Drittes Kapitel

[789] Arnold und Madam Dormer hatten seit der Entlaufung ihres Mannes und schon vorher in geheimer Vertraulichkeit gelebt, und einen großen Teil von der Ungnade der Fürstin, die solche Verbindungen für ihr Leben nicht ausstehn konnte, mußten sie dieser Ursache zuschreiben. Um ihren Haß zu mildern und weil auch der Fürst auf ihren Antrieb Arnolden etlichemal befahl, die Dormerin entweder zu heiraten oder von ihr zu lassen, waren sie beständig willens gewesen, sich durch eine gesetzmäßige Ehe zu verbinden, und die Braut machte schon Anstalt, ihren entlaufnen Mann auf den Kanzeln ausrufen zu lassen, in der Hoffnung, daß er es nicht hören werde. Arnold erregte unaufhörlich Schwierigkeiten: der entlaufne Mann war bis itzt noch nicht ausgerufen, die Heirat bis itzt noch nicht vollzogen; und der Bräutigam dachte gegenwärtig sogar darauf, sie nie zu vollziehen: aber Madam Dormer verstand das Handwerk besser und lenkte ihn so schnell wieder um, daß er bei dem Fürsten um die Erlaubnis anhielt; er bekam sie ohne Verzug, der entlaufne Mann wurde ausgerufen, und siehe, da erscheint bei dem Fürsten eine demütige Supplik von einem Frauenzimmer aus Leipzig, die Herrn Arnold wegen eines nicht gehaltnen Eheversprechens verklagt und gegen seine vorhabende Heirat Einspruch tut. Das Frauenzimmer hatte sich in eigner Person mit ihrer Bittschrift hieher bemühet und war die stille Lisette, die einmal Herrmannen in seiner Spielerperiode vor einer Untreue bewahrte. Arnold unterhielt damals Adolfinen, ihre verbuhlte[789] Schwester, verließ sie, worauf das Mädchen in eine Krankheit verfiel, in welcher Herrmann ihrem Mangel mit einer kleinen Wohltat zu Hülfe kam; als dieser Leipzig verlassen hatte, trieben Arnolden die Vorwürfe seiner Freunde wieder zu seiner alten Geliebten hin: sein Geschmack für sie wollte sich nicht wiederfinden, er verliebte sich in Lisetten, tat ihr Anträge, die sie unter der nämlichen Bedingung eingehn wollte, die sie Herrmannen vorlegte: der verliebte Arnold verstund sich ohne Bedenken zu einem Heiratsversprechen: sie wechselten Ringe und zeugten zusammen ein wohlgebildetes Knäblein. Sie kam in der Stille auf dem Lande nieder, nahm das Kind der Folge als eine angebliche Waise zu sich, er unterhielt Mutter und Kind, so gut er konnte: die ganze Zeit über, die er in seiner itzigen Stelle zubrachte, wechselten sie Briefe miteinander, ohne daß die listige Dormerin etwas davon gewahr wurde, und weil er Lisetten auf die sechs letzten Briefe zu antworten unterließ, befand sie für gut, ihm den siebenten selbst einzuhändigen. Der Sohn zeugte wider den Vater; der Vater konnte sich weder ihm noch der Mutter verleugnen: Arnold bekannte, schob alle Schuld seiner zweiten Verbindung auf Madam Dormers Verführungen, gab ihr den Abschied und heiratete Lisetten. Die Fürstin und alle seine Feinde wollten diesen Zufall nützen, ihn aus der Gnade des Fürsten oder gar aus seinem Platze zu verdrängen: aber Herrmann vertrat ihn mit allen Kräften bei dem Fürsten, aus alter Freundschaft für Lisetten.

Diese Heiratsgeschichte, so unbeträchtlich sie an sich ist, hatte den beträchtlichsten Einfluß auf die vornehmsten Personen des Hofes. Die Fürstin wurde der Dormerin wieder gewogen, weil sie nicht die Frau eines Mannes geworden war, den sie nunmehr doppelt haßte: durch seine Fürsprache für Arnolden ward Herrmann der Fürstin und der Dormerin unversöhnlich verhaßt: diese erbitterte Frau trat völlig zur Partei der Fürstin, um sich durch sie an Arnolden empfindlich zu rächen. Dabei hatte sie noch einen Nebenzweck: sie wünschte schon lange eine größre Rolle am Hofe zu spielen und war unzufrieden, daß ihr Einfluß auf den Fürsten nur[790] heimlich durch die dritte Person geschehn mußte, schon längst sehr gering gewesen war und itzo ganz aufhörte. Ihre Mühe, dem Fürsten Liebe beizubringen, konnte vor der unermüdlichen Aufmerksamkeit seiner Gemahlin nichts fruchten: auch verlor sich sein Geschmack für sie sehr bald. Itzt, da sie die Fürstin wieder gewonnen hatte und mit ihr gemeinschaftliche Sache wider Arnolden machte, glaubte sie in ihrer Operation auf den Fürsten desto kühner fortschreiten zu können, weil ihr Arnolds Erniedrigung zum Deckmantel diente: sonach sollte die Fürstin aus Feindschaft gegen Arnolden sie bei dem Fürsten in Gunst setzen und ihr die Absicht selbst erleichtern, die ihre Eifersucht so gewaltig zu hindern suchte. Der Plan war so fein eingefädelt, daß er unmöglich gelingen konnte.

Gleich der erste Schritt, den ihre Rache tat, ging ihr fehl. Die Fürstin war zwar zur Erreichung ihrer Absichten so gefällig, daß sie in die Zudringlichkeit ihrer Alliierten zu dem Fürsten keinen Verdacht setzte, sondern sie eher begünstigte: die Dormerin nahm sich also vor, bei der ersten Gelegenheit, wo sie den Fürsten irgendwo allein finden werde, ihm Arnolds vormalige Verbindung mit dem abgesetzten Präsidenten in dem nachteiligsten Lichte vorzustellen, und hatte schon mit der Fürstin Verabredung genommen, wie sie ihr eine solche Gelegenheit verschaffen sollte. Arnold kannte zwar die Nähe der Gefahr nicht, aber er hielt es überhaupt für sicher, sich beizeiten in Positur wider eine Frau zu setzen, deren Intriguensucht und Rachbegierde er auswendig wußte, und nahm deswegen von dem Augenblicke an, wo seine Heirat ihre Freundschaft trennte, den Fürsten so stark wider sie ein, daß er ihr aus dem Wege ging und sie weder sehn noch hören wollte, welches sehr leicht zu bewerkstelligen war, da er sie schon lange wegen ihrer Zudringlichkeit nicht sonderlich leiden konnte. Demungeachtet drang sie mit Beihülfe der Fürstin bis zu ihm durch, aber er hörte ihr Anbringen nicht, sondern drehte ihr den Rücken zu und ließ sie stehn: die Frau wollte vor Wut zerspringen. Arnold erhielt Nachricht von dem verunglückten Versuche, mutmaßte, daß sie seine ehmalige[791] Vertraulichkeit mißbrauchen wollte, ihn anzuschwärzen, und arbeitete seitdem, sie ganz vom Hofe zu entfernen. Allein für sich glaubte er, dies bei der verminderten Gunst des Fürsten nicht zu vermögen, und wandte sich an Herrmannen: er stellte ihm ihre beiderseitige Gefahr so lebhaft vor, daß Herrmann wirklich sich ein Verdienst um den Hof zu erwerben glaubte, wenn er zu ihrer Entfernung beitrüge, seine eigne Sicherheit ungerechnet. Es tat ihm zwar weh, ihrer vormaligen Verbindlichkeiten zu vergessen; allein was half es? Die Partie der Fürstin schien ihm durch den Beitritt einer so verschmitzten Frau zu gefährlich geworden zu sein, und er trug daher, was er schon oft getan hatte, bei dem Fürsten auf die Einziehung aller überflüssigen Bedienungen an: der Fürst billigte den ökonomischen Vorschlag und zeichnete Madam Dormer eigenhändig oben an. Sie bekam ihre Entlassung und eine Pension auf ein Jahr mit der Bedingung, sich unterdessen nach einer andern Versorgung umzutun. Die Fürstin nahm sie Herrmannen zum Trotz unter ihren Hofstaat auf und legte dadurch den Grund zu der folgenden Uneinigkeit mit ihrem Gemahle.

Die Dormerin sprühte Feuer und Flamme wider den Fürsten, wider Hermannen, wider Arnolden, wider Herrmanns sämtliche Partie und hätte sie insgesamt mit ihren Händen würgen mögen. Das Mißlingen ihrer Absichten machte sie allemal tückisch und boshaft, wie sie schon in Berlin bewies: sie bewies es auch itzt. Sie wußte sich durch nichts an dem Fürsten zu rächen, als daß sie die Eifersucht seiner Gemahlin wider ihn erregte: sie fachte eine Leidenschaft, wozu die Dame ohnehin sehr geneigt war, durch Erdichtungen, falsche Auslegungen und alle Künste ihrer höllischen Beredsamkeit so außerordentlich bei ihr an, daß sie aus allen Blicken, Reden und Handlungen ihres Gemahls Argwohn schöpfte: es kam zu empfindlichen Sticheleien und endlich gar zu beleidigenden Verweisen. Der Fürst hielt mit männlicher Geduld an sich und foderte bloß von ihr, die Dormerin vom Hofe zu schaffen; sie weigerte sich mit Heftigkeit, und der Bruch war geschehen: ihr Gemahl gab ihr, ohne weiter etwas Unangenehmes[792] zu sagen, acht Tage Bedenkzeit, und da nach dem Verlaufe derselben sein Befehl nicht befolgt wurde, lebte er abgesondert von ihr und nahm sich vor, seine Absonderung so lange fortzusetzen, bis sein Befehl erfüllt würde.

Dies nennte die Dormerin gelungne Rache für die Verschmähung ihrer Reize, und sie spornte nunmehr die Fürstin an, die Waffen gegen Herrmannen zu kehren. Dies Projekt war schon ungleich schwerer; aber welche Mittel wußte die Frau nicht zu finden? – Sie riet zu einem Bündnisse mit Arnolden, verschluckte allen Groll und suchte seine Freundschaft. Sie drang sich bei seiner Frau ein und gewann die gute stille Lisette mit ihrem Geschwätze so sehr, daß sie unwiderstehlich ihre Herzensfreundin wurde: sie wiederholte ihre Besuche bei ihr täglich, brachte ihr Grüße, Gnadenversicherungen und Geschenke von der Fürstin und versprach, ihr Zutritt bei dieser Dame zu verschaffen. Lisette wurde von ihrem Manne gewarnt und ihr das Verbot gegeben, die Frau nicht wieder ins Haus zu lassen: das gute Weibchen war eitel und begierig nach einer Gnade, die sie noch nie gekostet hatte, ließ trotz des Verbotes die Dormerin doch herein, und eines Nachmittags ließ sie sich durch vieles Zureden überwinden und begleitete sie zur Fürstin. Der Mann erfuhr nichts davon, aber das Weibchen war von den Gnadenbezeugungen so gestopft voll, daß sie sich schlechterdings ihrer entladen mußte: mit der freudigsten Begeisterung erzählte sie ihm des Abends die gnädigste Bewillkommung und die gnädigste Herablassung, die Herrlichkeiten, die man ihr gezeigt, und die Geschenke, die man ihr gemacht hatte. Arnold erriet, daß man ihn gewinnen wollte, ob er gleich den Zweck nicht absehn konnte, freute sich seiner Wichtigkeit und gab seiner Frau kein so geschärftes Verbot mehr, um zu erfahren, wo das hinauslaufen sollte: er bildete sich gar ein, daß ihm die hohe Ehre eines Friedensstifters zwischen Fürsten und Fürstin zugedacht sei. Lisette wurde zu mehr gnädigen Bewillkommungen abgeholt und kam jedesmal entzückter und reicher mit Geschenken zurück: ihr Mann verstund die Kunst, Geld zu vertun, und war also nicht unzufrieden, daß[793] sich ihm hier eine neue Quelle öffnete. Seine Frau söhnte die Dormerin mit ihm aus, und diese überredete ihn, daß die Fürstin ihn zur Mittelsperson zwischen sich und dem Fürsten erwählt habe: der eingebildete Narr, stolz über diesen erdichteten Auftrag, glaubte noch der vorige Günstling zu sein, der mit einem Spaße den Willen seines Herrn regieren könnte, und wagte wirklich einen Versuch, den der Fürst sehr ungnädig aufnahm. Der abgewiesene Friedensstifter machte zwar, um den Zufluß von der Fürstin im Gange zu erhalten, der Dormerin große Wunder weis, die er bei seinem Herrn ausgerichtet habe, und verstund sich sogar zu der Unternehmung, Herrmanns Kredit zu schwächen: er brachte ihr täglich günstige Nachrichten, wieviel weiter er darinne gekommen sei, ob er gleich nicht wagen durfte, nur ein nachteiliges Wort wider Herrmannen bei dem Fürsten zu schnauben. Die Fürstin bildete sich gleichwohl ein, daß ihr Einfluß durch diesen Kanal sehr groß sei, und bedachte nicht, daß die Wirkung einen weiten Umweg nahm und folglich ungemein viel von ihrer Kraft verlieren mußte: sie wirkte auf die Dormerin, die Dormerin auf Arnolds Frau, Arnolds Frau auf ihren Mann und ihr Mann auf den Fürsten: das Ziel war so weit, daß die Kugel matt vor ihm niederfiel und nicht einmal anprallte. Zu Arnolds Unglücke erfuhr der Fürst seine neuerrichtete Freundschaft zu Madam Dormer und die Geschenke, die seine Frau von der Fürstin bekam: er argwohnte ein Komplott und ließ den gewesenen Günstling gar nicht mehr um sich sein.

Unglückliche Dormerin! alles soll dir mißlingen. – Sonst wäre der Frau diese völlige Entziehung der Gunst eine Freude gewesen und war es auch wohl im Grunde noch, aber nur zur Hälfte; denn mit ihrem Verluste vereitelte sich auch der Plan wider Herrmannen. Ihn ganz aufzugeben war ihrer Rache unmöglich: da sie auf einer Seite zurückgetrieben war, wollte sie auf einer andern den Angriff tun: wenn sie ihn nicht um seinen Kredit bei dem Fürsten bringen konnte, so sollte er Ulriken verlieren: sie machte Anstalten zur Entzweiung.

Die arme Ulrike saß wie ein eingesperrtes Schäfchen zwischen[794] Wölfen, die sie zerreißen wollen, und hielt sich so still als möglich, um nicht unter sie zu geraten und im Gedränge zerdrückt zu werden. Sie empfing von der Fürstin seit der letzten Fürbitte für Herrmannen wenig freundliche Blicke und desto mehr saure, bat um ihren Abschied und erhielt ihn nicht, weil die Fürstin und besonders Madam Dormer besorgten, daß alsdann ihre Heirat mit Herrmannen zustande kommen würde. Herrmann dachte täglich daran, sie zu befreien, allein weil sie zum Hofstaate der Fürstin gehörte und also zu ihrer Partei gerechnet wurde, wagte er es bei den vorwaltenden Mißhelligkeiten nicht, einen so delikaten Fleck bei dem Fürsten zu berühren und sich die Hofdame seiner Gemahlin zur Frau von ihm auszubitten: er hoffte auf eine Wiedervereinigung der beiden fürstlichen Personen, die ihm auch nicht schwer schien, sobald man das Unglücksweib, die Dormerin, vertreiben könnte. Das war freilich wohl klug gedacht; aber er konnte sich seine ganze Klugheit sparen, wenn er über seinem großen Enthusiasmus für die Geschäfte sich etwas mehr um die geheime Hofgeschichte bekümmerte, die fast jedermann im Lande eher wußte als er.

Der Fürst hatte allmählich seine mißtrauische Laune verloren, völliges Zutrauen zu Herrmanns Treue gefaßt und folglich seine Aufmerksamkeit auf die Angelegenheiten sehr vermindert: keine von seinen vorigen Liebhabereien wollte ihm mehr schmecken, auch für die Jagd war sein Geschmack sehr schlaff: er hatte keinen Günstling, dem er traute, der ihm Zeitvertreib und Neigungen mitteilte, war übel aufgeräumt über die Mißhelligkeit mit seiner Gemahlin und hatte also viel Verdruß und viel Langeweile auf sich liegen. Eine so traurige Lage suchte er sich durch die Liebe zu mildern: Ulrike hatte seit ihrer ersten Erscheinung am Hofe geheimen Anteil an seinem Herze gehabt und in dem Augenblicke, als sie im Vorzimmer weinend und kniend für Herrmannen bat, ihm wirkliche Liebe eingeflößt: um die Eifersucht seiner Gemahlin nicht zu kränken, tat er sich den möglichsten Zwang an, seine Liebe nicht in verdächtige Vertraulichkeiten ausbrechen zu lassen: itzt hatte ihn die Fürstin beleidigt, er war[795] von ihr abgesondert, frei und aus Rache nicht ungeneigt, sie durch eine neue Liebe für ihre Hartnäckigkeit zu strafen. Er suchte daher Gelegenheiten, mit Ulriken zusammenzutreffen: wo er sie fand, sprach er ohne Scheu im Tone vertraulicher Zärtlichkeit mit ihr und spielte sehr häufig auf eine Verbindung an, wie sie Fürsten mit Personen geringern Standes eingehen können, um ihre Denkungsart über diesen Punkt zu erforschen. Zum Teil verstund sie diese Anspielungen nicht, zum Teil wich sie ihnen mit ihrer Antwort aus: weil sie in keiner Gunst mehr bei der Fürstin stund, hatte sie mehr Freiheit, herumzugehen und öfterer in solche Gespräche mit dem Fürsten zu geraten: sie hat auch in der Folge offenherzig gestanden, daß sie die Gelegenheiten dazu suchte, aber in der unschuldigen Absicht, sich durch seine Unterhaltung von der Langenweile zu erholen, die sie wie ein Alpengebirge drückte – eine Absicht, die man ihr um so weniger verdenken darf, da der Fürst die einzige Mannsperson am Hofe war, deren Unterhaltung ihr gefallen konnte. Die Fürstin und Madam Dormer übersahen Ulriken und ihre Unterredungen mit dem Fürsten über der hitzigen Verfolgung ihres Plans wider Herrmannen: auf einmal verbreitet sich das Gerücht am Hofe, daß Ulrike des Fürsten heimliche Mätresse sei und morgen oder übermorgen öffentlich in dieser Qualität erscheinen werde: der eine hatte ihr einen Kuß geben sehn, der andre wollte sie von seinen Armen umschlungen, der dritte in andern vertraulichen Stellungen erblickt haben: jedermann maßte sich die Ehre an, mit dieser geheimen Liebesgeschichte schon längst wie mit seiner eignen bekannt gewesen zu sein, und alle wollten sie verheimlicht haben, weil man nicht gern von solchen Sachen spräche, wie ein jeder mit weisem Achselzucken zur Ursache seines tiefen Stillschweigens angab; und doch war die ganze Geschichte nichts als ein Kuß, den ein Küchenjunge den Fürsten Ulriken hatte geben sehn. Wie schwollen die Nasenlöcher der Madam Dormer empor, als dies Gerücht zu ihren Ohren gelangte! Der Zorn blies ihre Backen auf, die Augen traten wie ein Paar Flammen hervor, sie knirschte, sie schnaubte[796] vor Wut, daß ein solches Mädchen, wie sie Ulriken bei sich nannte, ein Glück erlangen sollte, nach welchem sie so lange, so eifrig und so vergeblich gestrebt hatte: die Eifersucht fuhr wie schneidende Messerschnitte durch ihr Herz: sie nahm sich nicht Zeit zur Erholung von ihrem Zorne, sondern flog mit diesem gorgonischen Gesichte geradesweges zur Fürstin, um ihr die verhaßte Entdeckung mitzuteilen. Die Heftigkeit ihres Ausbruchs und ihrer Gebärden, das glühende Feuer auf ihrem Gesichte und die Sache selbst steckte die Fürstin mit gleichem Feuer an: die Dormerin vergaß Überlegung und Klugheit und erzählte, um ihrer Nebenbuhlerin recht zu schaden, ihren ganzen Liebeshandel mit Herrmannen, ihre Niederkunft, und war von der Rachsucht so sehr geblendet, daß sie sogar den geheimen Briefwechsel nicht ausließ, den die beiden Verliebten durch sie bei ihrem Hiersein geführt hatten. Ulrike mußte auf Befehl der Fürstin erscheinen, und wie ein zitterndes Reh, von zween Jägern mit angelegtem Gewehr geängstigt, wurde sie mit Fragen und Drohungen so gewaltig gequält, daß sie alle ihre Vergehungen bekannte: die Dormerin stund vor ihr, fragte Artikel für Artikel ihre ganze Geschichte durch, und wenn sie zauderte, ja zu sagen, rief ihr die Fürstin drohend zu: »Willst du gestehn?« – sie weinte und gestand.

Sobald sie den Hauptpunkt, ihre Niederkunft, nach langem Weigern und Weinen bekannt hatte – denn man drohte ihr mit gerichtlicher Untersuchung, wenn sie nicht hier gestünde –, nach diesem von Furcht und Angst ausgepreßten Ja wurde sogleich ihr Urteil gesprochen: die Fürstin befahl ihr mit der fürchterlichsten Ungnade, den Augenblick das Schloß zu verlassen, wenn sie nicht in der folgenden Minute von der Wache weggeführt sein wollte. – »Und die gottlose Kupplerin dazu!« sprach sie zur Anklägerin. Nun besann sich die sonst so kluge Frau, daß sie in der Hitze einen dummen Streich begangen und sich selbst verraten hatte. Sie suchte den Vorschub, den sie den beiden Verliebten durch Besorgung des Postwesens getan hatte, zu beschönigen, aber es half nichts: sie mußte augenblicklich aus dem Zimmer.[797]

Ulrike, ohne in der Bestürzung zu bedenken, daß es nicht von der Fürstin abhing, sie mit der Wache fortführen zu lassen, eilte, von Furcht gejagt, als wenn sie Grenadiers mit aufgepflanzten Bajonetten verfolgten, aus dem Schlosse, und der Schrecken führte sie blindlings in die Arme der Liebe, in Herrmanns Wohnung. – »Herrmann!« rief sie mit zitternder Stimme, indem sie in die Stube hereintrat, »hier kömmt dein verfolgtes Täubchen, nimm es auf! nimm es auf in den Schutz der Liebe!« – Herrmann saß, von Berichten, Verordnungen und Rechnungen umschanzt, und hatte ebensoviel Mühe, sich aus seinen Papieren als aus seinen kameralischen Gedanken herauszufinden: die Stimme tönte ihm dazwischen wie das ferne Girren einer Turteltaube in einer dürren Sandwüste: er sprang auf, schleuderte Rechnungen, Pachtbriefe und Berichte von sich hinweg, stand da und staunte. – »Ulrike! in der Dämmerung! zu mir! so allein! bist du es?« rief er, starrend vor Verwunderung.

Ulrike. Freilich bin ich's! Das verabschiedete, weggejagte, verfolgte Mädchen! Von Bosheit und Schadenfreude vertrieben! – Unsre ganze Schande ist entdeckt: ich selbst habe sie durch mein Geständnis offenbaren müssen.

Herrmann. Entdeckt? durch wen?

Ulrike. Durch das Weib, das allein einer solchen Bosheit fähig ist!

Herrmann. Durch die Dormerin? – Ha! die Verwegne soll dafür büßen, schwer büßen! Schmach und Strafe soll die Verbrecherin treffen. Bleib hier! beruhige dich! ich will zum Fürsten eilen; und er muß sie strafen, oder ich will meine Treue gegen ihn verfluchen. Bleib – den Kopf muß man der Natter zertreten, wenn sie nicht schaden soll: ich will keine Sonne in diesem Lande wieder aufgehen sehen, wenn das Ungeheuer nicht gezüchtigt wird. – Aber wie hat sie ihre Bosheit verübt? hurtig, Ulrike, hurtig erzähle! –

Sie berichtete ihm eilfertig den Auftritt in der Fürstin Zimmer, wie man sie zum Geständnisse zwang; und kaum hatte sie das Notwendigste gesagt, so machte er sich auf den Weg. – »Der Donnerkeil ward von höhern Händen für meinen[798] Scheitel geschmiedet«, sprach er im Gehen, »mich soll er durch dich treffen: aber er soll abprallen, unschädlich abprallen. Sei mutig, Ulrike, und hoffe auf die Gerechtigkeit des Fürsten!«

Aus den Mißhelligkeiten der regierenden Personen suchen bekanntermaßen immer die Geringern ihren Vorteil zu ziehn, und es kam gleich einer von solchen dienstfertigen Aufpassern, sobald Ulrike aus dem Schlosse geflüchtet war, und meldete dem Fürsten ihre Entfliehung, doch ohne die Ursache derselben angeben zu können. Die Liebe beunruhigte ihn sogleich mit mancherlei Besorgnissen, mit Mutmaßungen, daß seine Gemahlin etwas von seiner Absicht auf Ulriken erraten, erfahren und sie deswegen gemißhandelt habe: er glühte vor Unwillen und Unruhe und sandte gleich zu dem Obersten Holzwerder, um zu erfahren, ob sie zu ihm geflüchtet wäre: der Oberste begegnete dem Boten unterwegs in voller Eile zur Fürstin, die ihn hatte rufen lassen, und hörte itzt das erste Wort von Ulrikens Flucht. – »Ist sie nicht da?« fragte der Fürst ängstlich, sann und befahl dem nämlichen Boten, sogleich mit allen seinen Kräften zu Herrmannen zu laufen. Der Laufer rennte, daß er sich die Beine hätte zerbrechen mögen, in großen Sprüngen und schoß am Eingange des Schlosses vor Herrmannen vorbei, der mit scharfen Schritten zu dem Fürsten wanderte und schon angelangt war, als der Laufer mit der Nachricht zurückkam, daß Herrmann nicht zu Hause sei. – »Ist sie bei Ihnen?« fragte der Fürst hastig, als Herrmann ins Zimmer trat, und war so begierig, Ursache und Umstände zu erfahren, daß er vor vielen Fragen die Erzählung lange nicht in gehörigen Gang kommen ließ. Herrmann trug alles vor, was er aus Ulrikens Munde gehört hatte, setzte das Geständnis ihrer beiderseitigen Vergehung und ihrer so lang ausgedauerten Liebe hinzu und schloß mit diesen Worten: »Den Händen eines gerechten Richters habe ich mein Geheimnis und meine Liebe anvertraut: er mag richten! Ihrer Durchlaucht Urteil ist ein Spruch über mein Leben.« –

Nach einer tiefsinnigen Pause sprach der Fürst seufzend:[799] »Wenn es so ist, so müßt ihr euch heiraten.« – Kaum hatte er es ausgesprochen, so ließ der Oberste Holzwerder inständigst um Gehör bitten: er wurde vorgelassen und ersetzte noch einige Umstände, die in Herrmanns Erzählung gefehlt hatten, berichtete untertänigst, daß ihm die Fürstin auf das schärfste bei ihrer Ungnade anbefohlen habe, die Verheiratung zwischen Ulriken und Herrmannen nicht zuzulassen, und bat ebenso untertänigst und flehentlichst, daß ihn der Fürst in der Erfüllung dieses Befehls unterstützen möchte. Der Fürst, beleidigt durch das Verbot seiner Gemahlin und durch ihr ganzes Verfahren wider eine Person, die einen so großen Teil seiner Liebe besaß, voll Begierde, seiner Gemahlin nicht die Oberhand zu lassen, fuhr zornig heraus: »Sie sollen sich heiraten: ich will es.« – Der Oberste wagte noch einige Vorstellungen, aber der Fürst unterbrach ihn mit verachtendem Tone: »Der Fürst befiehlt, daß sie sich heiraten sollen; und der Oberste Holzwerder soll das Weib, die Dormerin, mit Wache aus dem Schlosse schaffen, wenn sie sich nicht freiwillig dazu entschließt, und gleich itzo, bitte ich mir aus!« – Der Oberste kroch mit einem, untertänigst erschrocknen Bücklinge zum Zimmer hinaus, um den gegebnen Befehl zu vollstrecken.

Der Fürst war so aufgebracht wider seine Gemahlin, ob er gleich kein beleidigendes Wort wider sie sagte, daß er hastig etlichemal das Zimmer auf und nieder ging und sann, wie er sie empfindlich genug strafen sollte: er glaubte, seinem Ansehn Eintrag zu tun, wenn er nicht das Gegenteil ihres Verbotes durchsetzte, und befahl, den Geistlichen zu holen, der auf der Stelle die Trauung vollziehen sollte. – »Ich will Herr in meinem Schlosse sein«, sprach er zu Herrmannen, der im Vorzimmer wartete, »wenn ihr getraut seid, sollt ihr bei mir das Brautessen halten.«

Herrmann war nicht lange zurück, um Ulriken die fröhliche Botschaft zu bringen, als schon der fürstliche Wagen vor der Türe anhielt, der sie zur Trauung abholte; und wie sie durchs Schloßtor fuhren, schlich Madam Dormer, tiefgebeugt, mit verhülltem Gesicht, an der Wand hin und wich den Pferden[800] und der Demütigung aus, von Personen erblickt zu werden, die ihren festlichen Einzug hielten, wo sie mit Schimpf vertrieben war. Sie konnte das Gerede des Publikums nicht ertragen, sondern begab sich noch den nämlichen Abend aus der Stadt, voller Schmerz und Gram, daß sie sich selbst in der Schlinge fing, die sie für andre knüpfte, und das Glück einer Nebenbuhlerin dadurch beförderte, wodurch sie es umstürzen wollte. – Vignali, Vignali, wo war deine List? –

Nach der Trauung, die sich später verschob, als der Fürst wollte, wurden die beiden Brautleute zur Tafel abgeholt, wozu auch der Oberste Holzwerder eingeladen war, teils als ein Anverwandter der Braut, teils, weil ihn der Fürst in der Hitze ein wenig zu hart angelassen zu haben glaubte und ihm durch diese Einladung die Furcht vor Ungnade benehmen wollte. Das Hochzeitsmahl ging sehr still und wenig aufgeräumt vorbei: der Fürst war vom Zorne über das Verfahren seiner Gemahlin noch unruhig, und ob er gleich von Zeit zu Zeit die Wolken von der Stirn vertreiben wollte, so gelang es ihm doch nur auf kurze Augenblicke, vornehmlich da sich die Liebe in seinem Herze hervordrängte und ihn neidisch machte, daß ein andrer besitzen sollte, was er selbst so zärtlich liebte: dabei stellten sich auch unangenehme Betrachtungen über seine eigne mißhellige Ehe ein: er saß melancholisch da, warf zuweilen einen Blick auf Ulriken, seufzte, sprach ein paar abgebrochne Worte, einen gezwungen muntern Scherz, und bei jeder Rede kam er darauf zurück, daß er den Bräutigam glücklich pries: er tat dies jedesmal mit einem Tone, der Herrmannen schon an seinem Hochzeitstage hätte eifersüchtig machen können. Die beiden Neuvermählten waren von der Freude wie vor den Kopf geschlagen: sie besannen sich kaum vor Überraschung ihres Glücks: in sich gekehrt saßen sie da und hatten vor zerstreuender Wonne so wenig Vermögen, viel zu sprechen, als der Fürst vor Traurigkeit. Der Oberste tat sich zwar gütlich in Essen und Trinken und genoß also das Hochzeitsessen besser als die übrigen, denen es nicht sonderlich schmeckte: aber er war noch scheu gegen den Fürsten, besorgte, daß der Unwille[801] wider ihn noch nicht völlig verdampft sein möchte, und sprach daher nicht anders als gefragt und mit der möglichst demütigen Ehrfurcht.

Nach aufgehobner Tafel sprach der Fürst zu Herrmannen: »Wir wollen tauschen: Sie sollen heute Fürst sein.« – »Nein«, antwortete Herrmann, »ich will lieber auch heute der Diener eines guten Fürsten bleiben.« – »So mag ich dann der Fürst, und Sie der Glückliche sein!« – sagte der Fürst mit einem tiefen Seufzer und gab ihnen gute Nacht.

Als sie in dem Zimmer anlangten, das zu ihrem Brautgemache bestimmt war, wurde ihre Freude beredter. Ulrike wollte immer nicht glauben, daß sie getraut wären. »Nein«, sprach sie, indem sie Herrmann auf dem Schoße wiegte, »es ist ein Phantom, ein Traum, der mir durchs Gehirn schleicht: ich bin auf die heutigen Mißhandlungen krank geworden und phantasiere: hast du auch die Fiebereinbildung, daß ich nun endlich dein bin?«

Herrmann. Und meine Einbildung ist so überzeugend gewiß wie mein Dasein. – Mein bist du! endlich! So schnell vom Winde in meine Arme geworfen, als er dich oft von mir trieb! – Haben wir wirklich mit der Liebe so wenig hausgehalten, wie du einmal besorgtest, daß unser künftiges Leben öde und langweilig sein wird? Oder fühlst du, daß sich in Herzen wie die unsrigen die Liebe nie erschöpft?

Ulrike. Ich fühl es, daß ich mich an meinem eignen Herze versündigt habe. Es schlägt noch so frisch und fröhlich bei deinem Kusse als unter dem Baume im Garten des Grafen, da du an meinem Busen Trost suchtest.

Herrmann. Und meine Seele ist, wie ich merke, durch Zahlen, Berichte und Verordnungen sowenig zur Liebe verstimmt, als da ich dich im Plauenschen Grunde nach einer halbjährigen Trennung in meine Arme schloß: deine Umarmung durchdringt mich mit dem nämlichen süßen Schauer wie damals, als wenn es die erste wäre: mein Puls hüpft so übereilt wie damals. O wie hast du dich durch deine Besorgnis an der Liebe versündigt!

Ulrike. Schwer versündigt! Denn was sind alle die verliebten[802] Abende, die wir auf dem Lande zubrachten, gegen diesen Abend des Glücks? Dort irrten wir unter Schatten, unter erträumten Glückseligkeiten herum, und immer stand die Not an der Tür und wollte herein; und sie rächte sich hart, daß wir nicht eher aufmerksam auf sie wurden! Itzt halten wir wahres, festes Glück in unsern Händen: es wohnt in unsern Herzen: es lebt in allen unsern Gedanken und Sinnen. Fühlst du nicht den Unterschied? Es ist mir, als wenn ich itzt erst lebte, als wenn ich vorher alles, was ich empfand und dachte und tat, nur so dunkel wie im Traume gesehn hätte: so hell, so wahr, so anschauend hab ich noch nie die Gegenwart empfunden wie itzt; und doch dacht ich, die Liebe wär erschöpft? O wie schwer hab ich mich an der Liebe versündigt!

Herrmann. Und versündigst dich noch itzt! Warum übergehst du eine glückselige Szene unsers Lebens, ob sie gleich tausendfache Leiden über uns verbreitete? – Ulrike, wo werden unsre Entzückungen seliger sein, hier oder in der ... du senkst den Blick? soll ich sie21 nicht nennen, die Zeugin unsrer Schwachheit? – Aber wie so ganz anders sind itzo unsre Empfindungen als damals? Du zitterst nicht vor Furcht: die Knie sinken dir nicht: Angstschweiß strömt dir nicht über die Wangen wie damals. –

Ulrike. Und deine Augen rollen nicht so fürchterlich, so flammend wild wie damals. – Ach, des schrecklichen Abends! wenn ich noch an die grausende Miene gedenke, die damals aus deinem Gesichte hervorstarrte, voll so gieriger Leidenschaft, als wenn du mir mit jeder Bewegung die Kehle zudrücken wolltest; und die Angst dabei, die in mir kochte; wie mich immer eine Empfindung von dir hinwegscheuchte und die folgende zu dir hindrängte – ich bebe noch vor der Vorstellung eines so quälenden Kampfes. – Wie ist itzo deine Miene so heiter, dein Blick ein sanftleuchtendes Licht, der Druck deiner Hand so leise zitternd, der Ton deiner Stimme wie eine dahingeleitende Musik – o wie ganz anders alles als damals! Die Freude lacht aus jedem Zuge deines Gesichts –

[803] Herrmann. Wie sollte sie nicht, da ich den Himmel in meinen Armen halte? – Laut möcht ich triumphieren, daß ich ihn endlich durch lange Anfechtung errang! Und dies ist nur der Anfang unserer Seligkeit: wenn die glückliche Mutter einst solche Zweige um sich herum aufsprossen und zu großen früchtevollen Bäumen erwachsen sieht, die den Menschen Schutz und Schatten geben – solche Zweige, wie schon einer verwelkt auf dem ländlichen Kirchhofe liegt –, ist es dann nicht der Mühe wert, sich geliebt, sich mit beharrlicher Treue geliebt zu haben wie wir? – O Liebe! wärst du nicht in der Natur, wo nähmen die Sterblichen ihre Freuden her? –

Sie verstummten, zärtlich umarmt. Hymen schwang die Freudenfahne über das seidne Hochzeitlager, und allgemeine Stille feierte die glückliche Brautnacht.

21

die Jägerhütte wahrscheinlicherweise.

Quelle:
Johann Karl Wezel: Hermann und Ulrike. Leipzig 1980, S. 789-804.
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