I, 130. An Indra.

[134] 1.126 O komme Indra aus der Ferne her zu uns

und unserm Führer wie zum Männerrath der Fürst,

wie in sein Reich der Herrschende;

Wir bringen Opfergaben dir,

und rufen dich beim Somasaft,

Wie Söhne ihren Vater zu dem reichen Mahl,

dich gütigsten zum reichen Mahl.

2. Den Soma, Indra, den vom Stein gepressten trink,

der aus der Kufe träufelt, wie den Born der Stier,

der Stier, der nach dem Wasser lechzt;

Zum lieben Tranke mögen dich,

zum kräftigsten Genusse her

Die Füchse fahren, wie die Sonne heller Tag,

wie aller Tage heller Schein.

3. Er fand den Schatz des Himmels, der verborgen lag,

umhüllt im Felsen, gleich wie eines Vogels Ei,

im unbegrenzten Felsgeklüft;

Verlangend, blitzbewehrt erschloss

Indra, der beste Angiras,

Wie einen Kuhstall den verschlossnen Labetrunk,

die Thüren, den verschlossnen Trunk.

4.127 In beiden Armen Indra haltend seinen Blitz

macht' er ihn wie ein Messer sich zum schleudern scharf,[134]

zur Drachentödtung schärft' er ihn;

Mit Kraft bekleidet und mit Macht,

o Indra, und mit Herrlichkeit

Zerhaust du Wolken, wie den Baum der Zimmermann,

zerhaust sie wie mit scharfem Beil.

5. Die Ströme liessest du mit Lust, o Indra, frei,

dass sie zum Meere niederrinnen Wagen gleich,

wie Wagen zu des Rennens Preis;

Da legten sie sich Eile an

zu ewig gleichem Ziele hin;

Wie Kühe strömend alles Gut dem Menschenvolk,

den Männern strömend alles Gut.

6. Die Menschen haben Gut begehrend dir dies Lied

gemacht, so wie der weise Künstler Wagen baut,

zur Güte dich bereit gemacht,

O weiser, wie ein edles Ross

beim Wagenrennen, schmückend dich;

Wie einen Renner, dass er kräftig Preis erlangt,

dass alle Preise er erlangt.

7. Dem Puru brachest, Indra, neunzig Burgen du,

dem Divodasa, der dir eifrig huldigte,

mit Blitz, o Held, dem Huldiger;

Für Atithigva stürzte er

mit Kraft vom Berg den Çambara;

Mit Macht vertheilend allen Schatz des Ungethüms,

mit Macht vertheilend seinen Schatz.

8. In Schlachten half dem Arier, der Opfer bringt,

in allen Kämpfen Indra, schützend hundertfach,

in Kämpfen um des Himmels Gut;

Gottlose strafend gab er hin

die schwarze Haut dem Manustamm;

Wie Feuer brennt er jeden gierigen hinweg,

den Schädiger brennt er hinweg.

9.128 Geboren kaum trieb kräftig er der Sonne Rad,

bei Tages Anbruch nimmt er flammend sich das Lied,

er reisst es an sich mit Gewalt;

Als willig du von Ferne her

zu Hülfe eiltest, weiser du,

Erringend wie durch Menschen alles Herrliche,

erringend allen Tagesglanz.

(10. Durch neuen Spruch bewogen schütz uns, mächt'ger,

mit starken Hütern du, o Burgzerstörer,

Gepriesen, Indra, von den Divodasa's

bist du erquickt durch Strahlen wie der Himmel.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1877, [Nachdruck 1990], Teil 2, S. 134-135.
Lizenz:

Buchempfehlung

Aristophanes

Lysistrate. (Lysistrata)

Lysistrate. (Lysistrata)

Nach zwanzig Jahren Krieg mit Sparta treten die Athenerinnen unter Frührung Lysistrates in den sexuellen Generalstreik, um ihre kriegswütigen Männer endlich zur Räson bringen. Als Lampito die Damen von Sparta zu ebensolcher Verweigerung bringen kann, geht der Plan schließlich auf.

58 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Frühromantik

Große Erzählungen der Frühromantik

1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.

396 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon