B. Die Königswahl der Fische.

[192] In seinen Beiträgen zur vergleichenden Sagen- und Märchenforschung S. 43 f. (oben S. 91–93) hat Dähnhardt einige nordeuropäische Sagen von Fischen zusammengestellt, die ein Wettschwimmen veranstalten. Hierbei siegt der Schlauere von den beiden Fischen, der sich an den Schwanz des schnelleren hängt und von ihm bis ans Ziel schleppen läßt, genau wie in einer Gruppe der bekannteren Wettlaufsagen der Vierfüßler der Langsame, aber Listige den einfältigen Gegner betrügt und die Wette gewinnt. Dähnhardt macht a.a.O.S. 42 mit Recht darauf aufmerksam, daß die Fabel vom Wettflug des Zaunkönigs die erwähnte Gruppe von Wettlaufsagen stark beeinflußt und weiter durch diese auch auf die nordeuropäischen Sagen vom Wettschwimmen eingewirkt hat.

Außer diesen Sagen schließen sich an die Erzählung vom Wettflug des Zaunkönigs auch die folgenden Fassungen an, die ein Wettschwimmen um die Königswürde bewahrt haben, sonst jedoch abweichend verlaufen, da sie fast ausnahmslos mit der Ätiologie des schiefen Maules der Scholle, Flunder oder Butte endigen.

Bezeichnenderweise ist das Verbreitungsgebiet dieser meist sehr kurzen, oft wortkargen kleinen Sage auf Pommern und die Küstenländer der Nordsee beschränkt. Wir haben somit keinen Anlaß, daran zu zweifeln, daß dort[192] auch das Ursprungsgebiet zu suchen ist, allerdings ohne es näher begrenzen zu können wegen der geringen Zahl der uns bekannt gewordenen Varianten.

Sagen vom schiefen Maule der Flunder und Butte haben uns schon mehrfach beschäftigt1, allein die Einkleidung war stets eine andere, nicht mehr die alte ursprüngliche des Wettschwimmens um die Herrscherwürde, wie sie in den folgenden Fassungen vorliegt.


1. Aus Deutschland.


a) Die Fische waren schon lange unzufrieden, daß keine Ordnung in ihrem Reich herrschte. Keiner kehrte sich an den andern, schwamm rechts und links, wie es ihm einfiel, fuhr zwischen denen durch, die zusammenbleiben wollten, oder sperrte ihnen den Weg, und der Stärkere gab dem Schwächeren einen Schlag mit dem Schwanz, daß er weit weg fuhr, oder er verschlang ihn ohne weiteres. »Wie schön wäre es, wenn wir einen König hätten, der Recht und Gerechtigkeit bei uns übte!« sagten sie und vereinigten sich, den zu ihrem Herrn zu wählen, der am schnellsten die Fluten durchstreichen und dem Schwachen Hilfe bringen könnte. Sie stellten sich also am Ufer in Reihe und Glied auf, und der Hecht gab mit dem Schwanz ein Zeichen, worauf sie alle zusammen aufbrachen. Wie ein Pfeil schoß der Hecht dahin und mit ihm der Hering, der Gründling, der Barsch, die Karpfe, und wie sie alle heißen. Auch die Scholle schwamm mit und hoffte das Ziel zu erreichen. Auf einmal ertönte der Ruf: »Der Häring ist vor! Der Häring ist vor!« »Wen is vor?« schrie verdrießlich die platte, mißgünstige Scholle, die weit zurückgeblieben war, »wen is vor?« »Der Häring, der Häring!« war die Antwort. »De nackte Hiering?« rief die Neidische, »de nackte Hiering?«

Seit der Zeit steht der Scholle zur Strafe das Maul schief.


  • Literatur: Grimm, Kinder- und Hausmärchen Nr. 172 = Dähnhardt, Naturgesch. Volksmärchen3 Nr. 19.

b) Die Fische wollten einen König wählen und beschlossen, der sollte es sein, der am schnellsten schwimmen könne. Die Scholle schwamm auch mit. Bald hieß es: Der Häring ist vor! »Wen is vor?« fragte ärgerlich die Scholle, die noch weit zurück war. »Der Häring« war die Antwort. »De nackte Hiring?« rief die neidische Scholle. Da stieß in dem nächsten Kirchdorf die Betglocke. Seit der Zeit steht der Scholle das Maul schief.


  • Literatur: Bartsch 1, 518 = Mecklenburg. Jahrbücher 5, 77 = Sloet, De Dieren S. 374. Vgl. Reuter, Lauschen 2, 59.

c) De Fisch kregen ok mal den Infall un wullen sick einen König wählen. Da wir gar kein Ornung, sären sei: alle schwemmen, as sei willen, und dei groten schlagen na dei lütten mit dei Schwans, dat sei wit wegfahren orer schluken de lütten gar äwer. König süll sien, dei am schnellsten schwemmen und dei Schwachen Hülp bringen künn. Dei Hękt, de giern König warden wull, stellt sei nu all in Reih un Glied und gew dat Teiken mit den Schwans un dünn güng dei Post af. As nu dei meisten all mäud würren, schrît dat mit'n Mal: »Dei Hîring is vör! Dei Hîring is vör!« – »Wen is vor?« rep dei oll platt Schull, dei ok dacht, dat sei'n gauden König afgew, »węh is vor?« »Dei Hîring, dei Hîring!« repen die annern.[193] – »Dei nâkte Hîring?« schrît dei Schull un dat Mûl stunn er dabi ganz scheif vör luter Wut un Arger, »dei nâkte Hîring?!« Sid dei Tid is dei Schull tau'r Straf dat Mûl scheif stahn bleben.


  • Literatur: Karl Schiller, Zum Thier- und Kräuterbuche des mecklenburgischen Volkes III, 21. Vgl. Mussaeus in d. Meckl. Jahrb. V, 77 und Toppen in d. Preuß. Prov. Bl. 1846 I, 447.

d) Die Fische wollen sich einen König wählen und meinen, »de verdeent wol de Kroon am iersten, de am flinksten schwemmen kann und den Lütten bistaan, wenn em de Groot wat doon will.« Der Hecht gibt das Zeichen und alles schwimmt los. »De Hiring is vor! De Hiring is vör!« reepen se ball. – »Wen is vör?« frög verdreetlich de platt Schull, de wiet torüggblëwen was: »Wen is vör?« »De Hiring, de Hiring!« was de Antwuurt. – »De naakte Hiring?« reep vull Affgunst de Schull: »De naakte Hiring?« – Sietdem steit de Schull dat Muul scheef. So bestraft sick Affgunst! (Aus Mecklenburg-Schwerin.)


  • Literatur: Firmenich, Germaniens Völkerstimmen I, 71.

e) Die Fische wollten einen König wählen und stellten deshalb ein Wettschwimmen an. Es wurde eine bestimmte Strecke abgemessen, und nun tat jeder Fisch seine Schuldigkeit. Der Hering kam zuerst an das Ziel. Nach drei Tagen kam auch die Flunder und fragte: »Wer ist König geworden?« Man antwortete ihr: »Der Hering!« Das hatte sie nicht erwartet. Voll Neid und Mißgunst sagte sie spöttisch: »He – – ring?« Dabei drehte sich das Maul auf eine Seite. Zur Strafe blieb ihr dasselbe so schief stehen. [Lustebuhr.]


  • Literatur: Blätter f. pomm. Volksk. II, 151 = V, 139 f. Nr. 6 = Asmus und Knoop, Sagen aus dem Kreise Kolberg-Köslin S. 70 f.

f) Die Fische wollten einen König haben, und alle versammelten sich, bloß die Flunder fehlte. Einige gingen hin und wollten sie rufen. Sie stand vorm Spiegel und schielte hinein und schrob den Mund, wie sie sich bei der Königswahl wollt' präsentieren. »Mach rasch,« sagten die andern, »sonst kommen wir zu spät!« »Ick mutt mi noch de witte Schört verbinde,« antwortete sie. Zur Strafe für ihre Eitelkeit blieb ihr der Mund so schief und die Augen so schielend; und so schief, wie sie vor dem Spiegel stand, schwimmt sie heute noch mit der weißen Schürze und dem grauen Mantel.


  • Literatur: Bl. f. pomm. Volksk. IX, S. 41.

g) Die Flunder und der Hecht sind einmal um die Wette geschwommen. Der Hecht ist der Flunder vorbei geschwommen, hat sich dann aber nach einer Weile umgedreht und gesagt: »Flunner, kümmst du?« Da hat die Flunder dem Hecht ein schiefes Maul gemacht, und zur Strafe ist es so stehen geblieben.


h) Dei Fisch wulla eis eina König wähla. Sei ginga tom Laß o wulla em wähla. Åwer wäl Fisch wulla em nich, wiel hei tu wenig Lür ernährt. De meesta ginga doarüm tum Hering, wiel hei de Lür von de ganze Welt erhulla müßd. Hei word uk turn König wählt. Nâm Ambrod wür uk danzt. De Knurrhâhns mâkta Musik, o de Fisch poarte sich, um tu danzen. Dei Hering ging nu nanna Flunna o fohret's up. Dünn toog de Flunna dat Mul scheif o sär: »Hm, mit süm nâkta Hering schü 'k danza?« Vo da Tiet a hewwa all Flunnra eie scheif Mul, wiel ehr dat dunn so ståhn bleef. (Mundart von Alt-Tessin, Kr. Kammin.)


i) Als die Fische einen König wählen wollten, veranstalteten sie ein Wettschwimmen. Der Kaulbarsch trug den Sieg davon und wurde sogleich zum König gewählt. Die Flunder war darüber neidisch, verzog höhnisch das Maul und sagte: »Jå, de Kulboarsch!« Zur Strafe für ihren Neid blieb ihr das Maul schief stehen.


  • Literatur: g) – i) aus Blätter f. pomm. Volksk. 5, 139 f.

[194] k) Die Vögel hatten sich einen König gewählt. Da wurden die Fische neidisch und wollten es ihnen gleich tun. Sie kamen darum überein, daß sich alle Fische in dem großen Wasser versammeln und darauf an einem Wettschwimmen beteiligen sollten. Wer am längsten das Schwimmen aushielte, der sollte König werden. Wie es ausgemacht war, so geschah es auch. Die Fische kamen im Meer zusammen und schwammen um die Wette; doch die meisten wurden nach kurzer Zeit schon müde und blieben infolgedessen zurück. Aber auch die Wenigen, welche ihre Kräfte nicht so bald verlassen hatten, mußten schließlich einem weichen, der an Ausdauer allen voranstand, nämlich dem Hering, welcher auf diese Weise König der Fische wurde. Unter den Zurückgebliebenen befand sich auch der Flunder. Der war, als die andern den Wettkampf beginnen wollten, noch schnell einmal nach Hause geschwommen, um sich von dort eine Schürze zu holen. »Denn,« sagte er, »wenn ich meine Schürze habe, werde ich um so schneller schwimmen können.« Als er jedoch mit seiner Schürze am Versammlungsplatz ankam, waren mit Ausnahme des Herings die übrigen Fische schon längst wieder zurückgekehrt. Nichtsdestoweniger gab der Flunder seine Sache durchaus nicht verloren. Er band seine Schürze um, schrie vor Freude: »Jetzt hab ich meine Schürze und werde König« und begann darauf das Wasser mit seinen Flossen zu teilen. Doch, o weh, über dem vielen Reden und der Schürze hatte er ganz das Schwimmen verlernt und fiel auf eine Seite. Aber auch das kümmerte ihn wenig, so gut oder schlecht es ging, er schwamm weiter und rief dabei mit seinem durch das schiefe Schwimmen verzerrten Maule: »Ek war Koenich! Ek war Koenich!« Seit dieser Zeit muß der Flunder immer auf einer Seite schwimmen und hat stets ein schiefes Maul.


  • Literatur: Jahn, Volkssagen aus Pommern und Rügen S. 483 = Blätter f. pomm. Volkskunde 5, 140 Nr. 8.

l) Die Fische wollten sich einst einen König wählen und veranstalteten zu diesem Zwecke ein Wettschwimmen; wer am schnellsten schwimmen könne, der sollte die Krone haben. Als alle Fische versammelt waren, sprach die Steinbutte: »Ik will irst noch hengahn un mi 'ne witte Schört vörbinn'n.« Als die Steinbutt zurückkehrte, war der Wettkampf bereits beendigt, und der Barsch sagte zu ihr: »De Hiring is König.« Da sprach die Steinbutte, indem sie den Mund schief zog: »Is de Hiring ook 'n Fisch?« Während dessen krähte gerade der Hahn, und deshalb blieb der Steinbutt der Mund schief stehn. So ist es gekommen, daß die Steinbutte wie alle andern Flundern ein schiefes Maul hat.


  • Literatur: Blätter f. pomm. Volksk. 8, 42 f. = Haas, Rügensche Sagen S. 150 f.; vgl. Gilow, De Diere S. 538.

2. Aus Holland.


Die Fische waren im Streit miteinander um festzustellen, wer unter ihnen der Schönste wäre. Um über diesen wichtigen Punkt zu beschließen, kamen sie alle in einem großen Teiche zusammen. Aber da war keine Einigung möglich: ein jeder wollte es am besten wissen, und so wurde gestritten und krakehlt – stundenlang. Endlich gelang es der Butte, als das Gekampel sie zu verdrießen begann, auch ein Wörtchen zwischen all das Geschrei und Gelärm einzuwerfen, und sie rief: »Kameraden, ich habe euch etwas zu sagen, und ihr werdet alle mit mir übereinstimmen; der Schönste unter uns ist der Hering.« Aber sie konnte das letzte Wort nicht aussprechen, ohne ihr Maul schief zu verziehen. Und, oh Wunder! sogleich blieb seit der Stunde ihr Maul so stehen.


  • Literatur: Joos, Vertelsels I, Nr. 7.

[195] 3. Vlämische Varianten.


a) Als der Herr noch auf Erden wandelte, kam er an die See und fing an mit den Eischen zu sprechen. »Welcher von euch,« sagte er, »kann am schnellsten schwimmen?« Die Butte – ein Plattfisch, der, wie man weiß, ein schwacher Schwimmer ist – konnte ihre Eifersucht auf die Gewandtheit der anderen Fische nicht verbergen. »Der Häring,« antwortete sie und verzog ihr Maul zu einem neidischen Lachen. Aber sieh! Ihr Maul blieb so stehen und ist seit der Zeit schief geblieben. Und alle ihre Nachkommen haben diesen Körperfehler weitervererbt. [Rumpelmonde und Steendorp.]


  • Literatur: Mont en Cock S. 97 f.

b) Eines Tages als die Scholle (pladijs) und der Brathering (panharing) viel Zeit hatten, wurden sie eins, um die Wette zu schwimmen. Die Scholle, die ihr ganzes Leben lang herrschsüchtig gewesen war, wollte durchaus gewinnen. Kaum standen die beiden auf dem festgesetzten Punkte bereit, so schoß die Scholle voraus und ließ den Brathering ein ganzes Ende hinter sich. Aber der kleine Hering war schlau genug um sich nicht zu ermüden, er schwamm wohl schnell, aber doch in aller Gemächlichkeit weiter, während die Scholle bald am Ende ihrer Kräf te war und ihren Vorteil rasch eingebüßt hatte. Als nun der Brathering an ihr vorbeischwamm, meinte die Scholle zu bersten vor Ärger und Neid. Sie wollte aber noch versuchen, durch eine List zu gewinnen, denn sie waren nicht mehr weit vom Ziel. Die Scholle begann daher plötzlich zu rufen: »Brathering! Brathering!« und schrie so grell und so lange, bis ihr Maul krummgezogen war, bevor sie noch ihre Schwimmtour vollendet hatte. Endlich gelangte sie aber doch bis zum Hering, der sie ruhig erwartete und herzlich auslachte. Nun hatte die Scholle ein krummes Maul, und es ist ihr allezeit so geblieben.


  • Literatur: Cornelissen en Vervliet, Vlaamsche Volksvertelsels S. 224 Nr. 64.

4. Von der Rivalität der Flunder und des Herings als Thronprätendenten weiß auch der folgende, in Schottland aufgezeichnete Vers zu berichten.


The herrin' said she wiz the king o' the sea, but the flenk turnt her moo, an' said she wis 't.


She trawd her moo, says she,

Faht (what) am I tee,

Fin (when) the herrin's the king o' the sea?


(Aus Portessie.)


  • Literatur: Folklore Journal IV, 16, vgl. Natursagen 3, 25.

5. Mit dem Motiv der Feindschaft zwischen Vögeln und Fischen, das uns bisher noch an keiner Stelle begegnet ist, beginnt die folgende Sage, läßt es jedoch alsbald fallen.2 Die schiefen Mäuler der Flunder und Butte samt der Königswahl des Herings sind die eigentlichen Motive der Erzählung.

Aus Emma Phipson, Animal lore of Shakespeare's time. p. 372:


Nashe (siehe Harleian Miscellany vol. VI, p. 170) schreibt, daß ein Falke, der auf der Überfahrt von Irland der Gefangenschaft entflohen war und nun seine gewohnte[196] Beute nicht fand, auf einen Fisch zuschoß, und in die Nähe eines Haifisches kam, der ihn mit samt seinen Glöckchen ganz verschlang. Alle Geschlechter der Vögel, die von diesem Morde eines ihrer Vornehmsten hörten, beschlossen, die Beleidigung zu rächen und vereinigten sich, um die Fische zu strafen. Als ein Vogel, der Papageitaucher den Fischen die Botschaft brachte, bereiteten sie sich auf die Gefahr vor und versammelten sich, um einen König zu wählen. Die stärkeren. Fische, z.B. der Walfisch und der Delphin, lachten verächtlich darüber, daß Gefahr im Anzüge sein solle, so kamen nur die Schwächeren bei der Wahl in Betracht. Nach langem Überlegen fiel die Wahl auf den Hering, und die ganze Versammlung rief ihm zu: »Es lebe der König!«, nur die Scholle und der Bütt taten es nicht, sondern rümpften die Nase über den neuerwählten König, und haben zur Strafe für ihr Spotten die schiefen Mäuler für immer behalten. Zur Erinnerung an diese Ehrung aber trägt der Hering seitdem eine kleine Krone auf dem Kopf. Und seitdem zieht er mit einem Heer umher und fährt nie allein aus, und wenn er mit ihm fortzieht, so sendet er seine Kundschafter und Wachen vorher aus, die oft gefangen werden und durch ihren bunten Rock entdeckt werden. Die Seeleute, die sie fangen, tun folgendes: sie schwingen sie acht- oder neunmal um den Hauptmast und befehlen ihnen, so viele last (ein last = 14400 Stück) Heringe zu bringen, wie viele Male sie geschwungen haben. Das soll ihr Lösegeld sein, und dann werfen sie sie wieder in die See.

Fußnoten

1 Natursagen 3, 24 f., 189. Vgl. auch Zeitschr. d. Ver. f. Volkskunde 16, 391 f. – Das Stehenbleiben eines schiefen Mundes in dieser Lage kommt in norwegischem Glauben vor. Es heißt hier: »macht man einen schiefen Mund und der Wind schlagt inzwischen um, so bleibt der Mund schief.« (Liebrecht, zur Volkskunde S. 337 Nr. 194.)


2 Über den Beistand, den die Fische den Vierfüßlern im Kampfe gegen die Vögel leisten, siehe unten S. 202.


Quelle:
Dähnhardt-Natursagen-4, S. 197.
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