IV. Rückblick und Urteil.

[85] Nachdem die Zusammengehörigkeit ostasiatischer, afrikanischer und amerikanischer Varianten der Formen II (Verwandtenhilfe) und III (Hängen am Gegner) bereits S. 77 dargelegt ist, bleibt die Beurteilung der westasiatisch-nordafrikanisch-europäischen Gruppe übrig.

Wenn wir noch einmal auf die Urform zurückblicken, die vom Hasen und der Schildkröte handelte, so heben sich aus der Zahl der noch fraglichen Varianten alle diejenigen heraus, in denen der Hase vom Igel besiegt wird. Da erinnert doch wenigstens der Besiegte an den Entwicklungsanfang unseres Stoffes. Daß er wirklich aus der Urform stammt, ist um so weniger zweifelhaft, als der Hase – wie schon von Wilhelm Grimm (Ztschr. f. dt. Myth. 1, 383) bemerkt ist – in der sonstigen Tiersage eine untergeordnete Stelle hat und niemals übermütig erscheint. Der Übermut ist ihm lediglich durch einseitige Auffassung der äsopischen (φόσις ἀμελοῦσα angedichtet worden, und in den vielen Varianten, wo man ein anderes Tier für ihn eingesetzt hat, ist die Umwandlung sicherlich in dem richtigen Gefühle erfolgt, daß hier ein Gegner hergehöre, der mehr Grund zum Übermute, zur Verachtung des Schwachen haben könne, also starke Tiere, wie der Elefant, der Löwe, der Tiger, das Wildschwein oder schlaue wie der Fuchs, oder schnelle, die aber nicht gleich dem[85] Hasen auch unansehnlich sind, also etwa der Hirsch und das Reh oder gar Vögel.

Die Märchen mit dem Hasen und Igel finden sich in Osteuropa und Deutschland, so daß der Weg aus der äsopischen Heimat über Byzanz gegangen sein könnte. Mehr läßt sich zunächst nicht vermuten.

Andere Märchen haben zwar den Hasen aufgegeben und nur den Igel behalten, doch gerade sie sind für die Stoffgeschichte um mehrerer Einzelzüge willen von Wichtigkeit. Sie berichten nämlich den gemeinsamen Ackerbau der zwei Tiere, die Teilung des Ernteertrages, das Abzählen der Scheffel. Und eben diese drei Züge finden sich in der Geschichte vom Fuchs und Krebs (Form III) auch im Armenischen des 13. Jahrhunderts, sowie in einer neu-aramäischen Handschrift wieder. Eine lateinische Handschrift des 13. Jahrhunderts enthält zwar nur die beiden ersten Züge, dafür stimmt aber ein vierter mit einer nordafrikanischen Tradition überein: die Anrufung des Schiedsrichters. Wir haben da also eine Verwandtschaft alter schriftlicher Zeugnisse mit modernem mündlichen Bericht, die in Erstaunen setzt, um so mehr, als sie um die zwei auseinanderstrebenden Formen II und III ein einigendes Band schließt.

Nun sind aber Nordwestafrika und Malta, wo diese wertvollen Übereinstimmungen sich finden, arabisches Kulturgebiet, und ihre Volkstraditionen stehen unter starkem arabischen Einfluß. Wir kommen demnach zu der Frage, ob die Araber, die diese Geschichten nach Afrika brachten, nur deren Vermittler gewesen sind oder auch deren Erfinder.

Waren sie nur die Vermittler, so kommen wir zu der neuen Frage: wo ist diese Variante mit dem Ackerbau und dem Igel entstanden, und wie kam sie nach Europa? wie in die aramäische und die lateinische Handschrift? und wie in die armenische Fabeldichtung?

Die Antwort wird davon ausgehen dürfen, daß ein Stoff, der sowohl nach Nordafrika wie nach Osteuropa und die angrenzenden Teile Asiens gewandert ist, in einem mitten zwischen diesen Verbreitungsgebieten gelegenen Orte seine Heimat haben könne, und zwar an einem Orte, der als weithin wirkendes Kulturzentrum auf Verbreitung von Stoffen Einfluß hatte – also Byzanz. Wenn sich dort der arabische Welthandel mit dem der christlichen Welt begegnete, so war es natürliche Notwendigkeit, daß dem Araber die Volksgeschichten des Byzantiners zuflössen. Kein Wunder, daß marokkanische Araber noch heute die griechische Midasgeschichte erzählen, eine Geschichte vom flöteblasenden Knaben Aggelamusch, »dem sogar die Tiere lauschen, der das Geheimnis von den Hörnern auf des Königs Haupt entdeckt und der schwatzhaften Rohrflöte anvertraut, die es der ganzen Welt ausplaudert.« (Deutsche Rundschau 90, 131.) Diese Midasgeschichte wird in Serbien vom Kaiser »Trojan« erzählt; aus der Hollunderflöte seines[86] Barbiers dringt das Geheimnis hervor: Kaiser Trojan hat Ziegenohren. Ebenso ist sie in Mazedonien und Bulgarien bekannt (Strauß, S. 250–253). Die Balkanstaaten und Marokko – woher anders haben sie den griechischen Stoff empfangen als von Byzanz? Und eine äsopische Fabel, die gleichfalls in den Mund der Serben (Nr. 50) und Marokkaner gelangte, – wo anders wird sie bearbeitet worden sein, als in Byzanz? Ebenso natürlich erscheint die Beeinflussung des aramäischen und armenischen Schrifttums durch das gewaltige Übergewicht byzantinischer Kultur. Jene Fabel des Vartan beruht sicherlich ebenso auf griechischer Vorlage wie Olympianos' Fabel auf der des Libanius. Sehr wahrscheinlich ist es, daß jener gebildete lateinische Dichter – falls die Handschrift nicht aus Byzanz selbst stammt – auf literarischem Wege zu seiner Kenntnis gelangt ist. Auf Byzanz weist ferner noch ein anderer Grund hin, der wohl am meisten einleuchtet. Die Form III ist nicht in Nordafrika vertreten, hat nichts mit Arabern zu tun und findet sich neben der Ackerbau-Igel-Form in Europa, wie im angrenzenden Asien. Hier hat offenbar Byzanz die Form weitergegeben. Somit wird also auch anzunehmen sein, daß die Form mit dem Igel von Byzanz ausgegangen ist, nicht von den Arabern.

Schon A. Weber, Über den Zusammenhang indischer Fabeln mit griechischen (= Indische Studien III, 23), 1855, S. 39, hat auf byzantinische Einflüsse hingewiesen. »Auf Byzanz,« sagt er, »ist wohl die Fabel von dem Wettlauf des Fuchses mit dem Krebs (etwa nach Analogie des Wettlaufes von Schildkröte und Hase) zurückzuführen, die sich in den armenischen Fabeln des Vartan vorfindet, wie bei den Deutschen.« Er verweist dabei auf einen ähnlichen Fall, den bereits Grimm, Reinecke Fuchs S. CCLXVI, hervorgehoben hatte: der Wolf im Schafsfell (= Wolf in der Mönchskutte) findet sich zuerst bei Nicephorus Basilaces (im 11., 12. Jahrhundert).

Weber weist in diesem Falle auf indische Einflüsse hin, die nach Byzanz wirkten. Auch unsere Formen II und III zeigen nahe Verwandtschaft der europäischen und indischen Varianten.

Ich erinnere noch einmal an die ostasiatischen Varianten 23 und 24. Der Wettkampf bedingt, einen Fluß am schnellsten zu überschreiten. Zwei Schildkröten sitzen an je einem Flußufer, der unterliegende Gegner sucht vergebens, indem er hinüber und herüberspringt, den Sieg zu erringen; er ertrinkt schließlich. Auch sonst spielt das Wasser eine Rolle: in einer Anzahl von Varianten der Form II gehört es zur Handlung, schon in der ältesten, der siamesischen Fassung ist dies der Fall. Und nun kommt auf einmal auch in der Form III das Wasser vor. Ist es Zufall, daß Fuchs und Schnecke nach dem Flusse laufen und daß die Schnecke aufs andere Ufer geschleudert wird? Es ließe sich das ja als Steigerung des Zielrufes: »Hier bin ich!« erklären. Aber wie, wenn in Frankreich zwei Schnecken[87] an je einem Ende einer Brücke stehen und der Fuchs vergebens hinüber- und herüberläuft? Ist das nicht dasselbe wie der Kampf der zwei Schildkröten mit dem springenden Gegner? Und ist es Zufall, daß die Schnecke im Madagassischen wie im Europäischen die Rolle des Siegers gerade am Wasser spielt? Wenn ich annehme, daß hier Fäden liegen, die von Byzanz nach Indien reichen, so bestimmt mich dazu noch eine andere Erwägung.

In fast allen Varianten der Welt kommen mehrere Schildkröten vor, und in Nordafrika und Malta mehrere Igel; der Gegner wird durch deren Zuruf zur höchsten Eile angespornt und meist zu Tode gehetzt. In einer kleineren Zahl dagegen gibt es nur zwei Gegner (Schildkröten, Igel, Schnecken); der Zuruf erfolgt nur am Ende der Laufstrecke, die Erschöpfung des Tieres wird durch wiederholtes Laufen herbeigeführt. Das findet sich in Indien, Euro pa, Nordafrika. Ist die Zweizahl wieder nur zufällige Übereinstimmung? Oder ist sie nicht besser auf Wandereinfluß zurückzuführen? Welche Rolle spielt Indien? Ist diesem Lande, das für die Entwicklungsgeschichte unseres Stoffes auch sonst so wichtig war, die Entstehung jener Form mit der Zweizahl zu verdanken? Oder ist in Byzanz, das die Verbreitung der Formen II und III bewirkte, auch deren Ursprung zu suchen?

Die Geschichte der griechischen Literatur lehrt die Befruchtung Indiens durch griechische Stoffe (vgl. A. Weber, Die Griechen in Indien, Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss. zu Berlin 1890, 901–933) und umgekehrt die Einwirkung indischer Geisteserzeugnisse auf das Abendland. Inwieweit bei dieser Wechselwirkung gegeben und genommen ist, läßt sich nicht immer feststellen.

Um zu neuen Beweisgründen zu gelangen, müssen wir die Reihenfolge der Stoffwandlung untersuchen. Indem ich von dem Grundsatze ausgehe, daß die einfachere Sagenform die Vorstufe der späteren bildet, stelle ich folgende Übersicht der Veränderungsstufe auf.


I. Form: Die äsopische Urform: Hase und Schildkröte.

II. Form: Die Verwandtenhilfe.

1a. Zwei Schildkröten am Anfang, und am Ende der Laufstrecke, als Gegner der Hase: Zuruf der einen Schildkröte am Ende; Wiederholung des Laufes und Zuruf am Anfang; der Gegner erklärt sich für besiegt. [Steigerung: der Wettlauf wird so lange wiederholt, bis der Gegner tot hinfällt.]

Eine solche nicht erhaltene Fassung wird, wie ich vorläufig annehme, in griechischem oder byzantinischem Gebiete entstanden und dann nach Indien gelangt sein, von dort kam sie nach Afrika.

1b. Zwei Schildkröten und ein anderer Gegner.

1c. Zwei Igel und der Hase.[88]

1d. Zwei Igel und ein anderer Gegner.

1e. Wettkampf am Wasser: Zwei Schildkröten und ein Gegner; auch zwei Schnecken und der Fuchs.

2a. Verstärkung des Motivs durch Häufung: Mehrere Schildkröten längs der Laufstrecke verteilt, als Gegner der Hase (das Kaninchen); mehrmalige Zurufe während des Laufes führen zur Ermattung. [Steigerung: er fällt tot hin.]

2b. Statt der Schildkröten mehrere Igel; statt des Hasen ein anderer Gegner; [daß die Mehrzahl nur aus Häufung der Zweizahl entstanden ist, zeigt besonders Nr. 30, der dritte Igel ist völlig überflüssig]; auch mehrere Schnecken und Fuchs.

2c. Wettkampf am Wasser: Mehrere Schildkröten (auch mehrere Schnecken) und ein Gegner (in Ostasien auch ein Vogel).

III. Form: Das Hängen am Gegner [Fuchs und Krebs oder Fuchs und Schnecke].

1a. Zuruf des hängenden Tieres am Ziele, der Gegner erklärt sich für besiegt; Steigerung: der Wettlauf wird wiederholt, bis der Gegner tot hinfällt.

1b. Mehrmalige Zurufe während des Laufes führen zur Ermattung des Gegners. Steigerung: er fällt tot hin. Alle diese Versionen beruhen auf Einfluß von Form II. Zu dem Motiv der vielen aufgestellten Schildkröten gehört das fortwährende Zurufen notwendig hinzu; hier dagegen ist es störend, da ja die ganze Geschichte auf den Schluß: die Wendung des Läufers und den jetzt erst erfolgenden Ruf zugespitzt ist.


Wenn wir voraussetzen [1a], daß alle Märchen auf einer verlorenen Form (zwei Schildkröten und Hase) beruhen, so findet sich die Bestätigung in Afrika [1b] und Ostasien [1e], wo zwar der Hase durch andere Tiere ersetzt ist, aber eben jene zwei Schildkröten vorkommen! Diese Märchen sind nicht denkbar ohne eine vorhergegangene Form, die zwischen ihnen und der äsopischen Urform als verbindendes Mittelglied steht. Die Annahme eines solchen liegt um so näher, als die Abwechselung, die man durch zwei Schildkröten und deren List in den äsopischen Stoff brachte, sicherlich großen Reiz hatte, größeren als etwa der Versuch, des Libanius. Natürlich liegt nun die Sache nicht so, daß die äsopische Fabel zuerst in Indien in solcher Weise umgestaltet und dann nach Byzanz zurückgebracht worden sei, von wo sie schließlich nach Deutschland kam. Ein griechischer Stoff, der schon von Libanius überarbeitet wurde, ist sicherlich auf griechischem Boden umgeändert worden. Und wenn auch diese Form fehlt, so ist andererseits erweislich, daß eine zweite, in Indien vorherrschende Version[89] schon zur Zeit des Dichters Achaios, eines Zeitgenossen des Sophokles, den Griechen bekannt war, also vor der Zeit engerer Verbindungen mit Indien. Diogenes Laertius II, 133 zitiert aus dessen Satyrdrama Omphale die Verse:


Ἡλίσκετ᾽ ἄρα καὶ πρὸς ἀσϑενῶν ταχὺς

καὶ πρὸς χελώνης αἰετὸς αἰετὸς βραχεῖ χρόνῳ.


Diese Besiegung des schnellen Adlers durch die schwache Schildkröte ist nichts anderes als die Besiegung des siamesischen Vogels Khruth und der andern ostasiatischen Vögel.

Wenn aber hier gesagt werden darf, daß die indische Form ursprünglich griechisches, auf Grund äsopischer Vorlage entwickeltes Eigengut sei, so liegt der Schluß nahe, daß auch die Form mit zwei Schildkröten und dem Hasen schon in Griechenland entstanden ist.

Endlich noch ein Grund, der für die griechische Erfindung des Märchens von den zwei Igeln spricht. Es gibt nämlich noch eine zweite Fabel von der Schlauheit des Igels. K. Krohn hat (Am Urquell 3, 177 ff.) mit wundervoller Beweissicherheit den Entwicklungsgang einer uralten griechischen Fabel aufgedeckt, die nicht bei Äsop steht, sondern nur in einem dem Archilochos zugeschriebenen Sprichwort vorliegt: πολλ᾽ οἶδ αλώπηξ, ἀλλ᾽ ἐχῖνος ἓν μέγα. Die mündliche Überlieferung hat die Fabel erhalten: der Fuchs prahlt mit seinen Listen, kommt aber in der Gefahr um; der Igel hilft sich durch eine einzige List, indem er sich tot stellt. Diese Fassung ist im Osten Europas durch byzantinische Vermittlung verbreitet worden, während der Westen und Norden eine jüngere Form bevorzugte, die aus dem sogenannten Romulus stammt: während die Katze auf den Baum springt, fällt der Fuchs den Hunden zum Opfer. Ich meine nun, daß die Geschichte von der Schlauheit des Igels, der den Hasen zu Fall bringt, in Anlehnung an Äsop als Seitenstück zu jener Fabel erfunden wurde. Später hat man den Fuchs statt des Hasen hineingesetzt, und zwar aus dem Grunde, weil er auch in der vorbildlichen Fabel eine Rolle spielte. Eine Parallele zu solchem Verfahren zeigt das Märchen von Strohhalm, Kohle und Bohne, über das ich in der Zeitschr. f. Vk. 1907, S. 129 gehandelt habe. Auf eine Variante, in der Strohhalm, Kohle und Maus miteinander reisen, folgte die weitere Änderung, daß Strohhalm, Katze und Maus auftreten. Offenbar nach dem Muster anderer Märchen von Katze und Maus. Übrigens gibt es noch eine dritte Erzählung von der Schlauheit des Igels. Er ist bei der Schlange zu Gaste und weiß diese aus ihrer Behausung zu verdrängen. (Vgl. Österley zu Kirchhof, Wendunmut 7, 74.) Was die Entstehung der HI. Form anlangt, so ist sie sicherlich auch auf griechischem Boden zu denken, und zwar unter nachdrücklichem Einflüsse der Fabel vom Zaunkönig und Adler, die sowohl bei Aristoteles als auch bei Plinius erwähnt[90] wird. Das Motiv ist jedenfalls beidemal dasselbe; die Form Nr. 46 zeigt auch im einzelnen Ähnlichkeit. Wie der Zaunkönig vom Rücken des Adlers auffliegt und ruft: Ich bin König, so fliegt der Schmetterling vom Rücken des Kranichs mit dem Rufe: Hier bin ich! Und die List des Kleinen über den stolzen Vogel setzt diesen in Verwirrung.

Nach alledem darf man wohl zu folgendem Schluß kommen:

Die äsopische Fabel ist in zweifacher Umgestaltung von Griechenland nach Indien gelangt; beide Formen kamen dann durch indische Vermittlung nach dem Osten von Mittel- und Südafrika, von dort nach Westafrika und auf dem Wege des Sklavenhandels weiter nach Amerika. Durch byzantinische Vermittlung wanderten sie nach Europa und zu den Arabern, diese wieder brachten sie nach Nordwestafrika und Malta.

Quelle:
Dähnhardt-Natursagen-4, S. 85-91.
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