / daß er zu Rom aus einem solchen Steine solle gezeuget werden. Aber ich möchte ihn wohl sehen / wie er sich gehaben würde? Zweiffels frey / ist eine solche[393] Füglich- und Müglichkeit darhinter / als hinter dem verdoppelten / und doch viereckigt bleibenden / Altar des Apollonis. Plato heisset zwar von πλατὺς das er breitschultericht gewesen: aber daher ist er noch lange kein Bier-schröter. Und wenn er so gestalt gewesen wehre / so würde er nicht weniger verwerflich gewesen seyn / als quadrata frons / welche die allerbeste / bey denen Physiognomonisten / nicht ist. Quatuor gesellet sich mit quat / das ist / böse / da die Quadi von heißen: welchen die Gothi / qv. d. Guti entgegen gesetzet seyn. Daher wird auch der gevierdter Schein oder Quadrat aspect in der Astrologie / oder am Himmel improbirt. Ein anders ist es mit dem Würffel daß der sich / mit allen Seiten / wohl auffn Plano passet: doch sprichstu: daher heisset auch homo tetragonus / der in allen Satteln gerecht ist / der sich im Glück und Unglücke zu schicken weiß / ein Vertumnus Aequanimis. Aber wo findet man die? aus der Ethic unn Sitten Lehre solten sie zwar gezeuget werden: aber wo ist dz subjectum / quod capiat verbum hoc? Pauci quadrant / et ad rhombum Man möchte hier setzen / was Quirin. Pegeus hat part. 2. Kunst-Quell. §. 3073. pag. 15. Die Kleider und der Schalck bedecken manchen Schalck / der zwar redet / wie ein frommer Mann / er dencket aber wie ein Ertz-Schalck / und füttern unter runde Wort einen viereckigten Verstand; daher sagt man die Schalckheit siehet scheel auß / daß man nicht wissen kan / auff welche Seite es gemeint ist.[394]

Harstörff. an Lust: und Lehr-reich. Geschichte im andern Anhange §. 140. pag. m. 388. Einen Einbilder verglich ein Verständiger Mann mit einem viereckigten Steine / der vielmehr Platz in einem Gebau erfordere / als er außfüllen könne.


D. Johan Christian. Fromman in Disp. XI. de Monstr. 6. pag. 167. Man kann auch nicht sagen / daß R. Eleazer und R. Ißmael / sollen monstra gewesen seyn / als die zwar so grosse Bäuche gehabt / nach Riolan. Enchirid. Anatom. lib. 2. cap. 4. ex Michael. Neandr. daß wenn sie auffgericht gestanden / und ihre Gesichter und Bäuche gegen einander gekehret / den noch zweene starcke Ochsen zwischen sie weg gehen mögen / und sie doch nicht anrühren dürffen. (Das laß mir für / Amphoras Bacchi paßiren!) Ein anders ist es / daß Quadratus ein Nahme eines Hochgelährten Mannes ist / so nach der Apostel Zeiten gelebet. Vide Chron. Evseb. lib. 3. cap. 37. lib. 5. cap. 17. Calend. Sturm. fol. 298. Fest Chron. D. Rivand: fol. 84. part. 2. Chron. D. Hedionis fol. 122.


In allen Zufällen / soll mann gevierdt seyn. Sam. Butsky in der grossen Canzelley / Paragr. 458. pag. 452.

Die Stoici wolten ja noch so wohl Plauti / und rechte Breit-Füsser seyn / die beständig im[395] Unglücke außdauren könten: Wenn sie auch gleich / durch einen gantzen Tag / auff einem Fusse / stehende / die heisse Sonnen mit starrenden Augen anblicken solte. Vielleichte haben solchen hartē Stand zu dieser Zeit rechtschaffen gehabt / die Herren Niederländer: davon Tom. 1. Aber sie haben ihn tapffer außgehalten / und überwunden. Und dahin gehet auch der Holländische Wahrsager Geist / wieder den Flämmischen Lügen-Geist: auffs 1666. Jahr. Zu Antwerpen gedruckt in Sechsthalb Bogen. Davon der refutirte Flämmische sol gemachet seyn vom Joanne / Profess. Mathem. der Stadt Geneve. Der Holländische aher (wie da stund) vom D. Martino Luthero / Und D. Joanne Calvino / Met priVILegIe Van DIen antIChrist. Als drinnen bey die 200. so Verße / so Reden seyn / beydes Lateinisch / beydes Niederländisch / drinnen allemahl die Jahres Zahl 1666. stecket / mit grosser Bemühung beyderseits Autorum / doch ohne Frucht / nur einem andern zum Verdrieß / gemachet. Es hat aber der Anfänger Flämming / seine prognostica durch aller 2. Monateingerichtet / wie der bekante Italiänische Wahrsager daß er in einem jedweden 2. Abtheilunge hat / 1. vom neuen Monde. 2. vom ersten Virtel / 3. vom vollen Monde / 4. vom letzten Virtel: als was für Aspectus sich bey deren Eintritt ereigen: nebenst dem schimpfllichen / und gantz ungegründeten / accommodamente / daß allemahl drinnen die Holländers / Geusen / Hanß-Geusen / Ketzers / Bild-Stürmer. etc. herhalten sollen / und im selbigen Jahre ihr Verderben nothwendig seyn müße:[396] Ja als pag. 41. stehet: daß er gar nicht zweiffele / sondern schier sage / wie es unmüglich sey / daß der Allmächtige GOTT / die rechtmäßige Straffe über Holland solle länger auffhalten können. Item in Praefat. daß es unmüglich scheine / daß die Geusen diese drey 666. sollen können paßiren. (Der aber mit gleicher Müntze bezahlet ist / vom Holländischen Wahrsager / als welcher es schlechter dinges umbgekehret hat / und mit veränderten Worten das Unglück hinwiederung denen Verläumbderischen und ungereimten Catholiken auffn Halß geworffen hat: Der Holländer dem Brabanter: sehet! ein Landesmann dem andern: denn beyde seynd sie in Belgio: das machet die Unterschiedligkeit der Religionen. Also kam es daher / daß / wie der Holland-Resident Herr Saßburg in Außgang Jun. 1666. über ihre Victorie Freuden Feur anstellen wolte / in Brüßel / ihme die Pech-Tonnen flugs vom Pöbel ummegerissen / und das Hauß mit Ungestühm berennet ward / dergestalt das bald ein grosses Blut-Bad entstehen können /wenn es nicht 1. die drinnen befindliche Weibs-Persohnen mit Bitte und die vom Marquis von Castell Rodrigo abgefertigte Soldaten mit Gewalt abgewehret hetten: dadoch hingegen solcher Hans omnis / es dem Engländisch: Resid: gut geheissen hat / daß er unrichtiger Weise seyn Freuden Feur gehalten. etc.

Nun / was hat denn der Flämmische Geist für Argument / die der Holl. so bald ummekehren mögen?[397] Nun was hat denn der Flämische Geist für argument / die der Holl: so bald umkehren mögen? Antw. Elende / schwache / erlogene. Als 1. weil just 100. Jahre ausseyn / daß sie ihre Remp. gestifftet / ihre Rebellion begonnen. etc. Die ihnen GOtt zur Buße und Betehrungs Zeit gelassen / sich unterdessen eines bessern zu besinnen / und vom begonnenen Vorhaben ab zustehen: Gleichwie GOtt auch der ersten Welt so lange Frist zū Bekehren eingeräumet hat / Gen. 9. Ehe Er die grosse Sündfluth kommen lassen. 2. So habe man auch do just 1666. nach Erschaffung der Welt geschrieben; Als viel itzt nach Christi Geburt: in praefat und pag. 41. Weil sich aber mittler weile die Ketzer nicht bekehren wollen. Ergo werde / u. müsse / es ihnen nunmehr richtig auch also ergehen. (Ey Ey! 1. seynd nicht 100. sondern 120. Jahre zur Buß Zeit gewesen. 2. ist die Sündfluth nicht an. 1666. sondern 1656. geschehen. Treflich verrechnet! Item ist 3. dieser Quarck erlogen. Daß domahlen an. 1666. C. M. eben dieselbigen 3. Planeten / in dem jenigen Hauße gewesen / drinnen sie itzt im 1666. in Febr. befindlich seyn. Und 4. kan man einem mit Zahlreimen schlagen / so hat es der Wiederleger richtiger gethan / mit seinen entgegen gesetzten arithmologis artificiosioribus: Der 5. auch noch dieses hin zu thut / daß der Römische Pabst sich Anno CHristi 666. Gegen den ersten Kristen-Patriarchen zu Constantinopel erhoben mit morden / und also zu Rom domahlen seinen Stul befestiget habe: Wornach Er drauff / durch die[398] biß dato erfolgeten 1000. Jahre / loß gegangen ist / wie S. Johann: in der Offenbahrung angedeutet: und numehr gebunden / und in den Schwefel-Pfuel geworffen müsse worden.) Ich wil allhier nunmehr etliche der nettesten Jahr-Schlüsse setzen.


annVs IesV ChrIstI aDMIrabILIs

Dat VVonDerLIIk laęr naer DIe geboorte

ChrIstI: aLManaCh Van't VVonDer laer.

Den nIe VVen aLManaCh,

Van De oMgeLVCkIge geVsen,

VorseggēDe De geVVisse hoLLantse eLenDe.

oppos. MoetVVIL en stoVtICheIt Der les VIten:

stoVte bottICheIIt In VLaMingen en In brabanDers.

Jan. Men saLnV VVonDere saeCken sIen,

VIDebItIs nVnC MIrabILLa.

oppos. Der IesVVVIten beDrogh saL haest ontDeCken.

Vah! IgItur IesVItarVM fraVDes breVI VobIs

Latè VrsVsreVeLabVntVr.

2. BernarDe pVnI IMprobos CaLVInIstas sIne fIne.

BernarDe à gaLen pVnI eos absqVe VLLâ Morâ.

sIne fIne In CaLVInIstas anIMadVerte.

oppos. bernarDVs à gaLen epIsCopVs tho MVnster.

barent Van gaLen bIssChop Van MVnster:[399]

3. D' hooChMogenheIt VerValtnV.

DIe VVonDerLIICke tIIDInge.

oppos. HeLIChen VaDer paVs In rooMen.

4. MIserICorDIa proLongata à fInIbVstVIs.

naM tV qVoD feCerIs aLIIs, tIbI fIet.

oppos: JesVIten DeeLnIet In ChrIstVM Ist.

Febr: praVI hæretICI neMinI sVnt fIDeLes.

oppos: pontIfeX roMan Vs & asseCLæ se perDēt.

2. hoLLanDt VVort hIer o VerroMpeLt.

DIe geVsen Mogen VVeL eens het geLagh betaLen.

opp. Den. hoLLantsen LeeVVtegen goDts VIanDen.

3. DeLVDItVr hoLLanDVs,

neMoqVe DoLet VICessVas.

DoLeat, atqVe eXerCeat patIenteM.

HoLLantse geVsen, VerDraget geDVLDIgh.

opp. DeVs Certè non DeLVDItVr.

Mart. heV! DenVo IaCent teLa eorVM.

expete VenIaM à Deo, & rege CaroLô.

2. perDIs hVnc tItVLVM.

opp. oCCVrretIs InIMICo, nVnc fLeCtI nesCIo.

rVrsVs Vos ferte aD arMa pro LIbertate Chara.

April: qVIs ConsoLabItVr IMpIos fIDeIhostes?

DeVs non CVrat praVos & MaLIgnos.

opp. Dat aLtos Vera CaVssa trIVMphos.

2. proh DoLor! hæret ICIaD qVID Ita VenIstIs?

InteLLeXIstIs Me, DII aLtIpotentes?

Majus. InteLLeXIstI Me, stIrps DIaboLI?

[400] InIqVIaC DaMnabILes VIrI.

ô VIrI InfaVstI, & MaLeDICtI.

opp. arM brabanD sVIVert toCh V hoL.

DIe goDDeLoose sVLLen bespot VVesen.

Jun. geVsen Van zVtphē, Laet Den Moet sInCkē.

oppos. goDt sCIkt oVer papeneen VerDerVenDen engeL.

Jul. VVeDer MIsLVCkt.

opp. Men saLnVDenstaten, heeL In VrVheVt zIen Laten.

2. naM fatentI & pænItentI faCILè DabitVr VenIa.

orpheVs saL aCh nIet Meer gehoort VVorDen.

tVnC MeLIVs Depponet fastVs.

August. tV CVr propVLsas fIDeLes roManos?

opp. nVnCDeVs prosternIt LVpos roManos.

1. Mala CrVX te rIDeat!

opp. IMpIos fLagrIs siC nobIs angIt DeVs.

3. aC fIat MoDo LVX.

Sept. sVVeDen en MaCh VnIet heLpen.

geVsen VerLaet op Dene MarCken nIet.

opp. paX DatVraLto Deo ConfIDentI.

neDerLanDt saL gantz geLVCkkIgh VVorDen.

Magnas Dat strages aLte proVoCata VIrtVs.

Octob. DIe geVsen noCh Dapper gegesseLt VVorDen.

opp. De geVsen sVLLen Dapper haer VIanDen geesseLen[401]

2. DVpLeX CoMeta: t' VVaseen DoVbLe CoMeet.

(Als der nunmehr seinen effect erweisen sol.)

opp. DIra eX se sceLestos sVa pœna Manet:

Nov. aLLen De geVsen, sIen nV Met Lange neV. sen.

hoLLanDt VVort LVstIgh ghebesseMt.

opp. VInDICtæ tarDItate reDIt hIspæna Longè graVior.

Dec. Dat bero VVV CoMt hIer te Laet.

opp. nVLLa saLVs beLLo, VaCat hIc te posCere paCeM.

I, rVant DenIqVe IMpII papICoLæ.

2. hVIVs CaLenDarII MeI fInIs.

nIeVVen aLManaChs en De.

opp. geLVCk Dan nV brabanDers en LIeVe LanDsgenooten.

VVat sVIVert gII VIVmV nIet straX Van Dese

VoDDIge papen grILLen.

eX te paCeM eLargIre DeVs!


Was folgete hier auf in eben dem 1666. Jahre? traun / eine köstliche und unwiedersprechliche Victorie, was sich auch die Engelländer einbildeten / das Wiederspiel zu beweisen / oder das Glück der Wiedersacher zu verkleinern doch thaten solches die wenigsten / die übrigen musten ihren Verlust selber gestehen etc. besiehe mein[402] eigen Scriptum davon dieses 1666. Jahres: das Himmels Glück der Holländer genannt. Ach! hetten sie hierauff die Engelländer nicht getrotzet / mit langwirigem ausfodern und praviren für ihrem Ufer. Oder 2. wie der Feind so war heraus genötiget worden / hetten sie sich an Ihrer eigen Herrn Staten Warnung gekehret / so / ihnen mit höchster Straffe /zwey Tage zuvor war angedeuret wordē / so hetten die Engelländer leichtlich nicht auffn Flielande etliche Häuser abgebrandt / nebenst einem guten Vorrathe der Kauff- Schiffe. (Die Engl. haben sich einer schrecklichen Sache unterfangen / indem sie mit 23. Fregatten / sehr viel Brand-Schiffen / Kitsen unn Schlupen den 19. Aug. 1666. den Flie-Strohm enigelauffen / und an dem Munde zuföderst 2. hiesige Kriegs-Schiffe / welche daselbst zu Verhütung / daß keine Schiffe auslauffen können / vor Ancker gelegt / durch ihre Fewer-Schiffe verbrannt / und nachgehends die übrigen Kauff-Schiffe; weiln das Volck so hefftig in ihre Boote gesprungen / daß sie theils sincken und ertrincken müssen / totaliter ruiniret. Die Kitsen und Schlupen / welche mit Volcke wohl versehen waren / ruderten / weil es sehr stille / alle Kauff-Schiffe und die Flotte vorbey / und begunten von oben herab mit der Ebbe dieselbe sämtlich / weil die Matrosen mit ihren Booten davon geflohen und nach dem Lande gerahmet / daß die Engl. keine Resistentz sunden / in den Brand zustecken.[403] Es war eine so heitere Stille / daß sich auch nicht ein einiges Schiff mit Segeln salviren können. Es sind 140. (alii 160) grosse und kleine Fahr-Gefäße / untereinander verbrant / 13. (a) 17. so keine Segel gehabt / haben sich endlich mit grosser Mühe unter Harlingen reteriret. Unter denen geblieben seynd 25. oder 26. Muscovien-Fahrer köstlich geladen / wie auch viel Ostfahrer / so nacher Dantzig und andern Orten geladen gewesen / nebst vielen Frantzfahren / Nordfahrern und dergleichen begriffen / und ist also ein mächtiger Schade / so mehr als 50. Tonnen Goldes / a. 150. importiret / dadurch geschehen. Die Engelländer haben über ihre Brandschiffe /2. andere grosse Kriegs-Schiffe / so auffn Sandt gekömmen / selber in Brand gestecket. (Aber andere machten den Schaden weit geringer: So hatten sie auch noch viel Gut / an Gold und Silber in andern Wahren wieder auffgefischet. Weiter gehörten die wenigsten Schiffe und Wahren denen Holländern zu sondern es hatte seinen Verlust dran / Dennemarck / Schweden / Franckreich / etc. etc. etc. (aber wz folgete hierauff? Der Engelländer Freuden-Feuer / so die Schadenfrohe (möchte es doch der Türcke kaum so grausam gemachet haben: es war kein Zeichen der Tapferkeit / denn der Höllander auch darbey hette seyn müssen / drüber häuffig anzündeten. Aber ich meine / der gerechte GOtt zündete hinwiederumb ihre Stadt an / nach der heiligen Schrifft / und verbrant die quintam essentiam des gantzen Reichs / das es so bald nicht überwinden wird / und werden sie alle lang gnung daran[404] zu klauen haben. Es wird solcher Verderb doch noch endlich Ihme den Frieden abzwingen; (wie gescheben 1667. im Augusto) So werden sie auch so zureden / denen Holländern Ihre verlohrne Stadt abkauffen / und die angezündeten Schiffe theuer gnung bezahlen müssen / wenn sie Materialia zum Auffbauen aus Holland nothwendig holen müssen. Du sprichst; daß ich gleichwohl / (der ich dieses Axioma aus dem ersten Cometen / flugs anfangs solches Krieges / von denen Holländern beständig gesaget u. geschrieben habe; daß sie mit guter Reputation bald werden davon kommen Aber Engelland werde greulich müssen büssen / durch weit mehr Jahre: und ein Papistich Wesen werde es sonderlich ausführen denen Holländern diesen Schaden auf dieses Jahr nicht angedeutet habe? Ant. Wer wird alles so eben können aus ecken? niemād weiß quid Juno Jovi in aures iniurussaverit? In genere hab ich freylich denen Niederländern noch dieses 1666. Jahr halb zum Unglück benümet: Denn daß sie anderthalb Jahr sonderlich vor dem eigentlichen Anfange des Engl. Ruins / sollen müssen herhalten / das habe ich ausdrücklich etliche mahl in meiner Ihnen dedicirten neuen Cometischē Astrologie gesetzt: bist du Thomas gläubig? so schlage das Werck nach / und achte es nur so viel würdig. Mann ging in Gemein anfänglich damit umb / daß man den gantzen Stat der Holländer wolte vernichten / und umbkehren; und da kein Mensche etwan für die verlohren geschätzte Wohlfahrt der Holl. Nach denen Polit. Augen / wolte einen[405] Groschen verwetten: da wuste ich flugs unfehlbar / aus meinen Cometischen Gründen / das gantze Contrarium zu beglauben: nemlich / ob der Staat schon würde Unglück leiden müssen (denn es müste ein schlechter Kampel seyn / wenn sich ein paar im duell hertzlich, meinen / daß sie nicht allebeyde blutig solten davon gehen: Sie semper fert alea belli: aber einer gewinnet doch gleichwohl nur; und der ander verliehret das meiste.) So wuste ich doch richtig zu sagen / daß Er würde unverdorben davon kommen / und würde sich stattlich loß machen: und das wird noch vollends die Zeit lehren / und obgleich noch so viel Verräthereyen seyn vorgangen / und noch vorgehen möchten so weiß ich doch unfehlbar / daß es wenig verfangen wird. Wer cum auspicio ist / der hat mehr Krafft und Vollmacht / seine rechte Sache zu salviren; als ein ungetreuer Diener / der cum ductu nur ist / solche zu verderben; wenn er gleich alle seine meineydige Kräffte dran setzet.

Ich habe dieses Ding flugs anfänglich nicht nach der alten Astrologischen Larve dahin geleyret; Als würde schon ohn gefähr etwas davon wahr werden: Nein ich bin fäste in meiner Meynung gewesen: und habe darbey gar nicht verzaget / wie die Holl. Kauff Schiffe im Rauch auffgingen; Daß da mit Hopffen / Maltz / und alles verlohren währe: Nein / mein gäntzliches Vertrauen gieng da erstlich an / daß es damit nunmehr richtig zur schwere über die Engländer kommen müste.

Nun wier wollen anhören / was den ihnen[406] durch das gerechte Gerichte GOTTES wiederfuhr (Ein Ex tract-Schreiben: Die Lacken Halle ist nebst andern auch durch das Feur verschlungen; Unsre Stadt ist bey nahe verwüstet / und dero Einwohner liegen über einander. Ach währē die Thränen / die von meinen jammernden Augen fallen / eine tunckele und braune Farbe / ich würde keiner Dinten von nöthen haben. Guter GOtt! was vor ein grausam und schrecklich Feur hat sich hier in Puddinglane / (2.) 12. Dieses Herbst Monats frühe Morgens umb ein Uhr Anno 1666. erhoben! Und wie wahren diese und die drauff folgenden Tage unglückselige Zeiten? Soll man nicht wohl unter alle Wunder voran setzen / daß eine berühmte Stadt von England / eine der Zierrathen Europae / repectu deß Kauff-Handels und Reichthumbs / in 4. Tagen solte verarmt / geschändet und zum Stein Haufsen geworden seyn? Was vor Historien / sie seynd alt oder neu / thun doch Währung / daß 50000. Wohnungen (ich weis keine) 100. Kirchen und in die 30. Zunfft-Häuser in einer so kurtzen Zeit auffgerieben worden? Ach! was vor kostbahre Gebäu / was vor reiche Kauffmanns Güter (weiln sie so groß und schwer wahren) konte man dem Feur nicht entziehen / andere eyleten nicht alzusehr / weiln sie das beste verhoffen / und ein gut Stücks wegs vom Feur liegend / sich keines Unheils versahen / sondern sich vor sicher hielten. Und wie war es doch müglich / seine Güter so jähling in Sicherheit zu schaffen / da die Gassen so voller Volcks krübelten / und allenthalben mit Karren besetzt waren / und das fast vor nichts zu rechnen[407] war / wann man vor eine eintzelne Ladung 4. 5. 6. biß 7. Pfund Sterlings gab etliche die nicht weit von Aufgang des Feuers ihre Wohnung hatten / in dem sie ihre Mobilien in etwas von dannen weg brachten /(wer hette sich doch einer so durchgehenden Verwüstung vermuthet?) wurden gezwungen / solche zum 2. mahl zu verführen / ja etliche gar zum 3. mahl / und daß nicht sonder grosse Unkosten. Letzlich da der Brannd uns an allen Orten umbgab / haben die Leuthe ihr Gut hinauß auff die Felder geführet. etc. Etliche haben sich als alber / andere als rasendt / ja unsinnig angestellet. Uns ists nicht wunderlich / Euch aber schwer zu begreiffen / wie hefftig und gewaltig der Brandt gewesen / denn er wurde allerdings auffgefächert durch einen harten Nord-Ost Windt / diesen aber ungeachtet / wie auch den Fleiß aller vorkommenden Mitteln / so ging dennoch der Brandt seinen Gang / und daselbst wiedern Wind auff / welcher mit dem Rauche eine Kohle oder Feuer Isel übern Strohm gewehet / und auff ein Hauß geworffen / daß es im Brandt gerathen. Groß unn mächtig ist der Herr / und erschrecklich sind seine Gericht. Vorher hat Er uns durch seine Barmhertzigkeit und Gnade zu sich geruffen / nun aber durch seine Gerichte und grimmigen Zorn. Ach aber möchten wier doch Acht geben auff die Ruthe und dehn der sie uns zugeschickt. Ach! Ich bin voller Alteration durch alle meine Glieder / statt der rumpelenden Carossen und Wagen / ringet man nun die Hände / anders / anders nichts bey nahe übrig behaltend als die Stein Hauffen einer ehemals herrlichen[408] Stadt. GOtt hat unsern Hochmuth gestürtzet / ach das wir vorthin auff seine Hand besser Acht hetten / und seine gerechte Straffe zu Hertzen nehmen / So gut als die gantze Stadt innen und außer denen Wällen ist ruiniret. Der Brandt ist angangen an niedern Ende der Tour Straße (der Tour oder das Castel / GOTT sey Danck / ist erhalten blieben / und hat sich so fort gezogen bis zum Tempel / und alles gleichsam von dem Flusse weggenommen. Londen wahr vor ein pahr Wochen ein Lustgarte / nun eine Wüste. Ach ehemahlen (und das noch neulich) eine Stadt durch die gantze Welt berühmt. Wohin werden denn doch deine Kaufleute ihre Zuflucht nehmen? wann wirstu doch wieder auffgebauet werden? wie ist doch deine Herrligkeit im Rauche auffgeflogen? wo sind nun deine herrliche Kirchen / deine berühmte Zunfft-Häuser? deine treffliche Kauffleute? deine großen Häuser? wie? alles verbrandt. Die Tour-Straße ist verbrandt / Cast-Chear / Cavow-Strasse / Flames-Straß / Wal-brock/ Bucklers-Burry / Cheapside / Paternosterro / Pauls-Kirche und Kirchhoff / Aldermanburg / Lothburry / Coleman Straß / Alte Fisch-Straß / Cornhil / Flet Straße / die halbe Brück / Alte Turn / neue Fisch-Straße / Basing habe Straße / Grace Church-Strasse / Franchurch-Straße. St. Thomas Apostel Strasse / und andere kleine Strassen / Gäßlein und Säcke / sonder Anzahl / auch Black well-Hall / Gilde-Hall / alle Zunft-Hallen / das Zoll-Hauß / Ludgate / Neugate / die alte Börse / und in Holborn an der andern Seite der Brücke etliche Häuser.[409] Was vor einen Zufall weiß man nicht / dieses aber wohl / daß die Kleinachtung dieses Brands bey einem so überhefftigen harten Winde aus dem Osten Ursache gewesen / und daß man mit Niederreissung der beygelegenen Häuser nicht zeitig genung fertig gewesen / und der Brand ehe der Morgen angebrochen / so groß worden / daß er mit allen menschlichen Mitteln und Kräfften nicht können gedempffet werden / dann alles war daselbst auffs genaueste bewohnet u. verbaut mit höltzern Häusern / die mit Leim und Peche beschmieret. Der König und Hertzog von Jorck / nebst vielen des geheimen Raths / waren auff den Beinen / dem Lord-Meyer und andern die Hand zu biethen / sonderlich weil man sich einer Verrätherey besorgete; Aber alles war umbsonst. Mit dem Tage am Sonntage erhub sich der Wind ie länger ie mehr / und jagete die Flamme weiter fort / die sich breitete biß auff die Grobe Brugstrasse und unterwerts von der Canonen-Strasse an die Musser Seite biß ans Hauß die 3. Cronen. Montags war die Flamme gantz und gar Meister und Ihr kunte nirgends Wiederstand werden / breitete sich also biß jenseit Bellinggate umb 7. Uhr Abends / an der andern Seite erstreckte sie sich biß Gracias Strasse / Fanchau-Strasse / Lombard-Strasse / Cornwall / Bucklers-Bruck und schlug an beyde Häuser so an der Börse feste / und also in das beste und vornehmste der Stadt / da die Kauffleuthe / Goldschmiede und andere / meist begüterte Leute / wohnen. Am Dienstage frühe morgēs war die Börse / auff die man so viel gepochet / und die andere Plätze alle verbrannt / und auf die Nacht Fleid-Strasse[410] biß S. Dunstans Kirche mit allen Plätzen zwischen diese und der Börse und den fördern Theil vō Temple Crouwne Office doch damahls kriegte man Hoffnung / daß der Brand sich stützen würde / Dann er kehrete nach Fetterlane / etwan halben wegs nach Hollborne / darbey es durch unglaubliche Arbeit biß Mittwochs verblieb / zu welcher Zeit ein frischer Brandt zu Temple ausbrach / der wie man gläubt / durch die Funcken / so auf einen Balcken gefallen / u. biß Donnerstags ungefehr umb 2. Uhr gehemmet worden / nachdem die Gebäu übern Closter u. ein Theil der Kirchē schon verbrannt hatte / und damit war es Donnerstags frühe, generaliter geleschet / sonder daß seithero weiter etwas ausgebrochen / biß an Temple Church bey Holborn-Bridge / Pic-Corner / Alders Gate / Criple Gate / bey mindern Ende der Colemans Strasse / am Ende der Basing Hall Strasse beyn Postern / an obern Ende d' Bischoff Gate-Strasse und Leaden-Hall-Strasse / biß Standert in Kornhil / bey der Kirche in Fanchurch-Straße / bey Cloworckershall / in Mintinglane / biß mitten Marglane u. an den Towrdock. Und also ist dz gröste und beste Theil das Innerste dieser Stadt ruiniret / mehr als auff eine Stund Weges / so daß nur die Enden dieser Stadt stehen blieben / als von Temple / biß an das Tours Magasinen ist bey nahe nichts überblieben / ausgenommen von Ledenhall biß Alder Gate / u. nach der Bischoffs Gat-Strasse / und nach Criple-Gate / und von Aldergate biß Smit-Field / ausser der Pforten ist der gröste Schade geschehen / in der Fleed-Strasse und von Holborn biß Fleed-Bridge.[411] Der Muthmassung nach sind 12000. Häuser und 80. Kirchen / darunter die / so dem H. Paulo gewidmet / als der zum allerersten denen Heydnischen Britten / darff man alten Büchern glauben / daß Evangelium geprediget; Die Könige baueten diese Kirche / Cromwell aber machte einen Pferdt-Stall drauß / doch nun hat das Feur alles was es fassen können / an diesem herrlichen Gebäu verzehret. Itzo wohnen 10. in 12. Familien in einem Hause und ihrer viel müssen noch in freyen Felde liegen. Der König hat deßhalben denen umbliegenden Plätzen und Dörffern anbefehlen lassen / diese Armen auffzunehmen in ihre Kirchen / Capellen und Gottes- Häusern. Item daß die Gerichten sie bey denen Einwohnern einquartiren sollen. Der Tour ist auch in grosser Gefahr gewesen und er währe mit drauff gangen / wann man nicht denen Häusern umbher in Hauffen geholffen / denn das Feur war schon in denen Pforten: zwar hat man anderer Orthen auch wohl Häuser nieder geworffen / aber der Windt hat der Flammen überhin geholffen. S. Majest. hat die beysammen habende Victualien vor die See-Flotte nach More Fields zu bringen befohlen umb denen Armen damit zu helffen. (Es ward endlich vor gewisse berichtet / daß man die Anzahl der verbranten Häuser biß an 30000. mache.) Man konte die Gassen vor der Menge der Karren nicht brauchen / dann ein jeder suchte seine Mobilien zu salviren / der Brandt mochte greiffen / so weit er wolte / wie denn gar wenig resistentz gethan wurde; biß[412] endlich andern Tags die meisten Karren nicht wieder in die Stadt gelassen wurden / in Hoffnung / das Volck solte sich so viel mehr auffs Löschen begeben / es ist aber diesen Tag hefftiger Schaden geschehen: Alle die Felder waren voller Mobilien / und zu More Fields Lincolnfields und in Convent Garten lag das Volck mit seiner Habe als in einem Lager.

Das Volck wolte mit Gewalt / die Teutschen und die Frantzosen hetten die Stadt angestecket / dann das Feur were bey einem Teutschen Becker außkommen / und der währe dazu erkaufft worden / ja die Frantzosen hetten durch die Gassen gehend allenthalben Granaten in die Häuser geworffen / und hierüber wurden nicht alleine die Fremdlinge beyn Köpffen genommen / und übel getractirt / sondern auch alle / die sie nur vor Frömbde ansahen / und unter andern auch Mr. Germins Bruder / der fast einem Frantzmann ähnlich. Und so ging es vielen andern. Ein arm Weib / wandelnd in Morefields / und unter der Schürtze wohlriechende Kugeln tragend / wurde vom Pöbel angelauffen und weiln dieses Feur Kugeln seyn müsten /wurde sie jämmerlich ermordet / in Stücke zerhauen und ihr die Brüste vom Leibe geschnitten. Der Teutsche Becker in Westmünster Rierfeld (dessen Bruder ist ein Caper wied' die Holländer) als er seinen Ofen heitzete / kam übel dran / denn der Rauch durch seine Feur-Mäuer empohr kam / rieff der Pöbel / der Schelm wil auch die Stadt von dieser Seiten in[413] Brandt stecken / und darumb fielen sie ihm mit ins Hauß / schleppten ihn auff die Gasse / und hetten ihn todt geschlagen / wenn ihn nicht der Hertzog von Jorck errettet / gleichwohl haben sie ihm sein Hauß geplündert und guten Theil ruiniret. Und es wird noch wol eine Zeitlang währen / ehe das Volck die rasende Furie wieder die Frömbdlinge fahren lässet. Da doch die Holländer grossen Fleiß angewendet / alles was müglich zu salviren / ja auch mit Versprechung dreyfachen Gelds gegen dem Pöbel.

Vom 24. Nov. 1666. (Außerhalb / daß es 2. im Palatio viel Städte und andere Gebäue abgebrant hat) hat es (3.) am vergangenen Freytage zu Abendt zwischen 7. und 8. Uhr ein Feuer gehabt im Hause der Reiter-Gvarde / dem Königlichenn Palais recht gegen über / mann meynt / daß es durch eine ins Stroh gefallene Licht Schnuppe auskommen / im massen dann der Nord-Westliche Theil fast augenblicklich in eine volle Flamme gerathen; Weil es aber so gar nahe unter des Königs Augen war / wurde auff Sr. Maj. und des Hertzogs von Jorck Order so viel Hülffe beybracht / gestält denn auch die Bürgerschafft von Londen ins Gewehr kam / und auch zum Theil solche Handreichung that / das man umb 10. Uhr den Brandt gedempffet hat; Doch wurde das Gebäu in die Asche geleget.

Aus Londen 24. Sept. Der Brandt Schade wird je länger je grösser befunden / und wohl auff 100. Millionen Pfund Sterlings geschätzt. Auff zwantzig[414] Meil wegs hier umb Londen her ist kein Logament mehr von Geldt zu kriegen unsere Marck-Plätze sind dermassen ruiniret / daß keine Nothdurfft zum Marcke kommen können / und die seit her gekommen / werden denen Leuten abgenommen und nicht bezahlet /zu dessen Verbesserung der König eine Declaration ediren müssen: Der Jammer ist über alle Maß groß / und der König hat eine General Collecte vor das Armuth / so durchs Feuer ruiniret / und nichts zu leben hat / angeordnet. Kriegen wir vom Lande nichts herein / so wird unsere Noth noch grösser. Mann bringet eine alte Münchs-Prophecey vor den Tag auffs Jahr 1666. also lautend: totVs MVnDVs ConfLagrabIt, diese große Buchstaben deuten auff das Jahr / und die es außlegen / sagen daß es nicht eben auff die gantze Welt / sondern nur auff etliche Städte zu ziehen sey.


Wie hoch und woher hat der König dieses Unglück geschätzet? solches lehret uns seine Oration / 4. Oct. Londen / an das Parlament: meine Herrn und Edele / ich bin sehr froh / euch zu begegen / so vielen er wieder beysammen / und / Gott sey gedancket / daß an diesem Orte / wier wieder bey einander sind. Eine kleine Zeit ist vorüber / da wir zweiffelten an diesem Orte einander zu sehen. Ihr sehet die miserable Ruin / die der Brandt gemachet / und nichts / als ein Wunder-Werck der Gnade GOTTES hat erhalten können daß / was übrig blieben von selbiger Verwüstung.[415] Es ist unnöthig mich zu entschuldigen / wegen dispensation eurer Dienste im April jüngsthin. Ich versichere mich / daß ihr mir alle davor dancket. Wahr ists / daß ich / euch zu bemühen / so viel ich kan / verhüte / ja in aller Warheit sage ich / daß ich euch so ungern beschwere / als nur immer müglich. Von Grund meines Hertzens wündsche ich / daß ich die gantze Last dieses Krieges vor mich allein tragen / und meine Unterthanen die Beneficia davon vor sich geniessen möchten. Aber wir haben 2. grosse und mächtige Feinde /welche alle mittel / gut und böse / wie sie können / anwenden / alle Welt auf ihre Seite zubringen / u. der Krieg wird schwerer / wenn sie sich coniungiren / als da eine Macht allein war. Unnötig ists / euch zu erzehlen den Success des vergangenē Sommers / in welchem GOtt uns grosses Glück gebē / u. der Feind sonder Zweiffel grossen Schaden gelitten. Hette GOtte gefallen sein neulich Urtheil des Brandes zu wiederhalten / wir hetten nicht übel gesessen. (si nisi non esset) Sehr reiche Hülffe habt ihr mir gethan / den Krieg zu führen. Ich sage euch aber dennoch / daß da ich nicht auff anticipation meines eigenen Einkommens eine grosse Summa Geldes aufgenommen hette / ich würde nicht mächtig gewesen seyn / die Flotte im Frühlinge in See zubringen / und ich mache mir Hoffnung auff selben credit / so viel zu erheben / daß ich die grossen Schiffe / wenn sie heim kommen / bezahlen könne / etc. mehr wil ich nicht hinzu thun / als euch hinterbringen / dz unsere Feinde sehr insolent seynd / welche / so sie vorm Jahre das arme Volck verleiten u. weiß machen dürften /[416] daß die gifftige Seuche diese Nation verwüster und uns unmächtig gemacht / dz wir nicht einige Flotte in See würden bringen können / nun nicht unterlassen werden / auf die Verarmung dieser Stadt zupochē / und alle ehrliche Conditiones zum Frieden zu verwerffen. etc.

Auß Amsterdam den 15. Oct. Anmercken und Verwunderung ists werth / daß der König in Engl. in seiner jüngsten Rede ans Parlament mit ein gemenget nachgesetzte Worte: Daß seine Feinde alle mittele / saubere und garstige / wie sie die haben können gebrauchen / alle Welt auf Ihre Seele zubringen. Solte dann solches nicht vielmehr sich eigendlich räumen auf S. Maj. hat er (der Profession von der Protestirenden Religion macht) mit den Bischoff von Münster (der ein grosser Papist ist) nicht Alliantz gemacht / umb uns zu ruiniren / zu grosser Gefahr der Protestirenden Religion allenthalben? Hat er auch nicht Friede gemacht mit denen Türckischen See-Räubern / wodurch nicht wir alleine / sondern auch alle Christen nohtwendig grossen Schaden leiden müssen? Ob er den Käyser / die Könige von Spannien / Schweden und Portugal nicht auf seine Seiten zubringen gesucht / umb uns allen müglichen Abbruch zu thun / ist ihm am besten bekant / und bey vielen außer allen Zweiffel. Haben wir nach was anders gestrebet / als daß unsere Alliirte / uns in unserer rechtfertigten Defension / krafft gemachter Tractaten / beystehen sollen? Was ist doch das garstigste? Zum andern gebraucht sich der König dieser[417] Expression: daß seine Waffen diesem Sommer groß Glück gehabt / und wir grossen Schaden erlitten habē. Daß Contrarium könten wir mit Warheit sagen und affirmiren / daß unsere Advantages diesen Sommer considerabler gewesen / als die seinige: Der Schade / den die Engländer uns angethan / ist mehr geschehen / aus unsern pur lautern Unglücke als durch ihre Tapfferkeit / wie sie denn auch keinen Nutzen davon gehabt haben. Sondern es ist gnung bekant / daß ihr Schade wol grösser / und mit den unsern nicht zuvergleichen gewesen: vermuthlich werden sie die Früchte des Kriegs dadurch empfinden. Zum dritten saget er: Daß wier wegen ihrer gifftigen Seuche insoent worden / und daß uns erheben werden durch die Verarmung der Stadt Londen / vermittelst des Brandes / ja daß wir nun verwerffen würden alle billiche Friedens Conditiones. Nicht zweiffeln wir / S. Majest. werde es gantz anders befinden / so er sich nur zum Frieden geneigt / bezeugt und die Differentzentz durch indifferente Mediatores auff einem Neutral Platze wil veraccordiren lassen / wie daß Ihre Hochw. in jüngster Missive / durch den Trompeter letzt abgeschickt / an Sr. Majest. wollen gelangen lassen. Wir hoffen / er werde doch letzlich hierzu resolviren.)


Ein greuliches / doch wohlverdientes Ubel! Denn höre davon jenes Anagramma Eteologicū:

VVLCanVs DoMInator

(1.) CVr a LonDInVM Vasto: (2.) nVIs CaroLo[418] ad nVtVM. Nehmlich der liebe GOTT wolte hiermit deß unschuldig Enthaupten Königs Caroli Blut rächen / drumb muste der Vulcanus kommen und der Ubelthäter ihre Stadt anzünden / und die Mißhändler so zu reden / mit Strumpff und Stihl außwiten / welche ihre bluthdürstige Hände an den Gesalbten des HERRN Anno 1649. geleget hatten: Da muste AngLICanVs MVnDVs zu Grunde gehen / und ein verwerffliches onVs aD nVtVM CaroLI werden.

Fürwahr ein nachdenckliches Ominosisches Anagramma? Mann vernahm / daß in Holland auch ein Wercklein von der großen Fewers-Brunst herauß währe / mit andern angehenckten Portentis / vor dem Unglücke geschehen. Vielleichte gehöret auch dahin / als welches es noch weiter außmachen möchte / was wir lesen beym M. Heinric. Sebald. in Brev. Histor. pag. 416. de Anno 1643. Die Englische Unruhe ward do immer stärcker / daher eine Prophecey ausschrieb (weil die Engländer viel von Propheceyen halten sollen.)


Hanc mediam Scotus, reliquam vastabit Hybernus.


Halb Engelland würde der Schotte umbkehren / Die andere Helffte der Irr zerstören.

Fehlet aber weit / biß hieher jener: ja es dürtffe auch noch wohl wahr werden. Eine andere Prophecey such in Eras: Francisci Schaubühne allerhand Raritäten / von einē sonderlichen Schottischen Steine. Sonstē hat ein beruffener Prophet alda an. 1651. dieß vorgebracht:[419] Daß wenn zweene Pfhäle oder Seulen einen Triangul zwischen sich innen hielten / und darauff 6. Krumb-Hörner folgeten / nebenst so vielen Creutzen / und (wie ein ander hin zu thun wolte /) Pfeilen: als denn Rex Bubonum oder der Eulen König den halben Mond überwinden werde. Was ihme dieses wolle / solches lasse ich denen Engländern selbst auß deuten. In übrigen habe ich allbereit von diesem Vaticinio gehandelt in meinem Cometen Extract. c. 4. p. m. 53. Ein Tract. gedruckt anno 1662. dessen Titul: Gespräch zwischen zwey Kauffleuten / als einem Holländer und Brabander / redet so viel: da ligt nun der wohl krumme Kopff / der anderthalb Pfund und ein Vierthel Hirn in sich hatte. (Nemlich er verstehet den Cromwell.) Zu solchē Prognosticationen setze ich mit wenigen das Unglück dieses 1666. Jahres / welches dem Englande bestanden hat / aus


M ortalitate, Der unnachläßlichen Peste.

D issipatione navium nupera Untergange der Schiffe.

C ombustione, Einäscherunge der großen Stadt Londen.

L egatione ad Hispanos frustranea Daß die Gesandschaft nach Spanien umsonst gewesen.

X ipho Holland & Gall. Daß sie die Insul S. Christophl. verlohren / und bey denen Caribischen trefflich eingebüßet haben.

Vento, Grausamen Winden.

I nundatione, Es war dem lieben GOtte noch nicht genung an derselbigen Feuers-Brunst, sondern es muste[420] sich balde drauff / die Temse ergiessen / und einen schrecklichen Schaden denen erretteten Gütern in den Kellern thun. Ja es kamen nach deme noch in diese 1666. Jahre ein paar andere Feuer auß / an und im Pallaste. Das Erste Incendium fiehl auff den andern 2. 12. Sept. da in Rosen Creutzers und Adels Heims Natur- und Planeten Kalend stehet der Nahme Syrus / von שור, ein Feindt oder Mauer / oder סור ein Topff / verstehe daß siebende Töpffen bey Jerem. Ihr Poete Owenus p. m. 26. Epilog. 12. lib. 2. singet (nunmehr heulet) ad Londinenses:


Ex cinere, ut Phœnix, Phœnicis nascitur alter,

Londinum Trojæ, prodiit ex cinere.


Ach was wird nun ex cinere Londini kommen? Eben derselbe p. m. 39. l: 2. Epig. 115. Anglica plag. 1607.


Consumptis tot peste viris, tot peste, puellis;

Vix habet in nobis jam nova plaga locum.


Wenn er itzo lebete / was wolte er nunmehr sagen / da es viel ärger ergangen ist? jenes war nur eine einfache Plage gewesen: Itzo ist sie sehr vielfach. In übrigen wegen der Seuche ist noch dieses zu mercken / daß die Einwohner in Londen sonsten Miltzsüchtig seynd / wie man bey denen Medicis / lieset. Kenelm Digby Ritter und der Königin in Groß Britanien Cantzler / in der Eröffnung unterschiedlicher Heimligkeiten der Natur / pag. m. 46. Daß von denen Stein Kohlen die Helffte der jenigen / die zu Londen sterben / entweder Lungen- oder Schwind-süchtig sterben: und biß an ihr[421] die zu Londen sterben / entweder Lungen- oder Schwindsuchtig sterben: und biß an ihr Ende / von der schwürigen Lungen Blut spützen. Aber wenn sie in andere gesunde Lufft zeitig kommen / als nach Parieß / genesen sie. In übrigen muß die gantze Stadt Steinkohlen brennen / so aus Schottland häuffig hinein geschiffet werden. Und Ein dergleichen grosser Vorrath / ging in dem großē Brande / als kurtz vorn Winter / gantz drauf: ja selbige Materie mag auch zimlich in allen Häusern verstärcket haben / daß die Lohe so weit umb sich gefressen / und unauslöschlich gewesen. Sehet! wie es sich schicken muß / wenn der liebe GOtt scharff straffen wil. Darzu musten die gestrafften Leute den Winter über / als zur schweresten Zeit / solches Elend überkommen. Und hiemit gehet über das bedreüete Land ihre rechte Straffe erstlich recht an. Haben die Niederländer gesündiget / so werden sie es dermal eins auch büssen müssen. Für itzund / Ich bleibe dabey / seind sie verschonet / und werden die Straffe über Engelland helffen ausführen / nach GOttes Willen. Es befahrete sich anfänglich einer und der ander sehr was arges / von der unnatürlichen Verstümpelung und Abbrechung der Zweige Ihrer schönen Linden in Amsterdam / durch das Glatt Eiß: aber ich sprach / daß es mir sein Absehē auf Ihre Admirales haben würde: Die Generalität und der Stat würde salvirt übrig bleiben. GOtt Lob und Danck! Dieses ist so weit geschehen: Ob etliche Meyn Endige und inauspicati mit im Rathe[422] gewesen seyn / So hat doch GOtt die Verrätherey ohne Schaden lassen auskommen / wie es am Tage ist. Denn was haben die viel beschrienen / Buat / Kiwit und Tr. etc. ausgerichtet? Haben Sie nicht ihre Schande davon bracht? Weiter hat jenes / leider! nicht gefehlet / an vielen drauff gegangenen Admiralen / fast in allen See-Schlachten: Der gestalt / daß von den Alten und Obersten nur allein Herr Reiter übrig ist. Wohlan! es ist nunmehr gleich hundert Jahr / da Sie Anno 1566. sich bleiben lassen / nach ihrem Gewissen / GOTT zu Ehren / gerne mit dem Schandt-Titul der Geusen verlieb zu nehmen / wenn sie nur für die Domahligen bedrängenden Papisten hätten Friede erlangen können. Vide Metteranum in Histor. Belg. lib. 2. pag. 100. etc. GOTT der HERR wird ihnen solches itzo lassen zu gute kommen: Die richtige Zeit wird es geben; Ich zweiffele gantz nichts dran. (Es ist auch wahr geworden: Vide meine 1667. Welt-Chron.)

Obiter: Pegeus in der Kunst-Quell part. 2. §. 5810. pag. 573. Der Welberühmte Cantzler / Bacon Verulamius erzehlet eine alte Weissagung dieses Inhalts; Daß keine Hoffnung mehr in Engelland seyn werde /wenn mann (Hempei) den Hanff abgeschonnen. Das ist; Wenn Henricus / Eduard / Maria / Philippus / Elisabeth und Jacobus regieret haben.[423]

Die Frantzosen schrieben 1666. daß Spanien sich mit England nicht in Alliantz lassen werde / umb nicht der erste zuseyn / mit Franckreich zubrechen; weil gnugsam bekant / daß grosser Beystand / nicht zuhoffen sey / von einem Könige / der schon mehr als 50. Millionen schuldig / noch auch von einer Nation / die 2. gantze Jahr her so durch Sterben / als durch Krieg erschreckt worden. (nemlich der Engelländer laborirte mit seiner Gesandschafft sehr dahin / damit Spanien mit Portugal verglichen würde / und Er etwan einen oder beyde / zum Beystande haben könte wieder Holland 11. Franckreich: aber der Frantzose hatte es mit der Heyrath aus seinem Reiche an den Könige in Portugal schon so weit gebracht / daß dieser weder wieder ihn mögte agiren / noch vom erfeindeten Spannier im bekriegen abliesse: und sie also beyde vor sich gnug zuthun behielten / damit er (Gallus) desto besser die Span. Niederlande konte bestreiten und wieder den Anglum fechten. Es muste sich so schicken. etc. (Ich geschweige / was von Martenique 30 Septemb. ankam. Nehmlich daß die Frantzosen zu Santes und in der Benachbarung 1460. gefangene Engelländer hetten / über die ermordeten und eingekriegten Oerter: Und daß man noch auf mehre loß ginge: welches so Ihnen / so andern Feinden gerathen möchte / auf die vielfach gehabte Wunderzeichen und Unglücks Bothen wieder Engelland. Wolte nur GOtt / daß es sich warnen liesse / unn von weitern feindseligen Vornehmen abliesse / und bey Zeite guten Friede machte; Welchen die Bestreitter[424] freywillig wüntschen / und fast wieder ihren Willen auf begehren des Engelländers fechten müssen. Es finden sich so viel wunderliche Köpffe / welche mir das Ding nicht glauben können / daß es dem Engelland so übelergehen werde: ungeachtet Ihnen der Glaube allbereit in die Hände gekommen ist. Sie wündschen vō Hertzen / daß das Unheil die guten Holländer betreffen möchte: Und darzu ertichtetē sie so viel Wesens. Besiehe mein Vnfehlbares Himmel-Glück der Holländer. Einer sprach / es weren in Holland vor wenig Zeiten / und in etlichen Städten / des Nachtes von Gespenstwercke / so viel todte Leichnam / durch alle Gassen auff der Erden liegende gesehen worden / daß die gehenden Leute drüber gefallen währen / und währe doch hernach nichts in der That gewesen. Ich lasse dieses dahin gestellt seyn / ob solches Ostentum gar mit einander wahr sey: sintemahl ich es von wenigen nur habe sagen gehöret: vielmehr wissen nichts davon. Andre schwatzen man hette in Holland selbsten Autores / welche die Erste / Andere / Dritte / etc. Siebende Posaune wieder Belgium heraus gegeben / und dreweten den Stat sehr / daß er bald eingehen würde / und was der übeln Ominum mehr mag seyn. Antwort: schrieben nicht alle Autores / vor einem Jahre / von selbigen beyden Cometen / das ärgste wieder unser Vater- und Teutschland; Und dräweten es alle miteinander / wie eine fette Henne? Ich aber wuste es alleine / GOtt Lob und Danck! besser zu trösten: Dabey[425] es auch die Erfahrung gelassen hat / und mit GOttes Hülffe ferner lassen wird / vermeine wegen eines allgemeinen Krieges: Es sey denn / daß der Gerechte GOtt von schrecklichen Zeichen etwas verhinge / als noch zur Zeit nicht geschehen. Darwieder wir alle von Hertzens Grund beten wollen! Noch weiter in der vergangenen Türckischen Unruhe in Ungarn / kam da nicht auch manche Menschliche / das ist / unzeitige und ungegründete Muthmassung hervor / wieder Teutschland: Ja Breckling schrieb gar einen Tractat / genannt; Die Letzte Posaune über Teutschland: Ich geschweige eines andern scripti zu Halber-Stadt gedruckt / etwan auch mit solchem Titul etc. Und doch dennoch hat der befürchtete Feind / GOtt sey ewig Lob und Danck dafür gesagt! unsere Gräntze nicht betreten. In übrigen was Nieder-Land betrifft / so ist solches nunmehr zweyfach / Das Spanische und das Statische: jenes hat traun was arges zu hoffen / allen Ansehen und Vermuthen nach / und dahin gehet auch / was aus Parieß kam 3. Decemb. 1666. Der König hat in Lateinischer Sprache übersetzen lassen eine Schrifft / genannt die 66. (Die Zahl kömpt auff dieses 1666. Jahr / so ominos, als des Königs Nahme LVDOVICVS) rationes, so S. Maj: hat / die Provintzen Brabandt und Hennegau zu prætendiren. GOtt wende alles[426] allenthalben zum besten; Ich gönne keinen was böses. Wie die Frantzosen (vid. hic. pag. 108.) Der Polus Stern / und das grosse Licht der andern Völcker / der Wallanderer Länder / ein Spiegel der Staaten und Herrschafften seyn / und allen andern Königreichen vorgehen / auch endlich die Veränderung und Verwechselung und Verstörung auf der Erd-Kugel verursachen / besiehe zwar beym / ausn Frantzös. verteutscht. Vision: des Phil: von Sittewalds. part. 5. §. 21. Aber wie der Adeler flegen biß am Jüngsten Tage / und kein Fünfftes Reich erfolgen könne / siehe bey D. Wagnern in Casual-Predigt. p. 681. werde etc. von Fanatischen und Visionistischen Schwärmer-Fällen.

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 393-427.
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