Der Teufel mit der Kuhhaut.

[86] Einer hatte mal gewettet, wenn alle in der Kirche lachen würden, er würde nicht lachen. Dann ging der Teufel in die Kirche, hatte eine grosse Kuhhaut253 bei sich und schrieb darauf alle, die lachten. Da war die Kuhhaut bald voll und der Teufel hatte keinen Platz mehr. Denn es waren alle darauf, blos der eine nicht. Da trat er die Haut mit dem Fusse fest, fasste sie oben mit den Zähnen und zog sie lang. Da fing auch der eine an zu lachen, und weil wieder Platz war auf der Haut, schrieb der Teufel ihn auch auf, und er hatte die Wette verloren. B.

Der Mann, den der Teufel zum Lachen bringen wollte, war sofromm, dass er »durch« [über] Wasser gehen konnte. S.

253

In Schleife u.a.O. die Erzählung vom Spuck, welchen Schildwachen in einem Grabgewölbe in Halle zu bestehen hatten. Ein Posten schiesst, als der Teufel (wie er glaubt) in Rindsgestalt erscheint. Getroffen sinkt dieser zu Boden, die Rindshaut fällt ab und der Posten erkennt seinen erschossenen General, der der Schildwachen Muth erproben wollte.

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Schulenburg, Willibald von: Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte. Berlin: Nicolai, 1882, S. 86.
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