IX. Von Indianischen Abentheuren.

[378] Hievon lieset man mehr als daß man siehet / oder recht höret: Und mögen diese Menschenbilder also wohl rechte Abentheuer seyn / quasi ungeheuer / oder ungehört: wie Martinus in Lex. Philol. alludiret. Wir wollen dennoch anfänglich eines und das ander davon anhören / auß Martin Grundmanns Geschicht-Schule: Als der / folgender Gestalt / also davon geredet pag. 117. etc. Plinius l. 5. c. 8. N.H. meldet / daß im eusersten Aäthiopia[378] gegen Mittag zu / Leute anzutreffen / deren Mund und Augen auff der Brust weren / und also weder Hals noch Kopff hetten / nennet sie / wie auch Pomp. Mela l. 4. c. 1. βλέμυες. Ob es diese seyn / deren Augustinus Serm. 37. ad fratres in Eremo gedenckt / stehet nachzudencken.

Levinus Hulsius in Beschreibung des Reichs Gviana in Ost-Indien / gedencket c. 6. daß daselbst Menschen ohne Hals und Kopff seyn / deren Augen / Mund und andere Theil des Angesichts auff der Brust stehen.

Weitleufftiger bericht hiervon Walther Raleg / ein Englischer Ritter / in seiner Reichsbeschreibung / so dem 8. Theil Americæ einverleibet / folgender Gestalt:

Unfern der Lande Gviana und den Flusse Caroli / an dem User des Wassers / Caroa genannt / wohnen Leute / die ihre Köpffe nicht über den Schultern haben. Weches / wiewol es ein Fabel scheinet / muß ich dennoch für wahr halten / weil ein iedes Kind in Aromaja und Canuri weiß davon zu sagen.

Sie werden Ewaipanoni genennet / und haben ihre Augen forn an ihren Achseln / den Mund mitten in der Brust / haben die Haar oben zwischen den Schultern / die sie hinter sich abhangen lassen. Der Sohn des Topiowari / den ich mit mir in Engelland gebracht / sagte mir / daß sie auff dem Land das mächtigste Volck weren[379] / und ihre Bogen und Pfeile dreymahl so groß als der Gvianer.

Ein Iwatawakari hatte vor einem Jahre einen Gefangnen und in sein Vaterland Aromaja gebracht. Und wie er sahe / daß ichs schwerlich glaubete / sagte er / daß sie unter ihnen nicht fremb oder seltzam weren / sondern daß es ein bekant und mächtig Volck sey / und daß sie für etlichen Jahren viel 100. seines Vaters Unterthanen und andere Nachbahrn erschlagen hetten.

Aber es war mein Glück nicht / daß ich vor meinem Abzug etwas von ihnen hette gehöret. Denn wenn ich nur ein eintzig Wort davon hette gemeldet /wie ich noch da war / hette ich einen können mit mir bringen / die Sach mit dem Augenschein zu bestetigen.

Solche Leute sind auch von dem Mandeville beschrieben. Aber wir haben es allezeit für Fabelwerck gehalten / ehe die Ost-Indien sind entdeckt / und die Warheit so kuntbahr worden. Wie ich auch wiederumb zu Cumana in die West-Indien war kommen / kam ich mit einem Hispanier / einem versuchten / erfahrnen Manne / zu Rede / dieser / nach dem er in Erfahrung bracht / daß ich in Gviana war gewesen / fragte mich am allerersten / ob ich etliche Ewaipanons / die keine Köpffe hetten / gesehen / und sagte mir / der sonst ein Ehrlicher glaubhaffter Mann ward gehalten / er hette ihr viel da gesehen.[380]

(Des citirten Augustini Wörter seynd diese: Ego jam Episcopus Hipponensis eram, & cum quibusdam Servis Christi ad Æthiopiam perrexi, ut eis sanctum Christi Evangelium prædicarem, & vidimus ubi multos homines ac mulieres, capita non habentes, sed oculos grossos in pectore, cætera membra æqualia nobis habentes. Sic allegat Fulgosus lib. 1. de miraculis.


Geistliche Anmerckung.


So lange dieser Wunderleute uns Europeern keiner zur Schaukompt / wird es / daß iher seyn / nicht wohl beglaubet: inzwischen fehlers an keinem Theil der Welt an Ewaipanons / die Mund und Augen / ja das gantze ihrer inn- und euserlichen Sinnen schlecht hin für den Bauch tragen / welcher einig und stetig dencken / tichten / trachten und thun nur für den elenden Leib und dessen zeitlich Wohlsein bemühet ist / achten für das beste Leben mit dem verdammten Schlemmer Luc. 18. alle Tage herrlich und in Freuden hin zu bringen / ungeachtet / daß der heil. Paulus Phil. 3 /19. ihnen eine solche Grabschrifft stellet / ihr Ende ist die Verdamnüß / denen der Bauch ihr GOtt ist / und ihre Ehre wird zu schanden / deren / die irrdisch gesinnet sind.

Ein schön Exempel von solches Schlages Bauchdiener einem erzehlet der Irrländer Thomas Carve p. 231. der Antoneta de la Roy / einer[381] Adelichen keuschen Frauen / brachte einē Cavallier ein Glaß Wein zu. Im Gewehren sprach er: In diesem ist mein GOtt. Die Frau nahm zwar das Glaß zu handen / ließ es aber bald auff die Erde fallen / und antwortet: Sehet Herr / wie lüderlich / und gebrechlich ist euer GOtt. Ihr sollt aber wissen / daß noch ein ander GOtt ist / der euer ruchloß Wesen straffen wird.

Ein anderer / im neulichen Teutschen Kriege hochbeampter / in der Säuzunfft aber auch nicht der letzte / pflegte bey Verrichtung seines Gottesdienstes mit sonderlicher Andacht zu sagen: Wenn er schöne Trompeter / schönen Wein / schöne Taffel und schöne Damens hette / so möchten im übrigen die Pfaffen von der Hölle und vom Teuffel predigen / so lange sie wolten. Wunderschöne Worte! zumahl tröstlich den jenigen / die ihr gutes in diesem Leben empfangen; als von einem Hispanischen Diacono / der nach Verleugnung des Christlichen Glaubens vom Egyptischen Sultan zu einem grossen Herrn gemacht worden / erzehlet der alte Teutsche Ritter Martinus von Breitenbæch in seiner Reise-Beschreibung zum gelobten Lande / l. 1. c. 19. p. 46. Als wir / sagt er / zu Cairo uns verweilten / geschach es den 1. Octob. im 1507. daß nicht nebens meinem Gefehrten und noch 2. Franciscanern der Tongobardin (so hieß des Mammelucken Nahme /) zu sich in seine Behausung beruffen[382] ließ / umb uns einen Blick seiner Herrligkeit sehen zu lassen. Er führte uns in ein holdselig Frauenzimmer /worinn als er sich kaum gesetzt / und wir alle unsere Sitz genommen / fand sich da eine grosse Anzahl wohlgeputzter Frauen umb ihn her / nicht weniger als 35. deren sich iede auffs freundlichste zuthate und stellte. Das Zimmer war rings umb mit Teppichen überdeckt / an niedlichen Speisen und Geträncken war ein grosser Uberfluß / das Gemach von starcken Geruch des an die Weiber geschmierten Balsams angefüllet.

Da er solcher Gestalt in aller Wollust mit seinen Buhlschafften sich ergetzte / ietzt mit dieser bald mit jener spielte und schertzte / fragte er uns; ob man auch ein herrlicher und glückseliger Leben erdencken möchte? Die Geistlichen schwiegen ihm drauff / so schwieg ich auch stille.

Gregor. in Moral.


Quasi per amœna prata ad Carcerem pervenit, qui per præsentis vitæ prospera ad interitum tendit.

Biß hieher des Herrn Grundmanns Bewehrung und Erklärung: welchem nunmehr an der Seite zu setzen ist D. Pet. Laurembergius ex Acerr. Philol. Cent. 1. cap. 35. pag. 77. etc. Aulus Gellius meldet von den alten Scribenten / daß die Scythæ, Völcker nach dem Norden hin wohnende / eben also Menschen Fleisch essen / als wer Ochsen-Fleisch; Ja wohl offtmahls rohe ungesotten;[383] dahero sie genennet werden ἀνθρωπόφαγοι: das ist / Menschen-Fresser. Solches thun auch heute zu Tage der Americaner etliche: welche kein bessers Wildpret haben als Menschen-Fleisch. Ferner beschreibet er / sollen daselbst in Scythiâ Menschen seyn / die nur ein Auge haben vornen an der Stirne / gleich wie Homerus erinnert / daß die Cyclopes solche gewesen. Diese einäugige Leute heissen Arimaspi. Noch andere / sagt man / seynd daselbst /welche nur einen grossen Platfuß haben; Andere /welche zwar zwey Füsse / aber hinter sich nach dem Rücken gekehrt / gleich als unsere Füsse vorn an flehen. Diese Leute sollen gewaltig schnell und fertig lauffen können. Darneben sollen noch andere Menschen seyn ohn Köpffe / die in der Brust Augen und Nasen haben; aber keinen Mund / ἄςομοι genannt: welche nur vom Winde leben. Andere / welche nicht grösser als eine Spanne hoch seyn / den jährigen Kindern gleich / Pygmæi genannt: Die sollen einen ewigen Krieg führen mit den Krannichen. Andere / die so groß seyn / als halbe Thürme / zweymahl höher als die Männer dieses Landes. Letzlich sollen auch Weiber seyn / die mit ihrem blossem anschauen / nur mit den Augen die Leute tödten / vergifften / und umm die Gesundheit bringen. Diese sollen in ieglichen Auge zwey Sünen oder Augäpfel haben. Dieses alles wird zwar von den Historicis erzehlet /[384] ist aber eitel Fabelwerck. Denn solche Leute nirgend auff der Welt zu finden / noch zu sehen seyn / ob schon zu dieser Zeit / der gantze Erdkreyß ist besuchet / und also durchwandert von den Schiffern / daß kein Ort / da sie nicht solten gewesen seyn: außgenommen die Riesen und grossen Leute / die seynd häuffig zu finden in Chica, eine Provintz Americæ. Item / außgenommen die Zäuberinnen / welche mit ihrem Gesichte die jungen Kinder vergifften / welches geschicht / durch einen bösen Qualm / und schädliche Lufft / so auß ihrem Munde / Nasen / Augen / und gantzen Leibe gehet / davon der Poet Virg. Ecl. 3. v. 103. schreibet:


Nescio, quis teneros oculus mihi fascinat agnos.


Biß hieher D. Lauremberg: der dem schnackischen alten vorgeben prave abgegeben hat. Es mag wohl seyn / daß Africa dergleichen Abentheuer / als Mißgeburten / bißweilen hervor gebracht habe; weil es ohne das Monstrorum Mater genennet wird. B. Franz. part. 1. histor. Anim: cap. 29. Aber das es endlich gantze Geschlechter von solchen unterschiedlichen / als einköpffigten / breitfüssigten / langöhrigten / einäugigten etc. Menschen gebe; dran zweiffle ich selber sehr. Etwan vor 2. Jahr / brachte man auch in Kupfferstücken / eine wunderbahrliche Mißgeburt hervor /welche in Africa in der Insul Madagascar[385] war gefunden worden / durch einen Schiff-Capitayn des Herren Feldmarschalcks von Milleraye: und domahlen gegenwertig zu Nantes in der Bretagny gewesen. Nehmlich ein seltzamer Mann mit einer eigenen Sprache /2. Füssen / deren der rechte weit länger als der lincke: damit er dennoch unerhört schnell hat lauffen können. Weiter hat er einen sehr langen Krannichhals gehabt / einen kraufichten Kopff mit Esels-Ohren / und ein krummen Habichtschnabel an statt des Mauls. Ingleichen ist auch noch nicht vergessen eine andere sehr langhälfichte und mit Esels-Ohren begabte Mißgeburt / auß der Tartarey / welche der Herr Graff Niclas von Serin anno 1664. soll bekommen haben /vermöge des Küpfferlichen Nachrichts / so zu Nürnberg damahl außgegangen ist. Wer wolte hier sprechen / daß gedachte Monstra, auß einer gleichgestalten Gemeine gekommen weren? Niemand. Also: Eine Schwalbe macht keinen Sommer: Hat es gleich / so zu Plinii, so zu andern Zeiten / wunderbahre Leute in Indien und Africâ gegeben; so seynd drumb nicht gantze Länder davon voll.

Im übrigen bleibet es dennoch ein verwunderliches: denn vom Augustino will mans zwar eriernet haben / daß ohnköpffigte / einäugigte / etc. Leute seyn sollen: weil er sie selber gesehen hat. Vide ejus Tom. X. Serm. 39. ad fratres [386] in Eremo Coll. 1355. darüber ein gewissenhafftiger also glossiret: das es ferne seyn sol / einen / solchen heiligen Vater lügen zu straffen / und der Unwarheit bezüchtigen. Aber was spricht denn eben der Augustinus anderswo? Heidfeld. in Sphing. Philos. p.m. 73. 74. Ich komme wieder zum Plinium, welcher spricht / daß in Indien Leute seyn sollen / mit Hundsköpffen / etliche sollen nur vom Geruche leben / andere ein Auge haben / noch andere sollen so grosse Ohren haben / das sie biß auff die Füsse herunter hangen. Etliche sollen nur ein Bein haben / welches dermassen breit / das sie sich füglich damit für der Sonnen Hitze bedecken können / wenn sie sich rücklings nieder auff die Erde legen. Aber viel verlachen den guten Plinium, und sprechen / das es viel sicherer sey / dem guten Augustino gehör zu geben / als der in Africa / monstrorum altrice, erzogen und gebohren worden / und lib. 8. de Civ. DEI also spricht: daß keine solche monstrosische Völcker seyn / oder so sie ja weren / das sie keine Menschen seyn könten: Oder / wenn sie Menschen weren / daß sie von Adam herrühreten. (Hierüber mag ich mein Urtheil nicht fällen / schleust der Heidf. d.l. Freylich weiß man bald nicht / wie man dran ist. Denn der Hugo von Lindschott will sie dennoch auch selber gesehen haben: Und spricht lib. 2. Ind. Orient. c. 44. von denen Malabaris, auch von den Tanesiis und Samathlis, daß sie mit ihren[387] Ohren den gantzen Leib bedecken / und drauff an Statt des Bittes schlaffen. Und solches Lindschotts Meynung bestätiget Christianus Smidigus, in seinen Brieffen / die er da herauß an seinen Vatter hieher geschrieben hat / hinzusetzende / daß er in Morenland gegen Abend Leute gesehen habe / mit einem einigen / doch langen und breiten Fusse / damit sie sich / an statt des Tiresols, wacker für der Sonnenhitze bedecken; und / welches wunderns werth ist / damit so schnelle lauffen können / daß sie auch wie Jagthunde das Wildwerck ereilen. Eben dieser bezeügetes auch / daß in Lybien oder Sarra Menschen seyn sollen ohne Köpffe / die die Augen in der Brust haben: Und im letzten Theil des Morgendlichen Indien / sollen sie ohne Nasen vorhanden seyn / wie noch ferner an etlichen Oertern des westlichen Indien Leute sollen gefunden werden / ohne Zungen und Sprachen / so ihren Willen nur mit wincken zu verstehen geben. Sonsten redet auch Carolus Stephanus in Dict. Geogr. p.m. 758. b. von denen Einfüssigen / aussen Plinio lib. 7. cap. 2. Die jener nennet Monoscelos, Sciapodes, umbripedes. Mercke noch weiter / daß der Bochardus in Phaleg. l. 4. c. 29. p. 313. einen und andern Irrthumb auß der Philologie herrührend erweiset. Denn / spricht er / Blemys, soll vom Ebræischen kommen / auß Beli Muah, das ist / sine cerebro, ohne Gehirn: Daher rühret[388] die Fabel / daß die Blemyes oder Blemmyes ohne Köpffe seyn sollen / beym Plin. l. 5. cap. 8. beym Paulo Warnefr. l. 1. de Gestis Longob. p.m. 199. Daß die Longobarder in Teutschland von denen Assipittern auff solche Art zu rück gehalten worden seynd / daß sie nicht durch ihr Land gezogen: Nemblich diese haben sich gestellet / wie sie alle Hundsköpffe hetten / söffen Menschen-Blut / und wenn sie keinen Feind ertappen könten / so trüncken sie ihr eigen Blut. Dieses hat bey dem Feinde ein dergleichen Schrecken causiret / daß sie sich gleichwol nicht getrauen dürffen / einen Versuch zu thun: Ungeachtet ob sie gleich mit Lügen seynd berichtet worden: Und wer weiß ob jenes Indianisches Geschwätze auch nicht etwan so auff die Beine und Bahne gebracht worden sey. Ich bilde mir nochmahls keine bessere Warheit darbey ein / und gebe nicht zu / daß dergleichen gantze monstrosichte Landschafften verhanden seyn. Ungeachtet ob gleich noch mehr beym Rauen in Memor. c. 95. fol. 75. auff die Bahne gebracht werden / also: in dem Königreich Peru sind bey kurtzē Jahren Menschē gefunden worden / welchen war das hinter und förder-Theil des Haupts, gantz gleich und breit gewesen / Petr. Hisp. 5. p. Sil. cap. 35. bey dem Ramusio wird gelesen / daß in der Insul Taprobana bey den Völckern Cirradis etliche Menschen mit Pferdsköpffen zu finden. In denen Indianischen[389] Gebirgen schreibt Solin. in 32. Cap. auß Megasthene / wohnen etliche Nationen und Geschlechter der Menschen / mit Hundsköpffen / haben grosse scharffe Nägel / kleiden sich mit Thierhäuten / an statt der Rede und Sprach / pflegen sie allein wie die Hunde zu bellen. Mit diesem stimmet auch Marcus Polus / welcher dieses Theil Indien durchgestreiffet / überein / deßgleichen Art der Menschen ist auch bey den Tartern zu finden / welche auch mit denselben stritte / und unversöhnliche Feindschafft erregt / und pflegen sich auff eine sondere wunderbahre Weiß vor der Tartern Pfeil zu versichern / in dem sie sich im Winter in dem Wasser und nachmahls in dem Sand herauß weltzen / wenn denn also die Haut mit solchem Eiß überzogen / greiffen sie den Feind muthig an / welchen sie auch mehrentheils mit den Zähnen und Nägeln zerrissen. Dergleichen Monstrum ist auch vor etlicher Zeit / König Ludwigen in Franckreich zubracht worden / welches ausser dem Hundskopf in allen Gliedern dem Menschen gleich gewesen / hielte sich in sitzen / stehen / und andern Geberden / essen und trincken wie ein Mensch / und wenn es erzürnet / pflegte es gegen männiglichen zu wüten. In der Provintz Lambri bey Jaua / schreibet Marcus Polus im 5. Buch am 15. Capit. werden Menschen gefunden / welche Pferdeschwäntze einer Ellen lang haben / und sind im[390] lauffen sehr geschwinde / wie dessen auch Plinius im 6. Buch am 2. Capittel gedencket. Hactenus ille: zu welchen noch kürtzlich beyzufügen seynd / alle monstrosische Leute / welche vor diesem fürwahr seynd geglaubet worden. Wie sie nach einander mit wenig Worten vom M. Elucidario erzehlet werden d.l. lit. c. Es seynd mancherley Ethiopen / Moreit oder Indianer / etliche wohnen in der Wüsten / etliche niessen allerley Schlangen / und deuten ihre Rede mehr denn sie außsprechen / etliche haben kein Haupt / sondern Augen und Mund an der Brust. Etliche seynd nur allein von Gestalt Menschen / sonst aller Ding unvernünfftig / wie die wilden Thier. Besiehe Plinium l. 5. c. 10. Viel und mancherley Gestalt der Menschen / seynd nach der Verwirrung der Zungen an manchen Ende erschienen / davon auch Plinius / Isidorus und Augustinus schreiben. Mit Hundköpffen seynd Menschen in den Land India / und reden bellend / nehren sich mit Vogelgesäng / und kleiden sich mit Thierheuten. Etliche haben allein ein Auge ob der Nasen an der Stirn / und essen allein Thierfleisch täglich / mit den Greiffen streitend. Etliche seynd beyderley Geschlechts / Mann und Weiber / daß sie Kinder empfangen und gebehren / auch Mann / so sie wollen / das sie Kind machen / die rechte Brust ist männlich / und die lincke Weibisch an ihnen / vermischen sich mit einander und gebehren. Gegen[391] dem Paradeiß bey dem Fluß Ganges / seynd etliche Menschen die essen nichts / denn sie haben so einen kleinen Mund / daß sie das Getränck mit einem Halm einflössen / und leben vom Geschmack der Aepffel und Blumen / und sterben bald vom bösen Geschmack. Etliche sagen / am eusersten Ende Indierlands / von auffwerts bey dem Brunnen Ganges sey ein Volck gar ohn Mund / am gantzen Leibe rauch / mit Mose der Aeste bekleidet / allein vom Lufft und Geschmack lebend / ohne Speiß und Getranck / welche / auff daß ihnen / so sie einen Weg ziehen / nicht am Geschmacke mangel begegne / bey ihnen tragen mancherley Geschmack von Wurtzel / Blumen und Aepfeln. Daselbst seynd auch Leute ohne Nasen / eines ebenen Angesichts / an statt der Nasenlöchlein habend. Etliche haben unten grosse Lefftzen / daß sie das gantze Angesicht damit bedecken. Etliche ohne Zungen / die deuten einander ihre Meynung / wie die Kloster Leute. Im Land Sicilia haben etliche grosse Ohren / daß sie den gantzen Leib bedecken. Etliche wandeln im Lande Ethiopia nieder gebogen / als das Viehe / deren etliche leben vier hundert Jahr. Etliche haben Hörner / lange Nasen und Geißfüß / von denen sindestu in S. Anthonius Legend. Es seynd auch Menschen mit Pferdefüssen. Gegen Niedergang in Ethiopia seynd Leute mit einem einigen breiten Fuß / und so schnell / daß sie die wilden[392] Thier erfolgen / und beschatten sich offtmals vor der Sonnen Hitz / mit der breite ihrer Füsse. Allda seynd auch Leute fünff Ellbogen lang / werden nicht kranck / biß zum Todt. Man lieset in den Geschichten des grossen Alexanders / daß in India Menschen erfunden werden / mit sechs Händen. Weiber mit Bärten biß auff die Brüste / auff dem Haupt glatzend / eben und ohn Haar. Etliche nacket und rauch in den Flüssen wohnende / etliche die an Händen und Füssen sechs Finger haben. Gegen dem Niedergang in Ethiopia haben etliche vier Augen. Auff dem Berge Milo sind Menschen / mit hinter sich gekehrten Fersen / an ieglichem Fuß acht Zehen habend. So seynd in Europa schöne Leute mit Kranichshälsen und Schnäbeln. Etliche inwohnende in Wassern / halb Menschen / und halb Pferdes Gestalt habende. Seynd auch Leute einer Ellen lang /über acht Jahr nicht lebend / die wohnen im Gebirge Indie / nahe bey dem Meer / an einem gesunden und allweg grünen Ort / und haben einen sondern Streit mit den Kränchen / ihre Weiber gebehren in fünff Jahren. Etliche andere seynd ohne Nack / haben ihre Augen auff den Schultern. Es wohnen in Scythia im Thal des Berges Timavi Wald-Menschen / mit umbgekehrten Füssen / unglaublicher Schnellheit / mit den wilden Thieren umbschweiffende / die leben in keinem andern Lufft /[393] darumb sie auch weder unter umbliegende Könige / noch den grossen Alexandrum gezogen seynd. In India / oder in der Moren Refier / seynd hohe Bäume an etlichen Enden / daß man mit keinem Geschütz darüber mag schissen / und so lange dicke Rohr / daß auß einem jeden zwischen den Knöpffen ein Schifflein zu dreyen Zeilen Menschen / neben einander her sitzend / gemacht mag werden. Es hat auch Leute in India die zwey hundert Jahr leben. Hactenus ille: welcher fürnemblich mit ein ander nahmhafftig gemachet hat nachfolgende / als die.


1. Augenlose.

2. Bock-füssigte.

3. Caball-pfotigte.

4. Dreydoppelthändigte.

5. Einfüssigte.

6. Fuß-verkehrte.

7. Gleichköpffigte.

8. Hundsheüptigte.

9. Immerlebende.

10. Kranichhälsigte.

11. Lang-örichte.

12. Maul-lose.

13. Nasen-lose.

14. Ohn-köpffigte.

15. Pferde-Männer.

16. Quell-wohnende.

17. Roß-schwäntzigte.

18. Schultträngigte.

19. Tiefflippigte.

20. Viel-äugigte.

21. Wilde.

22. Zungenlose.


Von denen 9. Immerlebenden kan noch folgendes wol beobachtet werden. Beym Hermanno Lignarido in oblectam. Academ. c. 14. [394] p.m. 126. etc. Brunus lib. 3. de urbibus setzet dieses / auß dem Theodorico à Niem lib. 2. de Schismat. c. 20. Bey vier Meilen von Dannen / wird S. Barbara Berg gesehen / welcher im flachen Felde in der Runde hervorraget / und von vielen bethöreten Deutschen ingemein der Grall geheissen wird; dabey sie dieses glauben; daß droben viel lebendige Leute seyn / welche biß an den Jüngsten Tag hin unsterblich verbleiben / und in ewigen Wollüsten und stetigen tantzen begriffen seyn. Wobey an / ein sonderliches Bad ist / in einem Bauerhäuselein / gäntzlich ohne Wasser; da sich nur über einen rundten und breiten Stein die nackichten und zum baden Begierde tragende Leute niederlassen / und mit lust anfangen zu schwitzen auch wohl gereiniget werden. etc. Biß hieher der à Niem.

Schlüßlich gereichet hierzu auch Michael Bapst / auß seinem Artzney- und Wunder-Buche part 1. p.m. 5. etc. Ich wil etwas von den ungewöhnlichen und wunderbarlichen Gestalten der Leibe / etlicher Leute / ausserhalb dieser Lande melden / auff daß der guthertzige Leser sehe / wie die Geschöpffe Gottes so wunderbarlichen seyn / und seinem Schöpffer / für die gesunde / schöne Form / und rechtmässige proportion seines Leiges / hertzlichen Dancke. Es seynd Völcker in India wohnende / welche allenthalben wie Menschen gestalt seyn / allein daß sie Ziegenfüsse haben /[395] und über den gantzen Leib rauch seyn: Jem man findet des Orts auch rauhe Leute / werden Cynamolgi genennet / die haben Hundes-Köpffe. Etliche Leute haben Federn wie die Vogel / Ihr viel haben keinen Mund / leben alleine des Gerichts. Andere / ob sie gleich einen Mund haben / so sind sie doch so ungestalt / das ihnen die Uberlippe über den Mund herunter biß auff die Brusthenget. So findet man auch in den Mitternächtigen Ländern Leute / welche so lange breite Ohren haben / daß sie den gantzen Leib darmitte bedecken. Etliche haben keine Zungen / blau gleissende Augen / scharffe und spitzige Zeene / wie die Hunde / und sind über den gantzen Leib rauch. In Selenitide legen die Weiber Eyer / und brüten auß denselbigen Kinder / welche so gros seyn / als sonsten Ihr 15. Zu nechst bey dem Außgang der Sonnen wohnen Leute / deren Angesicht gar flach ist / haben keine Nasen / und oben am Munde keine Lippen. Etliche haben an statt des Mauls kleine Löchlein / müssen mit Röhrlein ihre Nahrung einsaugen. So sagen die jenigen / so die Gesichte und Thaten Alexandri M. beschrieben / das Leute gefunden werden / deren ein jeder 6. Arm an seinem Leibe habe / diese werden gar nicht kranck / biß sie sterben. Item / es sollen Leute seyn / deren ein jeder 6. Finger / und 6. Zehen / an einer jeden Hand und Fusse hat. Der wolgebohrne Herr[396] Sigmund / Freyherr zu Heberstein / schreibet / das in der eusersten Gräntzen der Herrschafft des Moscowiters / am Wasser Obi, ein Ländlein liege /wird Lucumoryse genannt / in welchem alle Jahr die Leute den 27. Tag des Wintermondes sterben / und auff den 24. Aprilis wieder lebendig werden. In Hibernia soll eine Insul seyn / in welcher kein Mensch ersterben kan / wenn sie aber alt / schwach und kranck werden / das sie nicht länger zu leben begehren / so tregt man sie auß der Insul auff frembden Boden / so sterben sie also bald. Item / es find allda Oerter / da die Leibe der Verstorbenen gar nicht verfaulen oder verwesen. Dargegen soll zu Pisa in Welschlande ein Kirchhoff seyn / darinnen die Erde die eingeschorrenen oder begrabenen Leichen in 24. Stunden gäntzlichen verzehret. Cosmograph. l. 2. c. 114. Die Acridophagi, bey einer Wildnüsse in Africa wohnende / seynd kohlschwartze magere Leute / werden über 40. Jahr nicht alt / wenn sich aber ihr Ende herbey nahet / wachsen in ihrem Leibe viel seltzame und geflügelte Läuse / erschrecklich zu sehen / die fressen ihnen erstlich den Bauch auff / bald hölern sie den gantzen Leib auß / wie eine Maus das Brod / fressen das Hertze / daß sie also jämmerlich mit Schmertzen sterben müssen / wenn einem diese Kranckheit anstossen wil / so beginnet ihm der Bauch zu jucken / das ihn so lange der Patient kratzen muß / biß er ihn[397] wund machet / da fallen die Läuse mit einer eyterichen Materien herausser / welches erschröcklich zu hören / GOtt behüte uns / daß wirs in diesen Landen nicht sehen noch erfahren dürffen. / In Ethiopia / oberhalb Egypten / wohnen Völcker / Ilophogi genannt / die leben allein von den Früchten / so auff den Bäumen wachsen / derwegen sie sich des steigens und springens dermassen befleissigen / daß sie auch ohn gefahr / wie ein Eichhörnlein / von einem Baum auff den andern springen können. Wenn sie nun Alters halben / dieser Gestalt ihre Nahrung nimmer suchen können / müssen sie erbärmlich hungers sterben.

In America wohnen Leute / welche zur rechten Seiten zweene / und zur lincken nur einen Arm / lange herunter hangende / breite Ohren / wie ein Esel / haben; ihr rechter Fuß / wie ein Pferdes Fuß / der lincke aber / wie eines rechten Menschen Fuß gestalt; Sie lauffen und springen so geschwind / wie ein Hirsch. Die Weiber haben nicht so lange Ohren / wie die Männer / und gebehren des Jahrs zweymahl.

In der eusersten Gräntz Arabiæ wohnen Leute /welche gar grosse / rundte Ohren / und ein über auß grosses weites Maul / und überauß grosse hangende Brüste haben / an jedem Arm haben sie zwo Hände / an Füssen keine Zehne / und trincken weder Wein noch Wasser. In den Egyptischen Gebirgen findet man Leute / welche[398] Angesichte / Arme / Hände und Füsse / wie die rechten Menschen haben / lauffen gar geschwinde / ihr Rücken aber ist allerdinge wie eines Camelsrücken gestalt / inmassen sie denn auch solche Euter / an statt der Brüste / wie die Camel haben: Daher sie Johann Herolt in seinem Wunder-Buche / Leut-Camel nennet / und spricht / daß sie kaum 30. Jahr alt werden / und die gantze Zeit ihres Lebens über zweymahl nicht gebehren / so bald die Kinder auff die Welt kommen / so fassen sie die Mütter auff den Rücken / und tragen sie also mit sich / wohin sie gehen: Ihren König lassen sie gar nicht zu Fusse gehen / sondern tragen ihn wohin er wil. Zu hinderst im Mohrenlande / wird ein Volck gefunden / welches zwar gar einen hübschen geraden Leib hat / haben aber alle zweene Köpffe / der eine ist gestalt / wie eines Menschen Kopf / in welches Nacken hinten auffm Rücken ein Hundes-Kopff stehet / haben vier Augen / aber nicht mehr / als zweene Schenckel. Diese sollē gar künstliche Seidenstricker seyn. Viel schöne Tapezerey / und allerley gewirckte Arbeit machen / überschicken dieselbigen dem grossen Cham /welchem sie unterthan / und zinßbar seyn / und treiben sonsten gewaltigen Handel und Kauffmanschafft. Gegen Orient findet man in einer Insul Leute / welche vom Leibe sehr starck unn fälst seyn; an den Hüfften stehē ihn ihre Arm / die Schenckel stehen ihnen hinden auß / sein Gestalt[399] wie die Eselsfüsse / haben einen langen Schwantz / wie ein Esel: Die Weiber gebehren allezeit vier Kinder auf einmahl / darunter lassen sie die schönsten zwey leben / und die andere zwey tödten sie.

In etlichen Thälen der Tartarey findet man Leute /welche Leibe / Arm / und Schenckel aller Dinge / wie die Menschen haben. Alleine daß sie gar einen langen Hals und Schnabel / wie ein Greiffen / und oben an den Schenckeln Flügel von mancherley Farben haben / ihr Angesicht mit Augen / Nasen / und Munde einem Menschen ehnlich / stehet ihnen an der Brust / sie wohnen gemeiniglich an den Wasserquellen / essen gerne Fische. Der grosse Cham pfleget mit den Federn ihrer Flügel seine Pfeile und Poltzen zu siedern. In der neugefundenen Welt gegen Mitternacht /zum heiligen Creutze / wohnen Leute / welche rauche Hundes-Köpfe mit langen Esels-Ohren haben / der mittel-Leib aber / sampt den Armen und Händen / ist allerding wie ein rechter Menschen Leib formieret und gestalt. Die Schenckel gleichen sich etlicher massen den Pferde-Füssen / allein daß sie gespaltene Klauen an statt der Füsse haben / sein greuliche Räuber / hassen Menschen / und führen einen immerwehrenden Streit mit den umbliegenden Nachbahrn.

Idem p. 17. In der Türckey ist ein Geschlecht oder Orden der Geistlicher / welche sie Nefesolgi nennen / die sollen / wie sie vorgeben /[400] von etlichen Geistlichen Weibern / ohne mannlichen Samen / oder Beywohnung eines Mannes über-natürlicher weise gebohren werden / (welches ich doch mehr für einen Hurischen Betrug / itztgemeldter Geistlichen Nonnen / oder aber für eine Blendunge des Teuffels / als für ein Wunderwerck / achte.) dieser Münche / oder Geistlichen Ordens-Personen / werden allezeit zween oder drey in der Stadt Prusia / zum Wunder behalten. Es stecken auch die Türcken in diesem Wahn / daß /wenn man ein püschlein Haar / oder aber ein Stück von einem alten Kleide / dieser Wunderheiligen / auff einen siechen oder krancken Menschen leget / daß er alsbald davon gesand werde. Und zu dieser Cura / könte wohl das hertzliche vertrauen zu diesen Leuten / was sonderliches wircken. Denn das ist allen und jeden Leib und Wundartzten wohl bewust: wenn der Patient zu seinem Artzt ein vertrauen hat / und sich bedüncken läst / er werde ihm helffen / daß ihm durch GOttes gnädige Hülffe dadurch allbereit ein guter Grund zur Gesundheit geleget ist / und dargegen auch / wenn ein Patient ein Mißtrauen in seinen Medicum setzet / so gehet die Cur schwerlich fort / inmassen solches Agrippa lib. 1. c. 66. bezeuget. Idem p. 9. etc. In dem Lande da der grosse Tamerlan geherrschet / findet man Leute / welche von oben an biß an den Nabel / allerdinge wie ein Mensch / unten[401] aber seyn wie ein Pferd gestallt / die Armen stehen ihnen unten an der weiche; oben aber an den Achseln / haben sie kurtze Strümpfflein herausser gehen / seyn wie Froschfüsse gestalt. So findet man in der Insel Sumatra, welche sonst auch Taprobana genennet wird / Leute / die nur ein Auge über der Nase stehend / und keine Ohren haben / ihr Hals ist fast lang und geschlang / die Achseln hoch / die Schenckel klein / trincken nichts als den Tau vom Himmel. Mann und Weib seyn einander so gar gleich / daß man ein Geschlecht für das ander nit wol erkennen kan. Die Pigmæi in India / gegē dem Oceanischē Meer wohnende / seynd die allerkleinesten Leute / so auff der Welt gefundē werden / ihre Weiber gebehren im 4. Jahre ihres Alters / und sterben im siebenden Jahre. Bey Clesia in India / gebehren etliche Weiber nur ein einiges mahl / und diese Leute / so bald sie auff die Welt gebohren werden / beginnen sie von stund au anzufahen und grau zu werden. Die Völcker in Erypia wohnende / haben lange Hälse und Schenckel / wie die Kranniche. So findet man auch Leute / die nur einen einigen Fuß haben / der ist so breit und groß / daß sie sich darmit für der Sonnen-Hitze beschirmen können. Item / in Ethiopia wohnen Leute / werden Blemmiæ genennet / die haben gar keine Köpffe / nichts desto weniger aber stehen ihn an der Brust Augen / Nasen und Mund. Deßgleichen findet[402] man gegegen Niedergang / im Mohrenlande Leute / deren ieder vier Augen hat / etc. In den Africanischen Wildnüssen haben sie Ohren / so ihnen biß auf die Knie herab hangen / an den Fingern haben sie Krahlen / wie die Vogel / unter den Knien hangen ihnen lange rauche Zotten herab / und von dannen herunterwarts / sind ihnnen die Füsse wie Ziegen-Füsse gestalt. In Bentzgau gegen der Steuermarck / deßgleichen in Wallis / hinter Schweitz / werden viel Leuten gefunden / welche abscheuliche grosse hangende Kröpff / oder herab hangende Kählen haben. Johannes Beêmus Aubanus, gedencket der Schiffart / welche ein Kauffmann / Jambolus genannt / gethan und spricht / daß er unter andern Insuln in eine / in Oceanischen Meere gegen Mitternacht gelegen / kommen sey / darinne habe er / große starcke Leute gefunden / welche über den gantzen Leib rauch / und so starck gewesen / daß ihnen niemands etwas auß ihren Händen hat nehmen oder reissen können / und spricht / daß sie zwo unterschiedliche Zungen haben / mit welchen sie nicht allein ihre Sprache reden / sondern auch damit allerley Vogelgesänge / so meisterlich imitiren / und nach pfeiffen können / als wenn die Vogel selber singen / und das zumahl zu verwundern / so können sie auff einmahl mit zweyen von unterschiedliche Sachen reden / mit diesen von Weltlichen / und mit jenen von Geistlichen /[403] werden in die anderthalb hundert Jahr alt. Hierauff setzet der Autor etliche Exempel von Vogel / Fisch und Thieren / welche die Menschen-Stimme / Sprache und Gesang etc. lieben. etc.

Biß hieher aus etlichen Autoribus wegen der Indianischē Leute / oder Plinischen monstris: welche ich vielmehr für erlogen halte / als ihnen wohl gewogen bin: will man ja raritäten unter den Menschen suchen / so darff man sich nicht außländisch erzeigen; sondern man kan wohl in unsern Ländern dergleichen auffbringen. Als liesse sich traun wohl viel schönes Dinges reden / von den


1. Aehnlichen. Vide Chirologiam meam Philologicam.

2. Bauchredenden. Vide Delrio. in Disqvis. Magic.

3. Characterisirete. Vide meam Physiognomiam.

4. Derb-sehenden. Vide Barthol. in tract. de luce animal.

5. Eckelnden. Richter cent. 3. cap. 58. 59. p. 495. etc. cent. 4. p. 702. etc.

6. Fruchtbaren. Vide Pabsten d.l. p. 129. etc. Richter cent. p. 213. etc.

7. Gantzzähnigten. Richter. cent. 3. c. 60. pag. 498. Pabst. d.l.

8. Heilenden / Pabst. d.l. pag. 26.[404]

9. Jung-gewordenē. Christoph Richter. in spect. Histor. cent. 1. p. 109. etc. und Minsicht in der Histor. Schaubühne p.m. 89. etc.

10. Kröpffigten. Vide Mich. Babst. d.l. p. 22. 23. & 186.

11. Läuffern. Vide meam Podoscopiam.

12. Mißgebuhrten / Vide Schotti Physica curiosa.

13. Nasen-Königen. Vide meam Metoposcopipiam.

14. Ohn-speise lebenden. Richter cent. 4. pag. 665. etc. 719. etc. cent. 3. c. 58.

15. Pitz-entzenden. Richter in Spectac. Histor. cent. 3. cap. 54. 55. 96.

16. Quellgründenden oder Täuchern.

17. Rothhärigten. Vide meinen Tract. Rothfuchs genennet.

18. Schlaffsüchtigen. Richter d.l. cent. 2. pag. 202. etc.

19. Tranck- und freßsüchtigen. Vide Tract. vom Vielfrasse M. Ammersbachij.

20. Uergifftenden. Pabst. d.l. p. 29. etc.

21. Weiber in Männer verwandelte. Pabst. d.l. pag. 129. Torquemad.

22. Zauberern. Vide meinen Blocksberg.


5. Als hat vielen geeckelt (nachm Alph.) vor Artzney: Brodt: Cäse: Drachē und Schlangen: Eyer: Fettebutter: geronnene Milch: Häne:[405] Ingwer: Katzen: Lilien (als mir selber / der ich sie in 2. Jahren nicht habe riechen können / weil ich der Sache durch eine gantze Nacht zu viel bekommen) Manna: Nüsse: Oel: Pirnen und Aepffel: Quell-Thiere oder Fische: Rosen: Sternieckel / vide chirol. Philol: Tauben / als wie ich eine gekandt habe / so keine essen kundte: Vögel: Wein: Zucker: etc. von vielen besiehe Pabsten d.l. hingegen haben andere Gifft / Kreide etc. essen können. Vide Observ. Anatom. Bartholin, und anderer. Vom Käse etc. besiehe eine besondere Disputat. M. Thom. Sagittarii Jen: 1613.

13. Zu den monstrosischen gehören sonderlich hin die (nachm Alph:) Armlose: 2. Blinde. 3. Cornuti. vide meinen Tract. von Mosis Hörnern: 4. Dickleibigte: 5. Einäugigte: 6. Fußlose: Glätzhaffte oder Kahlköpffigte: 8. Hasenschartigte: 9. Immerweinende: 10. Kammerlinge: 11. Lumpenhaffte / als da viel monstra dergleichen Gestalten an sich gehabt haben / wie das zun Zeiten gewöhnliche Hoffarts-Zeug: 12. Mohren / vide meinen Tract. von Elevatione Poli: 13. Nasenlose: 14. Ohnbährtigte: 15. Puckligte: 16. Riebenmangelnde: 17. Stumme: 18. Taube: 19. Vielfingerigte: 2o. Weib-männer: 21. Zweyköpffigte-Richter in Spectac. Histor. cent. 1. p.m. 33. etc. (20.) ibid. cent. 1. p. 10. etc.[406]

Ich schliesse numehr dieses Capittel / mit einem schönen Anhange von destillirten Leuten / aus M. Benjamin Gerlachs / Pfarrerns und Senioris zur Herren-Stadt / erbaulichen Gedancken von der Asche /(1666.) p. 215. etc. Borellus gedencket etlicher (daß wir auch dieses hieher setzen) welche / in dem sie Menschen-Blut destillirt / welche sie für die rechte materi ihres Steines hielten / in der Cucurbita ein Menschlich-Gespenst erblicket / woraus blut-färbige Strahlen herfür zuspringen geschienen. Nach dem sie das Gefäße zerbrochen / haben sie in den Hefen ein Ding in Gestalt eines Hirnschädels gefunden. Dergleichen erzehlt der Englische Rittert Robert Fludd. Er nennet den Chymisten la Pierre, welcher über seinem process ein greulich brüllen / wovon seine Gäste erschrocken / gehöret / und ein Menschlich Bilde gesehen. Sie sagen / dieses Blut müsse nur von einem gewaltsamer Weise ermordeten Manne seyn. Das macht die Sache verdächtig. Warumb nicht auch von einem Weibe? Aber wir sinnen ietzo nicht dem Geblüte / sondern der Asche nach. Es find / wie Borellus auffgemercket / drey Vorwitzel gewesen / welche die Kirchhoffs Erde / weil sie voller eingemengter Toden-Asche war / vor die rechte Alchymistische Materia gehalten / und darauß auch in Schalen Gespenster vermercket worden. Daher geschicht / das / wenn diese Erde von[407] der Sonnen empor gezogen wird / offtermals auf den Kirchhöfen / Gespenster gesehen werden / welche man für Teuffel hält / da sie doch natürlicher Weise entstehen. Gedachter Borellus sagt: Dieses aber kan nur des Nachts gesehen werden / weil in dem sie etwas liechte / sind sie wie die Sternen von der Sonnen verdunckelt werden / daß / ob sie gleich gegenwärtig sind / dennoch im Tage nicht erscheinen können. Der unerhörte Vorwitzel Gaffarellus geht auch auff diesen Grund: Spectra, sagt er / qvæ in cœmiteriis apparent, nihil aliud sunt, qvam figuræ corporum compactæ ex effluvio miasmatum de putri cadavere elevatoruni, qvæ in aëre nocturno, ut potè crassiori, facilius hærent. Diese Spitzfindigkeit ist mehr zu verlachen als zu wiederlegen. Wo die Ursach ist / und dero Wirckung nicht verhindert wird / da muß die Wirckung auch nothwendig seyn. Unsere Kirchhöfe sind so voller Cörper / theils der Verfaulenden / theils Verfauleten / das nichts drüber / wir haben aber nochniemals dergleichen etwas gesehen. Ich zweiffle nicht / die meisten werden Beyfall geben. Viel Gespenster macht die Furcht / eine grosse Einbildung und ein böses Gewissen. Wir wolten dieses ienem Chymisten fast beymassen / so sie zu harte auff ihrer Meynung bestünden. In der materia von Gespenstern soll ein Gemüth nicht zu viel der Natur / auch nicht zu viel dem Satan zuschreiben.[408] Jene hat manche wunderliche optische Spiele. Kircherus erzehlet / das in der Mamertinischen Enge sich in der Lufft die schönsten Gebäude und prächtigsten Heere in ihrer Bewegnüß lebhafft zeigeten. Die Ursach wirfft er in die Außdämpfungen / welche sich als ein Spiegel in der Lufft zusammen wölcken / in die Krafft der Sonnen Stralen / und gegen über liegende Palatia und vorbey reisende Ritter / und dergleichen. Dieses hat seine natürliche unn augenscheinliche Ursachen /vor welche ein unbesonnener / Satans Gauckeley einwerffen würde. Dergleichen Art in der Borellischen und Gaffarell schen Erzehlung / ihm einzubilden läst der Mangel der Erfahrung / und anderer Umbstände nicht zu. Mein Seeligster Lehrmeister der hochberühmete Sperling hat mich in solchen natürlichen Dingen nichts ohne Erfahrung zu glauben gelehrt. Unsere Hände / sagt er / sind äugigt / sie gläuben was sie sehen. Die auß dem Cörper steigenden Düffte enthalten sich erst in dem Sarge verschlossen. Darauß dämpfen sie gar langsam / und so sie durch die Fugen brechen / zeucht sie die drey Ellen oder mehr / darüber liegende Erde in sich / laß sie die Sonne empor ziehen / wie hoch steigen sie in die Lufft? wie orden sich die Düffte des Hauptes / der Armen und anderer Glieder in ihre gehörige Reye? weiß die blosse Sonne sie also zu stellen? oder ists von der Natur der Düffte selbst?[409] daß sie von sich selbst also beseelt / ihren Platz behalten? haben auch die Kittel ihre besondere Düffte / die der Sonnen Stralen herauß ziehen / und nachmals über das Gespicke nach seiner ordentlichen Gestalt decken / weil solche Kirchhoffes Gespenster gemeiniglich weiß oder sonst färbig erscheinen? sollen so offte neue Gespenster anß einem Cörper entstehen / so lange die Fäulnüß und Außdämpffung wehrt? Die Erscheinung solcher Gespenster geben wir jenen Vorwitzigen wieder heim / uns gefällt sie nicht. Seelewig! wir wollen unsern Nechsten in seiner Fäulnüß liegen und zu nichte werden lassen. Seines Cörpers Natur ist zerflüssen / und / es geschehe wie es wolle /verwesen. Auff diesen Zweck zielet er nach der Ordnung des Schöpffers / er darff unsers Vorwitzes nicht. etc. Ibid. pag. 223. etc. von der Formen Uberbleibung und Unvergängligkeit: Brovvne redet also relig. Med. part. sect. 47. pag. 272. Wann ein auß den Schulen sich mir der blossen Betrachtung erlustigender Philosophus ein Kraut zu Asche werden siehet / so gläubet er flugs / daß die Forme gantz verderbe / und dem Cörper eine ewige gute Nacht gebe. Da doch einem fühlbaren (Sensibili) Künstler bekant ist / daß sie nicht der verderben / sondern sich nur in unverbrennliche Theile verbergen / und daselbst von des fressigen Elements Würckung sicher bleiben. Auß der Aufferweckung der Kräuter[410] und Thiere kompt / daß die Seelen unsterblich seyn / auch in den geringsten Dingen / und das auch kein Winckel in der Welt sey /welcher mit gewisser Art der Seelen nicht angefüllet wäre / das ich mit Jamblicho nach der Chaldæer Lehre rede. Borellus ap. Kerger. l.c. p. 28. Nach dem sie ihres Gefängnüsses / des Leibes sich entbrechen / fliehen sie durch die Lüffte / und irren so lange herumb / biß sie sich endlich selbst einen neuen Cörper erschaffen / etc. Oben angezogener Kerger theilet das Leben mit Helmontio ein / in das erste / mittlere / und letztere. Das erste Leben ist die Wirckung der Seelen / nach welcher sie die / in seiner Art vollkommenste Handlunger außübet / die mineralien wachsen / die vegetabilien ihren Safft an sich ziehen und grünen / das Thier ernähret wird / fühlet oder sich vom Orte beweget / und so was mehr ist. Das mittlere Leben ist eine Wirckung der Seelen / welche zwar ihre Wirckungen aber unlebhafftig hat / zu welchen sie gleichwohl gelangen kan. Nach der Betrachtung find alle Aufferstehungen der Kräuter / Thiere / mineralien / und dergleichen zuerwegen. Das letzte Leben ist eine Wirckung der Seelen / zwar mit seinen / aber nicht lebhafftigen Wirckungen / außgerüstet / zu welchen sie auch nimmer wieder gelangen kan. Die unlebhafften Wirckungen sind / eine gewisse Grösse / Figur / Gelegenheit / Ordnung / Zahlen / Schmack / Farbe /[411] Geruch / und andere allgemeine / und eigene Wirckungen / und Kräffte / zum reinigen / wärmen / und dergleichen geben. Die Formen eines solchen Lebens nennet er specificas oder freye / und subjugatas, oder untergejochete; Jene regieren ihren Cörper für sich selbst: Diese unterwerffen ihren Cörper einer gewaltigen Forma stat der Materia. Jene erweisen ihr Leben / in denen durch Faulung / destillirung / Kochung oder eingiessung bereiteter Oele / Spiritus, extracta, essentien. u.d.g. wo von in selbigen Orte außführlich-Dieses / meinet er / und andere sey die μετευψύχωσις des Pythagoræ gewesen. Meine Stelewig! unsers Amptes und Zweckes ist nicht / dieser Meinungen Erörterung die unsrigemachen. Wir wollen diese letztere weder gantz annehmen / weder gantz ver werffen. Sie scheinet wol etwas ungereimt / aber vielleicht nur denen / die die Natur allein nach den Lehrgesetzen ihrer Lehrer oder eigenen authorisirten Meinung / nicht aber die Lehr-Gesetze nach der Naturrichten wollen. Es sey wie ihm wolle / das mittlere Leben kan sehr viel verworrene Knoten in der Physic und Medicina aufflösen / und manche herrliche Erfindungen zu Ehre der Weißheit und Allmacht des Schöpffers / und Belustigung und Nutzen des Geschöpffes herfür bringen. Das letztere Leben bedarff eines ferneren nachsinnens; und würde / so es einen andern kläreren Nahmen[412] hätte / umb so viel weniger verhasset seyn. Doch es heisset ein solches Leben / welches nimmer wieder also wie vorhin leben kan. Das ist eine verborgene Beschreibung des Todes. Die Seele wird verstanden /wie es der Zustand / der dreyen Reiche / des vegetabilischen / mineralischen / und animalischen zulässet. Die vernünfftige Seele / sie mögen sie den Geist / oder anders nennen / wird ohne zweiffel auß solcher Sclaverey gezogen / und in ihrem gehörigen Orte gelassen. Unsern Leib mögen wir ansehen / als eine Blume / die verwelcket und zu Asche wird. Denn vergebens heist der Geist des HErren / nicht unsern Leib also. GOtt handelt mit ihm als ein Allmächtiger und weiser HErr der Natur. Was andere per calcinationem, und dergleichen thun / weiß er vollkommen. Seine crucibula, Kolben und Tiegel hat er schon / hierein fallen wir nur / wenn die Welt meynet / wir sind zehenauch mehrfach durch die Verwesung gegangen. Unsere Stäublein / und wie sie Nahmen haben können / sind nicht todt / (denn GOtt ist nicht ein GOtt der Todten) sondern sie sind in einem solchen verborgenen Leben unter dem Process der Weißheit GOttes / darauß sie nicht zum ersten elenden / sondern andern herrlichen Leben aufferwecket werden sollen. Das letzte Leben möchten wir den gottlosen Cörpern zuschreiben. Sie untergehen nicht: (denn das were der Atheisten[413] gröste Freude) sondern bleiben also / daß sie in dem andern Tode nach dem sie mit ihren Seelen wieder vereiniget / specificè für sich / und subjugatè unter der Gewalt der Teuffel in Geschmack / Farbe / Geruch / und dergleichen die Gewalt des Todes lebendig empfinden / aber nicht endigen werden können. Dieses hier ingemein: drunten in etwas außführlicher alles insonderheit. Idem pag: 335. d.l. von der Aufferstehungs-Wahrheit / Beschaffenheit. etc. wie und mit was für Leibern wir ewige Menschen seyn werden? Idem de Resurrectione Herbarum ex cinere, c. 5. p. 20. etc. ex Petr. Johann: Fabr in Pallad: spagyr: p. 15. Kircheri arte Magn: Lucis & umbr: p. 156. Bodin. in Theatr. Natur. p. 74. Schook de Turff. p. 116. 117. Libav: ap. Kerger de Fermentatione, p. 50. Kircher: de arte Magnet: p. 5. l. 3. c. 3. & Itin. Extat. 2. Dial. 2. c. 5. p. 610. edit Schotti p. 121. edit. Rom Schotto in Phænice Hydro Botanic: part. 2. class. 1. c. 6. Mach. 4. p. 304. 305. Harßdörffern im 9. Theile Mathem. Erquickt. quæst. 26. Borello ap. Kerger. l.c. p. 28. Idem Gerlach. d.l. pag. 229. etc. de Urnis, ex Aringhii Româ subterran. Tom 1. p. 502. 11 Kipping. Reces: antiquit. Rom. p. 681. Idem pag. 242. daß wir uns nicht wie vollkommene Menschen bey den Begräbnüssen bezeigen / sondern stehen da / wie geschnitzte Höltzer / ohne weinen /[414] und nachsinnen etc. Sonsten wil Freinshemius, in einem Teutschen Carmine, kurtz vor seinem Tode gemachet / daß der Leib kein Essential Stücke des Menschen sey / nebenst denen da befindlichen Vernunfft-Schlüssen: und machet er uns also hie in diesem Leben Monstrosisch / nur mit seiner super-Klugheit.

Quelle:
Praetorius, Johannes: Anthropodemus plutonicus. Das ist eine neue Welt-beschreibung [...] 1–2, Magdeburg 1666/67, S. 378-415.
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