1. Der Teufel und Noahs Frau.

[257] In einer spätrussischen Redaktion der Revelationes2 des Pseudo-Methodius von Olympos3 (oder Patara) findet sich eine apokryphe Erzählung, mit welcher die Volkssage der Russen4, Polen5, Ungarn6, Wotjaken7 und Irtysch-Ostjaken8 in allen wesentlichen Zügen übereinstimmt. Sie lautet folgendermaßen:


Ehe der Herr die Sündflut schickte, befahl er Noah, insgeheim eine Arche zu bauen und selbst seiner Frau nicht zu erzählen, was er schaffe. Während Noah auf einem Berge im Walde arbeitete, kam der Teufel zu ihm und fragte, was er mache; aber Noah wollte es ihm nicht sagen. Da ging der Teufel zu Noahs Frau und beredete sie, ihrem Manne ein berauschendes Getränk vorzusetzen und ihm das Geheimnis zu entlocken. Nachdem Noah sich an dem Trank erlabt hatte, fing die Frau an, ihn auszufragen, und er berichtete ihr alles. Als er aber am anderen Tage wieder auf die Arbeit ging, fand er die Arche kurz und klein geschlagen, alles durcheinander und auseinandergebracht. Der Teufel hatte sie zerstört. Noah weinte Tag und Nacht und bereute seine Sünde. Da verkündete ihm ein Engel Vergebung und hieß ihn die Arche wieder aufbauen.

Als Noah fertig war, nahm er von jedem lebenden Wesen ein Paar hinein. Wiederum machte sich der Teufel an Noahs Frau heran und fragte, wie er in die Arche gelangen könne. Sie wußte es nicht. Da riet er ihr, daß sie nicht eher hineingehen solle, als bis die Wasser überall angeschwollen seien, und selbst dann nicht eher, als bis Noah den Namen des Teufels ausgerufen hätte. Das Weib folgte dem Rat, und wiewohl Noah sie rief, kam sie nicht, so daß er schließlich sagte: »Teufel, so komm doch!« Blitzschnell schlüpfte der Teufel in die Arche, verwandelte sich in eine Maus und versuchte sie zum Sinken zu bringen, indem er ein Loch nagte ... [Über das Zustopfen s. unten S. 276 fg.]


In der Weltchronik von Jansen Enikel (ed. Strauch S. 35 f. und 50) findet sich folgende Darstellung:


Dô gie der gar getriuwe man

hin für sîn hûsfroun stân.

er sprach: ›vil wunderreinez wîp,

wil dû behalten dînen lîp,

sô solt dû in die arc gân,

nicht lenger solt dû hie bestân.[258]

nim dîniu werdiu kint mit dir,

und ginc in die arc schier,

und dîner werden kinde wîp,

daz si behalten den lîp‹.

swaz Noê hinz der frouwen sprach,

wie güetlîch daz von ir gesehach!

si hiez si in die arc gên

und sprach: ›ez sol dheinez stên

ûzerthalp der arc guot,

daz Noê iht werd ungemuot.‹

der ein des erlachte,

der red er niht enahte.

dô daz der vater ersach,

ein wort er zornclîch zuo im sprach:

ginc, tiufel, drât dar in!

du hast nindert rehten sin.‹

dô er daz wort volgesprach,

der tiufel wider sich selber jach:

›wol mich! mir hat erloubt Noê,

daz ich in die arc gê,

die er gesegent hêt sô sêr,

daz dhein tiufel was sô her,

der in die arc moht komen.

nû hân ich williclîch vernomen,

daz er mich hiez dar în gên.

hie ûz wil ich nû niht bestên.‹

mit im er dô hin în gie.

den man er bî dem arm vie

und wîset in an sînen gemach.

den tiufel dâ nieman sach.


[Es folgt, wie der Teufel Noah's Sohn und Schwiegertochter dazu bringt, Noah's Gebot der Keuschheit zu übertreten. Noah erfährt dadurch des Teufels Anwesenheit und beschwört ihn. Dann heißt es weiter:]


Dô der tiufel gehôrt

Noê gebennigiu wort,

dô wolt der tief lisch man

Noê ertrenket hân

und sîniu kint gemeine.

doch vorht im Noê kleine.

der tiefel was sô kluoc,

daz er durch die arc ein luoc

brach, dâ er si gevienc,

daz daz wazzer dar în gienc.

Zehant dô er daz loch gebrach,

ein michel wunder dô geschach,

wan sich ein grôz krot wît

für daz selb loch leit,[259]

daz dhein wazzer dar în ran,

unz daz Noê sîn wâfen gewan.

der was dar zuo alsô kluoc,

daz er vermacht daz selb luoc.


Zu dieser Überlieferung hat Anton Herrmann, Globus 63, 337 (vgl. Schullerus, Zeitschr. d. Vereins f. Volksk. 13, 343 f.), eine interessante wogulische Variante beigebracht. Danach hat Numi-Tārem, der himmlische Vater, eine Feuerflut über die Erde gesandt, um den Geist der Finsternis Xul'-āter zu vernichten. Denn, dieser hat Tārems Frau verführt und ist im Einverständnis mit ihr. Während nun Tārem das eiserne Schiff für sein Volk verfertigt, fragt Xul'-āter dessen Frau aus, wohin ihr Gatte stets gehe. Da sie es nicht weiß, gibt Xul'-āter ihr den Rat: Tränke ihn mit dem in diesem Fasse befindlichen Wasser; er berauscht sich, dann sagt er es dir, wohin er geht. So geschieht es denn in der Tat. Darauf legt die Frau den Xul'-āter heimlich in ein Nähzeuglädchen, trägt ihn in das Schiff und rettet ihn so vor dem Feuertode. Eine zweite wogulische Sage (ebd. S. 338) erzählt, daß, als Tārem beim Beginn der Feuerflut sein Schiff besteigt, die Frau stehen bleibt. Der Alte spricht: Steig ein! Sie steht nur. Wieder spricht er: Steig ein! Sie steigt nicht ein. Zum drittenmal ruft er: Steig ein, du Teufel! Da kriecht Xul'-āter in den Bauch der Frau und gelangt in das Schiff. Am Ende der Flut springt er lebendig heraus.

Herrmann stellt die Behauptung auf, daß unter dem Einfluß des Christentums an die Stelle des Xul'-āter der Satan und an Stelle von Numi-Tārems Gattin die Frau Noahs getreten sei. Er stützt sich dabei auf den Satz: in den Urzügen der finnisch-ugrischen kosmogonischen Sagen sei das Prinzip des Dualismus unverkennbar, und diese seien daher wohl auf parsischen Ursprung zurückzuführen.

Herrmanns Behauptung läßt sich bis ins einzelne mit einiger Sicherheit beweisen. Man hat zunächst weit auszuholen und auf eine altbabylonische Tradition zurückzugreifen, wonach König Xisuthros, nachdem ihm von Bei die Flut angekündigt war, auf Befehl dieses Gottes »aller Schriften Anfang, Mitte und Ende« in der Sonnenstadt Σίσπαροι niederlegte und ein Schiff baute. Nachdem sodann die Flut vorüber war, stieg Xisuthros mit Frau und Tochter und mit dem Baumeister aus, opferte den Göttern usw. (Windischmann, Zoroastrische Studien, S. 208.)

Hieran schließt sich eine spätparsische Überlieferung, die Hamzah Ispahanensis berichtet: König Tahmurath habe eine Burg bei Ispâhân gebaut, um dorthin die kostbarsten Bücher, namentlich astrologische, zu bringen und sie vor der Flut zu retten (ebd.). Der semitische Ursprung dieses Berichtes, auf den Spiegel, eranische Altertumskunde I, 521 hinweist, liegt klar vor Augen. Er ist aber für unsere Zwecke weniger von[260] Wichtigkeit, als die Gleichsetzung Xisuthros = Tahmurath = Noah; folglich Xisuthros' Frau = Noahs Frau, von deren Existenz die Bibel nichts sagt.

Nun besteht aber in der iranischen Tradition ein eigentümlicher Gegensatz zwischen Tahmurath und Ahriman, und es gibt nicht nur die Sage, daß Tahmurath auf Ahriman die Welt durchritten habe (s.o.S. 245), sondern auch eine erweiterte Form, welche angibt, wie Ahriman sich der Gewalt seines Reiters zu entziehen suchte. Diese Erweiterung lieferte der aus Babylon entlehnten Flutsage einen neuen Zug. Die Macht des Tahmurath über den Bösen war, wie es heißt, an die Bedingung der Furchtlosigkeit geknüpft. Dies wußte Ahriman und beredete die Frau des Tahmurath unter dem Versprechen kostbarer Geschenke, ihren Gemahl auszuforschen, ob ihn bei seinem Ritte um die Welt gar nirgends die Furcht anwandle. Im Vertrauen gestand ihr Tamurath, daß es eine einzige Stelle am Alborj gebe, wo er in der Tat Furcht empfinde. [Für diese Mitteilung beschenkt Ahriman die Frau des Tahmurath mit seidenen Kleidern, denen ein böser Ursprung zugeschrieben wird, weil sie von Würmern herkommen, aber auch die Zeichen der Menstruation werden an ihr sichtbar und sind seitdem den Frauen geblieben. Ahriman aber benutzte die Mitteilung der Frau, um den Tahmurath an der bezeichneten Stelle abzuwerfen und zu verschlingen. (Yima zieht dann den Körper aus ihm hervor, oben Kap. IV.)]

Wie man sieht, ist das Wesentliche der Noahsage vorhanden. Der Teufel sieht sich einem Manne gegenüber, dem er – nicht schaden kann. Er bedient sich also der List und verleitet die Frau zum Verrat eines Geheimnisses, auf das es ihm ankommt. Die dualistische Idee des Kampfes gegen den Guten wird beide Male mit gleichen Mitteln zur Darstellung gebracht. Die Gleichung: Tahmurath und sein Weib = Noah und sein Weib erscheint somit einleuchtend. Die Gattin des Xisuthros tritt dagegen völlig zurück. Babylon gab der parsischen Sage nichts weiter als eine tote Figur, die erst durch Hinzutreten dualistischer Motive Leben erhielt.

Die Noahsage enthält indes noch zwei wichtige Züge, die in der Tahmurathsage fehlen: den Rausch infolge des Trankes, dessen Urheber der Teufel ist, und den listigen Eintritt in die Arche. Woher stammen beide, und wie kamen sie in die Sage hinein?

Zunächst ist an die weitverbreitete Volksüberlieferung zu erinnern, nach der der Teufel als Erfinder des Branntweins gilt. So heißt es im christl. Adambuch des Morgenlandes S. 92: Und der Satan lehrte den Genûn (Sohn des blinden Lamech) Bier aus Getreide bereiten, und dieser Genûn versammelte ganze Scharen in den Trinkhäusern. Aus der mündlichen Volksüberlieferung führe ich folgende Beispiele an:


a) Der Schnaps wurde vom Teufel gebraut, damit die Menschen infolge seiner Wirkung Böses tun sollten. Als der Bauch des Feuers aufstieg und den Heiligen in die Nase biß, sandte Gott Petrus aus, um zu erkunden, was dort[261] vorginge. Der Böse gab ihm zu kosten und machte ihn betrunken. Darauf sandte Gott Paulus, mit dem es der Teufel ebenso machte. Endlich stieg Georg mit der Lanze hinunter. Alle drei ergriffen nun den Teufel, warfen ihn zu Boden und schlugen ihn, daß die Borsten davonflogen. Dann löschten sie das Feuer und kehrten heim. Petrus aber hatte so nahe am Feuer gelegen, daß er sich den Rock versengt hatte, darum nannte er das Getränk »Branntwein«.


  • Literatur: Dragomanov, Mal. pred. S. 17, Nr. 46 vgl. Čubinskij I, Nr. 109 und eine ins Deutsche übersetzte Sage der Kleinrussen in Österreich-Ungarn, in der Petrus den vom Teufel erfundenen Branntwein kostet: Zeitschr. f. österr. Volksk. VII, 19.

b) Es ging der heilige Petrus mit Jesus Christus herum, und da brannten (kochten) die Teufel in einer Fabrik Schnaps. Der heilige Petrus sagt: »Herr, ich gehe mal hin, was da los ist.« Christus sagt zu ihm: »Gehe nicht hin, Petre!« – Er aber sagt zu ihm: »Ich werde dahin gehen, o Herr, um zu sehen, was da ist.« Er ging also hin, und man gab ihm eine Portion von jenem Schnaps. Er trank ihn, es schmeckte ihm, und er wurde trunken. Dann ließ er sich noch eine Portion geben. Wie er sie getrunken, ließ er sich die dritte geben. (Darum wollte er trinken, weil Christus ihm gesagt hatte, nicht zu zögern.) Da aber rissen ihm die Teufel die Mütze herunter: »Bezahle, wie du gesagt hast! Ein Glas haben wir dir gegeben, das ist umsonst, zweie mußt du bezahlen!« – Petrus hatte keinen Pfennig, und es belustigte ihn, daß er nichts zu zahlen hatte. (Und deshalb nehmen noch heute die Juden einem die Mütze herunter, wenn man nichts zu zahlen hat.) Da tritt Christus herein, Petrum abzuholen, – der älteste Teufel hatte aber den Namen »Ka«, und ihm gehörte die Fabrik. Und als Christus die Tür aufmachte, so sah ihn Ka und erschrak. Er fiel in den Kessel mit Schnaps, in welchem dieser gekocht wurde, und Ka verbrannte da. Und deshalb nennt man heute den Schnaps »Gorilka«, weil darin verbrannte (goril) der Ka, und nach ihm führten die Teufel die Fabrik weiter unter dem Namen »Goril Ka.«


  • Literatur: Zbirnyk XII, S. 71, Nr. 76.

Parallel: Etnografičnij Zbirnyk II, S. 63;

Romanov, Bělorusskij Sbornik IV, S. 11, Nr. 4.

Dobrovolskij, Smolenskij etnografičeskij Sbornik I, S. 283, Nr. 48 (vgl. 49): Nikolaus und Peter lernen vom Teufel das Branntweinbrennen.

Kolberg, Krakowskie III, S. 169–171.


c) Einst sah Gott Rauch aufsteigen und schickte den heiligen Nikolaus aus, um nachzusehen, woher das käme. Nikolaus sah nun, wie der Teufel mit einigen Juden, die er zum Verkauf des Schnapses gedungen hatte, Branntwein aus Eicheln brannte. Nikolaus kostete davon, und sie fragten ihn: »Hast du auch Geld?« Er erwiderte: »Ich ging mit Gott ohne Geld, und er schickte mich hierher, um zu schauen, was ihr da macht.« Da fragten sie: »Wann wirst du uns das Geld geben?« Er sagte: »Ich will es euch nach dem Sommer geben, wenn Fichte und Tanne ihre Nadeln fallen lassen.« Damit waren sie einverstanden und warteten, bis das Laub fiele. Nikolaus kehrte zu Gott zurück, der ihn fragte: »Was bist du so lange geblieben?« – »Ich sah, wie der Teufel mit den Juden Schnaps brannte. Ich nahm ein- Schälchen davon, aber Geld hatte ich nicht. Da habe ich ihm versprochen, zu bezahlen, wenn Tanne und Fichte ihre Nadeln fallen lassen.« Da machte Gott es so, daß Tanne und[262] Fichte ihre Nadeln immer behalten, und daher ist Nikolaus der Schuldner des Teufels und der Juden.


  • Literatur: Dobrovolskij I, 283, Nr. 49 (Var. zu Nr. 48).

d) Die Juden hatten einen Kübel mit Schmutz vollgegossen. Jesus Christus aber ging mit Petrus auf der Welt herum, und Petrus sah dies. Er sagte: »Wieviel Abwasser ist hier, und dies ist zu nichts nütze.« – Der Böse aber hörte dieses: »Gib mir dieses Schmutzwasser, ich werde daraus Branntwein machen!« – Und er stellte einen Brennofen hin und mischte noch irgend etwas zu diesem Wasser in den Ofen hinzu; als er dieses anbrannte, nannte er auch diesen Schnaps – Branntwein. Und auch heute noch nennt man ihn in den Bergen Branntwein (palénka von palitj, brennen). Und er gab den Menschen zu kosten und zu trinken, und die Leute begannen zu trinken. Es war aber einer da, der hatte gesehn, woraus es gemacht ist – ein anderer aber hatte sich betrunken und sitzt ihm nun als Betrunkener an den Fersen, um mit ihm zu plaudern. Der aber sagt: »Fliehe ihn (sc. Branntwein), du bist ein jüdischer Schmutzeimer; hättest du dich denn sonst betrunken, wenn es nicht jüdisches Schmutzwasser wäre?« Und auch heute noch, wenn sich jemand betrinkt, so sagt man: »Er ist ein jüdischer Schmutzeimer.«


  • Literatur: Etnogr. Zbirnyk XII, S. 70, Nr. 74.

e) Der Böse stob fort auf seinen großen Sumpf. Dort stellt er viele, viele Kübel auf, alle voll Branntwein. Dann kommt er zu Gott und ladet ihn zu Gast: »Komm, Gevatter, und sieh, was ich Gutes habe!«

Gott ging zum Bösen zu Gast, was erblickt er: der Sumpf ist voll Kübel! Gott geht zu einem Kübel, nimmt mit einem Fingerhut vom Branntwein und macht ein Kreuzeszeichen drauf; ebenso tut er es beim zweiten, beim dritten; so viele Kübel da waren, überall schlug er ein Kreuz drüber. Dann ging er nach Hause.

Der Böse geht auf seinem Sumpfe, doch kann er nicht zu den Kübeln; alle sind mit einem Kreuzeszeichen versehen. Da sammelte er alle Teufel zusammen – es waren ihrer wie eine schwarze Wolke – dann schrieen sie 9 Nächte, 9 Tage, weshalb Gott den Branntwein bekreuzigt habe.

Gott öffnete die Pforte des Himmels und sagt: »Schrei nicht, Gevatter! Du sollst auch deinen Vorteil haben; wer von diesem Branntwein trinkt, wie es recht und billig ist, dem soll es nicht schaden, der gehört mir; wer aber zu viel trinkt, wer in dem Branntwein verbrennt (so!), der soll dein sein.«

Der Böse ergreift in großer Wut seinen eigenen Sohn, den Gott aus der Taufe gehoben, und zerreißt ihn in 9 Stücke, die er zerstreut. Gott sammelte die Stücke seines Taufsohnes; aus diesen 9 Stücken wurden 9 Brüder. Einer dieser Brüder ist der Blitz: der neunte ist der größte, der gewaltigste; er liegt in Eisen; wird er aber befreit, so ist das Ende der Welt da.

Aber Gott gab dem Blitze den Befehl: »Du schlage, wo du den alten Bösen siehst!« Der Böse sagte: »Ich flüchte unter einen Steinhaufen.« »Ich werde dich dort erreichen!« sagte Gott. »Ich flüchte zum Menschen!« »Auch da werde ich dich finden, und die Seele des Menschen wird mein sein.« Wenn nun der Böse in ein Haus flüchtet, oder zum Menschen, so schlägt der Blitz dahin, flüchtet aber der Böse ins Meer, so kann ihm der Blitz nichts anhaben.


  • Literatur: Kallas, Märchen der Ljutziner Esten Nr. 64.

f) Es war einmal ein Bauer, der nahm seine letzte Brotrinde, die er daheim fand, und fuhr aufs Feld. Als er dort arbeitete, kam der Teufel und[263] stahl ihm die Rinde. Als der Bauer Mittag essen wollte, war das Brot verschwunden. »Wunderbar!« sagte der Bauer. »Ich habe niemand gesehen, aber meine Rinde ist verschwunden. Na, wohl ihm! Ich hoffe doch nicht Hungers zu sterben.«

Der Teufel erzählte das in der Hölle dem Teufelobersten. Dieser schickte ihn zurück und sagte: »Geh und verdien dem Bauern seine Brotrinde.« Der Teufel verwandelte sich in einen biederen Menschen und kam zum Bauer als Arbeiter. Während eines heißen Sommers besäte er ihm den trocknen Sumpf. Bei den andern Bauern war alles von der Sonne verbrannt, jener aber hatte eine vorzügliche Ernte. Während eines regnerischen und feuchten Sommers besäte er die Bergabhänge. Bei den andern faulte das Getreide, aber bei jenem war wieder eine volle Ernte. Wohin sollte man nun das Getreide tun? Da lehrte der Teufel den Bauer das Kornbrennen, und von ihm lernten es andere. Und so verbreitete sich das Teufelszeug über die ganze Welt.


  • Literatur: Weißrussisch. Afanasiev, poet. vozzrěn. I, 380 = Erlenwein 33; auch Afanasiev, Legendy S. 182. Russische Revue XIII, 142.

g) Als Gott das erste Mal mit eigener Hand das Getreide säte, war es sehr schön: die Körner wie Saubohnen, die Ähren wie Erbsenschoten, von unten bis oben, und es trieb hohe, dicke Halme, dem Rohre ähnlich. Aber seitdem es dem Teufel einfiel, aus dem Getreide Schnaps zu brennen, wächst nicht der zehnte Teil davon.


  • Literatur: Federowski, Lud biał. I, 547. Vgl. Strauß, Die Bulgaren S. 90 = Kálmány, Világunk 15: Früher fluchten die Menschen nicht; nur als dem Landmann so viel Korn gedieh, daß er es nicht verkaufen konnte, da lehrte der Teufel die Menschen den Schnaps bereiten; da entstand Streit unter ihnen.

h) Der Teufel wird dreimal vom hl. Sabbas geprellt. Zuletzt, als der Heilige aus reifen Trauben Wein bereitet und dem Teufel den dicken Trester überlassen hat, braut dieser Branntwein und läßt den hl. Sabbas kosten.


  • Literatur: Krauß, Sagen und Märchen der Südslawen II, 414.

Dieses Motiv von der Erfindung des Branntweins ist von großer Beliebtheit gewesen, so daß es z.B. in die Sage vom Sündenfall eingedrungen ist.


a) Im Süden Rußlands heißt es, daß der Teufel den ersten Branntwein aus Lolch (Ackerrade) brannte. Indem er Eva zu trinken gab, gab er ihr den verbotnen Apfel als Zukost.


  • Literatur: Afanasiev, Poet. vozzrěn. I, 380.

b) Sage der Wotjaken.


Inmar [der gute Gott] erschuf den ersten Menschen aus rotem Lehm und setzte ihn ins Paradies, von dessen Früchten er sich nährte. Danach sandte er einmal [seinen Bruder] Keremet aus, um alles Erschaffene zu prüfen, ob es gut wäre. Keremet fand alles gut, nur der Mensch sei aus Langeweile verdrießlich. Inmar befahl nun Keremet, ihm Kumys (berauschendes Getränk aus Stutenmilch) zu bereiten, das ihm das Unbehagen vertreibe. Aber dem Menschen half es nicht. Als Keremet das dem Inmar berichtete, glaubte dieser ihm nicht und befragte selber den Menschen, was ihm fehle. Jener antwortete: Das Weib. Gott erfüllte sein Verlangen und schuf das Weib, verbot aber dem Menschen, innerhalb eines Jahres den Kumys zu trinken, da Keremet ihn verunreinigt hatte. Keremet trotzte dem Bruder, indem er Unfrieden auf der Erde stiftete und die Menschen zur Sünde verführte. Er verleitete das Weib, Inmars Verbot[264] zu übertreten. In ihrer Neugierde kostete sie den Trank und brachte ihn ihrem Manne dar. Beide wurden aus dem Paradies vertrieben. Seitdem sind die Menschen nicht nur sündhaft, sondern auch sterblich, weil Keremet zum Kumys auch den Tod gefügt hatte.


  • Literatur: Veselovskij S. 13 = Bechterev, Votjaki (in Věstnik Evropy 1880, Sept., S. 150 fg.), Ostrovskij, Votjaki Kazanskoi Gubernii (Trudy Obščestva jestestvoispytatelej pri Imp. Kazanskom Univers. IV, Nr. 1, S. 35).

c) Sage der Mordvinen.


Tscham-Pas schickt den Menschen seinen Sohn Nischki-Pas als Herrscher, und es ist so lange eine glückliche Zeit, bis Šajtan einem Greise ein bis dahin unbekanntes Kraut gab und ihn heimlich es pflanzen lehrte, so daß Nischki-Pas es nicht merkte. Aus diesem Kraute wuchs der Hopfen. Und wieder erschien Šajtan und lehrte den Alten Met und Bier brauen und aus Korn Branntwein brennen. Davon entstand Trunksucht und Zwietracht. Nischki-Pas wurde verjagt und auf An stiften Šajtans erschlagen. Aber er stand auf und fuhr gen Himmel, indem er den Mördern sagte: Ihr habt nicht im Guten mit mir leben wollen, so wird es denn ohne mich schlimmer sein. Von nun an gab es siebenfache Winterskälte, und die Erde brauchte mehr Arbeit, ohne doch reichlicheren Ertrag zu geben. Zeitweilig wuchs das Getreide überhaupt nicht, Vieh gab es nur wenig. Auch setzte Tscham-Pas zur Aufrechterhaltung der Ordnung Fürsten ein, die das Volk bedrückten.


  • Literatur: Veselovskij S. 11, welcher verweist auf ähnliche Sagen der Wotjaken von Kyldysin und Pervuchin, Eskisy predanij i byta inorodcev glasovskago gnjesda I, Drewnjaja religija po jeja sljedam w sovremennych predanijach. Wjatka 1888 S. 7 f.

In den beiden letzten Erzählungen ist bemerkenswert, daß der Trank, ebenso wie in der Noahsage, als Mittel zum bösen Zweck dient. Einmal gelingt es dem Teufel, mit Hilfe des Weibes den Mann zu verführen, das andere Mal verführt er den Mann selbst. Jener Greis, der den Hopfen pflanzt, entspricht dem Noah, der dem Getränk des Teufels zum Opfer fällt. Wir haben somit zwei Beispiele, in denen das gleiche Motiv in anderem Zusammenhange, jedoch ähnlich verwendet wurde, wie in der Noahsage.

Daß es sich gerade mit dieser verband, hat seinen guten Grund. Lag es doch nahe, die biblische Geschichte von dem trunknen Weinpflanzer in eine Geschichte von dem durch Branntwein betörten Ehemann umzuwandeln. Zu der allgemeinen Ähnlichkeit kam überdies noch der besondere Umstand hinzu, daß die Figur des Teufels auch in jener Trunkenheitsgeschichte (s. Kap. 15) eine Rolle spielte, ja eine Hauptrolle, die ihr erst den gehörigen Reiz verlieh. Um so dringender also bot sich die Idee an, die gleiche Figur auch in der Sündflutsage zu verwerten.9[265]

Das zweite Motiv, das in der iranischen Tahmurathsage nicht vorkam, war das des listigen Eintritts in die Arche. Es bildet bei Methodius und den von ihm abhängigen oder ihm nahestehenden Volkssagen ein hauptsächliches Moment, und es ist wohl der Untersuchung wert, woher es stamme. Vorläufig vermag ich nur so viel zu sagen, daß sich etwas Ähnliches in der moslemischen Tradition findet. Dort heißt es:10


Als die Arche ausgezimmert war, hieß Noah die Tiere eingehen auf Gottes Befehl, je Paar und Paar. Der Esel weigerte sich, über die Schwelle der Arche zu treten, denn Iblis hatte sich unter seinem Schweif versteckt.11 Noah, der Weigerung zürnend, rief voll Erbitterung: Herein, Verfluchter! und der Esel sprang in die Arche. Als Noah den Satan in der Arche sah, fragte er ihn mit Verwundern: Wie kommst denn du herein? – Auf deinen Ruf und Befehl, .... unter Gottes Geschöpfen ist keines verflucht als ich.


Wie man sieht, ist das Wesentliche, daß nämlich der Teufel durch den ärgerlichen Ausruf Noahs in die Arche gelangt, auch hier vorhanden. Noahs Weib freilich fehlt. Aber sie hat, wie bei Methodius, so auch im Islam, als minderwertige Person gegolten. Dafür dient eine Stelle des Korans zum unzweideutigen Beweis. In Sure 66, 10 wird Loths Frau neben der Frau Noahs erwähnt, indem von beiden gesagt wird, daß sie ungläubig waren, ihren Männern gegenüber aber Frömmigkeit heuchelten, weshalb beide zum Höllenfeuer verdammt wurden. Bekanntlich hat Mohammed vieles – und namentlich Legendarisches – dem Judentum entlehnt. Man darf also wohl annehmen, daß Methodius eine parsisch-jüdische Volksanschauung wiedergibt,12 die Mohammed seinerseits aufgegriffen hat. Bei Methodius ist diese Anschauung in eine Geschichte gekleidet, in der Noahs Weib handelnd auftritt; bei den Arabern kann ich dieselbe Geschichte nicht nachweisen, wohl aber hat es ähnliche gegeben[266] wie die,13 daß Satan Abrahams Weib versuchte, als dieser ausgegangen war, Isaak zu opfern. Auch ist bekannt, daß jüdische und moslemische Legenden von der Versuchung Evas durch den Teufel mit mancherlei Ausschmückung berichten. Warum sollte es also die Sage von Noahs Weib bei den Arabern nicht gegeben haben?

Fest steht indes nur so viel, daß sich im Islam die Überlieferung vom Esel fortpflanzte. So wurde sie in Kleinasien als lebendige Volkssage aufgefunden.14 Ein entstellter Rest des Alten, Echten liegt in folgender arabischer Sage vor, die von Achmed el Galyoubi zitiert wird15: Als Noah die Tiere in die Arche lassen wollte, weigerte sich die Ziege, da sie von kapriziösem Charakter war. Der Patriarch rief Gabriel zu Hilfe, der die Ziege beim Schwanze packte und sie mit Gewalt hineinzog. Er faßte sie so energisch an, daß der Schwanz verrenkt wurde und nach oben gewendet bleiben wird bis zum Tage des jüngsten Gerichts. Hier hat sich ein Sagenmotiv, das über die ganze Welt verbreitet ist, die Erklärung der Kurzschwänzigkeit, in die ursprüngliche Sage eingeschoben und die Vertauschung des Esels mit der Ziege veranlaßt.16 – Auch ein vlämischer Schwank hängt wohl mit der alten Sage zusammen. Bei Mont und Cock (Vlaamsche Vertelsels 1898, S. 434) findet sich eine launige Erklärung, »waarom Ezelsdreck driekantig is«. Es dauerte herzlich lange, bis alle Tiere in der Arche waren. Der Esel erschien erst, als Noah und die Seinen bereits des Wartens müde waren. Schon begann es zu regnen und zu wettern, und dennoch ließ Langohr sich Zeit. Da verlor Noah schließlich die Geduld und gab dem trägen Tier einen raschen Stoß ins Hinterteil, daß es sein Lebenlang die Spuren davon behielt. Denn die Folge war, daß der Eselsdreck seitdem dreikantig geformt ist.

Fußnoten

1 Vgl. Zeitschr. des Vereins f. Volksk. 1906, 369–96. Zu jenem Aufsatz sind hier noch mehrere Ergänzungen und Berichtigungen hinzugefügt worden.


2 Über deren kirchliches Ansehen vgl. Ivan Franko, Apokrifi I, S. XV.


3 A. Pypin, Ložnyja i otrečennyja knigi russkoj stariny (= Kušelev-Bezborodko, Pamjatniki starinnoj russkoj literatury III. Petersburg 1862) S. 9 f. Ivan Franko, Apokrifi starozavitni 1, 68–71. Tichonravov, Pamjatniki otrečennoj russkoj literatury 2, 213 ff. Afanasiev, Narodnyja russkija legendy, London 1859, S. 50, Nr. 14. Etnografičeskij Zbirnyk 3, 5–7 und 12, Nr. 33 (beide kleinrussisch). Dobrovolskij, Smolenskij etnografičeskij Sbornik 1 (= Zapiski imp. russk. geograf. obščestva 20), S. 237, Nr. 18. Erben, Vybrané bajky a pověsti narodní S. 6.


4 A. Pypin, Ložnyja i otrečennyja knigi russkoj stariny (= Kušelev-Bezborodko, Pamjatniki starinnoj russkoj literatury III. Petersburg 1862) S. 9 f. Ivan Franko, Apokrifi starozavitni 1, 68–71. Tichonravov, Pamjatniki otrečennoj russkoj literatury 2, 213 ff. Afanasiev, Narodnyja russkija legendy, London 1859, S. 50, Nr. 14. Etnografičeskij Zbirnyk 3, 5–7 und 12, Nr. 33 (beide kleinrussisch). Dobrovolskij, Smolenskij etnografičeskij Sbornik 1 (= Zapiski imp. russk. geograf. obščestva 20), S. 237, Nr. 18. Erben, Vybrané bajky a pověsti narodní S. 6.


5 Zbiór wiadomości do Antropologii Krajowéj wydawany staraniem komisyi antropologicznéj Akad. umiejętności w Krakowie 7, 110, Nr. 12.


6 Herrmann, Globus 63, 333 f.


7 Ebd. S. 338.


8 Patkanov, Die Irtysch-Ostjaken I, 134.


9 Daß die Sage vom trunknen Erbauer der Arche und die im 15. Kap. behandelte Sage von Noahs Weinpflanzung inhaltlich miteinander verwandt sind und jene somit von dieser sehr wohl beeinflußt werden konnte, zeigt folgende tatarische Volksüberlieferung, die das Thema der vom Teufel geschaffenen Wirkung des Weines auf den Branntwein überträgt.

Als der Teufel den Branntwein bereitete, fügte er hinzu Fuchs-, Wolfs- und Schweinsblut. Deshalb wird dem Menschen, wenn er wenig trinkt, die Stimme glatt, die Worte werden ölig, und er sieht dich an, wie ein Fuchs; wenn er mehr trinkt, wird seine Sinnesart grausam, er bekommt Wolfsnatur. Wenn er noch mehr trinkt, sieht er sich plötzlich im Dreck, wie ein Schwein. Afanasiev, Poet. vozzrěnia I, 380 Anm. 3. Vgl. Russische Revue XIII, 138 f. Wie sich im 15. Kap. zeigen wird, ist das nichts weiter, als willkürliche Vermengung der zwei Sagenstoffe.


10 Hammer, Rosenöl I, 33 (1813) = Chronique de Tabarî ed. Zotenberg 1, 110. Grünbaum, Neue Beiträge zur semitischen Sagenkunde 1893, S. 81 (aus Ibn el-Atîr).


11 Dieser Sagenzug ist bemerkenswert, weil er in der christlichen Tradition wiederkehrt. Christus (oder das Christkind) will sich vor seinen Verfolgern retten und sucht unter der Ziege Deckung. Aber sie streckt den Schwanz aufwärts. Darauf flüchtet er unter das Schaf, und dieses verbirgt ihn, indem es den Schwanz niederhängen läßt. Von der Zeit an kehrt die Ziege den Schwanz aufwärts, während der des Schafes niederhängt (oder: dickwollig ist). Papahagi, Diu literat. poporana a Aromînilor, S. 765 (rumänisch). Melusine 2, 43 (kleinasiatisch). Ἑστία 2, 394 (Naxos). Politis, Μελέται περὶ τοῦ βίου ... Παραδόσεις Nr. 191 (Siphnos). Das Verbreitungsgebiet der Sage erklärt den Zusammenhang der christlichen und arabischen Traditionen. Sporadisch findet sich die christliche Sage auch in Westirland (K.v. K[illinger], Erin 6).


12 Vgl. die Stelle im Kommentar des Nachmanides, wonach die schöne Naamah, die sogar Engel zur Sünde verleitete, Noahs Frau gewesen sei. Grünbaum, Ztschr. d. dtsch. morgenl. Gesellsch. 31, 224.


13 Grünbaum, Neue Beiträge 1893, S. 114.


14 H. Carnoy et J. Nicolaides, Traditions pop. de l'Asie min., p. 250. Noah ruft dem Esel zu: »Entreras-tu? Entre, entre donc, diable d'Enfer!« Der Teufel erfindet zum Dank für die Aufnahme das Steuer, indem er die Arche mit den Füßen lenkt. Daß in Kleinasien ein wirkliches Steuer der Arche noch vorhanden sein soll und zu sehen ist, wird weiterhin noch näher dargelegt werden. Vgl. hierzu die Bemerkung in der syrischen Schatzhöhle (Bezold S. 23): Und die Arche war verschlossen und versiegelt; und der Engel des Herrn stand oben auf dem Dache als Steuermann. (Aus dem 6. Jhdt.)


15 Revue des trad. pop. IV, 282; vgl. XV, 425.


16 Daß Esel und Ziege miteinander wechseln, kommt z.B. auch in dem Märchen vom Tischlein deck dich, Goldesel, Knüppel aus dem Sack vor: in der Variante bei Ciszewski, Krakowiacy I, Nr. 122 erscheint die Goldziege.

Quelle:
Dähnhardt, Oskar: Natursagen. Eine Samlung naturdeutender Sagen, Märchen, Fabeln und Legenden, 4 Bände, Leipzig/Berlin, 1907-1912, S. 257-267.
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