Badeöfen

[450] Badeöfen dienen zur Bereitung von heißem Wasser zu Badezwecken.

Man unterscheidet: a) Badeöfen in direkter Wasserverbindung mit der Wanne (Zirkulationsbadeöfen, s. Badeeinrichtungen, Fig. 1), die[450] keine Verbindung mit der Wasserleitung haben, sondern sich mit der Wanne füllen und entleeren, b) Druckfreie Badeöfen mit freiem Auslauf zur Wanne (s. Badeeinrichtungen, Fig. 2). Es sind einfache Wasserkessel mit Feuerung, deren Abzugsröhren durch den Wasserraum hindurchgehen; dieselben werden mit der Wasserleitung so verbunden, daß das Wasser am Boden eintritt, wenn man einen Absperrhahnen öffnet; das eintretende Wasser bewirkt, daß das im Ofen befindliche erwärmte Wasser durch das Ausflußrohr abfließt; nach Abschließen des Wasserleitungshahnen hört der Ausfluß sogleich auf. Diese Oefen flehen immer voll Wasser und können deshalb nie durch Verbrennen Schaden leiden. Eine besondere Art dieser Kategorie sind die sogenannten Aachener Gasbadeöfen, bei denen das Wasser aus der Leitung, durch Brausen oder Zerstäubungskegel sein verteilt, dem durch Gas erhitzten Innenraum zugeführt und dadurch erwärmt wird; das erwärmte Wasser wird durch eine Schale aufgefangen und läuft aus dieser frei ab. c) Geschlossene Zylinderbadeöfen (Säulenbadeöfen). Dieselben können einen inneren Druck (ca. 2 Atmosphären) aushalten und werden mit Badebatterien in Verbindung gebracht, bei denen neben dem kalten auch das warme Wasser unter Druck zum Ausströmen gelangt. Die zweckmäßigste Art der Anwendung solcher Oefen ist die in Verbindung mit einem Expansionsreservoir, wie in Badeeinrichtungen, Fig. 3. Die Feuergase gehen oft durch ein einziges Feuerrohr im Innern des Ofens; besser ist es, ein ganzes System von Röhren dazu zu benutzen, wie es bei dem vorstehend abgebildeten Ofen angegeben ist.

Im übrigen ist die Zahl der Einrichtungen, die bestehen, eine sehr große. Wir erwähnen an heizbaren Badewannen die D.R.P. Nr. 4337, 5842, 5918, 7084, 16212, 16761, 18053, 18467, 19544, 23976, 29653, 36392, 49495, an andern Badeöfen: 5221, 5355, 9289, 9677, 10355, 10812, 11690, 12189, 13694, 14563, 15293, 16062, 17839, 18470, 19172, 19177, 19658, 20295, 22205, 23073, 25170, 26821, 29330, 32228 (Badeofen für Grudefeuerung), 33818, 36947, 40281, 41258, 43428, 46158, 50648, 50877, 58057, 67436, 74246, 82207, 84208, 85610, 85724, 86838, 88486, 90324, 90673, 92972, 93294, 94448, 100191, 102170, 102773, 103818, 105839, 107305, 108696, 109183, aus denen am bellen die verschiedenen üblichen Details erkannt werden können.

Alle Badeöfen werden im Innern, soweit sie von Feuergasen berührt werden, stets aus Kupferblech hergestellt; nur bei ganz großen Oefen besteht Mantel und Inneres aus Schmiedeeisen. Die äußere Ummantelung wird häufig ebenfalls aus Kupferblech, sonst aber auch aus Zinkblech, weniger häufig aus Eisenblech hergestellt. Preise für die gewöhnlich benutzten Systeme s. unter Badeeinrichtungen, Literatur unter Bad.

C. Blecken.

Geschlossener Zylinderbadeofen. Maßstab 1 : 30.
Geschlossener Zylinderbadeofen. Maßstab 1 : 30.
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Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904., S. 450-451.
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