Schmidtingtypie

[740] Schmidtingtypie, von John Schmidting in Wien erfundenes Verfahren zur Herstellung von Bildklischees für Buchdruck.

Während bei der Autotypie (s.d.) und der Phototypie (s.d.) mittels der Negative eine ätzfähige Uebertragung auf Metallplatten vorgenommen wird, besteht die Schmidtingtypie darin, daß man das Halbton- oder das Strichnegativ (vgl. Klischee und Pressendruckverfahren, photographische) auf eine Gelatineemulsionsplatte kopiert. Diese wird sodann unmittelbar durch Baden in einer mit Alkohol zu 9% versetzten konzentrierten Silbernitratlösung und nachfolgender Einwirkung von Schwefelwasserstoffdämpfen (bis ein metallisch glänzender Niederschlag sichtbar wird) elektrisch leitend gemacht, hierauf (nach Wegschaben der Schichtränder) in wiederholt gewechseltes Wasser gebracht, wobei ein Quellrelief entsteht (vgl. Pigmentdruck, ferner Photogalvanographie) und schließlich zur Erzeugung der eigentlichen Druckplatte ins galvanische Bad gebracht. – Die Vorzüge der Billigkeit und der raschen Durchführbarkeit, welche der Methode nachgerühmt werden, wiegen das recht mangelhafte Aussehen der so erhaltenen Illustrationen keineswegs auf.

A.W. Unger.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909., S. 740.
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