Gegenstrom

[457] Gegenstrom, in der Physik soviel wie Extrastrom, s. Elektrische Induktion, S. 622. – In der Technik die Gegeneinanderführung zweier Körper, die sich gegenseitig beeinflussen sollen. Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten leitet man zur Kühlung durch Röhren, die in weitern Röhren stecken, durch die kaltes Wasser in entgegengesetzter Richtung strömt. Dampfkessel hat man so gebaut, daß die Strömung des Wassers im Kessel derjenigen der Feuergase entgegengesetzt ist (Gegenstromkessel). In einem Turm läßt man eine Flüssigkeit, auf die ein Gas einwirken soll, über Koksstücke etc. herabrieseln, während das Gas in dem Turm aufsteigt. Ähnlich strömt in Röstöfen erhitzte Luft dem gepulverten Röstgut und bei manchen Feuerungen dem pulverigen Brennmaterial entgegen. – In der Telegraphie ist G. ein kurzer Strom, der nach dem Aufhören des Telegraphierstroms in entgegengesetzter Richtung in das Kabel gesandt wird, um es schneller zu entladen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 457.
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