Amylacetatlampe

[182] Amylacetatlampe, eine Lampe, die v. Hefner-Alteneck vorgeschlagen hat, um die so ungemein verschiedenen Angaben über die Lichtstärke der Normalkerzen auf eine Lichteinheit zu reduzieren.

»Diese Lichteinheit ist die Leuchtkraft einer in ruhig stehender, reiner, atmosphärischer Luft brennenden Flamme, die aus dem Querschnitte eines massiven, mit Amylacetat (s.d.) gesättigten Dochtes aufsteigt, der ein kreisrundes Dochtröhrchen aus Neusilber von 8 mm innerem und 8,3 mm äußerem Durchmesser und 25 mm freistehender Länge vollkommen ausfüllt, bei einer Flammenhöhe von 40 mm vom Rande des Dochtröhrchens aus und wenigstens 10 Minuten nach dem Anzünden gemessen.« Diese Lichteinheit ist gleich der Leuchtkraft einer englischen Walratkerze bei 43 mm Flammenhöhe, oder nach neueren Versuchen = 0,808 deutschen Vereinsparaffinkerzen = 0,879 englischen Walratkerzen. Die Lampe ist in den Gasfabriken, sowie in physikalischen Instituten eingeführt und ist ein nicht mehr zu entbehrender Bestandteil der Photometer. Sie ist zur Erzeugung der internationalen Lichteinheit eingeführt. Die Bezeichnung Normalkerzen ist jetzt der Bezeichnung Hefnerkerzen = HK oder H.K. gewichen.

Bujard.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904., S. 182.
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