Gardenĭa

[331] Gardenĭa L., Gattung der Rubiazeen, Sträucher, sehr selten Bäume mit krautigen oder lederartigen Blättern, end- oder seitenständigen, meist einzelnen, ansehnlichen weißen, gelben oder violetten, wohlriechenden Blüten und lederartigen oder fleischigen, kugeligen bis dünn zylindrischen Früchten. Die Drüsen der Blätter sondern nicht selten reichlich Harz ab, das Äste und junge Zweige lackiert. Etwa 60 Arten in[331] den tropischen oder subtropischen Klimaten der östlichen Erdhälfte. Die Früchte von G. grandiflora Lour., G. florida L., beide in Südostasien, und von G. radicans Thunb. in Japan (Gelbschoten, Wongshy) werden in China und Japan zum Gelbfärben benutzt. Die beiden ersten Arten werden überall in den Tropen kultiviert und sind im tropischen Amerika verwildert. Die beiden letzten Arten werden bei uns des Wohlgeruchs ihrer Blüten halber in mehreren Varietäten kultiviert. Die Blüten von G. florida dienen in China zum Parfümieren des Tees. Die Gelbschoten sind 3–4 cm lang, trocken, glänzend rotbraun, länglich eiförmig, vier- bis sechskantig; an ihrem obern Ende ist der vier- bis fünfteilige Kelch erkennbar, während sie sich unten in den Fruchtstiel verschmälern. Sie enthalten eine orangegelbe, in Wasser aufquellende Gewebemasse und zahlreiche Samen, schmecken bitter gewürzhaft und riechen safranartig, unangenehm. Der gelbe Farbstoff ist wohl mit dem des Safrans identisch. Außerdem enthalten die Gelbschoten Rubichlorsäure und zwei Gerbsäuren. Andre Arten, wie G. lucida Roxb., ein strauchartiges Bäumchen auf Luzon und in Ostindien, G. gummifera L. fil., ein Strauch in Koromandel und auf Ceylon, liefern ein dem Elemi ähnliches Harz.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 331-332.
Lizenz:
Faksimiles:
331 | 332
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika