Anagramm

[471] Anagramm (griech.), die Versetzung der Buchstaben eines oder mehrerer Wörter, um dadurch ein neues Wort oder einen neuen Satz zu bilden. Entweder wird die natürliche Reihenfolge der Buchstaben bloß umgekehrt, z. B. Roma in Amor, oder man versetzt die Buchstaben beliebig, nur so, daß keiner ausgelassen wird, z. B. Lied aus Leid; Vastari, Austria. Als Erfinder des Anagramms wird Lykophron (3. Jahrh. v. Chr.) genannt. Das eigentliche Vaterland desselben ist das Morgenland, die jüdischen Kabbalisten haben es weiter verbreitet; sein goldenes Zeitalter fällt in das 16. und 17. Jahrh. Sammlungen von Anagrammen gibt es von Mautner (Rost. 1636), Stender (Braunschw. 1673) u.a. Vgl. Lal anne, Curiosités littéraires (Par. 1857); Wheatley, On anagrams etc. (Lond. 1862); Dobson, Literary frivolities (das. 1880).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 471.
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