Zweihundertneununddreißigste Geschichte

[327] geschah: Einmal ging Rabbi Elieser ben Schimen auf die Gaß. Also findet er ungefährlich (von ungefähr) einen Wächter von dem König, der ging un legt die Ganowim (Diebe) ins Gefängnis. Da frägt Rabbi Elieser den Wächter: »Lieber, sag mir, wie kommt du den Ganowim bei, denn die Ganowim sind zu vergleichen den wilden Tieren, wie die Schrift sagt: er liegt auf seiner Hut un verbirgt sich un lugt aus auf die Leute, die sie bestehlen wollen. Derhalben könntest du einen frommen Mann gefangen nehmen un einen Bösen gehn lassen.« Da sprach der Wächter wider: »Was soll ich derzu tun? Der König will es so haben.« Da sprach Rabbi Elieser zu dem Wächter: »Komm her, ich will dir lernen, daß du die rechten Ganowim findest. Geh in der vierten Stunde auf den Tag in alle Wirtshäuser. Das is die Zeit, daß jedermann ißt. Wenn du siehst einen Mann, der einen Becher in der Hand hat un schläft drüber, da frag nach ihm, was es für einer is. Lernt er, so is er früh aufgestanden vor Tag un hat gelernt. Derhalben is er jetzunder gar schläfrig un schluft nun bei Tag. Is er denn ein Arbeitsmann, so hat er bei Nacht gearbeitet, daß er bei Tag schlaft. Is er aber kein Lerner un kein Arbeitsmann, so is er gewiß ein Ganew un hat gewiß bei nacht nit geschlafen, derweil er hat auf dem Feld geraubt un hat die Häuser bei Nacht aufgebrochen. Denselbigen geh hin un nimm ihn gefangen.« Da ging der Wächter hin un sagt die Geschichte dem König, wie ihm der Rabbi Elieser gelernt hat, daß er die Ganowim erkennen sollt. Da sprach der König: »Dieweil ja Rabbi Elieser so wol weiß, welches die Ganowim sind, so soll er auch der Wächter sein, der die Ganowim einfängt.« Da war dem Rabbi Elieser ben Schimen gebracht (mitgeteilt), daß er müßt die Ganowim fangen. Da nun die Rabbonim solches gewahr waren, da schickt Rabbi Jehauschue ben Karcha zu dem[327] Rabbi Elieser un sagt wider ihn: Du hast fromme Eltern gehabt, un du taugst nix, daß du die Leut sollst gefangen legen un das Volk von dem, dessen Name gelobt sei, sollst dem König zum Tod überantworten. Da schickt Rabbi Elieser zu Rabbi Jehauschue. Was tu ich? Bin ich denn mehr als die Dörner aus dem Weingarten? Das sind die Feinde von Jisrael. Da schickt der Rabbi Jehauschue wieder zu Rabbi Elieser un ließ ihm sagen: »Laß es den Heiligen, gelobt sei er, selbert tun, un laß die Bösewichter selber ums Leben bringen. Was brauchst du sie gefangen zu nehmen? Du sollst es nit tun.« Da schwieg er still. Eines Tages begegnet dem Rabbi Elieser ein Wäscher, der für die Leut um Lohn wäscht, un heißt den Rabbi Elieser einen Rosche, Sohn eines Frommen. Wie solches Rabbi Elieser hört von dem Wäscher, daß er so frech is, da sagt er gegen ihn: »Derweil du solche Rede gegen mich sagst, so bist du gewiß ein Rosche«, un sagt zu seinen Wächtern: »Nehmt den Wäscher gefangen.« Also war er hinweggeführt in das Gefängnis. Nit lang dernach, da war dem Rabbi Elieser der Zorn vergangen. Da hat er Reue drauf, daß er den Mann hat gefangen nehmen lassen. Un ging hin un wollt ihn bei dem König wieder auslösen. Da wollt der König nit. Da sagt Rabbi Elieser auf den Wäscher den Vers: der da hütet seinen Mund un Zunge vor Reden, der hütet seinen Leib vor Leiden. Das meint so: hätt der Wäscher seinen Mund gehalten un hätte ihn mit genannt Rosche, Sohn eines Frommen, da wär ihm das nit geschehn, daß er war gefangen worden. Also ward der Wäscher herausgeführt zum Sterben. Also hängt man ihn an einen Galgen. Da stund der Rabbi Elieser unter dem Galgen un schrie gar sehr, denn er hat große Reue. Da sagten die Leute wider Rabbi Elieser: Ihr braucht um diesen Menschen willen nit zu schreien, daß er um das Leben is gekommen. Un der Mann un sein Sohn sind am Jomkipur bei einer Bsule (Jungfrau) gelegen. Un dieselbige war schon entspust (verlobt) zu einem andern Bocher (junger Mann) gewesen. Un wer solches tut, der is todeswürdig, daß man ihn versteinigen soll. Denn weil er nit is versteinigt worden, so gabt ihm der Heilige, gelobt sei er, seinen Sohn, daß man ihn hat an den Galgen gehängt. Derhalben hat er seinen Sohn bekommen, wie er verdient hat. Da legt Rabbi Elieser seine Hände auf seinen Bauch un sagt: »Freut euch, meine Gedärme. Seht doch, ich hab den Wäscher auf ein Sofek (Zweifel) gefangen setzen lassen un hab nit gewußt, daß er ein Ganew is gewesen. Nun hab ich Recht getan um wie so mehr, wenn ich gewiß weiß, daß einer ein Ganew is un ich laß ihn gefangen nehmen, daß ich recht tu, daß ich sie töten laß.« Un sagt: »Ich bin versichert an Gott, daß diese Worte meinem Gedärm nix werden tun, wenn ich gestorben werd sein, un werd im Kewer (Grab) liegen.« Aber wiewol doch, daß er hat dem Wäscher recht getan, daß er ihn hat töten lassen, gleichwol[328] war er in seinem Herz nit wol zufrieden. Un fercht sich doch, daß er hat nit recht getan. Un ging hin un legt sich in ein Marmelsteinhaus, wo kein Wind konnt zu ihm kommen. Un trank einen Schlaftrunk, daß er hart schlief un ließ sich den Bauch aufschneiden un ließ sich einen Korb voll mit Fett herausnehmen, denn er war so gar fett un dick gewesen. Un legt das Fett in die Sonne im Monat Tamus un im Monat Aw, wem die Sonn am heißesten scheint. Noch gleich war das Fett nit stinken. Da sah er wol, daß ihm die Würmer nix tun werden. Da fragt die Gemore, wie konnt er's an dem Fett ansehen, daß ihm die Würmer nix tun werden? Darum konnt er dran sehn um daß sein Fett nit stinkedig is geworden, wird doch ander Fett auch nit stinkedig, wenn kein Fleisch derbei is. Da sagt die Gemore: Ander Fett, wenn die kleinen Adern drinnen sind, die werden stinken, aber bei dem Fett von Rabbi Elieser waren die kleinen Adern auch nit stinken. Da leient (liest) Rabbi Elieser den Posuk (Schriftstelle): »Mein Fleisch im Kewer (Grab) wird ruhen zusicherlich.« Auch hat einer geheißen Rabbi Jischmoel bar Rabbi Jojsse, dem geschah auch ein solches, daß er mußt Ganowim gefangen setzen. Da begegnet ihm einmal Elijohu hanowi (der Prophet Eliahu) un sagt wider ihn: »Wie lang willst du noch so übel tun, daß du dem Heiligen, gelobt sei er, sein Volk Jisroel überantwortet bei dem König zum Tod?« Da sprach Rabbi Jischmoel wider Elijohu hanowi: »Was soll ich tun? Der König will es haben.« Da sagt Elijohu hanowi zu Rabbi Jischmoel: »Dein Vater hat geheißen (befohlen) du sollst entlaufen in eine Stadt, die heißt Ludkiah. Dorten wird dich der König nit können finden.« Die Gemore, sagt, wenn die zwei Rabbonim, Rabbi Elieser bar Rabbi Schimen un Rabbi Jischmoel bar Rabbi Jojsse gegeneinander stunden, daß sie ihr Parzufim (Gesichter) gegeneinander hatten, da waren die zwei so gar dick, daß ein paar Ochsen neben einander unter ihrem Bauch konnten durchgehn un rührten die zwei Rabbonim nit an. Einmal sagt ein Sarte (Fürstin) wider die zwei Rabbonim: »Euere Kinder, die euere Weiber haben, die sind nit euer, denn ihr könnt nit zu eueren Weiber kommen.« Da sagten die zwei Rabbonim: »Unsere Weiber ihre Bäuch sind noch viel dicker als unsere Bäuch.« Da sprach die Sarte: »Um wieviel mehr hab ich recht, daß es euere Kinder nit sind.« Da sprachen die Rabbonim wider: »Mit großer Liebe drängt sich das Fleisch zueinander.« Da frägt die Gemore: wie kann es sein solche köstliche Rabbonim, als diese waren, un sollen solche seltsame Reden reden? Da antwortet die Gemore wider, sie sagten es darum, daß man nit auf ihre Kinder sollt böse Rede führen. Darum gaben sie der Sarte solche Antwort. Wiewol der Rabbi Elieser bar Rabbi Schimen hat viel Schmerzen gelitten, denn man hat ihm den Bauch aufgeschnitten, so war er doch nit wol zufrieden dermit, un fercht sich, er hätt eine Awere (Sünde)[329] getan, daß er den Wäscher hat lassen aufhängen oder sonst Leut, die fromm gewesen sind. So ging er alle Abend hin un legt auf seinen Leib solche Pflasters, die ihm Blut un Eiter herauszugen. Un wenn er zu morgens die Pflasters wieder herunter zug, so waren sechzig Zuber voll mit Pflasters Blut un Eiter. Dann macht ihm sein Weib sechzigerlei Gekochtes von Feigen, die eßt er, dann war er wieder gesund. Da wollt ihn sein Weib nit lassen ins Bethhamidrasch gehn, denn sie fercht sich, die Rabbonim werden ihn drängen. Alle Abend sagt Rabbi Elieser bar Rabbi Schimen wider die Jisurim (Schmerzen). »Liebe Brüder un Gesellen, kommt zu mir.« So hat er alle Nacht die Jisurim, gleich wie oben geschrieben is. Un alle Morgen sagt er wider die Jesurim »geht nun von mir, damit ich kann die Thauroh lernen, sonst verletzt ihr die Thauroh.« Es geschah einmal auf einen Tag, daß sein Weib hört, wie er mit den Jisurim redet, un heißt sie zu ihm kommen. Da sprach sein Weib wider ihn: »Du machst selbert, daß die Jisurim auf dich kömmen, denn du heißt sie allemal bei Nacht zu dir kommen. Wenn du es so willst machen, so wirst du wol deines Vaters Gut vertan in eitel Pflaster un Tücher.« Da ging das Weib von ihm weg un ließet ihn allein. Da begab es sich auf die selbige Zeit, daß da kamen Schiffleut un brachten mit sich sechzig Knechte. Un die Knechte brachten sechzig Beigürtel voller Gold, un schenkten es dem Rabbi Elieser. Denn sie waren auf dem Jam (Meer) gefahren un hatten einen Sturmwind gehabt. Da täten sie Tefille (Gebet) zu dem Heiligen, gelobt sei er, er sollt ihnen helfen um des Rabbi Elieser sein Sechus (Verdienst) wegen. Un da sind sie beschirmt worden. Un wie sie nun wieder zu Land kamen, da schenkten sie das Gold ad Rabbi Elieser. Dann weil sie waren gerettet worden auf dem Jam, un machten ihm selbiges Gekochtes von Feigen, die eßet er un war wieder gesund. Dernach schickt sein Weib die Tochter un sprach: »Geh hin un sieh, was dein Vater tut.« Denn sie meint, er wär noch krank, derweil er noch nix gegessen hat. Denn sie hat ihm nix gekocht. Denn sie war von ihm weggegangen. Da ging die Tochter zu ihrem Vater un wollt sehn, was er tät. Da sprach der Vater wider die Tochter: »Geh, sag deiner Mutter, unser Aschires (Reichtum) is größer als ihr Aschires.« So sagt Rabbi Elieser dann auf sich selber: »Die Thauroh, die is gleich wie ein Schiff von einem Kaufmann, das bringt seinem Herrn seine Speis von weitem Land. Also is auch die Thauroh, sie hat gemacht, daß mir das Geld von weitem Land is gekommen. Denn der Sechus von meiner Thauroh, die hat sie gerettet, dorten weit auf dem Jam, daß sie nit verloren worden sind. Un dadurch hab ich das Geld bekommen. Nun eß ich un trink ich un bin wieder gesund.« Also ging er wieder in das Bethhamidrasch. Da kamen sechzigerlei unreine Weiber, die ihn fragten, ob sie koscher oder trefe (rein oder unrein) wären.[330] Da macht sie Rabbi Elieser alle koscher, un möchten sich zu ihren Männern liegen sonder Tauchbad. Da die Rabbonim solches hörten, daß Rabbi Elieser alle die Weiber hat koscher gemacht, da waren sie sehr zornig über ihn. Denn sie meinten, es wär nit möglich, daß sie alle koscher sollten sein, es sollt ja eine drunter sein, die trefe wär gewesen. Un sagten wider Rabbi Elieser: Wie kann es möglich sein, daß nit eines von den Weibern sollt trefe sein? Da das Rabbi Elieser von den Rabbonim hört, so sagt er: »Hab ich recht koscher gemacht, so sollen die sechzig Weiber heut alle tragedig (schwanger) werden, un sollen alle Söhne haben. Hab ich aber nit recht koscher gemacht, so soll unter den selbigen Weibern eine Tochter geboren werden.« So geschah es, daß die selbigen Weiber alle tragen waren un gewannen eitel Männliche. Da sah man, daß er hat recht koscher gemacht. Da waren die Kinder alle nach Rabbi Elieser geheißen. Darauf hat Rabbe gesagt: »Wieviel Kinder hat der böse Engel verhütet unter Jisroel«? Denn weil Rabbi Elieser is ein Wächter gewesen, da is er nit ins Bethhamidrasch gegangen, da haben die Weiber nit können beweisen ihre Reinheit. Wie nun Rabbi Elieser hat sollen sterben, da sagt er wider sein Weib: »Ich weiß wol, daß die Rabbonim nit wol mit mir zufrieden sind. Denn sie sind zornig über mich, derweil ich bin ein Wächter gewesen, so hab ich viel Ganowim gefangen genommen. Un die Schochenim (Nachbarn) haben viel Freund darunter gehabt un das verdrießt sie. Derhalben möchten sie nit recht mit mir umgehn, wenn ich gestorben bin. Derhalben leg mich auf den Boden un du brauchst dich nit vor mir zu ferchten, ich werd dir nix tan.« Er hat gesagt, Rabbi Schmuel bar Nachmen, daß ihm gesagt hat die Mutter von Rabbi Jauchenen, daß ihr das Weib von Rabbi Elieser selbert gesagt hat, daß er nit weniger als zweiunzwanzig Jahr auf dem Boden. hat gelegen so tot. Un wenn das Weib auf den Boden ging, so sucht sie in seinem Haar. Un wenn sie ihm ein Haar hat ausgerauft, so is Blut herausgegangen, so frisch is er gewesen, als wenn er nun erst gestorben wär. Es geschah einmal auf einen Tag, dann ging sein Weib auf den Boden. Da sah sie, wie dem Mann ein Wurm aus dem Ohr kriecht. Da war sie sehr derschrocken, denn sie fercht sich nun sehr, er werd stinkedig werden. Da kam der Mann zu ihr im Cholem (Traum) un sagt: »Du brauchst dich darum nit zu kränken, um daß mir der Wurm is aus meinem Ohr ausgekrochen. Um das hab ich einmal versündigt, denn ich bin einmal derbei gewesen, daß man hat einen Talmidchochom (Schriftgelehrten) hat mesalsel gewesen (verächtlich gemacht) un ich hab es nit gewehrt, un ich hätt es wol können wehren. Darüber hab ich es versündigt, daß mir der Wurm zum Ohr is herausgekrochen«. Un derweil Rabbi Elieser bar Rabbi Schimen auf dem Boden lag un zwei hatten ein Mischpot (Streit) miteinander, da stellten sich –[331] die zwei Leut vor seine Tür un jeder sagt seine Tana. Da kam dann ein Stimm vom Boden un sagt: Der Mann is gerecht un der andere nit. Dann gingen sie ihrer Straße wieder weg. Es geschah einmal auf einen Tag, da zankt Rabbi Elieser sein Weib mit ihrer Nachbarin. Da sagten die Nachbarn wider Rabbi Elieser sein Weib: »Du sollst auch so sein, gleich wie dein Mann, der nit zu kewuroe (Grab) is gekommen.« Da das die Rabbonim hörten, da sagten sie: »Jetzundert hebt es sich gar stark an, derweil es jeder weiß, daß der Zaddik gestorben is, un wir haben ihn noch nit zu Kewure getan. Un hat schon so lang auf dem Boden gelegen. Un auch is es wider dem Zaddik seinen Kowed (Ehre) also lang ohne begraben zu liegen.« Ein Teil Leute sagen der Rabbi Schimen ben Jochai war dem Rabbi Elieser sein Vater, und der kam zu den Rabbonim im Cholem (Traum) un sagt wider sie: »Ich hab eine Taube bei euch.« Da meint er dermit, meinen Sohn hab ich bei euch, ihr wollt ihn nit zu mir bringen. Da das die Rabbonim hörten, da gingen sie hin un wollten ihn zu Grabe tun. Da wollten es die Leut von der Stadt nit leiden, denn die selbige Stadt lag nahe bei der Stadt da er tot lag. Denn all die Tage, daß Rabbi Elieser schluft auf dem Boden, da kam kein wildes Tier in ihre Stadt. Auf einen Tag, da war Erew Jomkipur (Vorabend des Versöhnungstages) da hatten die Rabbonim gar viel zu tun. Da schickten die Leute zu den Leuten, die da sitzen in dem Dorf, das da heißt Biri, daß sie sollten kommen un sollten Rabbi Elieser zu Grabe tun. So kamen sie un legten ihn auf die Bahre un trugen ihn vor seine Höhle, wo der Rabbi Schimen ben Jochai drinen lag. Da lag ein Schlang vor der Höhl, so rund wie ein Rad, denn sie hat ihren Schwanz im Maul, un wollt nit leiden, daß jemand in die Höhle ging. Da sprachen die Leut: »Schlang, tu auf dein Maul un laß den Sohn zum Vater.« Da tät sie das Maul auf un ließ die Leut in die Höhle hinein, daß man den Rabbi Elieser bei dem Vater Rabbi Schinen ben Jochai zu Grabe tät. Un das war die Höhle da Rabbi Schinen ben Jochai mit seinem Sohn sind verborgen gewesen. Da schickt Rebbe zu dem Rabbi Elieser seinem Weib, ob sie ihn nehmen wollt, denn der Rebbe hatte auch kein Weib. Da entbot sie ihm wider: Ein Gefäß, in dem nur eitel Heiliges is drin gewesen, soll man jetzunder Tome (Unreines) drein bringen? Denn sie meint Rabbi Elieser war sogar heilig gewesen, daß der Rebbe gegen ihn unheilig war, un meint, sie hätt so einen großen Talmidchochom gehabt, un sollt jetzunder den Rabi nehmen, der war nit so ein großer Talmidchochom als Rabi war gewesen. Da entbot er wider, ob er schon ein großer Herr wär gewesen als ich, aber in der Thauroh un mit Guttaten is er doch nit größer als ich. Aber doch wollt sie ihn nit nehmen.

Quelle:
Allerlei Geschichten. Maasse-Buch, Buch der Sagen und Legenden aus Talmud und Midrasch nebst Volkserzählungen in jüdisch-deutscher Sprache, Nach der Ausgabe des Maasse-Buches, Amsterdam 1723, bearbeitet von Bertha Pappenheim, Frankfurt am Main: J. Kauffmann Verlag, 1929, S. 327-332.
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