Vierte Szene

[210] Eastcheap. Eine Stube in der Schenke zum wilden Schweinskopf.


Prinz Heinrich und Poins treten auf.


PRINZ HEINRICH. Ich bitte dich, Poins, komm aus der fettigen Stube und steh mir ein bißchen mit Lachen bei!

POINS. Wo bist du gewesen, Heinz?

PRINZ HEINRICH. Mit drei bis vier Ochsenköpfen zwischen drei bis vier Dutzend Oxhöften. Ich habe den allertiefsten Ton der Leutseligkeit angegeben. Ja, Mensch, ich habe mit einer Rotte von Küfern Brüderschaft gemacht und kann sie alle[210] bei ihren Taufnamen nennen, als: Thomas, Fritz und Franz. Sie setzen schon ihre Seligkeit daran, daß ich, obschon nur Prinz von Wales, der König der Höflichkeit bin, und sagen mir gerade heraus, ich sei kein stolzer Hans, wie Falstaff, sondern ein Korinthier, ein lustiger Bursch, ein guter Junge. – wahrhaftig, so nennen sie mich, und wenn ich König von England bin, so sollen alle wackre Bursche in Eastcheap mir zu Befehl stehn. Tüchtig trinken heißt bei ihnen sich rot schminken, und wenn Ihr beim Schlucken Atem holt, so rufen sie: »frisch!« und ermahnen Euch, keine Umstände zu machen. Kurz, ich habe es in einer Viertelstunde so weit gebracht, daß ich lebenslang mit jedem Kesselflicker in seiner eignen Sprache trinken kann. Ich sage dir, Eduard, du hast viel Ehre eingebüßt, daß du nicht mit mir in dieser Aktion gewesen bist. Aber, süßer Eduard, – und um diesen Namen zu versüßen, geb' ich dir dies Pfennigstütchen voll Zucker, das mir eben ein Unterkellner in die Hand drückte; einer, der in seinem Leben kein andres Englisch gesprochen hat als: »acht Schilling und sechs Pfennige«; und: »Ihr seid willkommen«, mit dem gellenden Zusatze: »Gleich, Herr! gleich! Eine Flasche Muskat im Halben Monde angekreidet!« oder dergleichen. – Aber, Eduard, um die Zeit hinzubringen, bis Falstaff kommt, geh, bitt' ich dich, in eine Nebenstube, während ich meinen kleinen Küfer befrage, zu welchem Ende er mir den Zucker gegeben hat, und laß die ganze Zeit nicht ab, »Franz« zu rufen, damit er nichts als »Gleich!« vorbringen kann. Tritt beiseit, und ich will dir den Hergang zeigen.

POINS. Franz!

PRINZ HEINRICH. Meisterhaft!

POINS. Franz! Ab.

Franz kommt.

FRANZ. Gleich, Herr! gleich! Sieh zu, was sie im »Granatapfel« wollen, Ralf!

PRINZ HEINRICH. Komm her, Franz!

FRANZ. Gnädiger Herr?

PRINZ HEINRICH. Wie lange mußt du noch dienen, Franz?

FRANZ. Meiner Treu, fünf Jahre, und so lange, bis –

POINS drinnen. Franz![211]

FRANZ. Gleich, Herr! gleich!

PRINZ HEINRICH. Fünf Jahre? Wahrhaftig, eine lange Mietszeit, um mit zinnernen Kannen zu klimpern. Aber, Franz, hättest du wohl das Herz, gegen deinen Kontrakt die Memme zu spielen, die Beine auf die Schultern zu nehmen und ihm durchzugehen?

FRANZ. Du meine Zeit, Herr! Ich will auf alle Bücher in England schwören, ich könnte es übers Herz bringen –

POINS drinnen. Franz!

FRANZ. Gleich, Herr! gleich!

PRINZ HEINRICH. Wie alt bist du, Franz?

FRANZ. Laßt mich sehen: Auf nächsten Michaelis werde ich –

POINS drinnen. Franz!

FRANZ. Gleich, Herr! – Ich bitte Euch, wartet ein bißchen, gnädiger Herr!

PRINZ HEINRICH. Aber höre nur, Franz: der Zucker, den du mir gabst – es war für einen Pfennig, nicht wahr?

FRANZ. Lieber Herr, ich wollte, es wäre für zweie gewesen.

PRINZ HEINRICH. Ich will dir tausend Pfund dafür geben, fodre, wann du willst, und du sollst sie haben.

POINS drinnen. Franz!

FRANZ. Gleich! Gleich!

PRINZ HEINRICH. Gleich, Franz? Nein, Franz; aber morgen, Franz; oder auf den Donnerstag, Franz, oder wahrhaftig, Franz, wann du willst. Aber, Franz –

FRANZ. Gnädiger Herr? –

PRINZ HEINRICH. Bestöhlest du mir wohl den mit dem ledernen Wams, krystallnen Knöpfen, gestutztem Kopf, agatnen Ringen, schwarzen Strümpfen, zwirnenen Kniegürteln, spanischem Tabaksbeutel –

FRANZ. Lieber Gott, Herr, wen meint Ihr?

PRINZ HEINRICH. Nun, so geht Euch kein Getränk über den braunen Muskat; denn seht, Franz, Euer weißes leinenes Kamisol wird schmutzig werden: in der Barbarei, mein Freund, kann es nicht so weit kommen.

FRANZ. Wie, Herr?

POINS drinnen. Franz![212]

PRINZ HEINRICH. Fort, du Schurke! Hörst du sie nicht rufen?


Hier rufen ihn beide, der Küfer steht verwirrt und weiß nicht, wohin er gehen soll. Der Kellner kommt.


KELLNER. Was? Stehst du still und hörst solch ein Rufen? Sieh nach den Gästen drinnen! Franz ab. Gnädiger Herr, der alte Sir John und noch ein halb Dutzend andre sind vor der Tür: soll ich sie hereinlassen?

PRINZ HEINRICH. Laß sie ein Weilchen stehn, und dann mach' die Tür auf! – Poins!

POINS. Gleich, Herr! gleich!

PRINZ HEINRICH. Höre: Falstaff und die übrigen Diebe sind vor der Tür. Sollen wir uns lustig machen?

POINS. So lustig wie Heimchen, mein Junge. Aber wie geschickt habt Ihr die Partie Spaß mit dem Küfer gespielt! Aber was soll nun geschehn?

PRINZ HEINRICH. Ich bin jetzt zu allen Humoren aufgelegt, die sich seit den alten Tagen des Biedermanns Adam bis zu dem unmündigen Alter der gegenwärtigen Mitternacht als Humore gezeigt haben. Franz kommt zurück mit Wein. Was ist die Uhr, Franz?

FRANZ. Gleich, Herr! gleich!

PRINZ HEINRICH. Wie nur der Geselle weniger Worte haben kann als ein Papagei, und doch ist er eines Weibes Sohn! Seine Geschäftigkeit ist trepp- auf und -ab, seine Beredsamkeit ein Stück Rechnung. – Ich bin noch nicht so gesinnt wie Percy, der Heißsporn des Nordens, der Euch sechs bis sieben Dutzend Schotten zum Frühstück umbringt, sich die Hände wäscht und zu seiner Frau sagt: »Pfui über dies stille Leben! Ich muß zu tun haben.« – »O mein Herzens-Heinrich«, sagt sie, »wie viele hast du heute umgebracht?« – »Gebt meinem Rappen zu saufen«, sagt er, und eine Stunde drauf antwortet er: »Ein Stücker vierzehn; Bagatell! Bagatell!« – Ruf doch Falstaff herein, ich will den Percy spielen, und das dicke Vieh soll Dame Mortimer, sein Weib, vorstellen. »Rivo!« schreit der Trunkenbold. Ruft mir das Rippenstück, ruft mir den Talgklumpen!


Falstaff, Gadshill, Bardolph und Peto kommen.[213]


POINS. Willkommen, Hans! Wo bist du gewesen?

FALSTAFF. Hol' die Pest alle feigen Memmen, und das Wetter obendrein! Ja und Amen! – Gib mir ein Glas Sekt, Junge! – Lieber als dies Leben lange führen, will ich Strümpfe stricken und sie stopfen und sie neu versohlen. Hol' die Pest alle feigen Memmen! – Gib mir ein Glas Sekt, Schurke! – Ist keine Tugend mehr auf Erden? Er trinkt.

PRINZ HEINRICH. Sahst du niemals den Titan einen Teller voll Butter küssen? Den weichherzigen Titan, der bei einer süßen Erzählung seines Sohnes schmolz? Wenn du es tatest, so betrachte diese Masse!

FALSTAFF. Du Schurke, in dem Glase Sekt ist auch Kalk; nichts als Schurkerei ist unter dem sündhaften Menschenvolk zu finden. Aber eine Memme ist doch noch ärger als ein Glas Sekt mit Kalk drin; so 'ne schändliche Memme! – Geh deiner Wege, alter Hans! Stirb, wann du willst! Wenn Mannhaftigkeit, edle Mannhaftigkeit nicht vom Angesicht der Erde verschwunden ist, so bin ich ein ausgenommener Hering. Nicht drei wackre Leute leben ungehangen in England, und der eine von ihnen ist fett und wird alt. Gott helf' uns! Eine schlechte Welt, sag' ich! Ich wollte, ich wär' ein Weber: ich könnte Psalmen singen, oder was es sonst wäre. Hol' die Pest alle feigen Memmen! sag' ich nochmals.

PRINZ HEINRICH. Nun, du Wollsack, was murmelst du?

FALSTAFF. Ein Königssohn! Wenn ich dich nicht mit einer hölzernen Pritsche aus deinem Königreich hinausschlage und alle deine Untertanen wie eine Herde wilder Gänse vor dir hertreibe, so will ich mein Lebenlang kein Haar mehr im Gesichte tragen. Ihr ein Prinz von Wales!

PRINZ HEINRICH. Nun, du gemästeter Schlingel, was soll's?

FALSTAFF. Seid Ihr nicht eine Memme? Darauf antwortet mir; und der Poins da?

POINS. Sapperment, du fetter Wanst, wenn du mich eine Memme nennst, so erstech' ich dich.

FALSTAFF. Ich dich eine Memme nennen? Ich will dich verdammt sehen, ehe ich das tue; aber ich wollte tausend Pfund drum geben, daß ich so gut laufen könnte wie du. Ihr seid ziemlich grade gewachsen, ihr fragt nicht darnach, ob jemand[214] euren Rücken sieht: nennt ihr das ein Rückenhalt seiner Freunde sein? Hol' die Pest solches Rückenhalten! Schafft mir Leute, die mir ins Gesicht sehn! – Ein Glas Sekt! Ich bin ein Schelm, wenn ich heute was getrunken habe.

PRINZ HEINRICH. O Spitzbube: du hast dir kaum die Lippen vom Trinken abgewischt.

FALSTAFF. Es kommt alles auf eins heraus. Hol' die Pest alle Memmen! sage ich nochmals. Er trinkt.

PRINZ HEINRICH. Was soll's?

FALSTAFF. Was soll's? Viere unter uns, die wir hier sind, haben heute morgen tausend Pfund erbeutet.

PRINZ HEINRICH. Wo sind sie, Hans? Wo sind sie?

FALSTAFF. Wo sind sie? Uns abgenommen sind sie. An die hundert gegen uns armselige viere!

PRINZ HEINRICH. Was sagst du, Freund? An die hundert?

FALSTAFF. Ich will ein Schuft sein, wenn ich nicht ein paar Stunden lang mit einem Dutzend von ihnen handgemein gewesen bin. Ich bin durch ein Wunder davon gekommen. Ich habe acht Stöße durch das Wams gekriegt, viere durch die Beinkleider, mein Schild ist durch und durch gehauen, mein Degen zerhackt wie eine Handsäge: ecce signum! Zeit meines Lebens habe ich mich nicht besser gehalten, es half alles nichts. Hol' die Pest alle Memmen! – Laßt die da reden: wenn sie mehr oder weniger als die Wahrheit sagen, so sind sie Spitzbuben und Kinder der Finsternis.

PRINZ HEINRICH. Redet, Leute! Wie war's?

GADSHILL. Wir viere fielen ein Dutzend an, –

FALSTAFF. Sechzehn wenigstens.

GADSHILL. Und banden sie.

PETO. Nein, nein, gebunden wurden sie nicht.

FALSTAFF. Ja, du Schelm, sie wurden gebunden, alle, bis auf den letzten Mann, sonst will ich ein Jude sein, ein rechter Erzjude.

GADSHILL. Wie wir dabei waren zu teilen, fielen uns sechs bis sieben frische Leute an –

FALSTAFF. Und banden die andern los, und dann kamen die übrigen.[215]

PRINZ HEINRICH. Was? Fochtet Ihr mit allen?

FALSTAFF. Alle? Ich weiß nicht, was Ihr alle nennt, aber wenn ich nicht mit ein funfzigen gefochten habe, so will ich ein Bündel Radiese sein. Wenn ihrer nicht zwei- bis dreiundfunfzig über den armen alten Hans her waren, so bin ich keine zweibeinige Kreatur.

POINS. Gott gebe, daß Ihr keinen davon ermordet habt!

FALSTAFF. Ja, da hilft nun kein Beten mehr. Ich habe zweien die Freude versalzen; zweien, das weiß ich, habe ich ihr Teil gegeben; zwei Schelmen in steifleinenen Kleidern. Ich will dir was sagen, Heinz, – wenn ich dir eine Lüge sage, so spei' mir ins Gesicht, nenne mich ein Pferd! Du kennst meine alte Parade: so lag ich, und so führte ich meine Klinge. Nun dringen vier Schelme in Steifleinen auf mich ein, –

PRINZ HEINRICH. Was, viere? Eben jetzt sagtest du ja nur zwei.

FALSTAFF. Viere, Heinz, ich sagte viere.

POINS. Ja, ja, er hat viere gesagt.

FALSTAFF. Diese viere kamen alle in einer Reihe und taten zusammen einen Ausfall auf mich. Ich machte nicht viel Umstände, sondern fing ihre sieben Spitzen mit meiner Tartsche auf, – so.

PRINZ HEINRICH. Sieben? Soeben waren ihrer ja nur vier.

FALSTAFF. In Steifleinen.

POINS. Ja, viere in steifleinenen Kleidern.

FALSTAFF. Sieben, bei diesem Degengriff, oder ich will ein Schelm sein.

PRINZ HEINRICH. Ich bitte dich, laß ihn nur, wir werden ihrer gleich noch mehr kriegen.

FALSTAFF. Hörst du auch, Heinz?

PRINZ HEINRICH. Ja, ich merke mir's auch, Hans.

FALSTAFF. Das tu' nur; es ist des Aufhorchens schon wert. Diese neun in Steifleinen, wovon ich dir sagte, –

PRINZ HEINRICH. Also wieder zwei mehr.

FALSTAFF. Da ich sie in der Mitte aus einander gesprengt hatte –

POINS. So fielen ihnen die Hosen herunter.[216]

FALSTAFF. So fingen sie an zu weichen. Ich war aber dicht hinter ihnen drein, mit Hand und Fuß, und wie der Wind gab ich sieben von den eilfen ihr Teil.

PRINZ HEINRICH. O entsetzlich! Eilf steifleinene Kerle aus zweien!

FALSTAFF. Wie ich dabei war, führte der Teufel drei abscheuliche Spitzbuben in hellgrünen Röcken her, die mich von hinten anfielen; – denn es war so dunkel, daß man nicht die Hand vor Augen sehen konnte.

PRINZ HEINRICH. Diese Lügen sind wie der Vater, der sie erzeugt, groß und breit, wie Berge, offenbar, handgreiflich. Ei, du grützköpfiger Wanst! du vernagelter Tropf! du verwetterter, schmutziger, fettiger Talgklumpen, –

FALSTAFF. Nun, bist du toll? Bist du toll? Was wahr ist, ist doch wahr.

PRINZ HEINRICH. Ei, wie konntest du die Kerle in hellgrünen Röcken erkennen, wenn es so dunkel war, daß man die Hand nicht vor Augen sehen konnte? Komm, gib uns deine Gründe an: wie erklärst du das?

POINS. Eure Gründe, Hans, Eure Gründe!

FALSTAFF. Was? Mit Gewalt? Wär' ich auch auf der Wippe oder allen Foltern in der Welt, so ließe ich mir's nicht mit Gewalt abnötigen. Mit Gewalt Gründe angeben! Wenn Gründe so gemein wären wie Brombeeren, so sollte mir doch keiner mit Gewalt einen Grund abnötigen, nein!

PRINZ HEINRICH. Ich will dieser Sünde nicht länger schuldig sein. Diese vollblütige Memme, dieser Bettdrücker, dieser Pferderückenbrecher, dieser (riesenmäßige) Fleischberg, –

FALSTAFF. Fort mit dir, du Hungerbild, du Aalhaut, du getrocknete Rinderzunge, du Ochsenziemer, du Stockfisch, – o hätt' ich nur Odem, zu nennen, was dir gleicht! – du Schneiderelle, du Degen(scheide, du Bogen)futteral, du erbärmliches Rapier, –

PRINZ HEINRICH. Gut, hol' ein Weilchen Odem, und dann geh wieder dran, und wenn du dich in schlechten Vergleichungen erschöpft hast, so höre nur dies!

POINS. Merk' auf, Hans![217]

PRINZ HEINRICH. Wir zweie sahen euch viere über viere herfallen; ihr bandet sie und machtet euch ihres Gutes Meister. – Nun merkt auf, wie eine ganz simple Geschichte euch zu nichte macht! – Wir zweie fielen hierauf euch viere an und trotzten euch, mit einem Worte, die Beute ab, und haben sie, ja, und können sie euch hier im Hause zeigen; und Ihr, Falstaff, schlepptet Euren Wanst so hurtig davon, mit so behender Geschicklichkeit, und brülltet um Gnade, und lieft und brülltet in einem fort, wie ich je ein Bullenkalb habe brüllen hören. Was bist du für ein Sünder, deinen Degen zu zerhacken, wie du getan hast, und dann zu sagen, es sei im Gefecht geschehen? Welchen Kniff, welchen Vorwand, welchen Schlupfwinkel kannst du nun aussinnen, um dich vor dieser offenbaren Schande zu verbergen?

POINS. Komm, laß uns hören, Hans: was hast du nun für einen Kniff?

FALSTAFF. Beim Himmel, ich kannte euch so gut wie der, der euch gemacht hat. Laßt euch sagen, meine Freunde: kam es mir zu, den Thronerben umzubringen? Sollte ich mich gegen den echten Prinzen auflehnen? Du weißt wohl, ich bin so tapfer wie Herkules: aber denke an den Instinkt: Der Löwe rührt den echten Prinzen nicht an. Instinkt ist eine große Sache, ich war eine Memme aus Instinkt. Ich werde Lebenslang von dir und mir desto besser denken: von mir als einem tapfern Löwen, von dir als einem echten Prinzen. Aber beim Himmel, Bursche, ich bin froh, daß ihr das Geld habt. – Wirtin, die Türen zu! Heute nacht gewacht, morgen gebetet! – Brave, Jungen, Goldherzen! alle Titel guter Kameradschaft sei'n euch gegönnt! He, sollen wir lustig sein? Sollen wir eine Komödie extemporieren?

PRINZ HEINRICH. Zugestanden! Und sie soll von deinem Davonlaufen handeln.

FALSTAFF. Ach, davon nichts weiter, Heinz, wenn du mich lieb hast!


Die Wirtin kommt.


WIRTIN. Gnädiger Herr Prinz, –

PRINZ HEINRICH. Sieh da, Frau Wirtin! Was hast du mir zu sagen?[218]

WIRTIN. Ei, Herr, da ist ein angesehener Herr vom Hofe vor der Tür, der Euch sprechen will: er sagt, er kommt von Eurem Vater.

PRINZ HEINRICH. Mach' ihn zum ungesehenen Herrn und schicke ihn wieder zu meiner Mutter!

FALSTAFF. Was für eine Art von Mann ist es?

WIRTIN. Ein alter Mann.

FALSTAFF. Was hat die Gravität um Mitternacht außer dem Bett zu tun? – Soll ich ihm seinen Bescheid geben?

PRINZ HEINRICH. Ja, tu' das, Hans!

FALSTAFF. Mein' Treu', ich will ihn schon heimleuchten. Ab.

PRINZ HEINRICH. Nun, ihr Herren! Beim Himmel, ihr habt schön gefochten, – Ihr, Peto, und Ihr, Bardolph, – ihr seid auch Löwen, ihr lieft aus Instinkt weg; ihr wolltet den echten Prinzen nicht anrühren, bei Leibe nicht. O pfui!

BARDOLPH. Meiner Treu, ich lief, wie ich die andern laufen sah.

PRINZ HEINRICH. Sagt mir nur im Ernst, wie wurde Falstaffs Degen so schartig?

PETO. Nun, er zerhackte ihn mit seinem Dolche und sagte: er wolle Stein und Bein schwören, um Euch glauben zu machen, es wäre im Gefecht geschehen, und er überredete uns, das Gleiche zu tun.

BARDOLPH. Ja, und unsre Nasen mit scharfem Grase zu kitzeln, um sie bluten zu machen, und dann unsre Kleider damit zu beschmieren und zu schwören, es sei das Blut von ehrlichen Leuten. Ich habe so was seit sieben Jahren nicht getan; ich wurde rot über seine abscheulichen Einfälle.

PRINZ HEINRICH. O Spitzbube, du stahlst vor achtzehn Jahren ein Glas Sekt und wurdest auf der Tat ertappt, und seitdem wirst du immerfort ex tempore rot. Du hattest Feuer und Schwert an deiner Seite, und doch liefst du davon; welch ein Instinkt bewog dich dazu?

BARDOLPH. Gnädiger Herr, seht Ihr hier diese Meteore? Bemerkt Ihr diese Feuerdünste?

PRINZ HEINRICH. Ja.

BARDOLPH. Was denkt Ihr, daß sie bedeuten?

PRINZ HEINRICH. Heiße Lebern und kalte Beutel.

BARDOLPH. Galle, Herr, wenn man's recht nimmt.[219]

PRINZ HEINRICH. Nein, wenn man's recht nimmt, Galgen!


Falstaff kommt zurück.


Da kommt der magre Hans, da kommt das Beingerippe Nun, meine allerliebste Wulstpuppe? Wie lange ist es her, Hans, daß du dein eignes Knie nicht gesehn hast?

FALSTAFF. Mein eignes Knie? Als ich in deinen Jahren war, Heinz, war ich um den Leib nicht so dick als eine Adlersklaue, ich hätte durch eines Aldermans Daumenring kriechen können. Hol' die Pest Kummer und Seufzen! Es bläst einen Menschen auf wie einen Schlauch. – Da sind hundsföttische Neuigkeiten los: Sir John Bracy war hier von Eures Vaters wegen, Ihr müßt morgen früh an den Hof. Der bewußte tolle Kerl aus dem Norden, Percy, und der aus Wales, der den Amaimon ausprügelte und Luzifer zum Hahnrei machte und den Teufel auf das Kreuz eines wäl'schen Hakenspießes den Vasalleneid leisten ließ, – wie zum Henker heißt er doch?

POINS. Oh, Glendower.

FALSTAFF. Owen, Owen, eben der; und sein Schwiegersohn Mortimer, und der alte Northumberland, und der mutige Schott' der Schotten, Douglas, der zu Pferde einen Berg steilrecht hinanrennt.

PRINZ HEINRICH. Der in vollem Galopp reitet und dabei mit der Pistole einen Sperling im Fluge schießt.

FALSTAFF. Ihr habt es getroffen.

PRINZ HEINRICH. Er aber niemals den Sperling.

FALSTAFF. Nun, der Schuft hat Herz im Leibe, der läuft nicht.

PRINZ HEINRICH. Ei, was bist du denn für ein Schuft, daß du ihn um sein Laufen rühmst?

FALSTAFF. Zu Pferde, du Finke! Zu Fuß weicht er keinen Fuß breit.

PRINZ HEINRICH. Doch, Hans, aus Instinkt.

FALSTAFF. Das gebe ich zu, aus Instinkt. Gut, der ist auch da; und ein gewisser Mordake, und sonst noch an die tausend Blaumützen. Worcester hat sich bei Nacht weggestohlen; deines Vaters Bart ist vor Schrecken über die Nachricht[220] weiß geworden. Land ist nun so wohlfeil zu kaufen wie stinkende Makrelen.

PRINZ HEINRICH. Nun, wenn ein heißer Junius kommt und diese einheimische Balgerei fortdauert, so sieht es darnach aus, daß man Jungferschaften schockweise kaufen wird, wie Hufnägel.

FALSTAFF. Potz Element! Junge, du hast recht: es kann sein, daß wir in dem Punkte guten Handel haben werden. – Aber sage mir, Heinz, fürchtest du dich nicht entsetzlich? Da du Thronerbe bist, könnte die Welt dir wohl noch drei solche Gegner auslesen, als den Erzfeind Douglas, den Kobold Percy und den Teufel Glendower? Fürchtest du dich nicht entsetzlich? Rieselt's dir nicht in den Adern?

PRINZ HEINRICH. Nicht im geringsten, meiner Treu; ich brauche etwas von deinem Instinkt.

FALSTAFF. Nun, du wirst morgen entsetzlich ausgeschmält werden, wenn du zu deinem Vater kommst; wenn du mich lieb hast, so sinne eine Antwort aus!

PRINZ HEINRICH. Stelle du meinen Vater vor und befrage mich über meinen Lebenswandel!

FALSTAFF. Soll ich? topp! – Dieser Armstuhl soll mein Thron sein, dieser Dolch mein Szepter, und dies Kissen meine Krone.

PRINZ HEINRICH. Dein majestätischer Thron wird nur für einen Schemel geachtet, dein goldnes Szepter für einen bleiernen Dolch, und deine kostbare reiche Krone für eine armselige kahle Krone.

FALSTAFF. Gut, wenn das Feuer der Gnade nicht ganz in dir erloschen ist, so sollst du nun gerührt werden. – Gebt mir ein Glas Sekt, damit meine Augen rot aussehen; man muß denken, daß ich geweint habe, denn ich muß es mit bewegtem Gemüt sprechen, und ich will es in des Königs Kambyses Weise tun.

PRINZ HEINRICH. Gut! So mache ich meine Reverenz.

FALSTAFF. Und so halte ich meine Rede. – Tretet beiseit, ihr Großen!

WIRTIN. Das ist ein prächtiger Spaß, mein' Seel'!

FALSTAFF.

Weint, holde Fürstin, nicht! Vergeblich träufeln Tränen.[221]

WIRTIN.

O Jemine, was er sich für ein Ansehen gibt!

FALSTAFF.

O Gott, Herrn! bringt mein bang Gemahl hinaus,

Denn Tränen stopfen ihrer Augen Schleusen.

WIRTIN. O prächtig! Er macht es den Lumpen-Komödianten so natürlich nach, wie man was sehen kann.

FALSTAFF. Still, gute Bierkanne! still, Frau Schnaps! – Heinrich, ich wundre mich nicht bloß darüber, wie du deine Zeit hinbringest, sondern auch, in welcher Gesellschaft du lebest; denn wiewohl die Kamille, je mehr sie getreten wird, um so schneller wächst, so wird doch die Jugend, je mehr man sie verschwendet, um so schneller abgenutzt. Daß du mein Sohn bist, dafür habe ich teils deiner Mutter Wort, teils meine eigne Meinung; hauptsächlich aber einen verwünschten Zug in deinem Auge und ein albernes Hängen deiner Unterlippe, das mir Gewähr dafür leistet. Wofern du denn mein Sohn bist – dahin zielt dies eigentlich – warum, da du mein Sohn bist, wirst du das Ziel des Gespöttes? Soll die glorreiche Sonne des Himmels ein Schulschwänzer werden und Brombeeren naschen? Eine nicht aufzuwerfende Frage. Soll der Sohn Englands ein Dieb werden und Beutelschneiden? Eine wohl aufzuwerfende Frage. Es gibt ein Ding, Heinrich, wovon du oftmals gehört hast, und das vielen in unserm Lande unter dem Namen Pech bekannt ist; dieses Pech, wie alte Schriftsteller aussagen, pflegt zu besudeln: so auch die Gesellschaft, die du hältst. Denn, Heinrich, jetzt rede ich nicht im Trunke zu dir, sondern in Tränen; nicht im Scherz, sondern von Herzen; nicht bloß in Worten, sondern auch in Sorgen. – Und doch gibt es einen tugendhaften Mann, den ich oft in deiner Gesellschaft bemerkt habe, aber ich weiß seinen Namen nicht.

PRINZ HEINRICH. Was für eine Art von Mann, wenn es Euer Majestät gefällig ist?

FALSTAFF. Ein wackrer, stattlicher Mann, in der Tat, und wohlbeleibt; er hat einen heitern Blick, einnehmende Augen und ein sehr edles Wesen, und ich denke, er ist so in den Funfzigen, oder wenn's hoch kommt, gegen sechzig; und jetzt fällt es mir ein: sein Name ist Falstaff. Sollte der Mann ausschweifend sein, so hintergeht er mich; denn, Heinrich,[222] ich sehe Tugend in seinen Blicken. Wenn denn der Baum an den Früchten erkannt wird, wie die Frucht an dem Baume, so muß – das behaupte ich zuversichtlich – Tugend in diesem Fallstaff sein. Zu ihm halte dich, die andern verbanne! Und nun sage mir, du ungezogner Schlingel, sage, wo hast du diesen Monat gesteckt?

PRINZ HEINRICH. Sprichst du wie ein König? Nimm du meinen Platz ein, und ich will meinen Vater vorstellen.

FALSTAFF. Mich absetzen? Wenn du es halb so gravitätisch und majestätisch machst, in Worten und Werken, so sollst du mich bei den Beinen aufhängen wie ein Kaninchen oder einen Hasen beim Wildhändler.

PRINZ HEINRICH. Gut, hier sitz' ich.

FALSTAFF. Und hier steh' ich: nun urteilt, meine Herren!

PRINZ HEINRICH. Nun, Heinrich? Von woher kommt Ihr?

FALSTAFF. Von Eastcheap, mein gnädiger Herr.

PRINZ HEINRICH. Es werden arge Beschwerden über dich geführt.

FALSTAFF. Alle Wetter, Herr, sie sind falsch! – Ja, ich will Euch den jungen Prinzen schon eintränken, meiner Treu.

PRINZ HEINRICH. Fluchest du, ruchloser Knabe? Hinfort komm mir nicht mehr vor die Augen! Du wirst der Gnade gewaltsam abwendig gemacht; ein Teufel sucht dich heim in Gestalt eines fetten alten Mannes; eine Tonne von einem Mann ist deine Gesellschaft. Warum verkehrst du mit dem Kasten voll wüster Einfälle, dem Beuteltrog der Bestialität, dem aufgedunsenen Ballen Wassersucht, dem ungeheuren Fasse Sekt, dem vollgestopften Kaldaunensack, dem gebratnen Krönungs-Ochsen mit dem Pudding im Bauche, dem ehrwürdigen Laster, der grauen Ruchlosigkeit, dem Vater Kuppler, der Eitelkeit bei Jahren? Worin ist er gut, als im Sekt kosten und trinken? Worin sauber und reinlich, als im Kapaunen zerlegen und essen? Worin geschickt, als in Schlauigkeit? Worin schlau, als in Spitzbüberei? Worin spitzbübisch, als in allen Dingen? Worin löblich, als in gar nichts?

FALSTAFF. Ich wollte, Euer Gnaden machten sich verständlich. Wen meinen Euer Gnaden?[223]

PRINZ HEINRICH. Den spitzbübischen abscheulichen Verführer der Jugend, Falstaff, den alten weißbärtigen Satan.

FALSTAFF. Gnädiger Herr, den Mann kenne ich.

PRINZ HEINRICH. Ich weiß, daß du ihn kennst.

FALSTAFF. Aber wenn ich sagte, ich wüßte mehr Schlimmes von ihm als von mir selbst, daß hieße mehr sagen, als ich weiß. Daß er leider Gottes alt ist, das bezeugen seine weißen Haare; aber daß er, mit Respekt zu vermelden, ein Hurenweibel ist, das leugne ich ganz und gar. Wenn Sek und Zucker ein Fehler ist, so helfe Gott den Lasterhaften! Wenn alt und lustig sein eine Sünde ist, so muß mancher alte Schenkwirt, den ich kenne, verdammt werden. Wenn es Haß verdient, daß man fett ist, so müssen Pharaos magre Kühe geliebt werden. Nein, teuerster Herr Vater, verbannt Peto, verbannt Bardolph, verbannt Poins; aber den lieben Hans Falstaff, den guten Hans Falstaff, den biedern Hans Falstaff, den tapfern Hans Falstaff, um so tapfrer, da er der alte Hans Falstaff ist: den verbanne nicht aus deines Heinrichs Gesellschaft – den verbanne nicht aus deines Heinrichs Gesellschaft: den dicken Hans verbannen, heißt alle Welt verbannen.

PRINZ HEINRICH. Das tu' ich, das will ich.


Man hört klopfen.


Die Wirtin, Franz und Bardolph ab.


Bardolph kommt zurückgelaufen.


BARDOLPH. O gnädiger Herr! gnädiger Herr! Der Sheriff ist mit einer entsetzlichen Wache vor der Tür.

FALSTAFF. Fort, du Schuft! Das Stück zu Ende gespielt! Ich habe viel zu Gunsten des Falstaff zu sagen.


Die Wirtin kommt eilig zurück.


WIRTIN. O Jesus! gnädiger Herr! – gnädiger Herr!

FALSTAFF. Holla! he! Der Teufel reitet auf einem Fiedelbogen. Was gibt's?

WIRTIN. Der Sheriff und die ganze Wache sind vor der Tür, sie kommen, um Haussuchung zu halten: soll ich sie herein lassen?[224]

FALSTAFF. Hörst du, Heinz? Nenne mir ein echtes Goldstück niemals eine falsche Münze; du bist in Wahrheit falsch, ohne es zu scheinen.

PRINZ HEINRICH. Und du eine natürliche Memme, ohne Instinkt.

FALSTAFF. Ich leugne dir den Maior ab; willst du mich dem Sheriff ableugnen, gut; wo nicht, so laß ihn herein! Wenn ich mich auf einem Karre nicht eben so gut ausnehme als ein andrer, so hol' der Teufel meine Erziehung! Ich hoffe, daß ich eben so geschwind als ein andrer mit einem Strick zu erdrosseln bin.

PRINZ HEINRICH. Geh, versteck' dich hinter die Tapete, – die übrigen müssen hinaufgehn. Nun, meine Herrn, ein redlich Gesicht und ein gut Gewissen!

FALSTAFF. Beides habe ich gehabt, aber damit ist es aus, und darum verstecke ich mich.

PRINZ HEINRICH.

Ruft den Sheriff herein!


Alle ab, außer dem Prinzen und Poins. Der Sheriff und ein Kärrner kommen.


Nun, Meister Sheriff, was ist Eu'r Begehren?

SHERIFF.

Zuerst Verzeihung, Herr! Ein Auflauf hat

Gewisse Leut' in dieses Haus verfolgt.

PRINZ HEINRICH.

Was sind's für Leute?

SHERIFF.

Der ein' ist wohl bekannt, mein gnäd'ger Herr,

Ein starker fetter Mann.

KÄRRNER.

So fett wie Butter.

PRINZ HEINRICH.

Der Mann, Ihr könnt mir glauben, ist nicht hier,

Ich brauche selbst ihn eben in Geschäften.

Und, Sheriff, ich verpfände dir mein Wort,

Daß ich ihn morgen mittag schicken will,

Dir Rechenschaft zu geben oder jedem

Für alles, was man ihm zur Last gelegt;

Und wenn ich bitten darf, verlaßt das Haus!

SHERIFF.

Das will ich, gnäd'ger Herr. Zwei Herrn verloren

Bei dieser Räuberei dreihundert Mark.[225]

PRINZ HEINRICH.

Es kann wohl sein; hat er die zwei beraubt,

So soll er Rede stehn; und so, lebt wohl!

SHERIFF. Gute Nacht, mein gnäd'ger Herr!

PRINZ HEINRICH. Ich denk', es ist schon guten Morgen: nicht?

SHERIFF. Ja, gnäd'ger Herr; ich glaub', es ist zwei Uhr. Ab.

PRINZ HEINRICH. Der ölichte Schlingel ist so bekannt wie die Paulskirche. – Geh, ruf' ihn heraus!

POINS. Falstaff! – Fest eingeschlafen hinter der Tapete, und schnarcht wie ein Pferd.

PRINZ HEINRICH. Hör' nur, wie schwer er Atem holt. Suche seine Taschen durch!

Poins sucht.


Was hast du gefunden?

POINS. Nichts als Papiere, gnädiger Herr.

PRINZ HEINRICH. Laßt uns sehen, was es ist: lies sie!

POINS.

»Item, ein Kapaun 2 Schilling 2 Pfennig

»Item, Brühe – – – 4 Pf.

»Item, Sekt, zwei Maß 5 Sch. 8 Pf.

»Item, Sardellen und Sekt nach dem Abendessen 2 Sch. 6 Pf.

»Item, Brot – – – 1/2 Pf.

PRINZ HEINRICH. Oh, ungeheuer! Nur für einen halben Pfennig Brot zu dieser unbilligen Menge Sekt! – Was du sonst noch gefunden hast, bewahre auf, wir wollen es bei beßrer Weile lesen. Laß ihn da schlafen, bis es Tag wird. Ich will früh morgens an den Hof; wir müssen alle in den Krieg, und du sollst einen ehrenvollen Platz haben. Diesem fetten Schlingel schaffe ich eine Stelle zu Fuß, und ich weiß, ein Marsch von ein hundert Fuß wird sein Tod sein. Das Geld soll reichlich wieder erstattet werden. Triff mich morgen bei Zeiten; und somit guten Morgen, Poins!

POINS. Guten Morgen, bester Herr!


Alle ab.[226]


Quelle:
William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 3, Berlin: Aufbau, 1975, S. 210-227.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Meyer, Conrad Ferdinand

Gustav Adolfs Page

Gustav Adolfs Page

Im Dreißigjährigen Krieg bejubeln die deutschen Protestanten den Schwedenkönig Gustav Adolf. Leubelfing schwärmt geradezu für ihn und schafft es endlich, als Page in seine persönlichen Dienste zu treten. Was niemand ahnt: sie ist ein Mädchen.

42 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Hochromantik

Große Erzählungen der Hochromantik

Zwischen 1804 und 1815 ist Heidelberg das intellektuelle Zentrum einer Bewegung, die sich von dort aus in der Welt verbreitet. Individuelles Erleben von Idylle und Harmonie, die Innerlichkeit der Seele sind die zentralen Themen der Hochromantik als Gegenbewegung zur von der Antike inspirierten Klassik und der vernunftgetriebenen Aufklärung. Acht der ganz großen Erzählungen der Hochromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe zusammengestellt.

390 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon