Bonnières

[208] Bonnières (spr. bonnĭǟr'), Robert de, franz. Schriftsteller, geb. 7. April 1850 in Paris, begann seine Laufbahn als Mitarbeiter des »Figaro«, »Gaulois« und »Gil Blas«, in denen er witzige, aber vorwiegend boshafte Porträte von Zeitgenossen entwarf (gesammelt als »Mémoires d'aujourd'hui«, 1883–1888, 3 Bde.). Die Vorliebe für ätzende Charakterisierung macht sich auch in seinen Romanen geltend, die wegen ihrer durchsichtigen Anspielungen auf bekannte Personen und Verhältnisse und wegen des gefälligen Tones der Darstellung viel gelesen wurden: Es sind: »Les Monach« (1885), die durch ihre Sittengemälde aus der reichen jüdischen Gesellschaft gewaltiges Aufsehen erregten; »Le baiser de Moïna« (1886), die Frucht einer Reise in Indien; »Jeanne Avril« (1887); »Le petit Margemont« (1890); die von der Akademie gekrönten »Contes à la reine« (1892) und der religionsfeindliche »Lord Hyland, histoire véritable« (1895).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 208.
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