Bestushewsche Nerventinktur

[764] Bestushewsche Nerventinktur (Tinctura ferri chlorati aetherea, Liquor anodynus martiatus, Lamottes Goldtropfen), sehr altes Eisenpräparat, zu dessen Bereitung 1 Teil Eisenchloridlösung mit 2 Teilen Äther und 7 Teilen Weingeist in einer verschlossenen weißen Flasche der Sonne ausgesetzt wird, bis die Flüssigkeit sich entfärbt hat, worauf man die Flasche unter zeitweiliger Öffnung in den Schatten stellt, bis der Inhalt wieder gelblich geworden ist. Das Eisenchlorid wird im Sonnenlicht zu Eisenchlorür reduziert, indem gleichzeitig Aldehyd und gechlorte Substitutionsprodukte des Alkohols entstehen; im Dunkeln wird wieder etwas Eisenchlorid gebildet. Sie wirkt nervenreizend und stärkend.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 764.
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