Kubēben

[761] Kubēben (Cubebae), die Früchte des Kubebenpfeffers (Piper Cubeba), sind fast kugelig, von 5 mm Durchmesser, gestielt, runzelig, graubraun oder schwärzlich, häufig aschgrau bereist. Die Fruchthaut schließt eine harte, glatte, hochgelbe Steinschale ein, in welcher der Same steckt, der aber in der unreif gesammelten Ware zu einer schwarzen Masse eingeschrumpft ist. K. riechen und schmecken durchdringend gewürzhaft kampferartig, die Fruchtwand schmeckt etwas bitter. Sie enthalten 7–16 Proz. ätherisches Öl, geruch- und geschmackloses, neutrales, kristallisierbares, in kaltem Wasser fast unlösliches Kubebin C10H10O3, das bei 125° schmilzt, nicht flüchtig ist und bei Oxydation Oxalsäure und Piperonylsäure liefert, ferner amorphes, indifferentes Harz und amorphe Kubebensäure; außerdem Gummi, fettes Öl etc. K. werden besonders aus Java nach Singapur gebracht und von dort nach Europa, Nordamerika und Ostindien ausgeführt. Sie wirken in kleiner Dose wie Pfeffer, regen den Appetit etwas an und befördern die Verdauung, stören aber beide bei länger fortgesetztem Gebrauch. Größere Dosen erregen Erbrechen, Durchfall, fieberhafte Zustände etc. Man benutzt die K., ein Extrakt und das ätherische Öl bei chronischem Nachtripper. Der Name K. stammt aus dem Hindostanischen; in der indischen Volksmedizin scheinen die K. lange gebräuchlich gewesen zu sein, die arabischen Ärzte des Mittelalters erwähnen sie als indisches Gewürz, und im 13. Jahrh. bildeten sie einen europäischen Handelsartikel. Auch in späterer Zeit kommen sie nur als Luxusgewürz vor und wurden selbst im Anfang des 19. Jahrh. nur als aromatisches stimulierendes Mittel benutzt. Englische Offiziere in Java lernten von den Eingebornen die medizinische Hauptwirkung der K. kennen, und seit 1818 machte man in Europa von ihnen Gebrauch.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 761.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika