Lykopodĭazeen

[897] Lykopodĭazeen (Bärlappgewächse), Pflanzenfamilie aus der Ordnung der isosporen Lykopodinen (s. d.), ausdauernde, immergrüne, moosähnliche Gewächse mit langgestrecktem, oft dichotom verzweigtem, kriechendem, unterseits bewurzeltem Stengel, aufrechten Ästen und kleinen, sitzenden und herablaufenden, ganzen, linealischen oder schuppenförmigen, spitzen Blättern (Abbildung A). Die nierenförmigen, durch einen Querriß sich öffnenden Sporangien (Abbildung C) befinden sich einzeln an der Basis gewöhnlicher Laubblätter (bei Lycopodium Selago) oder am Grunde schuppenartiger, verbreiterter, zu einem ährigen Fruchtstand vereinigter (Abbildung A, oben) Hochblätter. Die Sporen (D) haben tetraedrisch-kugelige Gestalt und ein gelb gefärbtes, durch netzförmige Leisten verdicktes Exosporium. Das unterirdische Prothallium stellt einen knolligen, chlorophyllosen Körper (B) dar, der in seinen ersten Entwickelungsstadien Antheridien und Archegonien trägt; der Embryo steht durch einen fußartigen Auswuchs mit dem Prothallium in Verbindung. Die Familie zählt etwas über 100 jetzt lebende Arten in zwei Gattungen, von denen Lycopodium L. die wichtigste und artenreichste ist; die Gattung Phylloglossum wird von einer einzigen, in Australien einheimischen Art gebildet. Die früher zu den L. gestellten Gattungen Psilotum und Tmesipteris bilden jetzt eine besondere Familie (s. Psilotazeen).

Bärlapp (Lycopodium). A Zweig von L. clavatum B Vorkeim von L. annotinum, C Fruchtblatt mit geöffnetem Sporangium, D Spore; stark vergrößert.
Bärlapp (Lycopodium). A Zweig von L. clavatum B Vorkeim von L. annotinum, C Fruchtblatt mit geöffnetem Sporangium, D Spore; stark vergrößert.

Fossile L., welche die Gattung Lycopodites Brongn. bilden, sind aus dem Devon und Karbon bekannt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 897.
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