Das erste Buch besteht aus vierzehn Sammlungen. Jede dieser einzelnen Sammlungen trägt für sich betrachtet den Charakter, wie er sich in jedem einzelnen der Bücher 2-7, zum Theil auch im achten Buch ausprägt, d.h. jede Sammlung enthält die Lieder eines Sängers oder einer Sängerfamilie. Auch sind die Lieder jeder Sammlung mit wenigen Ausnahmen nach dem in den Büchern 2-7 herrschenden Princip in Gruppen getrennt, d.h. es beginnen in der Regel die Lieder an Agni, dann folgen die an Indra, dann in einer oder mehrern Gruppen die an andere Götter. Und in jeder Gruppe sind, abgesehen von den später angefügten Liedern, fast überall die einzelnen Lieder nach absteigender Verszahl geordnet. Auch hier gibt diese Anordnung wichtige Fingerzeige für die Kritik und besonders für die Bestimmung des Alters der Lieder. Schon aus dem hier Gesagten geht hervor, dass die Zusammenstellung dieser einzelnen Sammlungen durch dieselbe Schule bewirkt sein wird, welcher wir die Zusammenstellung der einzelnen Bücher 2-7 verdanken. Hingegen muss die Zusammenstellung der Sammlungen zu einem Buche und die Einschiebung der oft sehr späten Lieder zwischen den einzelnen Sammlungen einer viel spätem Zeit angehören. Wichtig ist die sehr alte Eintheilung in Lectionen (anuvāka.) Die Lieder jeder Sammlung bilden nämlich eine oder mehrere solcher Lectionen; aber nicht leicht kommt es vor, und in diesem Buche nie, dass die Lieder einer Lection zu verschiedenen Sammlungen gehören. So enthält die erste Sammlung drei Lectionen, die zweite zwei, die dritte bis achte Sammlung je eine Lection, die neunte drei, die zehnte bis vierzehnte Sammlung je zwei Lectionen. Auch in den übrigen Büchern ist die Eintheilung in Lectionen meistens eine sachgemässe. Alle übrigen Eintheilungen des Rig-Veda, ausser der in Bücher und Lectionen, sind blos äusserlicher Art um beim Erlernen in den Schulen möglichst gleiche Pensa zu erhalten. Sie sind also im übrigen ganz bedeutungslos.[1]
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Die 1897 entstandene Komödie ließ Arthur Schnitzler 1900 in einer auf 200 Exemplare begrenzten Privatauflage drucken, das öffentliche Erscheinen hielt er für vorläufig ausgeschlossen. Und in der Tat verursachte die Uraufführung, die 1920 auf Drängen von Max Reinhardt im Berliner Kleinen Schauspielhaus stattfand, den größten Theaterskandal des 20. Jahrhunderts. Es kam zu öffentlichen Krawallen und zum Prozess gegen die Schauspieler. Schnitzler untersagte weitere Aufführungen und erst nach dem Tode seines Sohnes und Erben Heinrich kam das Stück 1982 wieder auf die Bühne. Der Reigen besteht aus zehn aneinander gereihten Dialogen zwischen einer Frau und einem Mann, die jeweils mit ihrer sexuellen Vereinigung schließen. Für den nächsten Dialog wird ein Partner ausgetauscht indem die verbleibende Figur der neuen die Hand reicht. So entsteht ein Reigen durch die gesamte Gesellschaft, der sich schließt als die letzte Figur mit der ersten in Kontakt tritt.
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Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.
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