Mūcor

[209] Mūcor Mich. (Kopfschimmel), Pilzgattung aus der Familie der Mukorazeen in der Ordnung der Zygomyzeten, mit ungegliedertem, verzweigtem, fadenförmigem Mycelium u. einfachen Fruchthyphen, die an ihrer Spitze ein kugelförmiges Sporangium tragen, in dem zahlreiche Sporen gebildet werden. Außerdem kommt allen Arten von M. geschlechtliche Zeugung durch Kopulation unter Bildung großer, dunkelgefärbter Zygosporen zu (vgl. Pilze). Die Arten gehören zu den gemeinsten Schimmelpilzen (s. Schimmel) auf allerlei organischen Substanzen. Am häufigsten ist M. Mucedo L., besonders auf Pferdedünger und Speiseresten. Die keimenden Sporen sowie das Mycelium von M. racemosus Fresen. treiben in gärungsfähigen Flüssigkeiten oder bei Luftabschluß, anstatt Fruchthyphen zu erzeugen, hefenähnliche Sprossungen (sogen. Kugel-, Glieder-, Mucorhefe oder Gemmen). Bei Sauerstoffmangel im Medium vermag M. ebenso wie echte Hefe vorhandenen Zucker in Kohlensäure und Alkohol zu zersetzen. M. stolonifer Ehrb. (Rhizopus nigricans Ehrb.) bildet lange Ausläufer, die an ihren Enden bei Berührung eines Substrats eigentümliche Haftorgane in Form rosettenartiger Wurzelzweige (Rhizoiden) treiben.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 209.
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