Alleinseligmachende Kirche

[344] Alleinseligmachende Kirche, Selbstbezeichnung der katholischen Kirche, sofern sie erklärt, daß außerhalb ihres Verbandes niemand selig werden könne. Der Satz: »Extra Ecclesiam nulla salus« (»außer der Kirche kein Heil«) ist, wenn auch nicht ganz mit diesen Worten, schon bei Cyprian (um 250) zu finden. Augustin, Leo d. Gr. und Gregor d. Gr. verfochten die Beziehung des Satzes auf den äußerlichen, organisierten Verband der katholischen Kirche und die Unterwerfung unter den römischen Bischof als den Oberhirten der Kirche. Noch jetzt gelten alle Nichtkatholiken als verdammt, und Milderungen dieser Lehre widerstreiten dem katholischen Dogma. Übrigens setzt auch die allgemeine protestantische Grundanschauung die Zugehörigkeit zu irgend welchem christlichen Kirchenverband als selbstverständlich voraus.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 344.
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