VII, 16. [532.] An Agni.

[313] 1. Mit diesem Liede rufe ich

den Agni an, den Sohn der Kraft,

Den lieben weisen, der des Opfers wartet schön,

den Gott, den Boten aller Welt.

2.309 Die alles nähren, schirrt er an, die feurigen,

er eile reichbeopfert vor;[313]

Der Menschen Opfer sei an Werk und Andacht reich,

der Güter Gabe gottbeliebt.


3. Sein Licht stieg auf, des gnädigen,

mit Opfertrank begossenen,

Und seine rothen Dämpfe dringen himmelauf,

die Männer zünden Agni an.

4. Zu unserm Boten machen wir dich herrlichsten,

die Götter fahr zum Mahle her;

O Sohn der Kraft, und alles, was die Menschen nährt,

verleih uns, wenn wir dich erflehn.


5. Du, Agni, bist des Hauses Herr

und Priester bei dem Opfer uns;

O güterreicher, du ein weiser Läuterer,

o opfre, führe Gut herbei.

6. O wirkungsreicher, schaffe Schatz dem Opferer;

denn Schatzverleiher bist du ja;

Bei unserm Werk beeile jeden Priester du,

und wer als Sänger tüchtig ist.


7. Dir, Agni, schönbeopferter,

sei recht beliebt der Edlen Schar,

Die Opferherrn, die reich den Menschen Lohn verleihn,

der Kühe Heerden theilen aus.

8. In wessen Hause Ida, Butter in der Hand,

sich reich gefüllet niederlässt,

Den schütz, o starker, du vor Neid und Hexerei,

gewähr uns weit berühmten Schutz.


9. Mit holder Zunge bringst du ja,

dich recht darauf verstehend dar;

So bringe, Agni, Reichthum unsern Opferherrn

und mach die Opfergabe süss.

10. Die Rossescharen reichlich als Geschenk verleihn,

von hohen Ruhms Begier erregt,

Mit deinen Schützern schütze vor Bedrängniss die,

mit hundert Burgen, jüngster du.


11. Der Gott, der Reichthum euch ertheilt,

nimmt eure volle Schale an;

Bald giesst sie aus, bald wieder füllet ganz sie an,

dann achtet recht der Gott auf euch.

12. Zum Opferfahrer machten ihn die Götter sich,

den Priester, der das Opfer kennt;[314]

Dem, der ihm huldigt, schenkt er Schatz und Heldenkraft,

Agni dem Manne, der ihn ehrt.

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1876, [Nachdruck 1990], Teil 1, S. 313-315.
Lizenz:

Buchempfehlung

Hoffmann, E. T. A.

Fantasiestücke in Callots Manier

Fantasiestücke in Callots Manier

Als E.T.A. Hoffmann 1813 in Bamberg Arbeiten des französischen Kupferstechers Jacques Callot sieht, fühlt er sich unmittelbar hingezogen zu diesen »sonderbaren, fantastischen Blättern« und widmet ihrem Schöpfer die einleitende Hommage seiner ersten Buchveröffentlichung, mit der ihm 1814 der Durchbruch als Dichter gelingt. Enthalten sind u.a. diese Erzählungen: Ritter Gluck, Don Juan, Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza, Der Magnetiseur, Der goldne Topf, Die Abenteuer der Silvester-Nacht

282 Seiten, 13.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon