Sechstes Kapitel.

[126] Ist auch mein Haus nicht groß und schön,

Und leer Gewölb und Speicher,

Brauch' ich vom Thurm nur umzusehn,

Und wer ist dann noch reicher?

Ich denke über Feld und Hain

Der einzige Herr und Fürst zu seyn

Und daß die Unterthanen mir es glauben

Will ich sie, eh' ein and'rer kömmt, berauben.

Ballade.


Der Leuenberger Veit saß auf einem Vorsprunge in der Burg zu Gelnhausen, von welchem er durch ein Gitter in's Freie schauen konnte. Seine Base Petronelle hinkte um den Herd des anstoßenden Gemachs, das zugleich Küche, Wohnstube und Schlafkammer vorstellte, und blinzelte nur von Zeit zu Zeit nach dem Vetter, der sich gerade beschäftigte, seinem Falken ein neues Geschühe anzupassen. Der Falke machte ein sehr verdrüßlich Gesicht, aber sein Herr noch ein verdrüßlicheres. Seinem ungeduldigen Blick und noch ungeduldigeren Händen wollte das Nesteln und Schnallen der langen und kurzen Gefäße und Wurfschnüre nicht schnell genug gelingen. »Warte, verdammter Falk!« schalt er: »deinen Trotzkopf werde ich schon zu beugen wissen. Seit neun Monden machst du mir das Leben sauer, und bist so einfältig, als ob du gerade aus dem Gestäude gehoben wärst. Aber hungern sollst du und wachen, daß dir der Kitzel vergehen wird in kurzer Zeit.« – Damit packte er den wilden Vogel auf, zog ihm die Haube übern Kopf und setzte ihn drinnen auf die[127] Stange. Als nun aber Veit pfeifend und mit auf den Rücken gelegten Händen wieder hinaus auf den Vorsprung ging, und in's Weite starrte, konnte die Muhme nicht länger an sich halten. – »Wenn Hunger und Nachtwachen jeden Trotzkopf zahm machen könnten,« keifte sie vom Heerde her, »so müßte auch der Deinige schon lange in der Ordnung seyn, Neffe.« – »Habt Ihr etwas geredet, Muhme?« sprach der Leuenberger spitzig zu ihr hinüber. – »Schon lange, toller Mensch,« erwiederte Petronella, nach dem Blasebalge greifend: »Aber was hilfts? Der Herr mag noch so reichlich die Heerstraßen segnen, Du bringst gewiß nichts heim, das der Mühe werth wäre. Daß gestern der Weinhändler von Nürnberg mit seinen Fässern ungeschlagen hier vorbeikam, werde ich Dir nimmer vergessen.« – »Pah!« rief Veit, und schlug ein Schnippchen in die blaue Luft: »Den Käsebergern muß man auch aus Freundschaft etwas gönnen.« – »Ei ja;« spöttelte die Alte: »Deine alte getreue Base kann aber daheim darben, während ihr ein Becher Rheinwein dann und wann so gut thun würde.« – »Trinkt klares Wasser,« lachte Veit: »'s macht helle Augen, und Euer einziges wird nachgerade schadhaft, wie Eure Nase stumpf, denn Ihr seht und riecht nicht, daß unser Linsengericht in der Pfanne anbrennt.« – »Ei potz Velten!« schrie die Muhme erschrocken, und hob die Pfanne vom Feuer: »Ich muß auch die Augen überall haben, weil Du Dich um nichts kümmerst.« »Komm, Veitchen, komm, setz' Dich zu Tische; komm, iß mein armer Junge.« – Sie schob[128] mit dem Ermel alles Hinderliche von dem morschen Rundtische, warf eine geblumte Schürze darauf, und setzte das unlieblich dampfende Gerücht auf das unreinliche Pfannenholz. Von Tellern war keine Rede, und die rostigen Gabeln und Messer gaben eben keinen sonderlichen Begriff von dem Hauswesen des Edelmanns. Veit setzte sich wankend zum Essen und lachte spöttisch über das Endchen Wurst, das die Muhme triumphirend aus den Linsen fischte, und gewissenhaft mit dem Neffen theilte. »Ein feiner Braten in der Osterwoche!« sprach er verdrüßlich, und schnitt ein Stück Gerstenbrod der Muhme ab: »Ich sag's Euch, Base; wenn dieses Leben noch lange dauert, so hänge ich mich am nächsten Nagel auf. Diese unaufhörliche Armuth bei so vielen Gefahren halte ich nicht länger aus. Seitdem der verdammte Schwager zu Frankfurt mir den Brodkorb höher hängte, ist es zum Teufelholen.« – »Du haderst immer mit dem Schicksale, statt es zu verbessern;« predigte die Alte, tapfer die Schüssel angreifend: »Drei Landstraßen stehen Dir offen; warum passest Du nicht auf, wie Andere?« – »Warum bin ich ein ärmerer Schlucker als andere?« fragte Veit höhnisch entgegen: »Der Eppsteiner und die Käseberger und All' die Brüder in der Runde haben Rosse wie Stahl und Eisen, die achtzehn Stunden in einem weg trappen, ohne daß ihnen ein Huf wehe thut. Meinem Klepper kann ich kaum mehr einen Ritt von hier gen Frankfurt in einem Tage zumuthen, und wenn ich ihn in den Sprung bringe, so bekommt er gleich das Keuchen. Die obige Sippschaft[129] hat Geld, um die Kundschafter tüchtig zu bezahlen; mir verrathrn die Bursche kaum einen wandernden Schuhflicker, weil ich ihre Klauen nicht versilbern kann. Das Schlechteste kommt an mich, und, theil ich mit Andern, habe ich sicher den kleinsten Theil. Bring ich etwas heim, so geht's in Rauch auf, wie's gewonnen wurde, und Schmalhaus zählt uns immer die Brocken zu. Pest und rother Hase! Ich hab's satt, und dreimal satt. Ich habe Wind und Wetter ausgehalten, verstehe mein Gewerbe, wie ein Alter, und soll Leben aus, Leben ein, am Hungertuche nagen, während andere im Wohlleben schwimmen, und kein Haar besser sind als ich? Gott verdammne mich, wenn ich's länger mit ansehe!« – »Du bist ein trotziger ungenügsamer Mensch, ein fauler Bärenhäuter oben drein!« versetzte die Muhme: »Schau einmal unsere Nachbarn unter den Burgleuten an. Betrachte den Jost, der just unter unserm Gemache haußt, und dessen Kinder uns den Kopf toll machen mit ihrem Geschrei. Die Stube voll Würmchen, und die ewig kranke Frau, und den lahmen Vater; und bei alle dem auch nichts als den Grauschimmel und Sattel und Stegreif. Da heißt es, die Ohren steif halten. Gedenke nur des Henne von Riedlingen, der im andern Flügel wohnt, dicht am Hundezwinger. Eine Stube, wie ein Stall, und darinnen eingepfercht zu seyn mit Kind und Kegel, und gezwungen zu seyn, für die vielen Mäuler Tag aus Tag ein, die Kost aus dem Forste, oder vom Vogelherde, oder aus dem verbotenen Teiche zu holen! Um wie viel glücklicher bist Du, ein unbeweibter[130] Mann, dem eine sorgfältige und regsame Base das Hauswesen führt! Du gehst, wenn Du willst, Du kömmst, wenn Dir's einfällt, und findest immer etwas für den Schnabel, bald wenig bald viel, bald vollauf bald knapp, je nachdem Dein Gewerbe geht oder stockt. Daheim kannst Du Deinen Leib pflegen, Falken abrichten, die Fenster verkleben, wenn es Noth thut, und auf Deinem wohlgefüllten Strohsacke lungern, so lange Dir's gefällt. Ich wette darauf, Deine ungerathene Schwester, die uns vergißt, wie alle Reiche zu thun pflegen, hat in ihrem Überflusse der Sorgen mehr als Du.« – »Möglich!« antwortete Veit: »Ich würde dennoch gleich mit ihr tauschen. Schaut einmal mein Wamms an, Muhme. Der Ellbogen des rechten Ärmels ist geplatzt.« – »Ei, so gib her!« versetzte die Muhme geschäftig; »und lange mir vom Fenstergesims Nadel und Faden. Das muß auf der Stelle ausgebessert werden, denn die Katze hat sich heute gar oft hinter den Ohren gekratzt, und mir juckt die Stirne beständig.« »Beides bedeutet aber einen Besuch, der heute nicht ausbleibt. Ach, möchte es doch ein Guter seyn!« murrte Veit, unruhig auf und abgehend: »nicht der Junker von Hagen, dem ich noch sechs Schillinge vom Brettspiel schulde, und nicht der Landschaden, dem ich vor acht Tagen das Heu mit Gewalt dem Schober nahm und nicht der Jude Nathan, von dem ich ein Pfund Heller entlehnte auf meinen nächsten Fang.« – »Du wirst doch all die Leute nicht fürchten, Neffe?« sprach Petronella: »Den von Hagen vertröste, den Landschaden fahre nur grob an,[131] und den Juden wirf die Wendelstiege hinunter, daß er den Hals bricht, wenn er sich untersteht; denn der Hund ist Dir nicht ebenbürtig, und darf Dich in der adlichen Ganerbschaft nicht beleidigen.«

»Sey indessen unbesorgt. Es kribbelt mir in Einem fort an der linken Hand, und das bedeutet allemal ein Stück Geld, das man einnimmt, oder ein Glück, das Einem bevorsteht.« – »Wollte Gott, Ihr hättet Recht, Base!« rief der Junker, und stellte sich an den in der Ecke des Gemachs stehenden Schleifstein, um seinen Dolch und sein Jagdmesser abzuziehen: »Wenn ich nur der Kaiser wäre, Frankfurt müßte ich im Sturme gewinnen, und alle Bürger niedersäbeln lassen, .... die hochfahrenden Hunde, – und in ihre Häuser würde ich lauter Adliche setzen, die in Teutschland ein unverdientes ungünstiges Schicksal tragen.« – »Du bist noch immer ein kindischer Gesell,« lächelte die Muhme beifällig, .. »Obschon nicht mehr der Jüngste. Ach, wie Dich Deine gute Muhme liebhaben würde, könntest Du ihr ein sorgenfreies Ende bereiten!« – »Das glaube ich;« versetzte Veit, wacker drauf los schleifend: »Käm's auf ein Wort an, oder eine Handvoll Stahls, wir würden bald reicher seyn, als der alte Frosch, den neulich der ungeschickte Tölpel so schlecht getroffen hat.« – »Ich möchte wissen, wer wohl eigentlich dem Altbürger an die Kehle wollte;« brummte die Alte nachsinnend. – »Mag's gewesen seyn, wer da will,« erwiederte der Neffe unwirsch: »Den Schafskopf von Mörder sollte man aber vom Handwerk jagen. Die Galle peitscht mir das Blut[132] durcheinander, wenn ich daran denke, wie viel wir an uns hätten ziehen können, wäre der Alte gefaßt worden, wie sich's gehört. Pah! weg mit den Grillen,« fügte er schnell hinzu: »Von etwas Anderm. Erzählt mir ein Mährlein, deren Ihr so viele wißt, Muhme, oder besser: singt mir ein Lied aus der alten Zeit. Der Schleifstein wälzt sich dann hurtiger, und das verdrüßliche Geschäft geht schneller von der Hand.« – »Gern, mein guter Junge:« erwiederte Petronella; hing das fertig gewordne Wamms an den Wandhacken, vergnügte mit dem Überrest des ärmlichen Mahls die hungrige Katze, und begann, indem sie die Pfanne säuberte und scheuerte, mit gellender Stimme ein Lied zu singen, von dem Kaiser Rothbart und der Burgmannstochter Gela, das zu jener Zeit in und um Gelnhausen, unter Bürgern und Landvolk, stark im Schwange ging. Während nun die Base sang, und das Schleifrad flog, und die Klingen lust'ge Funken sprühten, und der Falk auf seiner Stange ungeduldig kauete und das Gefieder sträubte ob dem störenden Lärm, kam des Burgmanns und Nachbars Jost ältester Bube eilig heraufgesprungen über die dröhnende Wendelstiege, und rief in das offen stehende Gemach: »Edler Nachbar! mein Vater läßt Euch berichten, Ihr möchtet in Wamms und Stiefel fahren, und die Mütze bürsten, denn der Hornberger Herr ist eben angekommen mit Roß und Wagen, und wird gleich bei Euch seyn. Er beschickt nur Pferde und Gefährt im Stall! Der Bube sprang mit drei Sätzen die Treppe hinab, und schon verkündete das wohlbekannte Gebell des[133] weit in der Wetterau gefürchteten dänischen Bullenbeißers, des Hornbergers Anwesenheit.« – »Hab ich's nicht gesagt?« rief die Muhme munter und lustig: »Einkehr, freundliche Einkehr hat uns die Katze prophezeit.« – »Ich hätte den blauen Teufel von der freundlichen Einkehr!« maulte der Neffe, indem er die schweren Holzsohlen in die Ecke schlenderte, Stiefel und Wamms überwarf, und eine Wolke von Staub aus dem dürftigen Federstrauß seines Barets blies: »Der Hornberger ist ein armer Schlucker wie ich. Nur versteht er das Schmarotzen, trägt feinere Kleider und reitet einen bessern Gaul.« – »Und treibt sein angewiesen Gewerb besser als Du;« entgegnete die Muhme, zusammenräumend und unter den Heerd werfend, was ihr nicht geeignet schien, vom Gast auf den ersten Blick wahrgenommen zu werden: »Der gute Herr hat Dich oft zum Theilnehmer an einträglichem Geschäft erwählt, und merke auf: aus keiner andern Absicht kömmt er heute.« – Die Muhme war mit ihrem Aufräumungsgeschäfte noch nicht zu Ende, als schon der klingende Tritt der Edelknechte, sein heller Pfiff und das ungezogene Schnauben seines Hundes hörbar wurde, und Herr und Thier zugleich in das Gemach stürmten, beide gleich übelgerathene Gesellen.

»Guten Tag!« schrie der Erstere, »schüttelte dem entgegenkommenden Namensbruder die Hand, klopfte der Muhme derb auf den gekrümmten Rücken, und brach in ein ungestümes Gelächter aus, als sein Bullenbeißer Petronella's Katze ansichtig wurde, mit einem Riesensprunge die Fliehende über Heerd,[134] Tisch und Schemel verfolgte, die Paar Töpfe der Haushaltung in Staub und Scherben legte, und ein fürchterliches Gebell erhob, als die Katze durch das Gitter des Vorsprungs einen Ausweg gefunden hatte.« – »Mein Packan ist ein kreuztolles Thier!« jubelte der Hornberger die Fäuste in die Seite stemmend: »ein Hund ohne Gleichen; ich lieb' ihn wie einen Bruder. Laßt Euch den Plunder nicht kümmern, Fräulein Hinkebein. Eure Töpfe mögen immer beim Teufel seyn. Ich bezahle sie.« – Er warf vornehm eine Handvoll von Weißpfenningen auf den Tisch, und klimperte obendrein mit dem Geldvorrath in seiner Tasche. – Die Muhme machte urplötzlich ein freundlich Gesicht, und ihr Neffe fragte halb neugierig, halb neidisch: »Du thust ja dicke und groß, wie der Schatzmeister des römischen Reichs? Welcher Kaufherr oder Müller hat Dir seine Kisten oder Sparhafen öffnen müssen?« – »Bruder!« rief Hornberg vergnügt: »Bruder! ein Fang, wie er nicht alle Wochen vorkömmt; ich schwör's bei meinem Schutzpatron! Das Wichtigste aber muß ich jetzt gleich vom Herzen drücken. Base, Peterlein, und Du mürrische Rauchschwalbe! Angezogen, aufgeputzt, aufgesessen; ich bringe Euch die Aussicht auf eine Schlemmerei von vierzehn Tagen wenigstens.« – »Eine Schlemmerei?« fragte Veit mit gespitztem Ohre, »von vierzehn Tagen?« wiederholte die Muhme, deren Antlitz die frohste Hoffnung auf eine Frist des Wohllebens abspiegelte. – »So ist's,« versetzte der Hornberger; »ich bin geritten wie ein Dieb, und ehe es noch zwölfe schlägt, müssen[135] wir aufbrechen. Unser guter alter Degen, der ehrliche Bechtram von Vilbel ladet Euch beide schönstens zu Gaste auf seine Veste.« – »Bechtram von Vilbel?« begann die Muhme staunend. – »Ei, wie kömmt denn der geizige Hellerfuchs dazu, uns einzuladen?« setzte Veit mißtraurisch bei: »Seitdem er aufgehört hat, der Feldhauptmann der Frankfurter Spießburger zu seyn, und wieder adlich Handwerk treibt, hat er sich nie um mich bekümmert, obgleich er mir das Raufen lehrte; um die Muhme noch weniger.« – »Wie soll ich denn die Einladung verstehen?« – »Redlich und annehmbar;« antwortete Hornberg: »Mein adlich Wort darauf. Jetzt aber, Gott verdamme mich, mag die Base sich zum Aufbruch rüsten; denn in diesem Aufzug einer Küchenhexe nehm' ich sie nicht mit.« – »Aber Du liebes junges Blut,« entgegnete die Alte, verlegen umher trippelnd: »wenn ich nur erst wüßte .... ist es Ernst? .... und wie werde ich fortkommen, ohne Pferd noch Esel .....?« – »Dafür ist gesorgt,« fuhr Hornberg fort: »Aber, potz Kreuz und Dorn! So sputet Euch doch einmal. Während Ihr Euch in den Staat werft, will ich Eure Neugierde befriedigen.« – »In's Himmels-Namen denn!« seufzte die Alte, suchte aus ihren Taschen, den selten gebrauchten Schlüssel zur Truhe des Hauses, und hinkte in eine Ecke des Gemachs, wo der über einen ausgespannten Strick gehängte, abgetragene und hie und da durchlöcherte Reitmantel des Leuenberger's, Petronellen's Lagerstätte und ihre wenigen Habseligkeiten dem unbescheidnen Auge des Besuchers spärlich und nothbedürftig verbarg. Der[136] Hornberger setzte sich indessen auf den Spreusack, der mit Kalbfellen bedeckt, das Bett seines Freundes vorstellte, kratzte dem Bullenbeißer gnädig den Kopf, und hob an zu erzählen, wobei Petronella und ihr Neffe, der mittlerweile, über eine Schüssel voll Wasser gebückt, das Geschäft des Bartscherens vornahm, eifrig zuhörten. »Ich war über Land geritten,« sprach er, »dieweil ich zu Hause nicht Holz hatte, um mich zu wärmen, noch Wein, mich zu erquicken; und das fiel in die heilige Woche. Ich wollte den Reiffensteiner heimsuchen, fand ihn aber nicht, und die Frau schien nicht Lust zu haben, mich den Mann, der nach Franken geritten war, erwarten zu lassen. Ich schnallte daher meinem Gaul den Gurt fester, wie auch mir, und trabte gen Neufalkenstein, wo auch der Eppsteiner seyn sollte, wie ich vernommen. Der alte Bechtram ist zwar nicht freigebig, aber seine Hausehre, Frau Else, läßt einen wackern Rittersmann nicht Noth leiden, wenn er Gründe halber die Feiertage in ihres Herrn Hause zuzubringen verlangt. Die Anstalten zu dem Feste waren auch richtig schon gemacht. Frau Else handthierte am Backtroge, und die Knechte im Hofe brachen ein Paar Rehe auf, bei deren Anblick mir das Wasser im Munde zusammenlief. Es war Morgens um die neunte Stunde etwa, und der Ritter saß schon mit dem Eppsteiner und dem Wernher von Hyrzenhorn bei einem Trunke Weins und einigen in Essig gesottnen Fischen. Die Herren empfingen mich auch gar fröhlich und guter Dinge.« »Absonderlich,« sagte der Hausherr: »Da kömmt der Hornberger; ein grober, aber ausgepichter Ostergast.«[137] – Hierauf mußte ich mich zu ihnen setzen, und der alte Bechtram schenkte so fleißig ein, als ich es noch nie an ihm gewohnt gewesen. Der Becher ging tapfer in der Runde umher, bis dem langen Wernher der Kopf schwer wurde, und er entschlief. Nun begann Bechtram erst mir zu reden: »Er hätte nicht zu gelegenerer Zeit kommen können, ungeschlachter Hornberger. Wir haben etwas vor, der Eppenstein und ich; so dies und jenes, und eins und das andere, wobei wir Euch brauchen können.« – »Ich war dessen bereitwillig, und wunderte mich nur, daß sie den Hyrzenhorn nicht angeworben, der doch ein schier noch rüstigerer Kämpe sey, denn ich.« Da verzog der Eppsteiner das Gesicht, und Bechtram sagte: »Der Teufel hole alle Frankfurter, und die, die es aus Feigheit mit ihnen halten;« womit er des Hyrzenhorners spottete, der sich der Stadt zu eigen verschrieben. »Ich habe lange genug den Schwefelkrämern das Panner getragen;« fuhr Bechtram fort: »Wie haben sie mir's vergolten? Dafür will ich ihnen jetzt auch das Licht halten, daß ihnen die Haut schauern soll.« – Nun verabredeten wir ein Paar Ritte gen Peterweil und Erlebach; vorzunehmen nach der heiligen Zeit. Alsdann nahm mich aber Bechtram bei Seite und redete zu mir: »Wollt Ihr Eure Osterfladen in meinem Hause und ein brav Stück Geld nebenbei verdienen, so mögt Ihr Euch morgen mit mir zu Gaule setzen, und auf das Wiesbad zureiten. Der Eppstein hat ein Gelöbniß gethan, nicht eher zu satteln, als bis die Glocken von Rom zurückkommen.« »Dasselbe Gelübde habe ich zwar auch gethan, mit[138] dem Eppenstein zu gleicher Zeit, als uns die Erzbischöflichen von Mainz schier beim Kragen gepackt hatten, und die Heiligen haben uns darum auch durchgeholfen. Jedoch hab' ich nicht Noth, mein Gelöbniß zu halten, weil mich vor drei Wochen der Pfarrherr zu Offenbach in Bann gethan; und ich bin nicht gesonnen, einen Hauptgewinn von der Hand zu weisen. Ein vornehmer Mann hat mir aufgetragen, ein gewisses Fräulein aufzufangen und fest zu halten, das von Frankfurt nach dem Thüringer Walde zu ziehen vor hat, und dessen Kostbarkeiten und Geld mein seyn sollen, ohne Ausnahme, benebst einem reichlichen Lohngelde und Atzungsvorschuß, so mir der biedre Edelmann zu zahlen verspricht. Seit länger denn einer Woche hat mein guter Geselle Kunz Doring das Fräulein zu Frankfurt belauert, und mir gestern gemeldet, daß es sich plötzlich entschlossen, gen Wiesbaden zu ziehen; zwar nur auf einen Tag oder anderthalb, wie man aus dem Geplauder ihres Knechts vernommen. So hab' ich denn beschlossen, das Weib, wenn es von Wiesbaden von dannen fährt, aufzufischen, und bedarf eines rüstigen Beistands, denn der Reiffenberger und der von Wiede, meine Freunde und Helfer, sind den Rhein hinab, um einen Zöllner leicht zu machen, und Doring's Arm ist mir nicht hinreichend, im Fall die Frau mit starkem Geleite daher käme.« – Es versteht sich, daß ich ohne Bedenken einschlug, und am stillen Freitage lagerten wir schon auf der Heerstraße zwischen dem Wiesbad und Frankfurt, weil unser Fräulein nach der Stadt zurück wollte. Die[139] Sache verzog sich indessen bis zum Sonnabend, weil ein Aberglaube ist, daß man am Charfreitage Unglück hat, zu reisen. Die Sonne war gerade aufgegangen, als sich der Wagen sehen ließ; und wir, drauf und dran und drüber her, und ich machte die Arbeit ganz allein, schlug den Knecht vom Gaule, schnitt die Stränge los, warf die Zofe vom Wagen, knebelte die Gebieterin, obgleich sie sich wehrte, als wäre sie ein verkappter Mann, räumte den Karren aus, und band das Fräulein auf's Sattelpferd. Während nun Doring einem Bäuerlein vergebens nachsprengte, das hinten auf den Wagen gesessen, und sich beim Überfall schnell auf und davon und nach dem Wiesbad zurückgemacht hatte, Bechtram die Habseligkeiten der Gefangnen seinem Pferde aufpackte, und sein Knecht die Dienstleute derselben an Knebel und Leine legte, trabte ich mit dem Fräulein, einem saubern, ja man möchte sagen, schönen Weibsbilde, die Kreuz und die Quer, über Acker und Hecken und Bach davon, auf Neufalkenstein zu. Dem armen Geschöpfe wurde der harte Trab bald zu viel, und es hätte wenig gefehlt, so hätte die Arme den Geist im Sattel aufgegeben. Bisher hatte ich dazu gelacht, denn der vornehme Herr hatte sich ausbedungen, daß man ohne Schonung mit ihr verführe; da sie aber schwankte und den Kopf sinken ließ, und bleich wurde, wie der Tod, hatte ich Mitleid, löste ihr den Knebel vom Munde, nachdem ich sie mit dem Erwürgen bedroht, wofern sie schreien würde, und vergönnte ihr, an einem einsamen Waldrande ein wenig zu rasten. Ich bot ihr sogar einen Bissen[140] von dem Brode und dem Knoblauch an, das ich im Sattelbeutel bei mir führte. Sie schlug die Labung zwar aus; betrug sich aber so friedlich, klug und stille, daß ich meine Freude daran hatte, und ihr alle Erleichterung angedeihen ließ, bis wir in der Dämmerung nach dem Schlosse gelangten, wo wir denn auch die Übrigen versammelt fanden. Die Dienstleute ließ man am andern Morgen, ohne ihnen zu sagen, wo sie gewesen, laufen, und die schöne Gefangne blieb allein zu rück. –

»Aber, Gotts Marter!« rief Veit, der sich indessen in seinen besten Putz geworfen: »Was kümmert uns denn die verdammt lange Historie? Dergleichen Begebenheiten an Kreuz- und Hohlwegen sind mir doch, bei Gott! bekannt genug.« – »Was Euch die Historie kümmert?« lachte der Hornberger: »Sehr viel; denn Ihr verdankt Ihr ein Paar zehr- und zechfreie Wochen, und die Bekanntschaft mit einer liebenswerthen Base, denn keine andre ist Bechtram's Gefangne, als Eurer Margarethe Stieftochter Wallrade.« – »Wallrade?« kreischte die Base hinter dem Mantel hervor; Veit sah aber den Hornberger mit ungläubigem Lächeln an. – »So wahr ich, wie ein ächter Christ, meine österliche Zeit gehalten habe,« betheuerte der Hornberger, »so völlig hat mein Wort seine Richtigkeit. Das Fräulein von Baldergrün ist's, und ihre Klugheit und Besonnenheit hat mir viel Freude gemacht. Sie benimmt sich so gleichgültig, als ob sie ein Rittersmann wäre, dem das Glück der Fehde untreu geworden. Aber im Innern scheint's dennoch unheimlich zu stürmen,[141] und damit sie nicht krank werde, und etwa sterbe, bevor die Atzungskosten angewachsen, und das Fanggeld bezahlt, haben Bechtram und Frau Else den Entschluß gefaßt, Euch, dem Fräulein zur Erheiterung, einladen zu lassen. Wallrade soll durch den Besuch ihrer Blutsfreunde überrascht werden, und sich an den Mährlein Petronellens ergötzen.« – »Ich zweifle, daß unser Besuch die hochmüthige Dirne erheitern werde;« entgegnete Veit schadenfroh grinsend: »aber mir wird's ein Fest seyn, das Krämerfräulein in seiner Erniedrigung zu sehen.« – »Ja wahrlich; Du hast Recht, guter Neffe!« fiel Petronella ein, die in ihrem Staats- und Abendmahlsrocke aus ihrem Winkel rauschte: »Mich gelüstet sehr, meine eitle Verwandte zu begrüßen, die es für einen Schimpf gehalten, daß das Leuenberg'sche Wappen zu ihres Vaters Hause herabgestiegen ist. Sage doch, guter Veit, ob mein Gewand in den gehörigen Falten liegt, und noch im Stande ist, die Stiefnichte zu ärgern, und dem Hause der Leuenberger, wie dem Hause meiner alten Freundin, der Frau Else von Vilbel, Ehre zu machen.« – Veit musterte aufmerksam und wichtig das veraltete Prachtgewand, das sich schon seit einem Jahrhundert beiläufig von einer Leuenbergerin auf die andre vererbt hatte, und der Hornberger biß sich in die Lippen, daß sie schier bluteten, um nicht beim Anblick des greisen Fräuleins in ein allzubeleidigendes Gelächter herauszuplatzen. Der wunderliche, mit Figuren seltsamer Art gezierte Zeug des Gewandes von gelb und blaßrother Farbe, war von Veit's Urgroßvater, der eine Fahrt nach[142] Wälschland gemacht hatte, aus Venedig heimgebracht worden, in der Absicht, daraus zwei Meßgewänder fertigen zu lassen, die er, während eines Meersturms, in seine Taufkirche verlobt hatte. Wie es nun aber sich öfters trifft, daß die eifrigsten Gelober, – ist die Noth vorüber – die saumseligsten Bezahler werden, so traf sich's auch hier. Das Ehgemahl des Heimkehrenden schnitt sich aus dem schweren Zeuge ein Gewand mit ungeheuer bauschigen Ärmeln und ausgesteiften, mit Draht unterlegten Falten, in welchem die gelbe, unaussprechlich hagre und kleine Muhme kaum zum Vorschein kommen, kaum sich bewegen konnte. Der gewichtige Besatz von Sammetstreifen und wollenen Zotteln fiel so tief herab, daß kaum der leinwandne Strumpf und der halbe Schuh des rechten Fußes sichtbar werden konnte; des linken, verkürzten, gar nicht zu gedenken. Ein ungeheurer Wetscher an einem breiten Lendengürtel mit einst versilbert gewesenen Buckeln beschlagen, hinderte die Geputzte stark im Gehen; die vergilbte, aber auf die Dauer von einer Ewigkeit berechnete Halskrause faßte das vertrocknete einäugige Antlitz wie in einen Korb, und der Hauptschmuck von gesteiftem Schleiertuche, zwischen welchem die ergrauten Haarflechten der adelichen Jungfrau zu sehen waren, schien in seiner ungefälligen Gestalt keineswegs geeignet, das nicht gefälligere Angesicht der Geschmückten im Geringsten zu verschönern. Petronella hatte ein kleines Bündelchen zusammengewürfelt, das sie unter'm Arme trug. An Veit's Seite stolzirte der Raufdegen, auf seinem Kopfe prangte der befliederte Hut. Des Hornberger's[143] Weißpfenninge klapperten in einem weitschimmernden Beutel an Veit's Gürtel, und somit waren alle zum Aufbruch fertig. »Macht ein Ende,« drängte Hornberg mit einem seiner kräftigen Hausflüche. »Eh' es Zwölfe brummt, müssen wir auf und davon seyn, und doch wird's hart halten, vor stockfinstrer Nacht Neufalkenstein zu erreichen, wenn auch Räder und Hufe Feuer geben. Für einen Wagen nämlich ist gesorgt. Die Muhme möchte einen Ritt, selbander auf dem Rosse, nicht allzuwohl aushalten.« Petronella verneigte sich geschmeichelt, und nahm nun, mit einemmale erheitert, die Katze, die sich heimlich wieder herbeigeschlichen, unter'm Arm. – »Donner und Wetter!« rief aber Veit: »Dem alten Bechtram ist gewiß sein Stündlein nahe, da er uns sogar einen Wagen schickt.« – »Meine Vorsorge,« lachte der Hornberger: »zwei Stunden von hier fällt mir plötzlich ein, wie ich denn wohl die Base vom Platze bringen werde, und ich bin schon halb und halb entschlossen, sie als höflicher Rittersmann vor mich auf's Pferd zu nehmen, als mir, gerade wie gerufen, ein Bauer begegnet, der gen Frankfurt und Höchst zu fahren gedenkt mit einem Wägelein voll des besten Stroh's, auf dem ein Bettelmönch sitzt, schmutzig, wie sie alle sind, aber nicht so feist, wie sie gewöhnlich zu seyn pflegen. Den Bauer anhalten, ihm befehlen, mit mir umzukehren, und dann mit einer neuen Ladung hinzufahren, wo es mir belieben würde, war eins, und schnell abgethan. Der Hund wollte sich weigern. Da hieb ich einem von seinen beiden Gäulen die Sehne am linken Hinterfuße durch,[144] und drohte, den andern eben so zu zeichnen, falls er nicht gehorsam seyn wolle. Die Lehre half, und er fuhr mit zurück. Den Pfaffen, der nach Frankfurt gedenkt, wollte ich vom Wagen jagen; der Mensch wies mir aber seine wunden Füße, und so ließ ich ihn denn in Ruhe, weil ich mit dem Gesindel barmherzig bin, da man nicht weiß, wo man einmal eine Kutte brauchen kann. Bauer, Mönch und Fuhrwerk hab' ich unten im Stalle eingesperrt, und meinen Knecht als Wache zurückgelassen, damit die Geschichte nicht in der Stadt verträtscht wird. Den wunden Gaul mach ich Dir zum Geschenk, Veit, und dem Bauer wollen wir unterwegs schon wieder ein andres Pferd schaffen.«

Die Muhme versicherte, daß sie nun noch einmal so gern die Fahrt mitmache, da ein Gesalbter des Herrn ihr Nachbar seyn würde, hängte den vergeßnen Rosenkranz an die Hand, das kupferne Kreuz an den Hals, und forderte nun die Männer auf, zu gehen. – Veit nahm den Falken auf die Faust, und warf noch einen Blick in dem Gemache umher. »Habt Ihr die Truhe verschlossen, Muhme?« fragte er dann leise: »habt Ihr das Eisengeräth wohl verwahrt, das ich neulich heimbrachte, und die Gefäße, die vor Kurzem aus der Marxkapelle.abhanden gekommen sind?« »Alles ist wohl verwahrt, Neffe,« erwiederte Petronella, indem sie das Gemach nach den vier Weltgegenden mit Weihwasser besprengte, das an der Thüre hing: »Gott und seine Heiligen werden in unsrer Abwesenheit unsre stille Klause wohl bewahren.« Damit ließ sie das Schloß zuschnappen,[145] und hinkte den Männern nach, belastet mit Katze und Bündel. Veit hatte indessen dem Nachbar Jost die Aufsicht über seinen kleinen Palast empfohlen, und einen Sattel von ihm geliehen, ein, dem Nachbar, dessen Pferd erst kürzlich gefallen, sehr entbehrliches Geräth.

Des Leuenberger's Klepper wurde geschirrt, Petronella auf denWagen neben den in seine Kaputze verhüllten Mönch gehoben; die edeln Herren saßen zu Pferde, des Hornberger's Knecht auf dem Hintertheile des Karrens. Die Fenster und Pforten der angränzenden Burgwohnungen waren von den edeln Ganerben und ihren Sippschaften besetzt, die theils lachend auf das schlechte Fuhrwerk blickten, theils den Leuenberger beneideten, der trotz seiner, der Ihrigen nichts nachgebenden Armuth zu fernen Festlichkeiten auf so viele Stunden Wegs abgeholt wurde. Der arme Fuhrbauer warf noch einen trüben Blick auf den verletzten Gaul, der in einem fremden Stalle zurückbleiben mußte, um wohl nimmer zu seinem Herrn wiederzukehren. Dann schwang er mit einem Seufzer und abgewandtem Gesichte die Peitsche; das dienstbare Roß zog an; der Bullenbeißer bellte, und fort gings, wie auf einer Rennbahn.

Quelle:
Carl Spindler: Der Jude. 3 Bände, Band 2, Stuttgart 1827, S. 126-146.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Der Jude
Der Jude: Deutsches Sittengemälde Aus Der Ersten Hälfte Des Fünfzehnten Jahrhunderts, Volume 2 (German Edition)
Der Jude: Deutsches Sittengemälde Aus Der Ersten Hälfte Des Fünfzehnten Jahrhunderts, Volume 4 (German Edition)
Der Jude: Deutches Sittengemälde Aus Der Ersten Hälfte Des Fünfzehnten Jahrhunderts, Volumes 3-4 (German Edition)
Der Jude: Deutsches Sittengemälde Aus Der Ersten Hälfte Des Fünfzehnten Jahrhunderts (German Edition)

Buchempfehlung

Aischylos

Die Orestie. Agamemnon / Die Grabspenderinnen / Die Eumeniden

Die Orestie. Agamemnon / Die Grabspenderinnen / Die Eumeniden

Der aus Troja zurückgekehrte Agamemnon wird ermordet. Seine Gattin hat ihn mit seinem Vetter betrogen. Orestes, Sohn des Agamemnon, nimmt blutige Rache an den Mördern seines Vaters. Die Orestie, die Aischylos kurz vor seinem Tod abschloss, ist die einzige vollständig erhaltene Tragödientrilogie und damit einzigartiger Beleg übergreifender dramaturgischer Einheit im griechischen Drama.

114 Seiten, 4.30 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Hochromantik

Große Erzählungen der Hochromantik

Zwischen 1804 und 1815 ist Heidelberg das intellektuelle Zentrum einer Bewegung, die sich von dort aus in der Welt verbreitet. Individuelles Erleben von Idylle und Harmonie, die Innerlichkeit der Seele sind die zentralen Themen der Hochromantik als Gegenbewegung zur von der Antike inspirierten Klassik und der vernunftgetriebenen Aufklärung. Acht der ganz großen Erzählungen der Hochromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe zusammengestellt.

390 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon