X. Von Kiel-Kröpffen / Wechselbalgen / außgetauschten Kindern / Moonsüchtigen / Freßbutten / Alp-Kindern / [415] Campsionibus.

Doctor Martinus Luther saget / daß Er selbst von Herrn Johann Friederich / Churfürst zu Sachsen / eine Historien gehöret hette / daß ein Geschlechte von Adel in Deutschlande gewesen / dieselbigen weren gebohren von einem Succubo: Denn so nennet mans /wie denn die Melusina zu Lützelburg auch ein solcher Succubus oder Teuffel gewesen ist. Es were aber also zugangen: Ein Edelmann hatte ein schön jung Weib gehabt / die war ihm gestorben / und auch begraben worden. Nicht lange darnach / da liegt der Herr und der Knecht in einer Kammer bey einander / da kompt des Nachts die verstobene Frau und lehnet sich über des Herren[415] Bette / gleich als redete sie mit ihm. Da nun der Knecht sahe / daß solches zweymahl nach einander geschahe / fraget er den Junckern / was es doch sey / das alle Nacht ein Weibesbild in weissen Kleidern für sein Bette komme. Da saget er nein: Er schlaffe die gantze Nacht auß / und sehe nichts. Als es nun wieder Nacht ward / giebt der Juncker auch acht drauff / und wachet im Bette: Da kömpt die Frau wieder vor das Bette / der Juncker fraget wer sie sey? und was sie wolle? Sie antwortet / sie sey seine Haußsfrau. Er spricht: Bistu doch gestorben und begraben. Da antwortet sie: Ja sie habe seines Fluchens halben / und umb seiner Sünden willen sterben müssen. Wolle er aber sie wieder zu sich haben / so wolte sie wieder seine Haußfrau werden. Er spricht: Ja / wenns nur seyn könte / aber sie bedingt auß / und vermahnet ihn / er müste nicht fluchen / wie er denn einen sonderlichen Fluch an ihm gehabt hatte / denn sonst würde sie bald wieder sterben: dieses sagt ihr der Mann zu / da bliebe die verstorbene Frau bey ihme / regierte im Hause / schlieffe bey ihme / isset und trincket mit ihme / und zeugete Kinder. Nun begiebt sichs / das ein mahl der Edelmann Gäste kriegte / und nach gehaltener Mahlzeit auff den Abend das Weib einen Pfefferkuchen zum Obst auß einem Kasten holen solte / und bleibet lange aussen. Da wird der Mann schelltig / und fluchet den gewöhnlichen[416] Fluch / da verschwindet die Frau von stund an / und war mit ihr auß. Da sie nun nicht wieder kam / gehen sie hinauff in die Kammer / zu sehen wo die Frau bliebe. Da liegt ihr Rock den sie angehabt / halb mit den Ermeln in dem Kasten / das andere Theil aber heraussen / wie sich das Weib hatte in den Kasten gebücket / und war das Weib verschwunden und sieder der Zeit nicht gesehen worden. Das thut der Teuffel / er kan sich in einer Frauen und Mannes Gestalt verkehren. Jam est Quæstio: Ob das rechte Weiber seyn / und ob es rechte Kinder seyen? Davon seynd das meine Gedancken / das es nicht rechte Weiber seyn können / sondern es seynd Teuffel / und gehet also zu / der Teuffel macht ihnen die Geplerr für die Augen / und betreuget sie / das die Leute meynen / sie schlaffen bey einer rechten Frauen / und ist doch nichts. Deßgleichen geschichts auch / wenns ein Mann ist; denn der Teuffel ist kräfftig bey den Kindern des Unglaullens / wie S. Paulus sagt. Wie werden aber die Kinder gezeuget? darauff sage ich also: daß diese Söhne auch sind Teuffel gewesen / haben solche Leibe gehabt wie die Mutter. Es ist warrlich ein greulich schrecklich Exempel / daß der Satan also kan die Leute plagen / das er auch Kinder zeuget. Also ist es auch mit den Nixen im Wasser / der die Menschen zu ihme hinein zeucht / als Jungfrauen und Mägde mit welchen er darnach zuhelt / und Teuffels-Kinder zeuget. Denn[417] sonst Kinder zeugen ein Göttlich Werck ist / und da muß unser HErr GOTT Schöpffer seyn. Denn wir nennen ihn ja allezeit Vater / und muß auch die Conceptio per constituta media & per homines in einem momento geschehen. Denn er gebraucht zur Schöpffung die Menschen / als ein Mittel / und durch dieselbige wircket er alleine / und nicht durch Teuffel. Darumb so müssens gestolene Kinder seyn / wie denn der Teuffel wohl Kinder stehlen kan: Wie man denn bißweilen Kinder in 6. Wochen verleuret; oder müssen supposititii seyn / Wechsel-Kinder / die denn die Sachsen nennen Kiel-Kröpffe.


Historia von einem Wechsel-Kinde zu Dessau.


Vor acht Jahren war zu Dessau eins / das ich D. Martin. Luther. gesehen / und angegriffen habe / welches 12. Jahr alt war / seine Augen und alle seine Sinne hatte / daß man meynete / es were ein recht Kind / dasselbe thät nichts denn das es nur fraß / und zwar so viel / als irgend vier Bauern / oder Trescher: Es saß / scheiß und seichte / und wenn man es angreiff / so schrey es; wenns übel im Hause zugienge / das Schaden geschach / so lachet es / und war frölich; gieng es aber wohl zu / so weinete es: Diese zwo Tugenden hatte es an sich / da sagte ich zum Fürsten zu Anhalt. Wenn ich da Fürst oder Herr were / so wolte ich mit diesem Knaben in das Wasser in die[418] Moldau / so bey Dessau fleust / und wolte das Homicidium dran wagen. Aber der Churfürst zu Sachsen / so mit zu Dessau war / und die Fürsten zu Anhalt wolten mir nicht folgen / da sprach ich: so solten Sie in der Kirchen die Christen ein Vaterunser beten lassen / daß der liebe Gott den Teuffel hinweg nehme / das thäte man täglich zu Dessau / da starb dasselbige Wechsel-Kind im andern Jahr darnach. Also muß es da auch seyn. Es hat einer sonst von den Succubis und Incubis fein geschrieben: Denn es ist nicht seltzams / und sind die Succubi Weiber / welche mit den Teuffeln zu thun haben / und denselben alten Huren / und Wettermacherin die Luft büssen / wie die Melusina zu Lützelburg / auch ein solcher Succubus und Teuffel gewesen. Anno 1541. hat D. Luther dieser Historien auch über Tisch gedacht / und daß er dem Fürsten von Anhalt gerathen hette / man solte den Wechselbalg / oder den Kielkropff (welches man darumb so heisset / das es stets kilt im Kropff /) ersäuffen. Da ward er gefragt / warumb er solches gethan hette? Antwortet er darauff / das ers gäntzlich dafür hielte / das solche Wechselkinder nur ein stück Fleisch / massa carnis sey / da keine Seel innen ist; denn solches könne der Teuffel wohl machen / wie er sonst die Menschen / so Vernunfft / ja Leib und Seele haben / verderbet / weil er sie leiblich besitzet / das sie weder hören noch sehen / noch etwas fühlen / er machet[419] die stumm / taub / blind / da ist denn der Teuffel in solchen Wechselbälgen als ihre Seele. Es ist eine grosse Gewalt des Teuffels / das er unsere Hertzen also gefangen helt. Und sprach: Origenes hat die Gewalt des Teuffels nicht gnugsam verstanden / da er in den Gedancken ist / daß die Teuffel von der ewigen Verderbnüß sollen erlöset werden. Ach! saget er / es ist eine grosse Sünde des Teuffels / daß er sich wissentlich wieder GOtt seinen Schöpffer setzet.


Eine andere Historia von einem Wechsel-Kinde.


In Sachsen bey Halberstadt / hat ein Mann auch einen Kiel-Kropff gehabt / der seine Mutter / und sonst 5. Muhmen gar außgesogen / und über das viel gefressen hatte / und seiner seltzam begunt. Diesen Mann haben die Leute den Raht geben / er solte ihn zur Wahlfahrt gen Hockelstadt zur Jungfraw Mariæ geloben / und daselbst wiegen lassen. Diesem folgt der Bauer / und tregt ihn dahin in einem Korbe / wie er ihn aber über ein Wasser tregt / und auff dem Stege oder Brücken gehet / so ist ein Teuffel unten im Wasser / der ruffet ihm zu und spricht / Kielkropff / Kielkropff / da antwortet das Kind / so im Korbe saß / und zuvor nie kein Wort geredt hatte / ho / ho: Daß war der Bauer ungewohnet / und sehr erschrocken / darauff fragete der Teuffel im Wasser ferner / wo wiltu hin? Der Kielkropff sagt:[420] Ich will gen Hockelstadt zu unser lieben Frauen / und mick allda laten wiege / dat ick mög etwa diegen. Wie solches der Bauer höret / daß das Wechselkind reden kundt / welches er zuvor nie von ihm vermercket / wird er zornig / und wirfft das Kind alßbald ins Wasser / mit dem Korbe / darinn ers truge. Da wahren die zweene Teuffel zusammen gefahren / hatten geschrien / ha / ha / ha / mit einander gespielet / und sich überworffen /waren darnach zugleich verschwunden. Solche Wechselbälge und Kielkröpffe supponit Sathan in locum verorum filiorum, und plaget die Leute damit: Denn diese Gewalt hat der Sathan / daß er die Kinder außwechselt / und einem für sein Kind einen Teuffel in die Wiegen leget / daß denn nicht gedeyet / sondern nur frisset und sauget: Aber man saget / das solche Wechselkinder und Kielkröpffe über 18. oder 19. Jahr nicht alt werden. Diß geschicht nun offt / daß den Sechs-Wohnerin die Kinder verwechselt werden / und die Teuffel sich an ihre statt legen / und sich garstiger machen mit scheissen / fressen und schreyen / denn sonst andere zehen Kinder / daß die Eltern für solchen Unflätern keine Ruhe haben / und die Mütter also außgesogen werden / das sie nicht mehr stillen können. Und als D. Luther über Tische gefraget ward / ob man auch solche Wechselkinder pflege zu tauffen / da antwortet er: Ja / denn man kennet sie nit bald im ersten Jahre / sondern man kennet sie alleine an deme /wenn sie die[421] Mutter also außsangen. Es sagte D. Luther darauff: Lasset uns den Teuffel nicht also verachten / er ist warlich ein Tausend-Künstler. So weit Lutherus.


Eine andere Historia.


Paulus Frisius Nagoldanus in seinem Bericht von Hexen und Unholden im fünften Puncte / schreibet: Zu Heßloch bey Odernheim / in Gaw gelegen / hat sichs auff eine Zeit zugetragen / daß ein Kelner / oder Hofeman gesessen / der sich mit seiner Köchin heimlich / und zwischen ihnen beyden also verlobt / weil sie sich nicht öffenlich nehmen dürffen / in massen er ein Diener der Geistlichen war / so solt doch ihre Beywohnunge eine Ehe seyn / und wolten sich auch nicht anders gegen einander verhalten / als Eheleüte. Und als sie ein Kind mit einander bekommen / hat sie GOtt der Herr also heimgesucht / daß er sie mit einem Wechselkinde gestrafft hat / das hat nicht wollen wachsen / es hat nicht wollen zu nehmen / es hat Tag und Nacht geheulet / und hat viel gefressen. Endlich ist die Fraw rahts worden / sie wolle ihr Kind gen Newhausen auff die Cyriacs Wiegen tragen / und wiegen lassen / und aus dem Cyriacsbrunnen ihm zu trincken geben / so möchte es besser mit ihm werden / denn zur selbigen Zeit dis ein hoher Glaube war / so man ein Kind zu Newhausen wiegen liesse / auff der grossen Cyriacs-Wiegen / das nicht gedeyen wolte /[422] solte es sich gewißlich in 9. Tagen entweder zum Leben oder zum Tode endern. Als sie nun bey Westhofen in dem Klawer kommen mit dem Kinde / unter welchem sie getragen / daß sie gekeicht und geschwitzt hat / (Also schwer ist es ihr worden.) Ist ihr ein fahrender Schüler begegnet / der hat zu ihr gesagt: Ey Frewlin / was tragt ihr da für ein Unflat / es were nicht wunder / daß er euch den Hals eindrückte / hat sie geantwortet / es wehre ihr liebes Kind / und wolte nicht gedeyen oder zunehmē / und darumb wolle sie es zu Newhausen wiegen lassen: Er aber sprach / es ist nicht euer Kind / sondern es ist der leibhafftige Teuffel / werfft den Schelm in den Bach: Als sie aber nicht wolte / sondern immer darauff bestunde / es were ihr Kind / und küsset es / sprach er ferner / euer Kind stehet daheim in der Stuben Kammer hinter den Arcken / in einer neüen Wiegen / dieses ist der Teuffel / werffet den Unflat in den Bach / das hat sie mit weinen / und heulen gethan / und alßbald ist ein solch Geheul und Gemurmel unter derselben Brücken / so daselbst über den Bach gehet / gewesen / als ob es ein hauffen Wölffe und Beeren weren. Und alß sie heim kommen / hat sie ihr recht Kindlein frisch und gesund in einer neuen Wiegen funden. GOtt der Herr hat ohne Zweiffel das Kindlein erhalten / die Zeit über / als sie dem leidigen Teuffel das Wechselkind geseüget hat.[423]

Vor drey Jahren (verstehe anno 1580.) hat sich nachfolgende warhafftige Histori begeben: Nahe bey Breßlau wohnet ein namhafftiger Edelmann / dz er hat im Sommer viel Heu / und Grummet auffzumachen / darzu ihme denn seine Unterthanen fröhnen müssen; unter diesen ward auch beruffen eine Kindbetterin / so kaum acht Tage im Kindbette gelegen. Wie sie nun siehet / das es der Juncker haben wolte / und sie sich nicht weigern könte / nimpt sie ihr Kind mit ihr hin auß / legt es auff ein Haüfflein Graß / gieng von ihne / und wartet dem Hewmachen auß: Alß sie nun eine gute weile gearbeitet / und zu ihrem Kindelein / dasselbe zu seugen gehen wil / siehet sie das Kind an / schreyet hefftig / und schlägt die Hände überm Kopffe zusammen / und klaget männiglich; diß were nicht ihr Kind / weil es geitzig / ihr die Milch entzöge / und so unmenschlich heulete / daß sie an ihrem Kinde / nit gewohnet were. Wie dem allen / so behielt sie es etliche Tage über / das hielt sich so ungebührlich / daß es die gute Frau gar nahe verderbet hette: Solches klaget die Frau dem Juncker / der sagt zu ihr: Frau / wenn Euch bedüncket / das diß nicht euer Kind sey / so thut eins / und tragt es auff die Wiesen: da ihr das vorige Kind hingeleget habt / und streichet es mit der Ruthen hefftig / so werdet ihr wunder sehen. / Die Frau folget dem Juncker / gieng hinauß / und strich das Wechselkind mit[424] der Ruthen / daß es sehr geschriehen hat. Da brachte der Teuffel ihr gestolen Kind und sprach: Da hasts / und mit dem nahm er sein Kind hinweg. Diese geschicht ist lautbahr und beyde Jungen und Alten derselbigen Gegend / umb und in Breßlau landkündig. Also kan der Teuffel ein Kind heimlich stehlen / und einer andern unterlegen / mit welcher er eine zeitlang zuschaffen gehabt / daß sie meynet / wie das Kind von ihm seye.

Eine andere Historie auch hieher dienstlich / zeucht an Vincentius in Naturali Speculo auß dem vierdten Buch Elimandi lib. 3. c. 26. & 27. wie das zu Cölln am Rhein viel stattlicher Leute auß einem Pallast auff den Rhein geschauet / und allda gewahr worden eines Schiffleins / welches den Rhein hinab gefahren / und fornen her ein weisser Schwan geschwommen / und an einer silbern Ketten das Schifflein hernach gezogen habe / darinnen sey gestanden ein neuer unbekanter Ritter / der auß dem Schifflein / an das Land gesprungen sey / allda zu Cölln ein Weib genommen / und viel Kinder mit ihr gezeuget: aber nach etlichen Jahren sey der Schwan mit dem Schifflein wiederkommen / und sey der Ritter wieder hinein gesprungen / und nimmermehr gesehen worden / seine Kinder aber und sein Geschlecht / spricht Helimandus, seynd langezeit hernach im Leben blieben. Das ist der Teuffel gewesen /[425] der sich in eines Ritters Gestalt verkappet hat / aber die Kinder / so er bey seiner Frau überkommen / sind warhafftige Menschen-Kinder gewesen / die er etwan anderswo gestolen / und verwechselt hat / und zur Zeit der betrieglichen Geburt seiner Frauen unterlegt und unterschoben hat / und andere Leute also verblendet / als kämen sie von der Frauen. Es kan auch geschehen / daß der Teuffel nicht allezeit Kinder anderswo stielet / sondern daß er sich selbst in der Gestalt eines Kindes darlegt / und je länger je mehr sich läst ansehen / als wenn er mit dem Alter auch wüchse und grösser würde. Als zum Exempel: Ganfridus Antisiodorus sagt (alsdenn meldet Vincentius in naturali speculo lib: 3.) daß sich in Sicilia warhafftig begeben habe / das ein junger Gesell / der wohl schwimmen konte / der Nachts beym Monschein im Meer gebadet habe / der habe ergriffen eine Meerfrau / und mit starcker Krafft gehalten / und sie mit ans Land gebracht / habe sie mit seinem Mantel bedeckt / und heim in sein Hauß geführet / sie offentlich zur Ehe genommen / welche sich auch freundlich gegen ihm erzeiget / und ihn wohl gehalten habe / aber kein Wort nicht reden wollen. Als aber nun seine Gesellen und Nachbahren beduncken wolte / es were kein Menschlich Weib / sondern nur ein Betrug und Gespenst / riethen sie ihme also / er sol sie nöthigen zu sagen / von wannen sie[426] were / und warumb sie nicht redete? Nun hatte sie empfangen und von ihm einen Sohn gebohren / den nahm er auff eine Zeit / und dräuet der Frauen / wo sie ihme nicht würde sagen / von wannen / und wer sie were / und warumb sie nicht redete? so wolte er den Sohn tödten. Darauff fieng die Frau an zu reden und sprach: O du unseliger Mensch / du solt wissen / daß du eine gute Haußfrau verleurest / weil du mich zwingest zu reden / denn ich were bey dir allewege blieben / und es were dir wohl mit mir gewesen / so du mich hettest lassen eine Stummin bleiben; nun aber sihestu mich hinfort nimmermehr / und damit verschwand sie. Aber der Sohn badet hernachmahls auch offt im Meer / unn begab sich auch endlich / daß die Meerfrau / seine Mutter / herzu schwam / ergriff den Sohn / und führet ihn dahin / daß man ihn auch hernach nimmer gesehen hat. Die Meerfrau und ihr Sohn sind zween lebendige Teuffel gewesen / deren einer sich in Weibesform / der ander aber sich in eines Kindes Gestalt verkappet hat. Denn so dieser Sohn nicht were der Teuffel gewesen; sondern ein wahr Menschlich Kind / das der Teuffel etwa anderswo möchte gestohlen haben / so were er in dem Meere ertruncken / nach deme er von der Meerfrauen unter das Wasser ist geführet worden; und wenn er ertruncken oder todt gewesen were / hette ihn das Meer nach seinem Brauch an das[427] Land oder Gestad außgeworffen: Denn das Meer leidet keinen Todten. Das ist aber alles nicht geschehn etc. Ergò etc. Endlich muß ich zu Aufflösung dieser Fragen; ob nehmlich der Teuffel mit den Menschen möge solcher Gestalt zu schaffen haben / daß sie Kinder von ihme empfahen und gebehren; auch diß melden / daß einer etwa möchte dencken / der Teufel als ein geschwinder Physicus, könne einen Menschen / der ohne das sonst Venerus ist / ein solch objectum, & fortem impressionem, oder Einbildung machen / das ihme das Semen entgienge / welches er denn aufffasset / und in einander Hexen / oder Teuffels-Gefäß schütten möchte: wie sie denn sagen / die losen Vetteln / es sey wie ein kalter nosser Sack / oder Lumpen / wenn er mit ihnen zu thun habe: Diesen Gedancken lasse ich also einem jeden bleiben / und halte wohl dafür / daß ers / als ein vorwitziger Geist / offt wunderbahrlich mit seinen Hexen treibe und mache. Daß aber die Kinder auß solchem Samen kommen solten / das ist nichts / wie wir hören werden. Es möcht auch wol ein ander diese Speculationēm haben daß der Versipellis und geschwinde Teuffel möchte seinen Brauch ändern / daß er sey bißweilen Dæmon Incubus, in Mannes Gestalt / bißweilen aber ein Dæmon Succubus, in Weibes Gestalt / unn könne also beyde mit Weib und Manne zuschaffen haben. So er Succubus ist / empfähet er etwa von einem Mann den Menschlichen Saamen / und komme denn zu[428] Gottlosen / üppigen / und ihme ergebenen Weibern / bey denen sey er ein Incubus, und giesse denselbigen Saamen in sie / und darauß kommen darnach die Kinder / nicht vom Geist / sondern von Menschlichen Saamen empfangen / und gebohren / welchen der Teuffel eingegossen hat. Die Speculationem vom Succubo und Incubo Diabolo, kan ich nicht verwerffen denn es ist gewiß / daß er sich in tausend Form verstellen kan. Daß aber auß diesem gestohlenen Samen Kinder kommen mögen / das ist nichts / dieweil er kalt / unkräfftig / und vom hin und wieder tragen / verändert / und zur Geburt unnütz wird. Und Conciliator im Buche die Artzney / differentia 25. legt diesen Handel recht auß und spricht: Du solt wissen / daß die Gemächte des Manns der gebehrenden Krafft ein Fürst und Herr seynd. Das bezeuget auch Galenus mit mehr Worten unn besserm verstande / da er spricht: Wiewohl die Gemächte der Menschen eine sonderliche Krafft haben zu dem gebehren / so kompt doch davon nicht der erste Ursprung / mögen auch alleine durch sich selbst nicht vollbringen. Denn der erste Anfang kömt her auß dem Hertzen durch die inwendige und lebendige Krafft; die denn ihr Maß und Art wohl temperiren und zurüsten kan / durch welche die Gemächte herrschen und gewalt haben / zu dem gebehren aber nicht vollkommen / etc. Auß diesem Ursprunge schliesse ich /[429] das der Teuffel den Menschlichen Saamen / so seinen Ursprung und Krafft erstlich auß dem Hertzen / und deroselben Hitze / und Wärme hat / nicht empfahen / noch kräfftig aufflesen kan noch mag. Und ob schon der Teuffel durch Hülffe böser und verzweiffelter Menschen / durch Verhängnüß GOttes den Samen überkompt / und behalten mag / so mag doch allein auß derselbigen Eingiessung / ohn andere Kräffte und Tugend wie itzt gesagt / nichts lebendiges / noch kräfftiges gebohren werden. Sonst aber kan der Teuffel als ein Succubus, oder Incubus mit einem Menschen zu schaffen haben / ihm Schaden zuzufügen: wie zu Zürch im Schweytzerlande sichs begeben hat / das ein Metzgergesell des Nachts seinem Gewerb nachgewandert hat / und auch der üppigkeit nachgesinnet / ist ihme eine hübsche Frau erschienen / als er vermeynt / hat sie beschlaffen / und die Unkeuschheit mit ihr vollbracht. Ist aber von stund an also tranck worden / das ihm sein Gemächt mit aller zugehör entbrunnen / und verfaulet ist. Das ist der Teuffel Succubus gewest. Es ist auch eine gemeine Metze daselbst gewesen / so des Nachts von dem Teuffel in Menschlicher Gestalt ist beschlaffen worden / dieselbe ist auch von stund an kranck / und dermassen ihr Leib mit dem kalten Brand entzündet worden / daß kein schneiden davon nicht geholffen / denn sie vorm neündten Tage gestorben ist /[430] denn sie auch so elend worden / das alle ihr Eingeweide ist außgefallen. Das seynd Straffen und Warnungen GOttes / damit männiglich lerne / die grosse und schwere Sünde der üppigkeit zuvermeiden. Ob aber der Teuffel Gewalt habe / die Kinder zu stehlen / und ob er dieselben verwechseln möge / soltu also halten. Wenn GOtt das verhengt / so vermag ers / und besonders an denen Kindern / so ungottsfürchtige und verruchte Eltern haben / auch etwan Knechte und Mägde zusammen kriechen / und allerley Büberey und Unkeuschheit ergeben sind / die gerne viel Kinder helffen anstellen / und zurüsten; tragen sie aber / und gebehren sie mit grossem Unwillen / fluchen und wüntschen ihnen etwan alles Unglück noch in Mutterleibe; hernach so bald sie gebohren sind / und etwan weinen und schreyen / so giebt man sie mit Windeln und Wiegen allen den Teuffeln / so nahe oder ferne sind / man segnet sie Tag und Nacht ins Teuffels Nahmen nieder / und in desselben Nahmen hebt man sie wieder auff; wenn solches geschiehet / was solte den hindern und davor seyn / daß GOtt solche Dinge an Vater oder Mutter nicht straffen solte? wiewol GOtt die unmündigen Kinder segnet / und in seiner Hut etwa anderswo behelt / das ihnen der Teuffel nicht darff schaden zufügen / er erlaube es ihm denn. Denn auch die starcken Engel GOttes bescheiden sind / nicht auff uns Alten /[431] sondern wie wir lesen Matth. 18. anff die jungen unmündigen Kinder und Säuglinge / ihnen zu dienen / und sie zu bewahren. So weit Frisius.

Im übrigen gehöret hieher auch Harsdörfer im grossen Schauplatze cap. 138. centur. 2. p.m. 135. die Wechselbälge: Das gemeine Sprichwort saget; Es ist keine List über des Teufels List: das deme also / hat er von Anfang der Welt Meisterlich erwiesen / und beglaubet es noch zu Tage / nicht nur in den klugen Welt-Kindern der Finsternüsse / sondern für sich selbsten persöhnlich; In deme er / wie ein erfahrner Fischer einen solchen Ambiß an seinem Angel ludert /welchen er weiß / daß die Weltfische begierigst verlangen: Deßwegen man Ursache hat / sich für den trüben Wassern / in welchen dieser Seelen-Feind zu fischen pfleget / zu hüten / und herein zu gehen / in Lauterkeit und Mässigkeit / etc. 2. Der Teuffel ist der Schlangen-Beschwerer / für welchem man die Ohren verstopfen sol: Er ist der Löwe / so unsern Seelen nachstellet / sie zuverschlingen: Er ist der Höllische Nacht-Jäger / welcher mit seinem Gefänge / ich sage mit den Belials-Kindern / anludert / und theils auch mit Gewalt in seine Garne jaget. Solches Luder ist die Fleischeslust / welcher GOtt dem Herrn ein solcher Greuel / das er Land und Leute darüber mit Schwefel und Feur verbrennet; ja ihrer viel tausend durch das Schwerdt fallen / wie wir lesen[432] von den Benjamitern / daß fast der gantze Stam / wegen eines Kebesweibes außgerottet worden. 3. Ist nun die Fleischliche Befleckung mit Menschen / für dem Allerheiligsten eine so straffbahre Sünde; wie viel verdammlicher werden die jenigen seyn / welche sich mit dem bösen Feinde vermischen / es geschehe solches würcklich oder scheinbarlich / massen unter den Gelehrten unterschiedliche Meynungen: und sind etliche / welche auß Aberglauben alles / was sie nicht begreiffen können / GOTT oder dem Teuffel zuschreiben. Andre aber glauben noch an einen / noch an den andern / und lehren eine solche Art der Geister / die eine Mittel-Natur zwischen den Irrdischen und Himmlischen Cörpern haben / und deßwegen von beeden einen Antheil /welchen sie einem oder andern gemein machen können. 4. Die Naturverständiger wissen die Ursachen anzumelden / welche man dem Nachtmännlein zuzuschreiben pfleget / und nichts anders ist als eine Verhinderung und Zurückhaltung des Odems / der Stimme / der Bewegung / unn eine Beschwerung des Leibes / daß man vermeynet oder traumet / als lege ein solcher unter Centner schweren Steinen. Dieses kommet von einem groben Dunst / welcher sich geschwind verziehet / in zwischen aber das jenige in den Traum bildet / was man verlanget / (wie man an den Hungerigen / Blinden und Verliebten siehet) und vermeynet beyzuschlaffen /[433] welches doch anders nicht / als in der Einbildung beschehen kan / oder daß eine andre Person / für welcher man sich fürchtet (als da sind die Hertzen /) solche drücke und betaste; da doch solches alles von den bösen Dünsten / und nicht von den bösen Geistern herkommet. 5. Es ist nun dieses ausser zweiffel / und bestärcket solche Meynung die Ungleichheit / welche ist zwischen Leib und Geist. Das leibliche kan von dem geistlichen Wesen nicht leiblich belästiget / oder belustiget / also auch nicht geschwängert werden; Weil dazu vonnöthen (1) die Unterscheid der Geschlechte / männlich und weiblich / welche die bösen Geister nicht haben. (2) Daß sich Mann und Weib würcklich zusammen thun / und (3) daß das Weib von dem Manne besamet werde / welches kein Geist verrichten kan / als der keinen lebhafften Saamen hat. Nun möchte man sagen / der böse Geist kan einen todten Cörper beseelen / bewegen / erscheinen machen / sich in solchen verstellen / und den Saamen augenblicklich von andern Orten entwenden; also nicht von den Seinigen / sondern von frembden vermögen / die männliche Gebühr leisten. 6. Hierinnen waltet nun auch ein grosser Zweiffel / und ist gewiß / daß er ohne GOTtes Willen und Verhängnüß nichts nicht kan / und über die Frommen keine Gewalt hat: Uber die bösen aber / und sonderlich /über die / welche GOtt verachten / und den[434] Unzucht ergeben sind / hat der Teuffel Gewalt / wie der Engel zu dem jungen Tobia saget cap. 6. v. 16. 17. und solche mag er betriegen / fast wie er selbsten wil. Sonsten aber ist der Manns Samen so voller Geisterlein / daß solche augenblicklich zerstieben / wann sie nicht von einem Gefäß ohne darzwischen kommenden Lufft in das andere gesprützet würden. 7. Diesem sey / nun wie ihm wolle / so finden sich doch solche Geburten /welche von dem bösen Geist erzeuget scheinen. Zu geschweigen von der Heyden Gesichten / die mit den Faunen und Satyren / welche nichts als Walt-Teuffel gewesen / deren Oberster Pan / von den Ebræern genant Haza (darvon unser teutsches Wort Hex herkommet) von den Latinern werden die Teuffel in Mannes Gestalt Incubi, in Weibes Gestalt Succubi genennet / auf Hebreisch Lilith. Eine solche Teuffels-Brüt sol gewesen seyn / der Engelländische Cantzler Merlin / ein grosser Zauberer: Die Graffen von Poitiers / so von der Melusina hergekomen / die Jagellons in Polen / die Huns in Hungern / so von den Gotischen Faunen / Arlun oder Allraun sollen herkommen. 8. Chieze ein Spanischer Scribent meldet in seiner Geschicht-Schreibung von Peru / daß der Teuffel in ihrer Sprache Corocote genennet / sich mit den Weibern des Orts würcklich vermische / und daß die Kinder / welche von solchem Beyschlaff gebohren[435] werden / kleine Hörner auff den Haupte tragen: bey den Türcken sind die Nefesoliner / welcher Vater ist der böse Geist und sie sind ins Gemein Schwartz-Künstler. 9. (Von diesen Leuten schreibet Augustinus, ein alter Kirchen-Lehrer / daß der böse Feind die Kinder verwechsele / daher sie auch Wechselbalge und Kiel-Kröpffe gennenet werden (weil es in ihrem Kropffe stetig kilt.) Werden an dem erkennet / das sie nicht reden oder lachen / sondern wie ein stück Fleisch nur essen und trincken wollen / werden aber niemahls satt / und daran erkenne man sie. 10. Es ist eine Frage: Ob man solche Kinder tauffen soll? Die Lehrer des Worts Gottes sagen ja / weil man sie nicht alsobalden erkennen kan / und soll ihnen die Tauffe nicht versaget werden: Wann sie andern Kindern gleich / und kein Merck-Zeichen ihrer Unart sehen lassen. Sie bringen ihr Alter nicht über 18. oder 19. Jahre / und werden für Gespenster gehalten / dafür ein jeder einen Abschew hat. 11. Viel vermeinen / solche Kil-Kröpffe haben keine Seele / sondern nur einen scheinbahren Leib / wie dergleichen zu Dessaw gewesen / und zu Halberstadt / davon zu lesen in den Tischreden D. Luthers am 87. Blat. Was wunderliche Veränderung dieser Tausend Künstler würcken und wie meisterlich er die Menschen verblenden kan / ist ümbständig zu lesen in allen Scribenten / welche von den Hexen geschrieben[436] haben; Kan er auß Stäben Schlangen machen / kan er Unzieffer hervor bringen / und sich in einen Engel des Liechts verstellē; wie solte er nicht auch eines Menschen Leib / iedoch ohne Seele / (welche von Gott allein kommet) unter seinen Bundsgenossen fürtreflich machen können? 12. Gewiß ist / das der böse Geist ein Geist der Unreinigkeit und aller Befleckung ist / deßwegen ist er auch dem Ehestande Feind / und suchet denselben auff alle Weise zu hindern. Wann er nun jemand durch den Traum oder Schlaff / welcher wärmet und feuchtet / ohne wissen / oder wol auß böser Einbildung / die er vor und in den schlaffen-gehen gehabt / dahin bringet / daß ihme der Saamen entgehet / wie die Schrifft redet / so hat er einen Anfang zu seinen Betrug / und ist in dem alten Testament ein solcher unrein gewesen / biß auf den Abend; ja die Heyden haben sich deßwegen mit Wasser gebadet / und es genennet die Träume abwaschen wie hiervon zu lesen in Cœl. Rhodigin. l. A.L.C.

Von denen Kiel Kröpffen besieht noch ferner Christian: Ottonem in der Predigt von der Zauberey / pag. 52. etc. Item / Voetium in Disp. p. 754. etc. Ob die Vagiones, Cambiones, oder Wißel-Kinder rechte Menschen seyn? Resp. Man hat noch zu zweiffeln / ob die jenigen / welche von den Dœmonibus anders wo geraubet / dafür hingeleget werden / für eine Menschliche[437] Geburt auffzunehmen seyn? Ob es gleich besahen Sprengerus, Gulielmus Parisiensis und andere beym Delrio l. 2. qvæst. 15. Aber wenn sie rechte Menschē seyn / so sehe ich nicht / warümb man es nicht zugeben wolle / daß sie einerley Geschlechte mit den übrigen seyn. Denn die erlogene Kinder-Geburt / und das dafür hingelegte Kind können nicht fluchs die Warheit des Menschlichen Wesens auffheben. Sonsten könte man sprechen / daß die Vagiones bißweilen Teuffel weren / welche sich in Gestalt der Kinder außgeben. Sintemahl es warhafftig ist / was Mersennus annotiret in Comment. ad. Gen. p. 651. Idem pag. 1016. etc. Von den Supposititiis oder Wißehel-Kindern / ob man sie nach dem Rath des H. Lutheri in Colloq. wegwerffen solle? Ex theatrô Hohndorff. & Lonicer. ad Præcept. 2. p. 142.

Schließlich mag man auch dieses zu den Kielkröpffen hinbringen / was Voetius hat in Disp. part. 1. dé Creat. p. 745 Probl. 8. ob die Molæ oder Monat-Gebuhrten rechte Menschen seyn: Also daß man ihr Zappeln auch ein Leben heissen könne? Resp. Was die Molæ seyn / und wie sie auch ohne Zuthuung eines Mannes gezeuget werden / lehret Lemnius de Occult. Nat. Mirac. l. 1. c. 8. Weinrichius in einer Epist. welche er außgegeben hat mit dem Tractat. Mirandulæ de Lamiis. Und noch weitleufftiger Laurentius Anatom. l. 8. qvæst. 12. auß welchen[438] Lehrmeistern in der Theologie die Gewissen Frage kan geschlichtet werden: Ob solche Frucht auch am Jüngsten Tage auffersthen werde? Ob sie zu tauffen sey / weil sie nach etlicher Meynung leben soll / da sie doch warhafftig in der Warheit nicht leben / noch animalia seyn? Item wer solche zerstosset / ob er einen Menschen-Todschlag begehe / oder eine Mißgeburt mache? Die Wörter des Ottonis d.l. litt. G. 2. etc. seynd diese: Hieher / gehöret auch unter andern das schreckliche und jämmerliche Exempel der Wechselbälge oder Kiehl-Kröpffe / welche im finstern Bapstthum gar gemein gewesen / nunmehr aber / GOtt lob / selten gehöret werden / daß der Satan offters den Wöcherin ihre Kinder nicht zwar verwandelt / sondern thätlich weggenommen / seinen Hexen zu gebracht / und an deren Stelle die Wechselbälge und Kiel-Kröpffe wieder hingeleget habe.

NB. Es sind aber Kiel-Köpffe solche Kinder / die der Teuffel selbst in der Hexen Leibe formiret / und sie solche läst gebehren / in welche er sich sebst setzet / und an statt der Seelen durch sie redet / ihren Leib beweget / etc. Darumb solche nichts anders / als nur stets / ohne auffhören schreyn und fressen können / und wohl zehen Brüste auff einmahl außsaugen solten / wenn sie ihnen nur gereichet würden / welches Handwerck sie doch nicht lange / und insgemein über 7. Jahr nicht zu treiben pflegen. Confer Sperling. instit: [439] Phys: l. 2. c. de Mag: quæst: 12. Hierbey fällt mir gleich ein / was sich irgend bey uns seltzames begeben: Nehmlich / zu unserm eingepfarreten Stifftischen Dorffe / Arenstorff genannt / (umb Berlin) da ist Anno 1651. Mens: Mart. ein Kind gebohren /(dessen Eltern noch jetzo im Leben seyn /) welches frisch und gesund zur Welt gekommen / auch nach etlichen Tagen bey solcher seiner vollkommenen Gesundheit die H. Tauffe empfangen / und Catharina genennet worden / die folgende Nacht aber / nach der Tauffe / ist selbigem Kinde ein wunderseltzamer Schorff / gleich wie eine Borcke am gantzen Leibe außgefahren / und des Kindes vorige Gestalt nicht alleine / sondern auch seine Natur und Geberde scheußlich verändert / also daß es Tag und Nacht fort und fort geschryen / unnatürlich und unmenschlich / was ihm nur für Speise gegeben / hinein gefressen / und solches salvâ veniâ mit heßlichem Gestancke stets wieder unten weggegeben. Uber welche schleunige Verwandelung und greulichen Anblick dieses Kindes / die Eltern sehr bestürtzt und betrübet worden; haben auch diß ihr Hauß-Creutze langezeit im öffentlichen Kirchen-Gebete dem lieben GOtte fürtragen lassen /zu deme hat der Pfarrer allhier / Herre Joachimus Franck / zum öfftern diese Leute besuchet / und ihnen Trost zugesprochen / und da er anfänglich gefragt /wie es doch mit diesem Kinde zugegangen? Hat die[440] Mutter geantwortet / sie wüste eigentlich nicht Allein / da sie mit demselben noch schwanger gegangen / hätte ihre Nachbarin / (mit welcher sie offt in Streit gerathen /) ihr öffters und mannigmahl böses gewündschet / und schrecklich gefluchet; und selbiges hette sie sich allewege biß hieher sehr zu Sinne gezogen / und in der Nacht / nach dem es die H. Tauffe empfangen / habe sie ihr Kindlein zu seugen an die Brust geleget / und drüber eingeschlummert / in solchem Schlaff sey ihr fürgekommen / als werde ihr Kind von der Brust hinweggerissen / worüber sie erschrocken / nach dem Kinde gegriffen / und eben da sey diß schreyen und wunderliche Metamorphosis angegangen. Leib und Leben aber dieses Kindes betreffend: ist es zwar dem Augenschein nach / wie eines Men schen Leib proportioniret gewesen / und Gliedmassen gehabt / doch ihne Haltnüß der Gelencke wie ein Mensch / dem seine Glieder mit dem Rade zerstossen / das ist / wann man es in der mitten auff der Hand gehalten / so sind Füsse und Kopff zusammen niederwerts herunter gehangen / als wann man ein Handtuch übern Armen henget: in Summa / es haben alle Glieder / wie ein Sceleton oder Todten-Knochen / die auff ein Drat gezogen seyn / zusammen gebummelt / welches vorhin bey der Tauffe noch nicht so gewesen. Diß klägliche Spectacul hat bey vier Jahr gewehret / in welcher Zeit diß Kind zwar[441] an Leibes Grösse etwas gewachsen / aber an Verstand / an der Sprache / am gehen sich nichts zugenommen; sondern nach wie vor geblieben: diß es Anno 1655. wieder gestorben: welches man heisset; Ecclesia de ignotis non judicat, und die Liebe das beste hoffet / auch die Eltern vorhin ihr Kindlein zur Heil. Tauffe geschickt / und ohne das über ihr langwieriges Creutz sehr betrübet gewesen; damit man ihnen nun nicht mehr Nachdencken machen möchte; so ist dieses Kindes todter Cörper zu uns zu Trebbin mit Klang und Gesang beerdiget worden / wie unser Kirchen-Buch davon Nachrichtung giebet. Was nun von diesem Casu zu halten / stellen wir eines jedweden Christlichem judicio heim; GOtt bewahre alle Kindbetterinnen / neben ihren Seuglingen für dergleichen Exempel!

Bey Veranlassung des ins Wasser gesprungenen Kiel-Kropffs / hîc pag. 420. als so wohl eines See-oder Höllen-Hengers / denn das übrige Geschmeisse ist / muß ich noch / zur bessern Außführligket / setzen / was part. 2. cap. 13. 14. pag. hîc 28. etc. in der Eyle nicht gescheheu mögen. Was den Nahmen Nickert / Nix / oder Nichs / betrifft / (denn in fœm: Nixin wird man kaum hören) damit die Wasserfrauen Belg: Seeroyf / Maerminne / qv: marina Venus seu virgo, Saxon: See-maget, Meer-maget, (maget heisset eine Jungfrau oder ancillam: vide Martinium in Lexic: Philol: Col: 3655. meinen[442] Mägde- und Jungfer-Tröster) beleget werden; solcher ist nicht / von nichts; daß sie nehmlich in der Warheit nichts anders wehren / als der leibhafftige (wie man redet) Teuffel selber. vide M. Joh. Stohrium Disp. de Syren: c. 2. § 3. denn / sunt etiam aliquid Manes. Propert. und ist nur eine ungefährliche allusion, als jene / des Kepleri, de Nive Sexangul: da er auch mit dem Worte nichts spielet / wenn er seinen tract: von Nix einem / als ein nichtiges Thun / dedicirt, und es also / benevolentiam captans, extenuirt. Sondern / weil sich das betriegliche Wesen / das Höllische Gehudel (dafür es unter andern erkennet. Delrio, in Disquis. Magic. lib. 2. quæst. 27. sect. 2. p. 280. Trithemius, lib: quæst: ad Maximilian. Cæsar. quæst. 6. Psellius, p. 82, 83. Gisbertus Voëtius part. 1. Dispp. select. Theol. Disp. de Spectris. §. 3. Divis. 3. p. 988.) am meisten hervor thut / auff / über / und nebenst den Wässern / Flüssen / etc. wie hübsche Weiber / so tantzen / ihre schöne Haare sonnen / kämmen / bürsten / treügen / nach deme sie sich vorher gleichsam gebadet gehabt. Denn also kommen sie noch immerzu manchem ins Gesichte / hin und weider / und wird kein Deich / kein Strom / Sumff / etc. so leichte in der Welt seyn / da der Henger nicht sein Gauckelwerck also zu Zeiten haben solte / ja an manchen Orten fast jährlich: Denn / wie viel Stellen seynd doch wohl / davon man / leyder! vernimpt / daß jährlich einer drinnen ersauffen oder[443] umbkommen müsse? (wie man also sehr hart / doch / leider / nach der richtigen Erfahrunge / redet: der grundgütige GOtt behüte alle fromme Mütter-Kinder in Gnaden hinfürder dafür!) theils im schwimmen / theils im kalten Bade? etc. wie / GOtt erbarme es / in diesem 1666. Jahre / an / gar sehr vielen wahr geworden ist / ümb Leipzig herumb / so in der Pleisse / Elster / Mulde / bey Eulenburg / Merseburg etc. so in der Elbe bey Magdeburg / wo gleich auff S. Johannis Tage Herrn D. Johann: Olearii, Oberhoffpredigers Sohn / außm Kloster Bergen ein Trivialis, von etwan 12. Jahren / dergestalt kläglich sein Leben eingebüsset hat. Umb welche Zeit es nicht minder / wie man sagete / näher andern 18. so gangen ist. [Umb welche Zeit es auch geschehen ist / daß / bey Weida / das Gewitter eine Braut unn Bräutigam / nebenst noch andern 6. paar Eheleuten erschlagen hat / auff einer Hochzeit. Ich geschweige / der übermässig-continuirlichen Hitze durchs gantze Teutschland / drüber viel Leute auffn Felde verschmachteten in der Erndte / daß sie flugs ümmfielen / wie nicht minder etlichen Pferden zu Magdeburg etc. wiederfahren ist. (Von welcher Stadt du noch ohngefähr dieses mercke / zu pag. 200. 201. und 176. hîc, daß / etwan ein Jahr vor dieser übergebenen occupation, etliche sehr grosse Hirsche durch die Elbe geschwummen / und an der Stadt hinan / durch den Graben gelauffen seyn / insolitum & admirandum! Item /[444] daß das Südenbürger Thor angefangen hat zu brennen / da Ihr Churfl. Durchl. zu Brandenburg selber / kaum ein viertel Stunde vorher / dadurch weggezogen gewesen nach Cleve: welches sich nit lange vor der unvermeint erfolgeten Ubergabe zugetragen hat / wie denn auch voriges Tages in der Stadt das Wacht-Häuselein gebrandt hat.) nehmlich solche Hitze continuirte (vide hîc pag: 171.) vom 3. Jul. an biß zum 21. Jul drauff erstlich wacker Regen erfolgete durch etliche Tage. Sonsten war auch solche Hitzo nicht alleine Schuld das es anderswo im Sommer grausame Ungewitter caussirte, mit einschlagen des Blitzens / als bey Torgau in ein Dorff umb den Anfang Jun. vor Jacobi bey Rötau in Ungarn etc. Sondern auch gantze Flüßgen in Oesterreich außdorreten / [gleich vor C. Jahren / als 1566. ist das Wasser in Hessen von Rotenburg an biß gen Melsungen auß geblieben. vide pag. 36. cap. 9. lib. 3. Wende-Unmuths Hans Willhelm Kirchhoffs.] und sehr schädliche Wolckenbrüste entstunden / als in der Oberlaußnitz / zu Sittau und Görlitz / drüber die Spreu / Neusse und Kwust sich dermassen ergossen / daß ein trefflicher Schade an Viehe / an mehr als 30. Leuten etc. geschehen / in Feldern / Wiesen / und Dörffen / nahmentlich Hännersdorffe / Warnsdorffe / Hermsdorffe / Daubenheim / Ottendorffe / Flösse / Haupt-Schätze / etc. nach dem[445] Bezeugnüsse M. Christian. Weisens Zittâ Lusati in Disput. de catarhactis, welche er bald darauff zu Leipzig hielte / auff der an die Hand / außm Vaterlande / gegebene Gelegenheit. Welches sich begeben zu Nachts / den 4. und 5. Jun: gleich am H. Pfingst-Montage und Dienstage / 1666. da auch die See-Schlacht zwischen denen Holl- und Engl. vorgegangen: welcher wie närrisch einer diese Wolckenbrust würde zuschreiben / als einem Brunquelle; so vergeblich mag man auch den damahligen Blut-Regen in Ungarn drauff appliciren. vide hîc pag. 187. und 193. (Ein anders ists / daß man von denen Partheyen sprechen mag; es hat zwischen sie Blut geregnet / das ist / sie haben sich untereinander trefflich verwundet: außm Heldenbuche / vide Joh. Agricol. Islebiens: in Teutsch. Sprichw. c. 740. p. 366. b.) Nehmlich solcher deutet auff eine infection, darzu / unter andern / tapffer cooperiren hilfft / die gedachte unmässige Hitze / wie das davon zuwege gebrachte übel / leider! allzuviel erfahren haben Cölln am Rein [drinnen es im verwichenen Jahre allbereit trefflich gehauset / wie nicht minder in denen herumb liegenden Dörffern.] Maintz / Manheim / Kassel / da man die Thore zugemachet hat / das es meistentheils außgestorben / Franckfurt am Mayn / darbey es Dörffer giebt / die schier gantz außgestorben seynd / daß das reiffe Getreydig im Felde stehen verblieben / und[446] der Wein verdorbē / das Vieh in die Wilde lauffe: unn ist dergestalt allzu gnug grose Besorggung (retrol:) es werde uns dieses Wunder-Jahr kaum verschonen: denn was will ihme die allenthalben einreissende rothe Ruhr:) Im übrigen schwatzete man darneben ein wunderliches Ding / vom Nixe / daß er solle herumb gehen; Viele hetten ihn gesehen / er habe allerhand schöne Sachen im Wasser ans Ufer / gleich schümme es am seichten Orte / anderswo her getrieben oder hinein gefallen. etc. außgeleget / die unwissenden damit zu locken / und zu kürren: [voluptatibus homo capitur, ut hamô piscis: ô hüte dich! ἐχϑρῶν δῶρα, ἄδωρα. Creditis dona Danaûm carere dolis! Virg. ἡδονή Diabolica subest. wie vor wenig Jahren zu Paderborn in Westphalen geschehen; da der böse Feind so viel Leute besessen gehabt / das nicht zu sagen. Sie wahren aber zu das übel gekommen / so balde sie etwas auff der Gassen auffgehaben gehabt / das sie ohne gefähr gefunden / an schönen Schnupfftüchern / Messern / Gelde / und andern belieblichen Sache / so der Teuffel hingeleget oder bezaubert gehabt. Es sey denn / das sie es in GOttes Nahmen angefasset (wie von denen geschehen / so von andern gewarnet / und also informiret waren geworden:) da es flugs zu Drecke / Kühefladen / Pferde-Aepfel etc. verwandelt geworden; wie nicht minder auch hernach bey[447] denen / welche / dem Augenscheine nach / den unvermerckten Betrug in den Schiebesack gebracht hatten / sol geschehen seyn / und doch umb lauter nichtes dem bösen Feinde haben müssen herhalten: Dafür uns alle der barmhertzige GOtt der Vater behüte / umb JEsu Christi willen / der darzu in die Welt gekommen ist / daß Er des Teufels Werck zerstöre. Hüte dich also / nach diesem / für gefundene Sachen / es ist bißweilen eine Fünto darhinter. Mein Seel. Vater hat pflegen alles armen Leuten zu geben /was er ohngefehr gefunden gehabt. So gedencket mein Weib / daß sie zu Salfeld offte auffn Wasser / davon sie mit ihren Eltern nicht weit gewohnet / in der Kindheit etwas dergleichens habe schwimmen gesehn / und auch darnach gegangen sey: Doch habe Ihr der liebe GOtt / immer die Gedancken und Lust / auffn Wege verändert / daß sie wieder umbgekehrt und nach Hause gewandert sey. Sonsten war es eine närrische Rede / da jene Person hierzusprach: man möchte doch selbige verdächtige Oerter in Flüssen / Bächen etc. mit gesammter Hand / auffsuchen / abschwemmen / etc. und sehen / was darhinter verborgen wehre. Besser thäte die Obrigkeit / daß sie dahin / zum Gedächtnüß und Erinnerung / Janos, Cippos oder Creutze / setzen liesse / wo also zum öfftern der Teuffel impunè sein Spiel gehabt hat / daß die unwissende Jugend dem Delio natatori nicht mehr trauete / noch sich weiter durch die gefährliche[448] Handgifft fangen und wegnehmen liesse. (Doch Mus miser est, antro tantum qui clauditur unô. Und wird mans daher freylich schwerlich dahin bringen / das man den Setigerum Cacum auß seinen Schluffwinckel ziehen / und abjuratas prædas außtheilen könne / wie ihnen die Alten haben träumen lassen / von denen Sirenen, das sie endlich abgestorben wären: in deme sie sich ins Meer gestürtzet. Lycophron. in Cassand: v. 114. p.m. 53. Orpheus, argon. v. 1284. oder in Felsen verwandelt weren. Ja gar begraben sollē geworden seyn. Canter: in annot. in Cassandr: Lycoph. l. c. pag: 165. Plin: l. 3. N.H. c. 5. p.m. 145. Strabo Geogr. l. 1. Licetus de recond: antiq: Lucer. l. 6. c. 35. col: 812 Solin. polyhyst: p.m. 59. Halicarn: l. 1. Festus in annot: Plin. l. 2. N.H. c. 88. Mercke / daß hier die Alten das Teufflische Gespenste können verwechselt habe / mit denen Fisch-entzenden Meerwundern. Was jenes ins Meer stürtzen belanget / solches thut so wohl der Henger / als jene Menschförmigte Fische; so aber deßwegen nicht flugs tod seyn. Weiter kan man einen und den andern natürlichen Anthropomorphum piscem gefangen haben / oder tod ans Land getrieben bekommen und drauff begraben haben: aber damit ist nicht flugs des Teuffels Werck zerstöret oder auffgehaben worden. Weiter weil sich dergleichen Fische selten præsentiren, und der alten[449] Schiffart sich nicht sehr weit in die See erstrecket hat: Daher ists gekommen / daß die fabulantes poëtæ nur 3. oder 4. Sirenen errichtet haben / wiewohl es auch von der seltenen also præsentation des Satans geschehen mögen.) Nehmlich die Teuffelinnen seynd rechte Syrenes, von σύρειν geheissen; weil sie die armen Leute hinein zerren / hinunter reissen / tod kneippen / etc. (confer hîc pag. 304.) nachn Vossion in Etymol: L.L. p. 475. in hôc vocab: welche Etymologie mir daher viel besser gefällt / als anderer von ἐίρειν, nachn Scapul. in Lexic. Græc. lat. fol. 1450 L. Joan. Scopp: lib. 1. collect. c. 30. Oder von σεῖρα, eine Kette oder Band. Martini d.l. In übrigen / hat der böse Feind so eine Gewohnheit numehr angefangen / mit dem Außkramen; darnach er die Menschen zu sich in seine Netze zeugt; so hat ers vorzeiten mit der Music und Gesange verrichtet. Verba valent sicut nummi, er richtet sich nach der Zeit / hänget den Mantel nach dem Winde: hodiè regnat habendi cupido, Avaritia. Damahlen war / das Singen beliebter und gefälliger; daher Demosthenes cùm recusâsset lyram inter epulas, habitus est indoctior. Daß man aber daher flugs wolte den Nahmen Syrenum herleiten / als vom רוש canticum, weil sie / nach Ovid: l. 3. de Arte Amand: voce canorâ quaslibet admissas detinuêre rateis, beliebet mir gäntzlich nicht / mit[450] dem Martin: d.l. Vossiô d.l. Bochartô in geograph: sacr: part: 2. lib. 1. c. 27. fol. 574. etc. 33. fol. 656. Simfoniô, part: 2. chron. cathol. Annô 2822. p. 84. Becmannô de origg: L.L. p. 995. Buchnero Fabr. in Lexic. Latin: fol: m. 1282. b. Sintemal das Wort also vielmehr müste Schirenes, oder Schyrenes heissen / von von רוש cantavit, cecinit: Und darnach mögte man vielmehr sprechen von Syrinx, Syringia, Pfeiffen-rohr / herbâ aquaticâ. Corvin. in Lexic: Latin: p. 266. a. als deren sie sich mit dem Pane gebrauchet hetten. Aber vielmehr rühret das Wort her / von ריעש darnach daß vocabul: Siren nicht alleine in prim: Syllab: lang ist / sondern auch recht heisset Siren, weil es kein Schin, sondern Sin ist. vide Buxtorff. in Lexic. Hebr. Manual: p.m. 836. deme es recht ein jeder Dæmon heisset. confer olim meine Onirocritic. in revelat. quâdam. so lieset man ja auch außdrücklich dieses Wort im Hebr. Esa: 13. v. ult. welches die LXX. recht durch Σειρῆνες gegeben / mit dem Vulgat: Interp. und dadurch auch Hector Pintus Lusitanus conimbric. Theol. Prof. comment: in h. l. recht / monstra marina verstehet / als die Sirenes seyn / oben jungferlich / unten Fischlicht gestalt. Gesner. l. 4. de aquatil. und irret daher Vossius lib: 4. Theol. Gentil. c. 2. p.m. 148. der es giebt durch Dracones, ungeachtet / ob es gleich in Arabien gewaltige[451] Schlangen giebet / Sirenes geheissen. Isidor. Etymol. l. 12. c. 4. col. 112 4. wird doch auch also homonym. genannt ein Geschlechte der insectorum. Plin. l. XI. c. 16. H.N. p. 509. Aristot. Histor. Anim. l. 9. c. 40. p. 578. was sonsten heisset Cyrones, acori, Reelisen, vide D. Augusti Hauptmannes Wolckensteinisches warmes Bad / p. 154. 200. und 177. solches nennet man in der alten Marck; Süren. So nennnet D. Sachs in Gammarolog. p. 277. gar die Läus-Sirenes, quibus obierunt Alcmanes poëta, Pherecydes Syrius, & Sylla Dictator. Vielleicht à σύρω, weil die lausigten Kinder von ihren Müttern also vexiret oder beschwatzet werden / das solches Ungezieffer auß den Haaren / Flechten mache / unn ziehe die muthwilligen Päntzsche damit in den Brunnen hinein. Im übrigen von ihrem lieblichen doch gefährlichen Gesange / darnach den Sirenibus bald eine Pfeiffe / bald Citter / Leyer und Paucke zugeeigenet wird / Isidor. Etymol. l. XI. c. 2. col. 1108. Serv. l. 5. Æn. sub fin. schlage nach den Apollon. Αρ γοναυτ lib. 4. sect. 54. p. 290. Orphei Argonaut. p.m. 40. a.v. 266. etc. 1281 Homer. odyss. l. 12. v. 40. etc. p.m. 171. Boccat. in Geneal. Deor. l. 7. c. 20. Hygin. Fab. 14. p. 6. b. fab. 125. L. Columoll. in carm. de hortis. Martial. l. 3. Epig. 64. Delrion in Adag. sacr. V.T. part. 2. §. 18. p. 25. Pausan. in Bœotic. seu lib. 9. p.m. 308. welche[452] spricht: daß sie sich mit denen Musis in ein Gewette eingelasen / wer am besten musiciren konte: Darüber sie aber verspielet / und die Flügeln eingebüsset haben / bey der Stadt Απτέρα in Cretâ. vide Steph. in urb. in voce Απτέρα, Crobilum; lib. 1. Natal. Comit. in Mythol. l. 7. c. 13. p.m. 757. Cluver. Ital. Antiq. lib. 4. von welcher Zeit an / die überwindende Musæ ihnen / auß denen heraußgerissenen Federn / Kronen gemachet haben / und mit geflügelten Häuptern gemahlet werden: confer Joh. Klay Lobrede der Teutsch: Poeter. Nürnb: 1654. wo vorne an ein Witdod mit einem Pfauenschwantze umbs Haupt also abgebildet wird. confer Macrob. l. 2. in Somn. Sc. c. 3. und zu dieser Bequemligkeit / die Reisenden / und andere Leute / desto besser zugewinnen / nach sich zu ziehen und zu verderben / (darwieder- nach dem Rathe der Circes, sich Ulysses und seine Gesellen / die Ohren verstopffet haben. Homer l.c. v. 47.) haben sich die Sirenes, vorzeiten nicht minder præsentiret entweder beym Meere auffn Klippen / auff schönen Wiesen an Silicien. Apollon. in Argon. l. 4. sect. 54. Homer. l. 12. odyss. v. 158. v. 45. Serv. lib. 5. Æneid. Virgil sub fin. Strabo. Geograph. l. 1. Natal. l. 7. Mythol. c. 13. p. 757. Ovid.l. 5. Metamorph. Nonn. in Dionysiac. l. 13. v. 313. Statius Sylv. l. 2. in Epic. glauc. Juvenal. sat. 9. Virg. l. 4. Æn. Cluver. in Sic. antiq. [453] l. 1. c. 6. p. 80. Item Italien Plin. l. 3. N.H. c. 5. p. 145. Strab. d.l. Aristot. de admir. p.m. 708. litt. D. Hygin. fab. 141. p.m. 33. Mela, l. 2. c. 4. Ovid. Metam. l. 14. Agell. N.A. lib. 16. c. 8. Bochart in Chan. l. 1. c. 33. fol. 656. Cluver. Ital. Antiq. lib. 4. c. 4. fol. 1168. Dyctis Cretens. lib. 6. oder gar auffn Meere selbsten. Barthol. Angl. l. 10. de propriet. animal. c. 95. p. 1113. und haben sich in ihrem Singen / (daher sie Ausonius in Gryph. s. Edyll. XI. v. 20. heisset Siredones, qu. σειραήδονας, cantu allicientes, melodas virgines. Und Hesychius Lex. in vocab. σειρὴν, nennet sie μελωδοῦσαςTertull. lib. 3. contra Marcion. monstrosas fabulosasque cantatrices. Daher ihnen auch die gleichdeutige Nahmen geworden / als Aglaophonos, Thebeiepia, Evstath. in Homer. l. XI. odyss. v. 167. Thelxinoe, Molpe, Ligia etc. vide Salmasium in Exercit. Plin. p. 62. lit. D. Stephan. in de urbb. in σειρενουσσ. Nat. Com. Mythol. l. 7. c. 13. p. 757. Clearchum Solen. in Amatoriis l. 3. Aristot. lib. de mirabil. auscult. p. 708. lit. D. Apoll. Scholiast. schol. in Apoll. Argon. l. 4. s. 54. Buchnero-Fabrum in Lexic. Latin. fol. 1282. b. 1283. a.) mit schöner Jungferlichen Gestalt dargestellet / die einem jeden gefallen möchte / und darzu der Abt von Posen billig sprechen könte: Wer mögte daß nicht? vide Joh. Agricol. Teutsch.[454] Sprichw: c. 1607. p. 78. b. Nehmlich man lieset daß sich die malefidæ Sirenes haben sehen lassen / obentwerts wie eine schöne Jungfrau / und herunterwerts in Fisches Gestalt: Videatur Sirenophœnix Virgil: l.x. Æneid: v. 211. Apollon: l. 4. Argon. von Tritonibus. Pausan: in Bœot: seu lib. IX. Vitruv. de Architect: l. 1. cap. 6. confer Plin. in H.N. Hub. Goltz. Græc. Vet: Tab: 1. num: IV. & VI. Juvenal: Sat. 14. Item mit Flügeln und herunterwerts in Vogels Gestalt: Hygin: fab: 141. p. 33. Fab: 125. p. 29. Ovid: l. 5. metam. fab. 7. p. 165. Fulgent: Mythol: l. 2. p.m. 183. Servio l. 5. Æn: p. 187. Apollon: Isidor: l. XI. c. 2. col. 1180. Boccatio, Geneal. Deor. l. 7. c. 20. Æliano, lib. 17. de anim. c. 23. p.m. 354. Nieremberg. lib. V. N.H. c. 13. Theopompo in Callæschro. Isacio in Lycophr. Svid. part. 2. pag. 733. it: Numism: Reg. & Imper Rom. aur. argent. ær: Tab. 13. num. 8. da in numis. Jul. Cæs. eine Siren stehet mit einer Posaune / Hanesfüßn / Flügeln: nebenst dieser Umbschrifft: P. PETRON. TURPILIANUS. III. VIR. Daher sie unrecht von etlichen für lauter Vögel außgegeben worden. Plin. l.x. N.H. cap. 49. Lignarid. in oblect. Academ. c. 40. p. 323. wie nicht minder auch die jenigen geirret haben / so lauter Fische drauß machen wollen. Ovid. lib. 3. de arte. nennet sie / monstra maris, sirenes [455] ernat. item, welche sie heissen / Vögel mit Jungferlicher Gestalt / Suid. part. 2. p. 733. Tzetzes lib. 1. Hist. 14. oder die sie obenwerts wie Vogel und unten wie Jungfer Gestalt beschreiben: Gyrald. Sonsten wollen auch etliche die Sirenes mit einem zwyfachen Fisch schwantze mahlen / als man in den materialisten Buden etc. und zu Venedig in der Apoteck an S. Marci Kirche siehet; nach Anton. Augustin. Tarraconens. Episcop. Dial. 5. antiq. Rom. Hispan. in nummis vet. p. 76. litt. A. B. auff den Schlag / wie der zwey schwäntzigte Böhmische Löw. vide Piccart. in Decad. Histor. mercke / daß man auch sonsten Wapen hat und siehet / welche auff beyden Seiten von ein paar Löwen gehalten werden / mit zweyfachen Schwäntzen / so durch einen Knoten zusammen gehalten oder geknüpfet werden: und sollen anfänglich denen zuständig gewesen seyn / so ihrem Geschlechte einen Schand-fleck gemachet haben; obs recht richtig / zweiffele ich dennoch. In übrigen wird auch die Melusina mit (doch nur) einem und zwar Schlangen-Schwantze gemahlet / davon die Grafen Pictaviæ sollen herstammen / welche Melusina sich am Freytage einsmahls gewaschen oder gebadet / und also drauff soll geworden seyn; davon in Franckreich viel Dinges gehöret und gesehn wird; als daß sie im Schlosse Lusiniani gesessen sey / unn ihres Sohnes /[456] des Goffridi Dentati, Grab noch heutiges Tages gezeiget wird / in Pictaviô in der Kirche des D. Hilarii: vide Sincer. Gall. p. 90.

Aber / wo komme ich hin? ich wolte von dem Nahmen Nicks reden / und habe fast weniger als nichts geleistet / ohne das ich den Grund darzu geleget habe / in Erklärunge / daß die Sirenes sich so wohl vorzeiten als noch itzund / beyn Wässern auffhalten / sich da baden / waschen / kämmen / und also ihr schädliches Fest halten? Schädlich sage ich: Denn / wie es die Erfahrung soll bewehret haben / so soll ins gemeine an selbigen Oertern bald hernach einer ersoffen seyn / wo sich vorher ein Meerweib obbesagter massen geputzet gehabt. Wie solches auch von einer Gefahr zur See also verstehet Philippus Wilhelmus de Seitz, ein Ritter und Obrister in Curland / welcher nicht alleine (verstehe unter andern / eine rechte Art Fische) die Sirenes gesehn / sondern auch davon gegessen hat. Befindende / daß sie einen Geschmack wie Schweinefleisch gehabt / wie er im Schiffe davon gespeiset mit einem Portugesen. Das monstrum aber hatte außgesehn oben / wie ein Camels-Kopff / mit zugestutzeten Ohren / der Hals ist Menschlich gewesen / mit rechten Weibes-Brüsten / und Armen / ohne das zwischen den Fingern lauter Haut gewesen / und die Hände gar breit / wie Gänse-Füsse / zum füglichern schwimmen: unterm Bauche[457] bey das Gemächte war es gantz haaricht gewesen / mit einer rechten Weibes Schame / drauf der Fisch-Schwantz gefolget /wie recht. vide Iconem in M. Joh. Stohrij Disp. 2. de Siren. Histor: cap. 3. §. 9. Aus der Communication H. Christian. Laurentij von Adlers Heim / Churfürstl. Sächs-Raths / und Bürger-Meisters zu Leipzig: welcher vom obgedachten Herrn de Seitz, nicht alleine ein Schrifftliches / und mit seinem Petschafft vorgewissertes / Zeugnüsse nebenst dem contrafaite, sondern auch eine gantze vollständige Hand derselbigen Sirenen / erhalten hat / und solches mit einander unter seine Raritäten besitzet. Es hat aber solche Sirene gantz Ascherfarb außgesehen / und ist gefangen worden am XI. Febr. A. 1655. vom Portugesischen Fischer / einem Frantzosen / Vaas de Franz, sonst der alte Pfaff / geheissen / und zwar in Africa / nicht weit von Bintangiâ geschehen. Nehmlich selbiger Herr von Seitz soll bewehret haben / daß insgemein / ein Unglück erfolgen solle / wenn sich die See-Menschen hervor thäten / als an Schiffbrüchen / etc. wor zugereichet / daß sich solches auch also verhalte mit denen gestrandeten Walfischen / etc. vide mein unfehlbahres Himmel-Glücke der Holländer / 1666. und künfftig / geliebet es GOtte! meinen Tract: proDIglorVM CVLtVra, genannt. Mit dem Seehunde / so in diesem Seculô, in der Elbe /[458] nicht weit von Dreßden ist gefangen worden; drauff der Krieg hie herumb entstanden. confer M. Joh: Stohrium d.l. §. 4. cap. 4.

Und also ist / die alte / und gewöhnlichste Art / bey Erscheinungen der Nickse / oder Nixe / daß sie sich baden (aber uns Menschen damit wenig baten / das ist / nutzen) und waschen. Nehmlich daher kompt auch / meinem Bedüncken nach / der Nahme / von νίπτω qv: νίψασα, welches Wort auch enthalten ist / in folgendem Cancrino (denn die Cancri gehören zum Wasser / und waschen / und ist ein mahl der Titul Cancrinorum Versuum, einem Exempel zugekommen / so kömmt er traun hier recht an:) so zu Venedig am Weihe-Kessel stehen soll / also: ΝΙΨΟΝ ΑΝΟΜΗΜΑΤΑ; ΜΗ ΜΟΝΑΝ ΟΨΙΝ. Wolte ein ander sprechen / daß er vielleichte herkäme oder übereinkäme / mit שחנ conjectio, augurium, incantatio, weil sie / wie itzt gedacht / wahrsagen / solches were nur eine allusion: gleich auch jene von הצנ flos, daß sie vorweilen in schöne Wiesen gewohnet / oder von סיבקנ fistulæ: davon oben: הבקנ fæmina, daß sie ins gemeine mehr Weiblich als Männlich erscheinen: oder nüzach, pluma, pennæ, weil sie mit mit Flügeln gebildet werden / oder von nik, lactavit, weil sie Kinder gebähren und stillen sollen: wie es denn ihnen auch an Milch nit fehlet / nach folgenden auß Marco[459] Marci Idear: operat. l. 1. c. 8. ex. Hist. societatis JEsu: der Kopff war rund / und hatte keinen sonderlichen langen Hals. Die Ohren sachen recht wie Menschliche / innerlich: Die Ohrläppigen bestunden auß Knarpel / mit rechtem Fleische überzogen. Die Augen hatten ihre Wimpern / also daß man nichtes Fischliches dran vermerckete. Die Nase war nicht groß / und saß ein bißgen außerhalb der beyden Wangen / drunter waren die Lippen / denen unsrigen nichts ungleich: Die Zähne wahren nicht zäckicht / als der Fische / sondern glat / plat und schön weiß nach einander herumb. Die Brust hatte schöne weisse Haut / und etwas / nach der proportion des Leibes / breiter / da sich die Brüste anfunden / welche nicht hingen /wie bey den Weibern / sondern sie wahren gantz rund / kuglicht / wie bey den Jungfern / deren eine Pietze /wie sie vom Medicô gedrucket ward / eine grosse Menge weisser Milch hervorsprützend gab. Die Arme waren nicht gantz rund / sondern breitlich / gleichsam zu schwimmen gemachet / welche auch daher länger waren / und nicht recht in Ellbogen und Gliedmassen der Hände eingetheilet. Drunter war ein weiches und länglichtes Haar. An denen Geburts-Gliedern / war an beyderley Geschlechten / kein Unterscheid zwischen uns. Hierauf endigte sie sich in einen zweyspältigen Fische-Schwantz: in übrigen hatten die Weibelein längere[460] Leigere Leiber / als die Männer.) Mercke sonsten / das Plinius die Sirenen mit Schuppen begabt beschreibet; ingleichen auch Kircherus. Welches M. Stohrius also erkläret / das dieser sich nur auff eigen Vermuthen fundiret / weil er nirgends bekennet / daß er solche Sirenen gesehen habe: dergestalt / daß er sein Absehen nur etwan auff den Meer-Bischopff und München gerichtet gehabt / welche squamigeri gelesen werden. In übrigen hilfft jene Milch und euserliche Form gantz nicht / daß man drauß einen Menschen machen wolte. So thut auch noch dieses nichts darzu / daß die Sirenes, nach Kircheri Außsage in itin. Extat. so schlau / geschickt und verständig seyn sollen / wenn sie an sehr sichere Oerter des Ufers am Meere / da weder die Wellen / noch die Menschen hinkommen mögen / sich sehr verwunderliche und künstliche Häuser bauen / auß zusammen geschleppeten Muscheln und Meer-Schnecken; drinnen sie ihre Fächer und Kämmer haben zum Vorrathe / wieder Hungers-Noth / angefüllet mit allerhand Proviant / so sie auff der Jagt erhaschet / oder sorgfältig an grünen Ufern hervorgescharret haben / an Wurtzeln / etc. So sollen sie auch mit gesamter Hand also arbeiten / und fügliche Bettgen oder Schlaffstellen drinnen zubereiten / auß thonigten Sande / drauff sie ruhen. Aber darumb sind sie nicht mehr Menschen / als die Affen (mit welchen[461] die Teutschen schimpfflicher weise verglichen werden / beym Franzio in histor. Animal. part. 1. c. 14. p.m. 267. von jenem Türckischen Mahler. confer hîc pag. 274. in fine. Im wiedrigen Theile gehören hieher / die 25. Differentzien, dadurch ein Mensch von den Thieren unterschieden ist / M. Georg. Leuschneri Rect. Colditiens. auß Andr: Laurentii Anatom: zusammen gezogen / und Lateinisch in Versen übersetzet / an seinem part. 1. oper. Med: Poëtic. confer p. 173. Frider. Casandri in naturâ loquace) od' Meerkatzen (fürnehmlich wenn sie so geschickt und gelahrt derneben seyn / als an. 1548. in Franckreich des H. Ludwigen vō Theben Rittern und Obristen / Meer-Katze gewesen / welche im Brete spielen können / mit werffen / kennen und behalten ihrer Steine: ohne daß sie nicht mercken können was der Würffel ihr getragen / oder wie sie mit Vortheil die Steine setzen mögte / vide oculatum testem Hans Willhelm Kirchhoffen in Wende-Unmuthe l. 3. c. 143. p. 200.) auff Erden / auch nach dem Außspruche M. Stohrii, d.l. cap. 4. Disp. 2. §. 3. Freylich / der Poet spricht; posuêre cubilia talpæ: und sie bleiben doch wohl unvernünfftige Thiere: So weiß man auch /wie der Storch sein Nest / auff gut mathematisch / sehr vermunderlich machet. Vide mein Storches- und Schwalben Winter Quartier. Ich geschweige aller übrigen [462] Vögel / etc. Aber woher kömpt denn gleichwohl denen Sirenen die euserliche Menschen Gestalt: sol man hier nicht à signaturâ exteriori, ad signatum simile internum argumentiren? Nein / Ratio enim verè humana se non prodit. Sol man aber sprechen / mit dem Manilio beym Licetô in de Spont. Viv. ort. l. 1. c. 28. p. 34. Astra novant formas, cælumque interserit ora. Dergestalt daß die Sirene des de Seitz fast daher einen Pferde-Kopff gehabt: und des Barthol. einen stumpffen Schwantz? Nein: M. Stohrius vermeynet d.l. daß diesem monstro, propter defectum materiæ, cauda non elaborata verblieben seyn / (was spricht / übereinstimmende Ovidius, de Genesi der Frösche / daß er gesehen / wie das vordere Theil lebe / das hintere noch informe lutum sey:) an jenem aber sich die Mutter im Meere an einem dergleichen Thiere versehen habe / wie sie damit schweer gegangen: Dannenhero es per īdeam operatricem solchen wunderlichen Kopf bekommen. (Aber wie wil man denn können mit dem Meer-Bischoffe und Mönche zu rechte kommen? Da wil gleichsam kein Versehen statt finden / ohne unser eigenes / sed præposterum παρόραμα seu Erratum, von denen klösterlichen auff Erden spricht man zwar: Desperation facit monachum. vide D. And: Kunadi Jesum in desertô tentatum thes: 25. Sol[463] es im Meere die Imaginatio leisten? Ich sage vielmehr / daß es gantze Geschlechter (angesehen / die wenigsten Sirenen, so in unterschiedlichen Oertern gefangen worden / einerley Gestalt gehabt. Etliche mit Schuppen / doppelten Schwäntzen / fast rechten Beinen / etc. etliche nicht:) in der See gebe Hippocephalorum, putatitiorū Episcoporum, Monachorum, etc. nur daß wir sie nicht gesehen haben: und daß sie dennoch alle mehr Fische als Menschen seyn. Es muß aber freylich und gleichwol mehr Exempel gesetzet haben / denn beym Zeilero lieset man diß Sprichwort: Wenn Pfaffen reisen / so regnets ingemein. vide meam Philos. colus, also erkläret / daß es zuverstehen sey / von denen Meer-München / wenn sich die offters sehen lassen / daß es denn ein prognosticon gebe zu Regen / wie Castor und Pollux, das meteorum, zur glücklichen und unglücklichen Schiffart. etc. Aber woher / mögte man fragen? ängstet sie etwan das verhandene Wetter / wie die Frösche / so als denn auch sonderlich schreyn; und die Fische / so in die Höhe springen? vide D. Philipp: Jacob Sachsens Gammarolog: p. 418. etc. an animalibus competat præscientia? Im übrigen giebet es nicht allein Münchförmigte Fische / sondern auch Münchfelsen / in der Insul Malta. Kircher. l. 8. Mund: subt: s. 2. c. 2. f. 37. Münchberge / im Hartzwalde / 1. Hans Münch /[464] 2. Hennig Münch / genannt. Zeiler: Topogr: Brünsvv. p. 33. confer meines Rübenzahls part. 1. und 4. item D. Sachsen d.l. p. 158. da er auch gedencket / auß Kirch: d.l. fol: 50. nach dem gegebenen Zeugnüsse Habeli vice Cancellarii Melitensis, daß anno 1634. ein gantz Dorff in Festfussenlande Africæ, sehr verwunderlich / an Men schen / Viehe / Baumen / allen Haußgeräthe / Korne / Speise / etc. in lauter Stein sey verwandelt worden / bey einem schrecklichen Ungewitter und Erdbeben: ibid: Hominum horda lapidescens, p. 156. etc. ex Gaffarell curiosites in oynes sur la scolpture Talismaniq. des persans. Helmont. de Lith. c. 1. §. 18. Cornel. Wietflietio, Camer: Cent: 2. hor. succ. c. 70. Joh. Aventin. Hist. Bojor. l. 7. fol. 486. Willis de Ferment. c. 3. p. 19.) Item / daß des Apolloniii lib: 4. Triton, mit dem zwyfachen Schwantze / etwan auch ein monstrum unter den andern Sirenen gewesen. confer Pareum, einen erfahrnen Wund-Artzt zu Parieß / lib: 24. op. XXI. p. 767. und Kircherum d.l. pag: 622. Welche also einen gefangenen Tritonem beschreiben: Daß er gantz Menschlich biß an die Scham gewesen / mit gelben Haarlocken / aber nicht von Haaren / sondern etlichen fleischligten weichen Zoten / mit gleichformigtem Barte / beinernen-Magen / die Arme wahren nicht wohl gegliedert gewesen / sondern hatten wie die Gänse-Füsse außgesehen / gantz knarplicht / zu[465] schwimmen genaturt: das übrige hatte sich in einen Fisch geendiget. (Mercke / das sonsten auch Triton sey eine Art der Thunnorum oder Pelamidum. vide Salvian: Histor. Aquatil: lib. 1. Histor. 36. p. 124. sonsten kan das Wort Triton vielleichte herrühren / von τρίτω, das bey denen Æolis einen Kopff heisset. Weil sie einen Menschen-Kopff besitzen. Oder von τρίαινα, tridens, ein dreyzanckigtes Fischer-Werckzeug / damit sie die grossen Fische kriegen. Daher es auch / von denen Poeten / dem Neptuno, als einem Meer-Götzen / zugeeignet wird. Also meynet M. Stohrius: Aber ich bilde mir ein; es rühre besser her / von הירט humens, humidum, recens. Sonderlich weil damit übereintrifft / der Uhrsprung des Nahmens Nympha, qv: Lympha. Jul. Cæs. Scal. c. 28. & 41. de L.L. daher nymphea planta, die so genante Nix-Blume / weil sie im Wasser wächst / etc. Ich geschweige / daß Nereus, ist von νέω & ρέω. Becman. in Origg. L.L. p.m. 666. und Neptunus, vel à nando, ibid. p. 538. oder nach Jul. Cæs: Scal: lib. de plant. à totione, à νίπτειν. Daher wir oben den Nahmen Nix nahmen.

In übrigen aber / ists sicherer zu sagen / daß diese Menschformigte Fische eine eigene und gewisse Art der Creaturen seyn / so wohl und / ordentlicher weise / nach ihrer Natur / verbleiben / und also anfänglich von Gott müssen erschaffen seyn; dergestalt / daß sie eine besonderliche [466] Speciem constituiren / nachm Zeuchnüsse Kircheri l.c. pag: 622. Parei, l. 24. op. 21. p. 767. und Marci, in idear. oper: l. 1. c. 8. Denn / wolte man solche Meerwunder Monstrosæ seminum confusioni zuschreiben / so were zu befahren / das solche Sirenes nicht könten fruchtbahr seyn / oder lange weren: es möchte damit bald auffgehöret haben / so were es auch ein schnackisches Thun / wenn man sie wolte herstammen von denen untergegangenen Leuten mit sampt ihren Häusern / Schlössern / gantzen Insuln. etc. Vide Benjamin, Knoblochi Heliglandiam. 4. Hambug: Refer huc, daß / weil man auff und in den Bergen / Erden / Fische / Oestern / Schnecken /etc. findet / etliche vermeynen / sie kämen von der allgemeinen Sündflut her / vide Fabium Columnam c. 21. & Lud. Muscard. lib. 2. Musei c. 111. in Dissertat: de serpente Petrefact: §. 47. D. Joh. Dan. Major in Litholog. Curios: Majol. Colloq: 18. & Poter. Pharmac. Spagyr. l. 2. c. 7. p. 193. Th. Barthol. de unicornu c. 37. p. 280. Erici: Putean. apud Theod. Moretum de æstu mari: c. 21. §. 275. contrà: Melch. Gvilandin. de Papyr. p. 12. Jonston. Thaumat. class. 4. 32. etc. apud D. Sachsen in Gammarol. p. 164. etc. welchem letztern Herrn / für sein mir sehr schmachhafftiges Gerichte / ich zum herrlichern Gerichte / gerne ein Carmen Cancrinum Plissiadum, der wohlzugerichtete[467] Mutete Musen- und Mysen-Krebse / itzt postliminiò, zu einer schuldigen Dancksagung / überschicken wolte: wenn ich mich keiner zurückgehenden Antwort / auff meiner nach der Prosodie zwar wohl gereimeten / doch sonst ungereimten Befragunge / befahrete / so diese ist:


Metrô seram, Magne, sitis, en! Gammare, sortem?


Siehe! Grosser Sachsen-Krebs / soltestu wohl verlangen tragen können / nach ein verspätetes Glück unn Lob am vorhandenē Carmine?) und hat man endlich gleich so viel hundert Exempel nit / also daß sie uns rar sey / so muß man für ungezweiffelt wissen / daß das Meer groß sey / unerforschliche Schliche und Tieffen besitze / ja weit breiter sey / als der trockne Erdboden. Zu deme wer kan ad polum utrumque hinkommen; als da noch viel Meylen restiren? vide Tract. de usu elevat. poli. So hat man doch gleichwohl vor 100. Jahren / ihrer 16. mit einander gefangen. und Marci beglaubet / daß die Einwohner / in Ost-Indien / am Goänischen Ufer / von der Speisung vieler Sirenen, Anthropophagi, geheissen werden. Und seynd diese Arten also keine Teufflische Gesichter / wovor sie erkennen will Trithemius, Psellius, Gisbertus Voëtius, Delrio, dd. ll. weil sie sich fangen lassen / (also ist der Jesuit Bobadilla beym Schottô l.c. selber dabey gewesen / und hat es angesehen.)[468] (2) Von denen Anatomicis seynd anatomiret geworden: vide Barthol. part: 2. hîc pag: 38. etc. (3) Und endlich von Leuten seynd in den Magen hinein gegessen worden. Ich geschweige (4) daß die Aertzte / wie Latins referirt apud Barthol: d.l. auß der Erfahrung haben / wenn man kleine Kügelein drehen lässet auß den Ribben der Sirenen / das solche gut seyn / wieder den Schmertzen des Blutflusses / item das Armbänder davon / umb die Hand gethan / den Schwindel und Kopffwehe stillen sollen / welches Eques Cassianus zu Rom von Puteo gelernet hat. Dieses alles reimet sich nicht / wenn mans auff die Augen-Verblendung des Satans appliciren wolte. So ist es auch unmüglich / daß die Sirenes herkommen solten / von der Vermischung des Menschlichen und Fischlichen Samens / durch einen solchen schändlichen Beyschlaff: Ob gleich Alexand: ab Alex: bezeuget (Genial. Dier. l. 3. c. 8. Pausan. in Bœotic. seul. 9.) das Weibes-Bilder von uns durch die Meer-Kerle seynd weggerissen und also mißbrauchet worden. Solches kan vielmehr der Teuffel gewesen seyn; oder daß die gedachten See-Thiere von etlichen geilen Menschen nicht sicher seyn / wie jener Spanier beym Barthol. / saget / und Kircherus d.l. daß die Barbaren in Sofalâ diese Sirenes zu ihrer Unzucht gebrauchen. Mercke daß auch dieses verdächtig sey / was Joh. [469] Marcus Marci saget d.l. Sit convoluta species tùm hominis, tùm piscis; igitur caput & pectus humanum, quia protiuns evoluto specie innascuntur, ob fortitudinem speciei humanæ in eô prædominantur: reliquum corpus in piscem degenerat, proptereà quod, priusquam idea in humanos pedes se evolvat, species ad caudam destinata præoccupârit. (Ja man hat wohl viel monstra oder hybrida, dran das Menschliche oben ist / auch dem Horat: lib. de arte Poëtic. v. 1. etc. p.m. 779.


Humano capiti cervicem pictor equinam

Jungere si velit, & varias inducere plumas,

Undique collatis membris, ut turpiter atrum

Desinat in piscem, mulier formosa supernè etc.


Als ist Anno. 1623. 8. sept. bey Warschau in Pohlen ein monstrosischer Fisch mit einem Menschen-Kopffe gefangen werden. etc. Meurer Histor. Relat. contin. Anno 1665. ist in Schlesien zu Lorzendorff ein Mägdelein mit Füssen / wie Krebs Scheren / zur Welt gebracht worden. Vide Gammarologiam D. Philipp. Jacob. Sachsens. tab. X. & p. 213. apud eundem de plantarum resuscitatione p. 939. 244. etc. 251. etc. sub terrâ caro 128. lignum. 129. canàles aqvei 129. 135. naves 131. ossa, cornua. 159887. pisciculi in saxis 147. lapidefacti. 150. piscium figuræ in lapidibus, p. 153. 154. Animalia mortua in lapidibus inventa. 146. etc. [470] viva 147. Animalium figuræ in lapidibus variæ. 151. etc. Animalia ex homine 195. Humanæ figuræ in lapidibus 151. etc. in homine animalia. 95. ex homine plantæ. 188. ex auribus hominis. 159. in pulmone cerasus. 190. in pectore prunus. 190. etc. hominis partes in lapides mutatæ p. 175. de Salamandrâ, pag. 16.) Aber es hat sich auch bißweilen umbgekehrt also verhalten: Davon gnugsam Exempel zu gegen in denen autoribus de Monstris: Weinrich. Als unlängst jene reiche Jungfer in Holland mit einem Schweins-Kopffe / so außm güldenen Troge gegessen / welche mit sehr vielen Gelde an einem Armen verheüratet worden / weil das monstrū sehr geil gewesen / in Hoffnung es würde GOtt also Wunder thun / und einen Menschen Kopff bescheren: Aber der Kerl soll mit dem Gelde davon gelauffen seyn / und die Fraue im Stich gelassen haben. Weiter lässet es sich ja wohl auß unserm Kopffe bißweilen was folgern / aber allezeit nicht wohl: Also gefället mier des H. Feldij Vermuthung in Compend. sphær. beym Chäo der Erden / wie sich da das Dicke und Dünne / trockne und Wasser / gebahren / vereiniget und verhalten haben / bey hinterlassung eines außerhalb runden Cörpers. Besser wolte ich sprechen mit M. Stohrio d.l. c. 1. §. 12. etc. daß daher auch im Meere was Menschliches sey / weil die euserliche Gestalt dermassen der Natur beliebet /[471] daß sie allenthalben damit spielet / und sie intendiret / sie möge nun so viel davon erhalten / als sie immer könne: weil nehmlich der Mensch / nach GOtte / aller Geschöpfe finis ist / und die Vollkommenheit in sich hält. Also wo die Natur keinen Sinn kan zu wege bringen / da leistet sie doch das Leben / fehlet dieses / so muß die Figur herhalten. Daher verwundert man sich über die Gestalt der Affen und Meer-Katzen / dahin gehöret auch das monstrum Indicum Thanacth, welches am Kopffe / Ohren / Nacken / und Gesichte einem Menschen gantz ehnlich kömpt / mit schwartzen krausen Haaren / als ein Mohr / in übrigen soll es außsehn als ein Tiger-Thier / außerhalb denen Händen / so auch menschlich seyn / Theuetus Tom: 2. lib: 23. c. 3. unter denen Vögeln / seynd die Pequini, welche / nach dem Kirchero, itin. Exstat: 2. Dial. 3. c. 1. p. 624. ans Magellanische Meer wohnen / und mit auffgerichtetem Leibe / wie die Menschen / gehen. Unter denen Pflantzen ist orchis, oder Stendelwurtz / Knaben-Kraut / so vollenkömlich sexum utrumque præsentirt. Histor. Plantar. quam edidit Graffenried, Tom. 2. lib: 19. & Bassæus in plant. Icon. part. 2. sect. 9. p. 673. Unter den Wurtzeln ist die Mandragora. Barthol. cent: 2. hist. 51. p. 262. Aldrovand. Histor: Monstr: p. 136. hat eine andere radicem anthropomorphum. Matthiol. lib. 4. Diosc. [472] c. 71. Aldrovandus d.l. eines Edelgesteins / Androdamas geheissen / so eine Menschen Gestalt führet. Olaus Magnus, Rer. sept: c. 28. in litoribus Ostrogothorum, nempe orient. Maris, Draviken geheissen / spricht / daß da Felsen seyn sollen / so wie Menschen Köpfe / und andere Glieder außsehen. Ich geschweige / das Kircherus d.l. solche Formen auch weiset an denen Steinen unter der Erden. [von Picturis, Statuis, Nummis, als Abbildungen der Menschen / citiret viel Oerter und Autores, D. Sachs in Gammarolog: p. 47. 48.] Warumb solte es denn nicht auch dergleichens geben können im Meere: da / nach Aldrovand: Histor. Monstr. p. 355.


Æther non tot alit, nec tellus horrida monstra,

In cryptis abdunt, quot vada salsa suis.


Dieses ist gleichsam gnug zum Beweiß / und hette es jenes nicht bedurfft / das Scaliger. in Exercit. 250. Dist. 1. p. 728. ad Vacuum formarum, eine Außflucht nimmt / als wenn dessentwegen Sirenes weren /ne vacuum formale daretur inter pisces & homines. In übrigen / daß es freylich solche halb-menschliche Fische gebe / davon hat man Beweißthumb bey allerhand Gelahrten schier auß allen Facultäten / (wie also redet / nach geschehener grosser Bemühung in deren Versamlung und Auffschlagung / M. Joh. Stohrius d.l. Disp: 2. cap. 1. §. 9. etc. Drauß [473] ich allhieher das meiste setzen wil / mit Dancksagung) Als dahin gehöret nachzulesen P. Sacchias. part: 2. lib. 4. n. 276. das 16. Sirenen von denen Fischern seyn gefangen worden anno 1560. in Meere bey der Insul Manaria, 7. Männer und 9. Weibelein. P. Henricus Henrici, welcher mit Dima Bosqve, einem Medico des Pro-Regis de Goa die besagten 16. mit Fleiß beschrieben hat / bey Joh: Marcum Marci in Id. oper: l. 1. c. 8. und Th: Bartholin. H.A.R. Cent. 2. hist. XI. p. 190. Autor Soc. Jesu. part. 2. lib. 4. weldie benannten zierlich beschrieben vorstellet. P. Boistuan, histor. Gall. Prod T. 1. c. 18. Maffeus, in histor. Ind. Platina, in Sabinianô 1. Pontifice. davon Majolus Dieb: canicul: in colloq: 9. p.m. 350. Bonfinius Decad 1. lib. 8. Kircherus in Itiner. Extat. Itin. 2. Dial: 3. c. 1. Itin. submarinô. p. 623. Item lib: 3. Artis Magnet. part. 6. c. 2. §. 6. P. Didacus Bobadilla, welcher procurator gewesen in denn Philippischen Insuln / wo man die Sirenes am meisten fänget / und davon dem Kirchero Zeugnüß mitgetheilet hat. vide Schottum in Phys. Curios. l. 3. c. 4. §. 3. p. 411. Ulysses Aldrovandus, Histor. Monstr. p. 29. Pareus, dieser wird vom Aldrov. zum Zeugen angeführet /über 2. monstra außm Flusse Nilô, nehmlich ein Männlein und ein Weiblein so er vorbildet / in libr. XXIV. de monstr. & prod. c. 21. p. 767. drauß der Aldrovandus [474] d.l. p. 354. es genommen hat / und daß man solche monstra noch hernach zum Zeiten Gregorii und Mauritii wieder im Nilo gesehen habe / bekräfftiget Nauclerus, Palmerius, und Vadianus beym Fortun: Licet: lib. 4. de spontan. Vivent. ortu, c. XI. p. 264. Bernhardus Ginnarus, lib. 1. c. 9. de Ind: Itin: edit. Neapol. anno 1641. It. lib. 1. tom. 1. c. 13. Joh. Marcus Marci. Idear. operat. l. 1. c. 8. Thom. Bartholinus observat. hist. Anatom. Rar. centur. 2. Hist. XI. p. 188. Majolus in liebus Canicul. colloq. 9. p. 351. Ramusius Tom. 1. Navig: in ratiocinat. de Hannonis Carthagin. navigat: in fine. Theodorus Gaza, vide Majol. l.c. pag. 349. Licetum tract. cit. l. 1. c. 143. p. 144. Petrum Hispalensem p. 1. c. 22. Georgius Trapezuntius, der die Sirenes selber mit Augen gesehen; vide Majol. und Licet. Petr. Hispal. Baptista Fulgosus, vorweilen Fürst der Reip: zu Genua, in dict. & fact. memorab: l. 1. c. 6. Draconettus Bonifacius apud Alex: ab Alexand. Genial. dier. l. 3. c. 8. Petrus Martyr, beym Schotto l.c. p. 406. welcher Jesuit / in deme er alles ohne Unterscheid zusammen getragen hat / endlich gar ungereimt statuiret / daß Volatiles und Natatiles Sirenes seyn. Nierembergins lib. XI. Hist. Nat. c. 1. Menas, Præfectus in Egypten / der am Orte Delta selber Sirenen gesehen / und davon an den Kayser Mauritium geschrieben[475] hat / nach Majol. Nieremberg. l.c. und andern / außm volum. rer. Roman. sub. Gregoriô. Fortunius Licetus lib: 1. de Spont. viv. ortu c. 28. it. cap: 143. & lib. 8. c. XI. Chilon Tract: de piscibus. C. Plinius 11. Histor. Nat. lib. 9. c. 5. p. 402. Jul. Cæsar Scaliger in Comment: in Aristot. Hist: Animal. lib: 2. c. 16. §. 118. p. 232. etc. Johannes Schmidt / Capitain Anno 1614. in der Navigat. welche er sampt Neu-England als oculatus testis beschreibet / beym Stengel. l. de Monstr. c. 2. §. 8. da er selber früe Morgens / unferne von Port S. Johannis eine schön / gestaltete Sirenen gesehen. conf. Jöan: Gothofredi Historiam Antipod: part. 1. p. 193. Philipp. Wilhelmus de Seitz. Pausanias in Bæot: s. lib: 9. und andere bey Scalig. Nieremberg. Licet. lib: 1. c. 10. p. 144. wo Licetus sich auff eine Hamburgische Schiffart berüffet / Anno 1549. da man pisces homini formes gesehn. Gesnerus l. 4. de Aquatil. der spricht das Anno 1548. vom Philippo Austriæ eine todte Siren zum Spectacul zu Genua sey hervor gezogen worden / nebenst zweyen lebendigen Satyris. Beym Majolo l.c. und Schotto d.l. siehet / wie in den alten Archiven des Königreichs Portugall / enthalten stehe / daß einsmahls ein Disputat und Zwiespalt entstanden sey / zwischen dem König / und dem Groß-Meister S. Jacobi / wegen Menge der Sirenen in jenem Meere / welchem[476] sie solte zustehen oder gebühren? drauff es zu solchem Vergleiche gerathen; Non Magistro ordinis, sed Regibus deberi vectigal Sirenum, aliarumque belluarum marinarum, quæ in littoribus Magistri caperentur.

Biß hieher auß der invention M. Joh. Stohrii. Worzu ich dieses setze / wegen der beliebten Gestalt des Menschen durch alle Geschöpfe / was Schvventerus hat in delic: Mathem. die Arca Noe, ist auß Eingeben des H. Geistes gebauet 3000. Ellen lang / 50. Ellen breit / und 30. Ellen hoch. Das ist die proportion, so in den kleinsten Zahlen bestehet / 30 / 5/3. Nun lasse einen Menschen sich niederlegen / und strecken: stecke seine Länge ab / theile sie in 30. Theile / nun solche Theile in 5. so hastu des Menschen breite. 3. aber davon geben des Menschen dicke. Welches zuverwundern (und hierauß kömpts / daß der Teuffel / mit allem Fleisse / durch die Verkehrung des 10. Geboths / darnach trachtet / wie er das Menschliche Geschlechte vernichten / verdammen /verderben und vertilgen möge. Daher kan er kaum in rechter vollkommener Menschen-Gestalt erscheinen / alldieweil alle Historien vermelden / daß er zum wenigsten / Pferde-Hunde etc. Füsse und Klauen / Eulen-Krallen und scheußliche Tatzen gehabt. Also sagen vitæ Patrum, das Satan einsmahl denen Eltern solche blaue Dunst vor die Augen gemachet habe / daß[477] sie von ihrer Tochter vermeynet haben / sie were in eine Kuhe verwandelt: biß Macarius durch sein inbrünstiges Gebet von GOtt erhalten / daß denen Eltern wiederumb die Augen auffgethan worden / und ihrer Tochter rechte Gestalt sehen können. Hingegen lieset und höret man mit grosser Verwunderung / wie GOtt / der Allmächtige Schöpffer / sein eigen Händewerck selber dermassen gepriesen / daß er uns nicht alleine nach seinem Ebenbilde formiret hat; sondern seinen eingebohrnen Sohn uns allen hat lassen gleich werden / ausserhalb der / in die Welt mit hinein geschliechenen / Sünde / daß er uns zu gute / müssen und wollen unsere Gestalt annehmen / wie er denn auch an allen Geberden / und Gliedern / uns gleich gewesen / und wie ein rechter Mensch erfunden worden. Traun / daran ist erschienen die liebe GOttes gegen uns. Omnia facta sunt propter HOMINEM: Imò DEUS ipse propter nos factus est HOMO, subtilisiret Scaliger. O GOtt! habe danck / daß du mich auch mit sampt den Meinen / nicht alleine von allen unvernünfftigen Creaturen absondern wollen; sondern auch mit allen rechtschaffenen gesunden Gliedern zu vollständigen Menschen gewürdiget / und gerathen hast lassen / nebenst der Teutschen Christlichen und Lutherischen Vollkommenheit. Wohl! du wirst uns auch / dermahleins / in dein [478] ewiges Bürgerrecht auffnehmen. In übrigen / wegen des Herrn JESU CHRISTI, DEI HOMINIS, schöne Gestalt: bestehe Josuæ Arndii nenen Tract: und / auß sehr vielen Autoribus, mein Werck /von der vorgegebenen Nativität des lieben Herren JESU CHRISTI.

Schlüßlich muß ich allhier zur ergetzlichen Nutzbarkeit einen gantzen vollkömmlichen Blumen- oder Kräuter-Menschen / ex regno vegetabili zeugen / und sonderlich zuwege bringen / auß Joh: Poppens F.S. und B. Chymicô zu Coburg / Kräuterbuche /von der rechten Art der signaturen: [nachm Alphabet:] und dergestalt soll dem (1. Auge ehnlich seyn / und darzu nützlich oder heylsam seyn / Evphragia, Augentrost / pag: 436. (2. Blase / Senis-Frucht (3. Capillo, oder Haupt-Haare / Cuscuta, Filtz-Kraut / p. 604. Polytrichon, capillus veneris, Gülden Wiederthon / Jungfrauen-Haar / p. 556. (4. Därmen und Magen / Kürbs mit seinen holen Rancken / dran er wächst / Stengel der schwartzen Christwurtzl. p. 672. (5. Ersch / oder Hinderstem / Melohnen. (6. Fingern / Händen / Palma Christi digiti, Knaben-Kraut / Händleins-Kraut. p. 330. Digitatis, Finger-Hütlein / p. 562. (7. Gehirne / Welsche Nüsse / p. 192. auffgeschnittener Rosen-Knopff. p. 208. (8. Hertze / der Saame von carduo Mariæ, oder Rehediestel / p. 311. die Wurtzel von Polygonatô, [479] Sitô, Sigillô Salomonis, Weißwurtz. Der Same Cardiacæ, des Hertzgespans. p. 524. die Lindenblätter p. 199. Mandel-Kern: p. 195. Osterlucey-Blätter / Aristologia, dem Pericardio, oder Hertznetze; Spinnen-Diestel / Carduus Benedictus, Cardobenedicten p. 312. (9. In der mitten stehenden Nabel / umbilicus Veneris, Nabel-Kraut p. 565. Schnecken-Klee. (10. Kopffe / oder Häupte / Mahn-Saamen Kopff p 650. Kürbs p. 497. Coriāder / Schwindel-Körner / vergleichen sich auch einem Augapfel p. 485. am Catanana oder Orants-Knöpfflein / siehet man einen Kalbes-Kopf / mit Nasen / Augen / p. 348. oder wie ein todten-Kopff. Majoran / p. 279. (11. Leber / Lorbeerblätter / p. 190. Epatica, Leber-Kraut / Portulacæ Blätter / p. 500. (12. Milch ist in Lathyri, Spring-Körner Kraute / und Wolffs-Milche / p. 638. in Hieraciô oder Habichts-Kraut-Wurtzel / p. 581. (13. Nieren / pistacia, Pimpernüßlein / daher sie folliculare, vesicaria, heissen / p. 894. Moon-Körner / Schminck-Bohnen. (14. Ohre / Maußöhrlein / auricula Moris, p. 193. und andere. (15. Pedi oder Füsse / calceolus Mariæ, unser Frauen Hand-Schuch. (16. Roth Blut ist im Drachen Blute / sangvine Draconis; Herbâ Cancri, Johannis Blute / vide meinen Abergläubischen Johannis-Topff und Opus Johanneum, in Johannis-Kraut Blüte / oder perforatâ.[480] (17. Schweißlöchern / die Blätter von S. Johannis Gürtel / die Blätter von Origano, Dosten / Wolgemuthe. p. 278. (18. Tütten oder Brüste / poma amoris, die Käselein von Hasenpappel. (19. Ungvibus oder Nägeln / der Same von Cardobenedicten. p. 313. (20. Weiblich: und Männlich: Schame / Arum, Aron / Pfaffenpint / deutscher Ingber; Monchs-Hoden / Papen-Kloete / p. 404. Satyrium, Knaben-Wurtz. Stendel-Wurtz / p. 329. Krausemüntze / p. 353. (21. Zähne / die Wurtzel von Martago oder Goldwurtze / p. 244. (22. Dem Glandi Penis, eine Bohne. (23. Miltze / scolopendriū, oder Miltzkraut / p. 378. [24. Lungen / Lungenkraut / pulmonaria, p. 299. (25. Zungen / Hippoglossum, Zungenblat. p. 616. Buglossa, Ochsen Zungen / Augenzier / p. 286. die Blätter von Morsô Diaboli, Teuffels-Abbisse / p. 607. (26. Wartzen / Verrucis, Raute / p. 551. (27. Adern / Volubilis, Winde / Hedera, Muscus, Terrestris, Beerlapp / Gürtelkraut. (28. Zapfen im Halse / uvularia, Zapfenkraut / Kehlkraut / p. 616. [29. Bauche / Castanien / Wirff sie ins Feur / höre wie sie platzen / und crepitum Ventris von sich geben. [30. Knien / die Knoten an Halmen / Genista. (31. Barte / Filicis oder Farrnkraute wurtzel; Soll sonsten in Teuschlande / gespalten / einen doppelten Adeler præsentirē und in Franckreich[481] wie eine Lilien außsehen / pag: 489. von diesen / und mehren / haben Ihre Vergnügsamkeit auffzuweisen / in leibhaffter Gestalt / meine Herbaria viva, so ich mir (1.) in octavô zurichtete Anno 1656. nach denen Tituln. DoMVs ChLorIs. FLorianVs DeMoCoon. BLVMenträChtIge ErDe. noMenCLator herbIDVs. CaMpVs fLorIDans. poLYanthea MeDICa. herbatIVM DeLeCtans. (2 inQvartô; 1657. FLoræ annIDICVM. DIanæ eteoLogICVM Ἄνϑος. cheLIDonIVM. CLInopoDIVM. DeLICIVM. DaCtILIVM. D. LeonharDVs Bähr / BotanICes eDItor. roDankos LIpsIaCVM. noMenCLator paraDIsI [παεά τήν δεῖσαν ποιεῖαν, id est, à collectione Herbabarum:) wie ich die einzelen Bünde damahlen also mit besondern Jahr Nahmen beleget habe. Chronodist:

Me sIbI constItVit JanVs prætorIVs aVCtor, VaLLIbVs ex roseIs, LIpsIaCLsqVe LoCIs. CLInoDIVM. Und (3) in Foliô in etlichen vorigen Jahren als meine Sömmerliche Lust und viel-Jähriger Zeit vertreib / auspicio des Seel. Herrn D. Leonh Bährs / Botan: Academ, Lips.) von den erstgedachten Sirenen und Nixsen / bestehe meinen andern Theil / cap. 13. 14. an vielen Exempeln. Wo du / von so genannten Meer-Menschen / nicht wenige Historien antreffen wirst: die aber lange so viel [482] Menschliches nicht an sich haben / als der Welschen / im Meere wandelnde /Gegenfüßler: Denn / wie Ricciolus fol. m. 26. part: 1. Tom. 2. l. 1. c. 20. Almagesti, in schol. saget / so sol Italien / eigentlich zu rden nicht so wohl Antipodes, als apodes pisces haben: (Hingegen statuiren andere der Italiäner / Antipodes oder Antichthones, homonym. im Monde zu seyn: Davon Hevelius in Selenograph: confer Ricciol. d.l.) Davon auch jener Poët also singet:


Plaustra alii jactent, & equos, Magnosque Elephantos,

Quique onera huc illuc ferre referre solent.

Jactet Hamaxobius currûs; sed Navita credit

Navi, quâ Batavis est via ad Antipodas.


Lactantius hat sich befürchtet / wenn es solte Adversi-pedes geben / daß solche möchten hinunterfallen in den Himmel. At, ô felicem casum, si illis, & nobis, & omnibus, DEO volente, contingeret, cadere in cœlum, spricht Ricciol. d.l. ex Plin. l. 2. c. 65. & 16. c. 22. Wir könten solches von denen gedachten Batavis zugeben / weil es ihren Nahmen gemäß ist / à βαθύς. Aber weil es heisset: Fahret in die Höhe / und zu deme ein Frantzösischer Poet / ihrer pfinglichen unerhörten (wegen der Grösse und Tapfferkeit) victorie zu Ehren 1666. diese Palmzweige über die Siegende Flotte gestreuet hat:


Pugnatum est Batavos inter, sævosque Britannos.

Et vix post quartum pugna peracta diem.[483]

Summa tenent Batavi fortes, ima æquoris Angli;

Divisum imperium sic juvat esse matis.


(Oder Divisum imperium cùm Batavô Anglus habet. Oder Littora nota tenent Batavi, fundum maris Angli; Hos meritò Dominos dixeris esse maris.) So wollen wirs auch billig dabey bewenden lassen: Zu deme weil wir / mit solcher Redens-Art / die rechte Natur der Contrapedum [Erasm: Schmid: in præfat. Calendar. papistic. ex Lombard.] oder Antigenorum und Antomorum, exprimiren / welche ist / non cadere deorsum, sed niti ad centrum gravium, stando aut ambulando; nam quicquid est extra centrum, est supra: superant itaque Batavi, oder os sublime ferre, & ferire Zenith, etc. Das klappet weit besser / als was jener ungereimte Flämische Poet / dem guten Niederlande / in diesem weit hinauß sehendem 1666. Jahre / für eine gäntzliche Niederlage / in seinen / sich der Mühe nicht verlohnenden / häuffigen Reim-Zeilen / und Jahres-Schlüssen / zugeschantzet hat. Sunt verba, non verbera. Nehmlich er wil gantz Niederland in solchem Jahre unterdrücken / und mit der Zungen niederschlagen: gantz Holland wil er auß holen / daß es nirgend mehr anländen könne. Welches so vergeblich gewesen / als die GOtt lob! falsch befundenen Prophezeyungen / wegen den Untergang des Königreichs Pohlen / auch in diesem Jahre / da man ZehLet [484] taVsenD / seks hVnDert / seks VnD seChzIg. vide meine heurige Welt-Geschichte: Unn herr p. præc: 206. Drauff freylich am 13. Julii ein hefftiger Streit / zwischen denen Confederirten / und Königlichen Völckern / geschehen ist / bey dem morastigem Orte / und Passe Montwy / im Eujavischen / am Dorffe Instodla, dergestalt daß der König bey die 3000. Mann eingebüsset hat / an Gefangenen / die auch kein Quartier gekrieget / und sonsten niedergemacheten / so mehrentheils Teutsche und Frembde nationes gewesen / und worbey wohl 180. Ober-Officirer die Vornehmsten und allervertrautesten / geblieben. Welches blutige treffen ein Mittel gewesen / des drauff am 31. Jul: 1666. erfolgeten Frieden-Schlusses / und amnestie, im Lager unter Legonice, bey dem Fluß Pileza / zwischen Ihr König. Majest: so kurtz vorher von der Dysenteria kaum genesen. und Ihr Fürstl. Gnaden / Hr. Georg. Lubomirscki / Fürsten auff Wißnitz / und Jaroßlaw / und dessen Adhærenten. Dem Barmhertzigen GOtte / sey ewig davor gedancket / daß er auch seine weinende Wunderzeichen so weit hat cooperiren lassen / unter welchen mit gewesen ist das seltzame Ey / (vide hîc pag. 131. welches wohl recht darumb zum Wunder-Propheten erkohren worden / daß es mit dem Elegiacô nomine seine sympathiam, und condolentiam, dem Vaterlande recht verständig ablegen könnte / mit [485] ey / ey / ey! sagen:) so außführlicher so beschrieben wird von Jacob: Nigrino in Registr: von Europa / pag: 79. vom 1665. Majo. bey Warschau soll man auff dem Lande ein Hennen Ey gefunden / und in die Stadt gebracht haben: darauff einn blosser Säbel / wie auch ein von unten auf flammendes Creutz / nebenst einer Ruthen unn gespanneten Bogen / gar deutlich zu sehen gewesen. Selbiges Ey war gantz grau / und in vier Felder abgetheilet / und in jedwedem Felde eines von jetzerwehnten Zeichen / in so weisser Farbe / wie sonst ein Eyerschaal siehet / zu sehen: unter dem besagten Creutze aber / fand man auch eine gekrönete Schlange.

In übrigen / in freylich ann Vs IesV ChrIstI, aDMIrabILIs; massen auch der vornehme Poet / mein geehrter Freund / Herr M. Joh. Frentzel bezeuget in Lessô über Christian: Bulæum; J.U. Cand. am 15. August:


Wenn ich diß nun wohl erwege / so bedüncket mich dabey /

Daß ein solch (a) gedrittes Sterben / nicht gar ohne Omen sey:

Massen denn in diesem Jahre / das drey Sechsen mit sich führt /

Da und dort viel Wunder-Dinge man vernimmet und verspürt /[486]

Auch vielleicht wird noch verspüren und vernehmen da und dort /

Wenn uns GOtt nicht Gnad erweiset / und wir thun nach dessen Wort /

Ihm mit Büssen und mit beten in der Zeit entgegen gehn /

Weil die Mauren und die Felder noch im Fried und Ruhe stehn /

Und mit giffgen Sterbe-Drüsen GOtt noch gütig uns verschont /

Als der sonst mit solchen Plagen übermachte Sünd ablohnt.

Wenig gutes ist zu hoffen / weil wir wenig gutes thun:

Eher / als man sichs versiehet / wird in einem schnellen Nun

GOtt der Welt ein Ende machen: Wohl dem / der wohl ist bereit!

Wohl dem / der bey Zeiten gehet seelig in die Ewigkeit.


(a) Nehmlich D. Joh. Olearii Sohn auff seinem Nahmens-Tage am 24. Jun. hîc pag. 444. D. Martini Geyers Sohn / am 3. Jul. und D. Christoph. Bulæi Sohn am 10. Aug. 3. wohlgerathene Kinder der dreyer Hochberühmten Sächsischen Theologorum sturben in diesem / mit dreyen Sechsen verzeichnetem Jahre / unter zweyer Monat frist.) Begehret man die Fundamenta, worauß man sich mit einander / was besonders[487] in diesem Trisextili annô besorget hat; so sprech ich / das solche seyn entweder


1. M ysticus numerus 666. oder die 3. Sechsen.

2. D eputatæ numerales M. D. C. L. X. V. I.

3. C onjunctio Magna Planetarum, & Eclipses.

4. L ucida stella Cassiopeæ anno 1572. vide Appendicem ad meam Astrologiam Reformatam Cometicam.

5. X iphiæ Cometæ proximè præcedentes: pag. 131. 132. 280. etc.

6. V aria prodigia proximè antecedentia.

7. I mpletæ Periodi multarum rerum.

8. Wie es Trithemius ex Revolutionibus Planetarum thue / vide c. 3. Boötis.

(6) Als wie dar / unter andern /

M onstra, oder Mißgeburten / inpræced. pag. 180. etc.

D uplicati Soles, oder Neben-Sonnen. p. 102.

C ruentationes, oder Blut-Zeichen / hîc pag: præced. 170. etc.

L inteum & sericum cœleste, die Himmlische Seide und Flor / pag. 251, etc.

X iphos in aëre, die in der Lufft erschienene Schwerdter / p. 131. 226. confer meinen Stralsundischen Lufft-Krieg. 1665. 8. April. hor. 2. pomerid.

V irgæ igneæ, oder allerhand Feuer-Ruthen / confer pag: 289. vom Creutze. p. 196.

I gnis cælitùs delapsus, oder vom Himmel herunter gefallenes Feur. pag: 316. 199 etc. 132.[488]


Auß diesen erhellet / daß freylich eines und andere Unglück in der Welt erfolgen werde / als wie da seyn


1. M ortalitas, oder heuffiges Absterben an Menschen und Viehe.

2. D igladiationes, oder hefftige Krige unn Blutverg.

3. C aritas annonæ, oder Theurung und Mißwachs.

4. Largæ Tempestates, oder vielerley Ungewitter.

5. X enodochiorum impletiones, oder Seuchen unn Kranckheiten. p. 192. 301.

6. V ndarum impetus, Uberschwemmungen. p. 445.

7. Incendia, oder Feuersbrünste. p. 197. 198. 369.

(4) ut: M otus terreni, oder Erdbeben. p. 127.

D urum gelu, oder Erfrierung.

C oruscationes, oder Donner und Blitz.

L ativagi venti, oder Ungestüme Winde.

Χηρότητες seu áriditates, oder Dürrungen. p. 445.

V alidæ grandines, ungeheure Schlossen. p. 133. 193.

I mbres, oder unmässige Platzregen. p. 445.


(1) Wegen der Infection vide hîc. p. 189. 446. und dessen wüten in Engel: / vid. Holländ: Himmels-Glücke. So ward auch berichtet; daß in Brasil: in der Gegend der Bahia de Todos tos Santos, in wenig Wochen / über die 8000. Menschen Todes verblichen / etwan im Maj. und Jun. 1666. Item / daß zu Athen / Moron / Coron und im Türckisch. Lager viel Volcks an der Peste gestorben / d. temp. item / daß im Aug: und Jul. zu Mantua so ein grosser Stanck / und auch die Pestilentz entstanden / daß die Hertzogin von dannen gewichen. Daß zu Fontainebleau die Blattern regieren: Dran auch sonsten der junge Span. König[489] gelegen. Item daß nachm Mittel Jul: etc. umb Eulenb: / Torgau / Wurtzen. etc. über 50. Stücke Viehes in Eyle gestorben / an der fliessenden Pestilentze / als sie vom Grase gefressen / drauff viel schwartze / wie von gesprützeter Tinte / Flecke / durch einen giffeigen Nebel gefallen gewesen / bey Eulenb: / und wenn die Hunde von solchem todten Aase gefressen / und in andere Oerter / Dörffer etc. gelauffen seyn / so haben sie solches Ubel auch daselbst unters Vieh gebracht. Sōsten blutete auch nachm Anfange Aug: ein sehr altes Hirschgeweyhe bey Eulenburg auffn Dorffe viel dinges in untergesetzte Gefässe: und bey Leipzig / zu Crebern haben sich zwey Müser in Blut verwandelt / im Außgang Jul: welches Herr Michael Kell / daselbst betagter Pfarr: mit erzehlete: welche Gemüser einer Bauerfranē allda zugestanden / so gute Freundschaft gepflogen / mit einer 66. Jährigen Gottsfürchtigen Schulmeisterin / so 8. Tage vorher im Walde erschlagen worden / und zwey Tage nach ihrem Tode / frisch schön färbiges Blut auß einer Wunde ihrer sonst dürren Hand / in menge hat lauffen lassen / ja auch kurtz vorm Begräbnisse / ihre Zunge im Maule gerühret hat / etwan zur gefoderten Rache über ihren Mörder. Im übrigen berichtete unser Churf: Patent / am 26. Jul: 1666. zu Dreßden / dem gantzen / noch zur Zeit / GOtt Lob / Danck und Ehre! unangestecktem Lande / oder dessen Menschen / zur Nachricht gegeben / daß / wegen der übermachten Sünde willen / der erzürnete liebe Gott / viel benachbarte Oerter mit der Pestilentz beleget habe / als unter andern (p. 446.) Trier / Cobl:[490] Achen / Franckf: etc. (Hildesheim / Brehmen /) ja den Mayn-Weser- und Rein-Strom. Traun / solches Elend ist vielfach / so hier / so da / angedeutet worden / durch die Blutz: darzu ich auch etwan jene blaue Lauch: Himmel Seyde (davon auch / nach mir geschrieben M. Seb. Kirchm. Uffenhem. Francus. P.P. Witteberg: in Dissert: Phys: 1666. de Filis meteoris, seu Filament: D. Mariæ. Thes: 17 etc.) gezogen habe: wie recht / wird die besorgliche Zeit lehren. Und daß das Ding nicht præcisè ein portentum sey / kan ich einem Manne / so alles natürlich drauß machen wollen / keines weges zu gefallē zu geben. Magis amica Veritas, hîc non in profundô latens, sed in propatulô stans; unde non præter necessitatem miracula multiplicavi. Ich werde es dem hertzlich-warnenden Schöpfer zu Ehren / und der Welt zu nutzen / wils derselbige Allmächtige GOtt! in meinem Wunderb: weitläufftig erweisen / wie man bey allen Wunderdingē / durch unsere super-kluge Vernunft / was geringschätziges / ohngefährliches / allgemeines und richtiges (DEus enim rarissimè agit absque caussis secundis,) auffgebracht habe / und gleichsam könne; solche nieder zu schlagen / und der ruchlosen Sicherheit zu Steur ihren finem mit erlangen zu lassen. Ich spreche / daß solche Seide dennoch præcisè ein portentum inferiren könne unn solle. (1. Wegen dessen Länge. hîc p. 253. (2. Wo nicht wegen der Menge / doch vielmehr so weit wegen der Wenigkeit: Denn auf gewissen Aeckern ist nur alleine was gewesen / auf andern / flugs dran gelegenē / nichtes. Beweise mir einer /[491] das geringste Correspondentz von diesen zwey Stücken / ja allen nachfolgenden / am Lanugine oder pappô, wie es M. Enoch Hanman: Lips. nennet / ad Disp. de crepuscul. in Corollar: de hâc mater. (3. Muß anonymus selber / wieder sich / lehren / thes: 13. daß die Lanugo nur bey der temperirten Lufft generiret werden könne. Domahlen / ich weiß es gewisse / war kalte und trübe Lufft / auch ausserrhalb der rechten Lanuginis-zeit; so ward auch nirgend das geringste vom Sommer an keinem eintzigen Orte domahlen gesehen oder gefunden. (4. So muß er selber zugeben / daß er mit der Festheit der Seyde / nicht könne zu rechte kommen: schliest sie außerhalb der natürlichen Wirckung: Wohin denn /wenn die Physic nicht zu reichen wil? er gibt sie mir gewonnen zur Behauptung meines Schatzes / der sich besser defendiren lässet / als seine Spongiæ incumbentia suffulcimenta: non potest se extricare, utcumque se volvat revolvatque in filis, qvamvis non vilis aliàs disputator. So hilfft ihme der erwehnte Polnische blawe Tau nichtes: denn 1. ist er so würde / möhre oder lose gewesen / wie der ander gewöhnliche weisse Sommer. 2. ist ein trefflich Sterben drauff dennoch / und præcisè auff selbiges indicium, erfolget: der oculatus testis ist hier / ein Typographus, vorher auch ein Soldate gewesen. (5. ist Lanugo auch leichter mehr zur Herbst als Frühelings Zeit. Hanmann. d.l. sed transeat hoc. (6. Hat man hier sonsten noch kein weiters Exempel anderer Farbe / als allein die Weisse gehabt. Hanmann d.l. D. Tobias Tandler. P.P. [492] Witt: Disp: VI. de Met. §. 45. Daher es auch extenuator Miraculi hujus selber billig wil für ein rares Begebniß passiren lassen. warumb? sich zum Nachtheile: Deus & Nat: nihil faciunt frustrà. Solte es nur so viel importiren / als der gemeine Sommer; So würde es der Schöpffer beym gemeinen Lauffe der Natur haben bewenden und verbleibē lassen: so ferne es ichtes das geringste mit denen Filam: B. Virg: zu thun hat. Omne insolitum naturæ portentosum. Und / solte gleich drüber füglich mein voriges Pestilenzialisches Bedencken fallen und fehlen / so wolte ich sagen daß der richtige Effect schon vorhanden: in deme dem Regenten und Landes Herrn / Parthenopolis drauff zu Theil und unterthänig worden ist: Und also / nachm alten Sprichworte / Seyde dabey kan gesponnen werden. Hette sich auch wohl / ümb das Regiments Glücke auß zu staffiren / was bessers schicken können / als die vom gnädigen Himmel darzu geschickte Seyde? stabILItas Vnt bona ILLIVS In DoMIno: Sirac. 31. v. 11. hîc p. 270. Welche auch Urbi virginariæ, nicht übel anstehet / als zu ersehn in M. Lucæ Martini Christlichen Jungf. Ehren-Kr. litt. Y. tiij. da er ihnen allerhand Farben der Seyde geistlicher Weise vorhält und recommendirt. (7. So ist in loco natali oder fatali / auch daherumb nicht / kein sumpfigtes Wesen / wie in Pohlen stracks darneben: Utrinque habens Leute gnug besichtiget. (8. daß es die Sonne nicht vernichte / wie hie anders einer wehnete / und mier beweisen wolte; sondern nur die[493] blaue Farbe nehme: gebe ich gerne zu hîc p. 255. in fine (9. Das Lanugo daher etwas gifftiges bey sich habe / weil sie stincket / wenn sie angezündet wird; ist nichtes: Alle angezündete Seyde stincket sehr / und tödtet doch nicht: auch ist sie keine sordidissima terræ & aqvarum exhalatio, und ist die Philsopohia jo so vergeblich / als allhier eines Klügeley / daß Lanugo daher nicht tödten könte / weil sie nicht zu verdauen wehre / als die Haare / von denen Hunden hinein geschlucket /etc. Wegen ihrer siccität. Ey / Ey! kein Gifft / Quecksilber etc. wird verdauet / und tödtet doch wohl / suô modô. (10. man zertheile mier doch einen Sommer-Faden. Dahingegen etliche / wohl 20. 30. trefflich dünne Fädenlein (als die Seyden-Würmer auß sich ziehen / fast subtiler /) allhier dichte an einander liegen (einzeln auch nicht mürbe / wie etwan ein filament araneæ, nein / sondern feste) wie an der Schloß-Seyde / oder einem Theile ungezwirneter Seyde / so sich fast wohl separiren lassen. (11. Alles Kraut / Graß und Blumen / seynd von Gott am dritten Tage / in opere Hexaëmeri, erschaffn worden / und die Sonne am 4. Ergô machet die Sonne an den Kornblumen / Hindlöffte. etc. die blaue Farbe nicht: aber gleichwol verändert sie solche / eben also in eine Bleiche und Weisse / wie an der Seyde geschehen. Ja / was ist gewöhnlicher / als daß die Sonne an denen artificialibus meist alle Farben zur weisse und schwartze bringe / und sonderlich an der Stärcke / blaugefärbter Leinwand / Tuche / Bändern / wenn sie naß seyn / etc? die daher mehr[494] umbgewickelt gehalten / oder doch mit Fleiß der Sonnen so lange / sub diô, nit unterwürffig gemacht werden / ohne Schaden /wenn sie befeuchtet seyn; wie die gescheuten Weiber solches mit ihren blauen Schürtzen practiciren: und also darff die Sonne daher solche Seyde gar nicht gezeuget haben. [12. Man gebe mir ein einiges Beyspiel vom Sommer / daß er in einem starcken Nebel gekommen und gefallen sey: sehr schön außerlesen / beständig Sonnenwetter wird allezeit darzu erfodert. confer meinen besondern Kupfer-Bogen von der gedachten Blümerantfarbenen Seyde. Summa / die Seyde hat die geringste Bewandnisse nicht mit dem Sommer: welches der Anonymus allhier nochmals / unwiedersprechlich hören muß und sol. Ergò: qVIDnaM VVLt hoC esse? Act: 2. v. 12 â SeCVLô non est aVDItVM. Joh 9, 32 spIrIt VaLIs JV, DICat oMnIa. I. Cor. 2. v. 15. DeVs SVsCeptor SaLVTIs Meæ. Ps: 89. v. 27. à testIMonIIs tVIs non DeCLInaVI. 119. 157. In popVLo MVLto LaVDabo te. 35. 8. nIhIL oDIstI eorVM, qVæ feCIstI. Sap. 11. 26. DeCLIna paVperI sIne trIstItIa aVreM. Sir. 4, 8. ContrItVs sVM VaLDè. Ps. 38, 9. MIrabILIs DeVs In sanCtis sVIs. Ps. 68, 5. nVnC, sIne Lege, IVstItIa Del ManIfestata est. Rom. 11, 23. Hæc obiter ex Valentin. Episcopi, Schleus: Pastor. Symbolis Lteol: ex V. & N. T. seculi XVII. Tit: 1666. [3.] hic p. 186. faMes, pro qVa estIs soLICItI, a DharebIt VobIs. Jer. 42, 16. noLIte possIDere peCVnIam In ZonIS VestrIs. Matt. 10, 9. LoCVstæ DeVorabVnt oMnia, Deut. 28. v. 38. (4.) MoVebItVr terra De LoCo sVo. Es. 13, 13. Hievon künfftig: wie auch (1. von Monarcha DeLVXatIone. (2. von eXtreMâ DIeCVLâ.)


Ende des Ersten Theils.[495]

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 415-496.
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