Hubräder

[377] Hubräder mit wagerechter Welle werden als Schöpfwerke zum Heben von Wasser benutzt und sind auch in Rübenwaschstationen in großen Ausführungen (9 m Durchmesser) [1] in Betrieb (Spezialität der Bromberger Maschinenbauanstalt G.m.b.H. in Prinzental bei Bromberg). – Als Förderräder sind Hubräder in schräger Lage zur Fortschaffung von Abraum in einem englischen Erzbergwerk [2] und in mehreren großen neuzeitlichen Ausführungen nach der beistehenden Figur [3] als Riensche Scheibenabscheider verwendet. Im übrigen s.a. Elevatoren und Massentransport.

Auf Grund der Versuche bei der städtischen Abwässerung in Dresden hat man auch für die Reinigungsanlage des städtischen Schlachthofes (vgl. Hängebahnen, S. 345) einen Scheibenabscheider dieser Bauart gewählt (W. Wurl, Berlin-Weißensee).

Der Abscheider (vgl. die Figur) besteht aus einer schräg gelagerten, in den Abwasserstrom eintauchenden Metallscheibe von 4,5 m Durchmesser, die mit Siebblechen von 2 mm Schlitzweite belegt und gegen das Mauerwerk abgedichtet ist. Diese in 2 Minuten einmal umlaufende Scheibe läßt etwa 300 l/Sek. bei 0,75 PS. Kraftverbrauch hindurch. Bei der langsamen Drehung der Scheibe werden die sich auf der Siebfläche absetzenden Schmutzstoffe aus dem Wasser gehoben und von einem umlaufenden Bürstenstern abgestrichen. Durch Aendern der Umlaufzahl der Scheibe und des Bürstensternes kann man immer erreichen, daß die Siebfläche gereinigt ist, wenn sie wieder in das Abwasser taucht.

Die Bürsten sind gegenüber einer Antriebwelle pendelnd aufgehängt, so daß sie nur ganz leicht auf dem Siebblech aufliegen. Diese Anordnung hat auch den Vorteil, daß sich die Bürstenkörper, auch wenn die Borsten abgenutzt sind, an das Blech anschmiegen, die Reinigung also immer gleichmäßig bleibt. Die Lebensdauer der Borsten beträgt 1/2 bis 1 Jahr. Der Zahndruck der Antriebräder für den Bürstenarm hebt ferner einen Teil des Bürstengewichtes auf. Die abgestrichenen Schmutzstoffe, die als Dünger verwendbar sind, gelangen über eine Rinne in die Grube eines Becherwerkes, das außen bereitgestellte Eisenbahnwagen belädt.[377]


Literatur: [1] Buhle, Massentransport (Stuttgart 1908), S. 218 ff. – [2] v. Hanffstengel, Die Förderung von Massengütern, I. Bd., 2 Aufl., (Berlin 1913), S. 265 ff. – [3] Buhle, Massentransport, S. 366 ff. (in gewissem Sinne können auch die daselbst wiedergegebenen Uhlfelderschen Radrechen der Abwasserreinigungsanlage in Frankfurt a.M. als Hubräder angesehen werden); ders., Zeitschr. d. Ver. deutsch. Ing. 1912, S. 391 ff.; vgl. ebenda 1909, S. 26 ff.

M. Buhle.

Abscheider-Hubrad nach Riensch-Wurl.
Abscheider-Hubrad nach Riensch-Wurl.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 9 Stuttgart, Leipzig 1914., S. 377-378.
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