Nicaise, Edouard

Nicaise, Edouard
Nicaise, Edouard

[1205] Nicaise, Edouard, gelehrter Chir. in Paris, geb. 10. Mai 1838 in Port-à-Binson (la Marne), studierte in Reims, wurde daselbst 1859 im Konkurs Externe, ging dann 1860 nach Paris, wo er 1862 Interne, 1866 Doktor mit der These: »Des lésions dans les hernies«, später Hospital-Chir. und Prof. agrégé der Fakultät wurde, für welchen Zweck er die Konkurs-Thesen: »Diagnostic des maladies de la hanche« (1869) und »Des plaies et de la ligature des veines« (1872) verfasste. Er war dann noch succesive Chir. am Bureau central (1874), am Hospice des Incurables (1876), an Lourcine (1879), endlich am Hôp. Laënnec (1880), wo er bis zu seinem 31. Juli 1896 in einem Anfall von Blutsturz nach längerem Lungenleiden erfolgten Ableben thätig war. 1894 wurde er Mitglied der Acad. de méd. N. war ein sehr gelehrter und schriftstellerisch ausserordentlich rühriger Chirurg. Bis 1890 belief sich die Zahl seiner Publikationen auf weit über 200 Nummern. Am bekanntesten sind die drei prächtigen Ausg. der Chir. von Mondeville (1893), Guy de Chauliac (1890) und Pierre Franco (1895), die N. für alle Zeiten einen[1205] Platz in der med. Literaturgeschichte sichern und ihm auch die Anwartschaft auf die Prof. der med. Geschichte als Nachfolger Laboulbène's gaben. 1877 begründete er mit anderen die »Revue mensuelle de méd. et chir.«, seit 1881 war er Mitredakteur der »Revue de chir.«, zu der er viele Beiträge geliefert hat. Eine seiner letzten Publikationen war ein wertvolles Kompendium u. d. T.: »L'antisepsie dans la pratique de la chirurgie journalière« (Paris 1896).

Quelle:
Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 1205-1206.
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