Kernmittel, Kernbindemittel

[439] Kernmittel, Kernbindemittel, werden dem zur Herstellung der Kerne (s. Eisengießerei, Bd. 3, S. 358) gebrauchten Kernsand beigemischt.

Die aus der Mischung hergestellten Kerne sollen genügend hart und porös sein. Am geeignetsten sind solche Kernmittel, die eine Kernmasse liefern, welche nach dem Abgießen der Form zerfällt, so daß der Kernsand sich leicht aus dem Gußstück entfernen läßt. Kernmittel, die Feuchtigkeit anziehen, sind nicht zu verwenden, weil dadurch der Bestand des Kerns gefährdet wird. Vorzugsweise im Gebrauch sind geringwertiges Mehl, Kartoffelmehl (D.R.P. Nr. 129930), Stärke, Kolophoniumpulver, Melasse, Bier, Fischtran, Leinöl, Teer, Sulfitabfallauge (D.R.P. Nr. 117633) u.a. Als Sand findet ein magerer (tonarmer), mehr oder weniger grobkörniger Sand Verwendung. Zur Erhöhung der Porosität können noch andre Materialien, wie getrockneter Pferdemist, Sägemehl u.s.w., beigefügt werden. Die aus den Mischungen gefertigten Kerne müssen (bei niedriger Temperatur) getrocknet werden.


Literatur: Messerschmitt, A., Die Technik in der Eisengießerei, Essen 1904.

A. Widmaier.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 5 Stuttgart, Leipzig 1907., S. 439-440.
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