Pflanzenwachs

[733] Pflanzenwachs (vegetabilisches Wachs), starres Pflanzenfett von höherm Schmelzpunkte, das nicht, wie die echten Fette, aus Glyzeriden besteht. Karnaubawachs (Cereawachs), von der brasilischen Palme Copernicia cerifera, deren Blätter es auf beiden Seiten überzieht, ist hellgrün bis bräunlich, hart, spröde, geruch- und geschmacklos, gereinigt blaß grünlichgelb, schmilzt bei 84°, löst sich in siedendem Äther und Alkohol und besteht wesentlich aus Cerotinsäureyricyläther mit etwas freier Cerotinsäure und Myricylalkohol etc.; es dient zu Kerzen, Wachsfirnissen, zum Glänzendmachen des Sohlleders etc. Palmwachs, von den Stämmen der südamerikanischen Palme Ceroxylon andicola, ist gelblichweiß, hart, spröde, schmilzt bei 102–105°, besteht aus Harz und wachsartigen Körpern und wird wie das vorige benutzt. Chinesisches Wachs (Pela), auf Fraxinus chinensis durch eine Schildlaus erzeugt, schmilzt bei 82° und besteht aus Cerotinsäureceryläther. Ein andres chinesisches Wachs, Pelatschong, wird von einer Zikade, Flata limbata, in langen, weißen Fäden durch die Körperbedeckung des Hinterleibes hindurch abgeschieden. Im Handel gehen[733] auch viele Pflanzenfette als Wachs, so namentlich das Myricawachs (Myrtle-, Myrtenwachs), das japanische Wachs etc. Über diese und andre feste Pflanzenfette, wie Vateriatalg (Pineytalg), Virolafett, chinesischer Talg, japanisches Wachs, s. Pflanzentalg.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 733-734.
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