Psal. 125. Qui confidunt

[675] Ein Trostpsalm, Daß Gott seine Kirch schützen vnd erhalten, vnd die Gottlosen stürtzen wölle.


1.

Laß faren der Gottlosen rott

mit jren falschen lehren!

Laß vns trawen auff vnsern Gott,

auff Christum vnsern Herren!

Die jm vertrawn in aller fahr

wil Er mit gnad vmbgeben,

trösten vnd schützen jmmerdar

mit fristen leibs vnd leben

jetz vnd zu allen zeiten.


2.

Der bösen reich wirt nicht bestan,

jr lehre nicht bekleiben,

Damit all vnglück richten an,

gar hart sich an vns reiben,

Sie dringen rein mit falscher lehr:

das wöllstu, Gott, vorkommen,

Ach, schütz dein heufflin, lieber HERR,

daß nicht zu letst die frommen

sich thetlich an jn rechen.


3.

Du wöllest, HERR, die hertzen frumm

schützen vnd wol behüten

Vor jrer lehre falsch vnd krumm,

vor jrem trutz vnd wüten,

Vnd lassen die in jrem sinn

vnd jrrthumb wöllen bleiben

mit den verächtern richten hin,

auß deinem Reich vertreiben

vnd vns in frid erhalten.


4.

Wir bitten, HERR himels vnd erdt,

du schöpffer aller dinge,

Gib, daß durch deinen Son so werdt

zum besten vns gelinge,

Was Er in seiner menscheyt fron

hat außgericht auff erden

durch geyssel, Creutz vnd dörnen kron,

wir dort theylhafftig werden

nach deiner Göttlichen güte.


Quelle:
Philipp Wackernagel: Das deutsche Kirchenlied von der ältesten Zeit bis zu Anfang des XVII. Jahrhunderts, Band 3, Leipzig 1874, S. 675.
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