XII.

[912] (Zu S. 599.)


Des Königlichen Hoff-Compositeurs und Capellmeisters ingleichen

Directoris Musices wie auch Cantoris der Thomas-Schule

Herrn Johann Sebastian Bach

zu Leipzig

Vorschriften und Grundsätze zum vierstimmigen

spielen des General-Bass oder Accompagnement

für

seine Scholaren in der Music.

1738.32


12.

Kurtzer Unterricht von den so genannten General Bass.


Die Signaturen so in General Bass vorkommen sind folgende Neune nehmlich: 2. 3. 4. 5 ~. 5. 6. 7. 8. 9.

Diese werden eingetheilet in Consonantien und Dissonantien. Viere davon sind Consonantien, nehmlich


3. 5. 6. 8.


Diese werden wieder eingetheilet in perfectas undimperfectas.

Consonantiae perfectae sind33: Quinta und Octava, und imperfectae sind zwo nehmlich: Tertia undSexta.

Die übrigen Fünffe sind Dissonantien, nehmlich:


2. 4. 5 ~. 7. 9.


Wenn gar keine Zahl oder Signatur über der Bass Note stehet, so greifft man den Accord welcher bestehet aus 3. 5. und 8.

[913] Man mus aber nicht im Accord zweymahl die 5 und 8 nehmen, daß sie oben zu liegen kommet sonst folgen 5ten und 8ven auf einander welches die grösten Fehler in der Musique seyn.

NB. Man gehet vice versa.

Zuweilen findet man auch eine 3. 5. und 8 über einer Note, dieses bedeutet ordinair den Accord welches auch also zu verstehen, daß 3. 5. und 8 oben genommen werde.

Nun folgen solche Signaturen darzu die tertia gegriffen wird.


12.

NB. Damit man nebengesetzte Regel nicht memoriren darff so mercke man nur folgendes. Zu allen 6 und 7. sie mögen allein oder bey andern Signaturen stehen, wird allezeit eine 3 gegriffen.

Ausgenommen zur 12., so sich in 12. resolvirt wird eine 8 gegriffen wie unten zu sehen.

Leipzig d. 13. Sept, 1736.

Zur 12. wird weiter nichts gegriffen.

Nun folgen solche Signaturen die sich allezeit inordinair Accords Griffe resolviren.


12.

NB. Damit man die Regel ebenfalls nicht memoriren darf, so mercke man folgende.

Die jenigen Accords Griffe so in der resolution fehlen, werden zur vorhergehenden Signatur gegriffen.

[914] Nun folgen solche Signaturen welche jede insonderheit müssen memorirt werden.

Zur 12. wird die 6 gegriffen.

12. wird ebenfals die 6 gegriffen.

~7 wenn vor den Fundament auch noch ein € stehet wird 3 und 5 gegriffen.

Zur 5 ~ wird auch die 6 gegriffen.

Ein € oder ? bedeutet das man die 3tia majorem und ein ~ das man die 3tiam minorem greiffen soll.

Die 43. 5 ~. 12.. 7 und 9 müssen

1) ordentlicher Weise schon im vorhergehenden Griffe liegen

2) In selbiger Stimme liegen bleiben

3) eine Stuffe unterwärts resolviret werden.


Gründlicher Unterricht des General-Basses.

Cap. 1.


Von der Etymologia.


Das Wort Bassus wird derivirt oder hergeleitet von dem Grichischen Wort βάσις, welches so viel bedeutet als der Grund oder Fundament eines Dinges. Andere führen es her von dem alten Lateinischen WortBassus welches soviel heissen soll als profundus tief. Wann nun das Wort allein genommen wird, so wird dardurch die Grund Stimme in der Music verstanden oder ein jeder Bass welcher den tieffen Thon hält, es werde gleich dieser Thon gesungen oder auf einen Violon, Fagott, Posaun. etc. gespielt.

Wann aber gesagt wird General-Bass, so verstehet man dardurch einen solchen Bass, der auf der Orgel oder auf einen Clavier mit beyden Händen zugleich gespielet wird also das alle oder die meisten Stimmen der Music, generaliter oder zugleich gespielet werden, oder insgemein in dieser einiger zusammen klingen. Er heist auch Bassus Continuus oder nach der Italiänischen Endung Basso contin[u]o, weil er continuirlich fortspielet, da mittels die andern Stimmen dann und wann pausiren; wie wohl auch heut zu tage dieser Bass zum öfftern pausiret, sonderlich in künstlich gesetzten Sachen.


Cap. 2.


Von der Definition.


Der General Bass ist das vollkommste Fundament der Music welcher mit beyden Händen gespielet wird dergestalt das die lincke Hand die vorgeschriebenen[915] Noten spielet die rechte aber Con- und Dissonantien darzu greift damit dieses eine wohlklingende Harmonie gebe zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüths und soll wie aller Music, also auch des General Basses Finis und End Uhrsache anders nicht, als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüths seyn. Wo dieses nicht in Acht genommen wird da ists keine eigentliche Music sondern ein Teuflisches Geplerr und Geleyer.


Cap. 3.


Von denen Clavibus Signatis so im General Bass vorkomen.


Allerley Arten von denen Clavibus Signatis siehet man im General Bass, als Discant. Alt. Tenor etc. Ich will die gewöhnlich und die gebräuchlichsten ordentlich hersetzen. 1) ist das französische Violin Zeichen welches auf die unterste Linie also gezeichnet wird 12. und das eingestrichene ḡ ist. 2) DeutschesViolin Zeichen wird auf die ander Linie durch obiges Zeichen also 12. angedeutet34. 3) Discant oder Cantus ist denen Sängern ein gemeines Zeichen wird also 12. auf die unterste Linie gesetzt und ist das eingestrichene /. 4) gemeiner Alt ist auf der mittleren Linie 12. und ebenfals das eingestrichene /. 5) Tenor auf der Vierten Linie 12. und ebenfals dasjenige /. 6) gemeiner Bass auf der Vierten Linie 12. [so] einen solchen Clave andeutet, und ist das ungestrichene f35. 7) Insgemein ist zu observiren das Zeichen 12. ist allenthalben wo es stehet das eingestrichene ḡ. Das Zeichen 12. ist allenthalben, wo es auch stehet, das eingestrichene /. Dies 12. 36 bedeutet allezeit das ungestrichene f.

NB. Wenn ausser diesen höhere Claves im General-Bass vorkommen, so nennt man es Bassetgen.


[916] Cap. 4.


Von den Tact oder Mensur.


Davon soll alhier nicht viel worte gemacht werden, denn es wird praesupponirt daß derjenige so den General Bass lernen will nicht allein vorhin die Noten kennen sondern auch die Intervalla entweder durch vorige Übung oder sonst durch andern Vorschmack der Music nach ihrer Distans verstehen, und den Unterschied des Tacts wissen muss. Denn niemand wird einen so gleich den Tact wissen beyzubringen. Dieses aber mus man wissen das heutiges Tages ein schlechter Tact auf zweyerley Manier gezeichnet wird als 12. die andere Art wird gebrauchet von denen Franzosen in solchen Stücken welche sollen geschwind und frisch gehen und die Teutschen thun es den Franzosen nach. Sonsten bleiben die Deutschen und Italiener meistentheils zumahl in geistlichen Kirchen Sachen bei der ersten Art, und führen einen langsamen Tact. Soll es geschwind gehen so setzet derComponist ausdrücklich darzu Allegro oder presto; soll es langsam gehen wird es mit darunter gesetz[t]en Adagio oder Lento angedeutet.


Cap. 5.


Von der Triade Harmonica.


Die Trias Harmonica hat eigentlich ihren usum in der Composition weil eben der General Bass ein Anfang ist zum componiren ja würcklich wegen zusammen Stimmung der Con und Dissonantien eine Composition extemporanea mag genennet werden welch derjenige macht so den General Bass schlägt so soll auch dieses Orts hievon meldung geschehen. Wann sich im übrigen ein Lehrbegieriger solchen wohl einbildet und ins Gedächtniß präget so darf er versichert seyn das er schon ein großes Theil der gantzen Kunst begriffen habe. Die Trias Harmonica aber ist eine zusammen verknüpfung der Tertz und Quint welche zu einer Fundament Note gesetzt werden welches durch alle Ton beydes in dur und moll kan geschehen.


12.

37


und so weiter durch alle Tone heist sonst Radix Harmonica, weil alle Harmonie aus derselben entspringt. Ferner ist diese Trias Harmonica entweder simplex oder aucta. 1.) Radix simplex ist die schlechte und eigentliche [917] so genannte Trias bestehet nur in 3 Tonen nach der Anweisung des vorigen Exempels. 2.) Radix aucta oder vermehrte Trias hat zum Gefehrten dieOctav als zusehen


12.

Cap. 6.

Etliche Regeln wie man den General Bass durchgehends mit 4 Stimmen spielen soll.


Regula 1.


Den vorgeschriebenen General Bass spielt man mit der linken Hand allein, die andern Stimmen aber sie mögen durch Zahlen angedeutet seyn oder nicht mit der rechten.


Regula 2.


Zu denen meisten Zahlen wird die Tertz mit genommen wo es nicht express darüber geschriebeneSecund oder Quart verhindert.


Regula 3.


Zwey 5ten und 2. Octaven müssen nicht auf einander folgen denn solches ist nicht nur ein vitium sondern es klingt übel. Solches zu vermeiden, ist eine alte Regel daß die Hände allezeit gegen einander gehen müßen daß wenn die linke hinauf steiget die rechte herunter geht, und wiederum wenn die rechte hinauf steigt die linke herunter geht.


Regula 4.


Der vortheil ist zwey Quinten und zwey Octaven zu vermeiden und verhüten daß man die 6te mit zu Hülfe nimmt und damit Umwechselung hält.


Regula 5.


Die Zahlen, die oben übereinander stehen werden zugleich geschlagen was aber nach einander stehet wird auch nach einander geschlagen.


Cap. 7.

Wie man schlagen soll wenn keine Zahlen über denBass geschrieben sind.


Wenn nichts über den General Bass gezeichnet stehet so greifft man nicht mehr als Consonantien nehmlich Tertia Quinta und Octava zum Exempel es stünde ein Bass auf solche Art:


12.

[918] So spielt man mit der rechten Hand die Consonantien dazu. e, g.


12.

Aber man ist nicht schuldig oder gezwungen allezeit auf einerley zu bleiben sondern man kan die unterste Stimme zur obersten oder zum Discant machen. So spielet man den vorhergehenden Bass darzu zumExempel also:


12.

Die mittelste Stimme giebt wieder eine andere Veränderung und sind doch einerley Noten.


12.

Damit man aber sehen möge wie Quinten und Octaven wenn deren zwey oder mehr auf einander folgen sich nicht zusammen schicken, sondern übel klingen, ob sie gleich perfecte Consonantien sind soll folgendes Exempel zur Nachricht dienen.


12.


[919] Cap. 8.


Regeln von denen Zahlen die sich über den Noten befinden.


Regula 1.


Das Zeichen € wenn es über einer Note stehet zeigt die tertiam majorem an auch gelten diejenige Creutze die gleich in Anfange gezeichnet stehen von dem Bass auch in dem Discant gleicher maassen. Zum Exempel wenn über dem A ein solches € stehet, muss darzu die tertia major nehmlich cis gegriffen werden, ingleichen das € in c gezeichnet ist da man sonsten his absentibus nur c nehmen muß. Und so verhält es sich mit dem ~ nehml. wo das ~ über einer Noten stehet muß die tertia minor genommen werden welches wohl zu observiren ist.


Regula 2.


Wird also alles Summatim mit € major und was mit ~ gezeichnet minor oder das erstere dur das andere moll genannt.


Regula 3.


Wenn über einer Note stehet die Zahl 6. so bedeutet es die Sext. das ist ich muß von den Fundament oder Note ob welcher sie stehet anfangen zu zehlen, und den 6ten Claven anschlagen. Zu solcher wird entweder die Tertz oder Sext verdoppelt bißweilen dieOctav darzu genommen zu mahl wenn immediate eine Note folgt und mit 12. bezeichnet ist. e.g.


12.

Regula 4.


Wo Quint und Sext nach einander kommen so soll die Quint zuvor liegen die Tertz und Octav wird alsdenn darzu genommen und die Sext nachgeschlagen ist es aber umgekehrt das die Sext vor die Quint stehet so liegt nichts sondern wird gespielt wie es geschrieben steht i.e. man nimt 8. 3. 6. die 5 nachgeschlagen man kan auch die Sext verdoppeln und nur die 3 darzu nehmen. e.g.


12.

12.

[920] Regula 5.


Wann 5 und 6 über einer Note stehet so muss die 5 zuvor liegen die 3 und 6 wird dazu geschlagen. e.g.


12.

38, 39


Regula 6.


Wenn Quart und Tertz bey einander stehen so muß die Quart allezeit liegen die Tertz wird nachgeschlagen die Quint und Octav muß mit genommen werden sie mögen darüber gezeichnet seyn oder nicht das liegen und zuvor liegen bedeutet so viel wenn ich nehmlich in der rechten Hand im Discant eine Note zumBass gegriffen habe und eben dieselbe Note bey dem nachfolgenden gezieferten Bass Clave in der rechten Hand liegen bleibt


12.

40


[921] Regula 7.


Wann Secund und Quart 12. über einer Note stehet so wird ordentlich die 6 auch darzu genommen wenn es gleich nicht darüber stehet. 12. wird allezeit frisch angeschlagen wann das Fundament liegen geblieben, 12. resolvirt sich aber 12. wenn der Bass in ein halbes Intervallum rückwärts geht, wie aus folgenden Exempel zu sehen ist


12.

41


Regula 8.


Wo die falsche Quint ( ~5) stehet muß solche allezeit erst liegen die 3 und 6. sie mögen darbey stehen oder nicht, müssen zugleich mit geschlagen werden als dieses folgende Exempel zeigt.


12.

42


Wo Cadentz Clauseln stehen als die 12. oder auch 12. so nennet man selbige Syncopationes weil sie gleichsam verbunden und verwickelt, biß weilen werden sie auch einfach 3443 gesetzt aber doch völlig gespielet wie folget


12.

[922] Wo geschwinde und geschwänzte Noten und zwar deren viel in General Bass auf einander folgen bedarf es eben nicht aller Noten sondern der eines halben oder Viertel schlags, die andern Noten werden Durchläuffer genannt, weil sie gleichsam hindurch schleichen.


12.

43


Cap. 9.


Regula 1.


Wo die Septima alleine stehet, so muß solche vorher liegen und wird die 3 und 5 oder 3 und 8 auch manchmahl die 3 verdoppelt darzu genommen.


12.

44


Regula 2.


Wo Septima und Sexta neben einander stehen so muß die Sept zuvor liegen, sodann entweder die 3. oder 8. oder die 3. verdoppelt darzu genommen und endlich die Sext sie mag dur oder moll major oderminor seyn nachgeschlagen werden.


12.

[923] 45


Regula 3.


Wo Nona und Octava neben einander stehen so muß die 9. zuvor liegen die 8. wird nachgeschlagen, und kann man die 3. und 5. zur Nona greiffen.


Regula 4.


Wann 9 und 7. 8 und 6 12. über einander stehen so muß die 7. und 9. schon liegen, die 3. mus dazu genommen werden, alsdann die 6 und 8. nachzuschlagen.


Regula 5.


Bisweilen kommen auch die Zahlen Nona und Undecima, Octav und Decima also vor 12., zu dieser wird die 5 genommen auch muß 12. liegen, 12. wird nachgeschlagen. Das übrige welches mit Worten nicht so deutlich kan ausgedrücket werden sollen die letzt angesetzten Exempel zeigen.

Damit aber alles bisher gesagte noch vollkommener in das Gedächtniß kommen möge soll solches mit Worten und Exempeln angezeiget werden, und davon soll handeln


Cap. 10.

Exemplum 1.


Wann keine Zahl über einer Note stehet so wird nichts als der bloße Accord so in 3. 5. und 8 bestehet angeschlagen, jedoch muß dabey wohl observiret werden daß allezeit wann die rechte Hand herunter gehet so muß die linke hinauf gehen und wann die linke herunter die rechte hinauf gehe. Dieses wird dermotus46 contrarius genennet auf diese weise kan man sich vor die vielen aufeinander folgenden Quinten und Octaven hüten. e.g.


12.

12.

[924] 47


Exemplum 2.


Wann die 4. über einer Note stehet so muß sie aus dem vorhergehenden griffe schon liegen, die 5 und 8 wird alsdann darzu genommen. Darnach wird die 4. in die 3 resolviret.


12.

48, 49, 50


[925] Exemplum 3.


Wann 7. 6. über einer Note stehen so muß die 7. in den vorher gehenden Griffe schon liegen und wird die 3. und 5. oder 3. und 8. auch manchmahl die 3. verdoppelt darzu genommen und die liegende 7. wird in die 6. resolviret.


12.

51, 52, 53


Exemplum 4.


Wann 9 und 8 über einer Note stehet, so muß die 954 aus den vorhergehenden Griffe schon liegen, darzu wird die 3. und 5 genommen und die 9. in 8 resolviret.


12.

12.

[926] 55


Exemplum 5.


Wann 12. oder 12. über eine Note stehet so müssen 12. oder 12. schon liegen und wird dazu die 5 genommen in die 12. oder 12. resolviret. Dann die 9 ist soviel als die 2. und die 10 so viel als die 3. Die 11 ist so viel als die 4 und die 12 so viel als die 5.


12.

56, 57


12.

[927] Exemplum 6.


Wann 12. oder 12. oder 2 oder 4. über einer Note stehet, so muß der Bass allezeit durch die vorhergehende Note liegen, und 12. wird in die rechte Hand genommen und resolviret meistens in 12. wenn der Bass einen halben oder gantzen Thon zurück steiget.


12.

58


[928] Exemplum 7.


Wann 6. und 5. neben einander über einer Note stehen so werden dieselben nach einander angeschlagen und entweder die 8 darzu genommen, oder die 3 oder 6. verdoppelt, stehen sie aber über einander so wird die 3. darzu genommen und zugleich angeschlagen.


12.

59, 60


Exemplum 8.


Wann die Note vorkommet welche die 3. zu demAccord, daraus das componirte Stück gehet formiret, so muß allezeit die 6 dazu angeschlagen werden sie mag darüber stehen oder nicht es sey denn das eine andere Cadenz aus einen andern Thone daraus erfolget. E.G.

Wann etwas aus dem C. gehet so muß die 6 allezeit über dem E stehen wann es aus dem A. gehet so muß die 6 über dem C. stehen.


12.

12.

[929] Mehrere Erleuchterung zu geben sind folgende Exempel ausgesetzet worden.


12.

61, 62


12.

[930] 63, 64, 65


12.

[931] 66, 67, 68


12.

69, 70, 71



12.


12.


12.

[934] 72, 73, 74, 75, 76, 77


12.

78



12.

[935] 79, 80, 81



12.

[936] 82



12.

[937] 83, 84, 85


12.

86, 87



12.

[938] 88



12.

[939] 89, 90


12.

91, 92, 93



12.

[940] 94, 95, 96



Grundsätze zum [941] Enquatre Spielen.

1. Die 6. Consecutive unterwärts.


12.

[942] Man kann zur ersten 6 die 6te dupliren zur andern aber die 8 nehmen und bis zu Ende Continuiren.

2. Die 6. Consecutive aufwärts.


12.

Zur ersten 6 kann man die 8 nehmen zur andern aber die 6 dupliren.

3. Die 5. 6. Consecutive.


12.

Man mus mit der rechten Hand fein hoch anfangen und per motum97 contrarium gehen bey der 6 nehme man die 8.


12.

12.

[943] Man kann die 6 dupliren oder man kan auch die 8 darzu nehmen, NB. daß die 3 allezeit oben liegt.

5. Die 7. 6. Consecutive. NB. Die Dissonantien werden niemahls duplirt.


12.

Man kann zur 7 die 5 und zur drauf folgenden 6 die 8 nehmen auch kann die 6 dupliret werden. Wenn einCasus käme das die 5 nicht könnte zur 7 gegriffen werden so kann man auch die 8 nehmen.

6. Die 7 so sich in tertiam resolvirt. Diesen Satz Enquatre zu traetiren kan man zur 7 die 5 oder die 8. nehmen.


12.

[944] 98


7. Die 7 die sich in tertiam resolvirt so daß aus der 3 die zur 7 gegriffen eine neue 7 formirt wird und socontinuirt.


12.

12.

12.

[945] Man kann zur ersten 7 die 5 oder 8 nehmen nimmt man zur ersten 7 die 5 so mus zur ander 7 die 8 genommen werden et vice versa.

8. Die 12. resolvirt in 3. Dieser Satz ist an sich selbst 4 Stimmig.


12.

Das man zur vorhergehenden 6 die 8 nehme den wenn die 6 dupliret wird so folgen allemahl zwey 5 auf einander und so auch mit den folgenden Sätzen.

9. Die 5 ~ so oft es dieser Gang zu giebet hat gemeinschaft mit den obigen.


12.

12.

[946] 10. Die 4. 3.


12.

12.

Durch Hülffe dieser 12. können auch unterschiedliche ander Signaturen gebrauchet werden (nehmlichConsecutive) und durch die Clausulas cognatas durchgeführet werden als die 4. 3.

[947] 11. Die 9 so sich in 8 resolviret kann auch schön durch die 12. continuiret werden.


12.

12.

99


12. Kann die 12. durch Hülfe der 12. continuiret werden.


12.

100


12.

[948] 101, 102


An statt der guten 5 kan man auch die 5 ~ wie oben gewiesen worden nehmen und kann man deswegen doch die 12. sowohl jede besonders als beyde zugleich anbringen.

13. Die 12. so sich in 6 resolviret.


12.

103, 104


14. Die 12. noch auf eine andere Art anzubringen.


12.

12.

[949] 105


Die gebräuchlichsten Clausulas106 finales.

12.

107, 108

Quelle:
Spitta, Philipp: Johann Sebastian Bach. Band 2, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1880., S. 912-950.
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