Panzerschilde

[377] Panzerschilde, Schutzvorrichtungen aus Panzerplatten für Geschütze auf Schiffen, in Küstenbefestigungen oder auch für leichte Schnellfeuerkanonen und Haubitzen im Landkrieg.

Fig. 1. Kruppsche 28 cm-Haubitze L/12 in Küstenlaffete mit Panzerschild (Schutzschirm).
Fig. 1. Kruppsche 28 cm-Haubitze L/12 in Küstenlaffete mit Panzerschild (Schutzschirm).

In neuerer Zeit sind alle auf dem Oberdeck von Schiffen aufgestellten Schnellfeuerkanonen zum Schutz ihrer Bedienung mit verschieden gestalteten Panzerschilden versehen (s. Tafel »Geschütze III u. IV«, Fig. 1). In englischen Küstenbefestigungen haben einzelne hinter Erdbrustwehren stehende ältere Geschütze P. erhalten, in denen die Scharte sich befindet. Die P. sind nach dem Sandwichsystem aus mehreren 12,5 cm dicken Panzerplatten mit Zwischenschichten aus Zementboden hergestellt.

Fig. 2. Französisches Schnellfeuerfeldgeschütz C/97 und Munitionswagen mit Panzerschilden.
Fig. 2. Französisches Schnellfeuerfeldgeschütz C/97 und Munitionswagen mit Panzerschilden.

Österreich hat P. Kruppscher Konstruktion für 30,5 cm-Küstenkanonen eingeführt, die, an einen vor dem Geschütz stehenden Vorpanzer anschließend, sich nach rückwärts derart fortsetzen, daß sie auch von oben und von den Seiten die Bedienung und die Munitionszufuhr decken, also ein Mittelding zwischen Panzerturm und Schutzschild bilden. Die bei der deutschen Schutztruppe in Afrika im Gebrauch befindlichen Maximkanonen haben ebenfalls P. Die meisten Feldartillerien werden jetzt mit Panzerschilden ausgerüstet, die in größerm Maßstab auch für Küstengeschütze (Schutzschirm) Verwendung finden; s. die Abbildungen 1–3 (S. 378 u. 379).

Fig. 3. Rumänisches Schnellfeuergeschütz und Munitionswagen mit Panzerschilden.
Fig. 3. Rumänisches Schnellfeuergeschütz und Munitionswagen mit Panzerschilden.

Auch die Munitionswagen werden künftig vielfach mit Panzerschilden versehen werden, wie dies gleichfalls in Frankreich der Fall ist. Die Verwendung von Panzerschilden für Infanterie im Feldkrieg hat sich bisher noch nicht bewährt, wohl aber finden kleine P. für je einen Mann im Festungskämpfe Verwendung.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 377.
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