Aleuron

[293] Aleuron (Aleuron-, Proteinkörner, Klebermehl), aus einem Eiweißkörper bestehende farblose oder rot, blau, gelb etc. gefärbte, rundliche, eiförmige, auch polygonale Körner von 0,001–0,05 mm Durchmesser, finden sich beträchtlich in ölreichen Samen (Ricinus [Fig. 1–4], Umbelliferen); doch fehlen sie wohl keinem Samen.

Fig. 1–4. Zellen mit Aleuronkörnern (aus dem Endosperm von Ricinus). 1. Frisch in dickem Glyzerin. 2. In verdünntem Glyzerin. 3. In Glyzerin erwärmt. 4. Nach Behandlung mit Jodalkohol und Schwefelsäure.
Fig. 1–4. Zellen mit Aleuronkörnern (aus dem Endosperm von Ricinus). 1. Frisch in dickem Glyzerin. 2. In verdünntem Glyzerin. 3. In Glyzerin erwärmt. 4. Nach Behandlung mit Jodalkohol und Schwefelsäure.

Sie enthalten bisweilen als Einschlüsse Globoide, d.h. rundliche Gebilde (Fig. 1–3), die ein in Wasser unlösliches Magnesia- und Kalksalz in Verbindung mit Phosphorsäure und einem organischen Radikal enthalten, und Kristalloide, d.h. Proteinsubstanz von kristallähnlicher Form (Fig. 2 u. 3). Meist kommen Globoide und Kristalloide zusammen in demselben Proteinkorn vor. Einschlußfreie Proteinkörner reagieren wie Protoplasma, enthalten kein Fett und lösen sich stets in kalihaltigem Wasser unter Hinterlassung eines dünnen Häutchens. Die Proteinkörner entstehen erst bei dem Reisen des Samens und enthalten die Hauptmasse der vorhandenen Eiweißstoffe. Bei der Keimung werden sie wieder aufgelöst.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 293.
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