Fünftes Capitel.

Fehler der Generalisation.

[375] §. 1. Die Classe von Fehlschlüssen, von welcher wir nun sprechen wollen, ist die ausgedehnteste von allen; sie umfasst eine grössere Anzahl von ungegründeten Folgerungen als alle anderen Classen, und dieselben sind auch schwieriger auf Unterclassen oder Species zu reduciren. Wenn die in den vorhergehenden Theilen dieses Werkes aufgestellten Principien einer wohlbegründeten Generalisation die richtigen sind, so könnten alle Generalisationen, die mit diesen Principien nicht übereinstimmen, in einem gewissen Sinne zu der obigen Classe gezählt werden; wenn jedoch die Regeln bekannt sind und beachtet werden, aber zufällig ein Fehler in ihrer Anwendung gemacht wird, so ist dies ein Versehen und nicht ein Fehlschluss. Ein Irrthum der Generalisation kann nur in dem Princip begangen werden, es muss eine irrige Vorstellung von dem inductiven Verfahren darin liegen; die richtige Weise, aus Beobachtung und Experiment Schlüsse zu ziehen, muss gänzlich missverstanden sein.

Ohne den vergeblichen Versuch machen zu wollen, alle Irrthümer, die in Betreff dieses Gegenstandes stattfinden können, zu classificiren, wollen wir uns darauf beschränken, einige von den wichtigsten und nöthigsten Cautelen dagegen anzugeben.

§. 2. Es giebt gewisse Arten von Generalisationen, welche grundlos sein müssen, wenn die von uns aufgestellten Principien richtig sind; die Erfahrung kann die nöthigen Bedingungen nicht liefern, um sie durch eine genaue Induction festzustellen. Hierher gehören alle jene Schlüsse aus der Ordnung der Natur, wie sie auf der Erde oder im Planetensystem existirt, auf die Ordnung,[375] wie sie in den entfernteren Theilen des Weltalls existiren mag; in Regionen, wo, soviel wir wissen, die Phänomene ganz verschieden sein und nach ganz anderen Gesetzen, oder vielleicht nach gar keinen festen Gesetzen aufeinander folgen können. Von der Art sind auch alle Negationen, alle Urtheile, welche eine Unmöglichkeit behaupten. Wie gleichförmig die Natur die Thatsache bisher bezeugt haben mag, so beweist die Nichtexistenz eines Phänomens höchstens, dass eine seiner Erzeugung adäquate Ursache sich noch nicht kundgegeben hat. Dass aber solche Ursachen in der Natur nicht existiren, kann nur gefolgert werden, wenn wir BÖ absurd sind vorauszusetzen, wir seien mit allen Kräften in der Natur bekannt. Die Voraussetzung würde mindestens voreilig sein, da unsere Kenntniss einiger dieser Kräfte noch sehr jung ist. Wie sehr aber auch unsere Kenntniss der Natur noch ausgedehnt werden mag, so ist doch nicht leicht einzusehen, wie sie jemals vollständig werden könne, oder wie wir je die Gewissheit haben könnten, dass sie es ist.

Die einzigen Naturgesetze, die uns bei dem Behaupten einer Unmöglichkeit eine Garantie bieten, sind, erstens, die Gesetze der Zahlen und der Ausdehnung, welche über dem Gesetze der Succession der Phänomene stehen und der Wirkung entgegenwirkender Ursachen nicht ausgesetzt sind, und zweitens, das allgemeine Causalgesetz selbst. Dass keine Veränderung in einer Wirkung oder in einem Consequens Statt finden wird, wenn das Antecedens dasselbe bleibt, kann mit aller Sicherheit behauptet werden. Dass aber durch das Hinzutreten eines neuen Antecedens das gewohnte Consequens nicht gänzlich geändert oder umgekehrt werden könnte, oder dass Antecedentien, welche dies bewirken können, nicht in der Natur existiren, hierüber positive Schlüsse zu ziehen sind wir in keinem Falle berechtigt.

§. 3. Es muss zunächst bemerkt werden, dass alle Generalisationen, welche, wie die Theorien von Thales, Demokrit und anderen der frühesten griechischen Philosophen, versuchen, alle Dinge in ein einziges Element aufzulösen, oder die, wie manche neuere Theorien, radical verschiedene Phänomene in dasselbe Phänomen aufzulösen suchen, nothwendig falsch sind. Unter radical verschiedenen Phänomenen verstehe ich Eindrücke auf unsere[376] Sinne, die der Qualität nach und nicht bloss dem Grade nach verschieden sind. Was über diesen Gegenstand zu sagen nöthig war, wurde in dem Capitel über die Grenzen der Erklärung der Naturgesetze gesagt; da aber der Irrthum noch in unseren Tagen ein ganz gewöhnlicher ist, so wollen wir ihn hier etwas genauer betrachten.

Wenn wir sagen, die Kraft, welche die Planeten in ihren Bahnen hält, löse sich in die Schwerkraft auf, oder die Kraft, welche die Verbindung der chemischen Substanzen bewirkt, löse sich in die Elektricität auf, so behaupten wir Etwas, was ein legitimes Resultat der Induction in dem einen Falle ist, und in dem sein könnte oder vielleicht zuletzt sein wird. In beiden Fällen wird Bewegung in Bewegung aufgelöst. Die Behauptung ist die, dass ein Fall von Bewegung, von der man annahm, sie sei eine specielle und folge ihrem eigenen Gesetze, sich nach dem allgemeinen Gesetze richtet, das andere Classen von Bewegungen beherrscht. Aber durch diese und ähnliche Generalisationen sind Versuche unterstützt und in Gang gebracht worden, nicht um Bewegung in Bewegung aufzulösen, sondern Bewegung in Wärme, Licht in Bewegung, sogar Empfindung in Bewegung; um Zustände des Bewusstseins in Zustände des Nervensystems (wie in den roheren Formen der materialistischen Philosophie), Erscheinungen des Lebens in mechanische oder chemische Processe (wie manche physiologische Schulen thaten) aufzulösen.

Ich bin nun aber weit davon entfernt zu behaupten, dass es nicht zu beweisen, oder dass, wenn bewiesen, es nicht eine wichtige Erweiterung unseres Wissens wäre, dass gewisse Bewegungen der Moleküle der Körper zu den Bedingungen der Wärme oder Lichterzeugung gehören, dass nicht gewisse nachweisbare physikalische Modificationen unserer Nerven zu den Bedingungen nicht bloss unserer Sensationen oder Emotionen, sondern auch unserer Gedanken zählen, dass gewisse mechanische und chemische Bedingungen hinreichend sind, um die physiologischen Gesetze des Lebens in Action zu bringen. Alles, was ich in Uebereinstimmung mit einem jeden Denker, der über die Logik der Wissenschaft klare Ideen hat, behaupte, ist, dass man nicht voraussetzen darf, dass, wenn auch alle diese Dinge bewiesen wären, man der wahren Erklärung von Licht, Wärme oder Empfindung um[377] einen Schritt näher gekommen wäre; oder dass die generische Eigenthümlichkeit dieser Phänomene im geringsten Grade durch solche Entdeckungen, wie wohlbegründet sie auch sein mögen, umgangen werden könne. Wir wollen es z.B. als nachgewiesen annehmen, dass die verwickeltsten Reihen von physikalischen Ursachen und Wirkungen in dem Auge und Gehirn auf einander folgen, um die Empfindung der Farbe hervorzubringen; Lichtstrahlen fallen auf das Auge, werden gebrochen, convergiren, durchkreuzen sich, indem sie ein verkehrtes Bild auf der Retina erzeugen, sodann eine Bewegung – sie sei eine Vibration oder ein Strom von Nervenfluidum oder von sonst etwas Beliebigem in dem Augennerv - , eine Fortpflanzung der Bewegung nach dem Gehirne selbst, und soviel verschiedene Bewegungen, als es beliebt: so wird am Ende dieser Bewegungen noch Etwas sein, was nicht Bewegung ist, ein Gefühl oder eine Sensation von Farbe. Welche Anzahl von wirklichen oder eingebildeten Bewegungen wir auch im Stande sein mögen einzuschalten, so werden wir doch am Ende der Reihe immer noch eine vorausgängige Bewegung und eine darauffolgende Farbe finden. Die Art und Weise, wie irgend eine der Bewegungen die nächste hervorbringt, kann möglicherweise durch ein vorher bekanntes allgemeines Gesetz der Bewegung erklärt werden; aber die Art und Weise, wie die letzte Bewegung die Empfindung von Farbe erzeugt, kann durch kein Gesetz der Bewegung erklärt werden, es ist das Gesetz der Farbe, welches ein besonderes Ding ist und immer bleiben wird. Wo unser Bewusstsein zwischen zwei Phänomenen einen inhärenten Unter schied erkennt; wo wir sehen, dass der Unterschied nicht bloss dem Grade nachbestellt, und dass durch Hinzufügung eines der Phänomene zu sich selbst das andere nicht hervorgebracht würde: da muss eine jede Theorie, die das eine Phänomen unter die Gesetze des anderen zu bringen sucht, falsch sein, obgleich eine Theorie, welche das eine bloss als eine Ursache oder Bedingung des anderen behandelt, möglicherweise wahr sein kann.

§. 4. Von den übrigen Formen der irrigen Generalisation haben wir bereits verschiedene geprüft, als wir bei der Untersuchung der Regeln der richtigen Induction Gelegenheit hatten, auf den Unterschied zwischen dieser und einer gewöhnlichen Art von[378] unrichtiger Induction aufmerksam zu machen. Zu diesen Formen gehört, was ich früher die Induction des im Forschen nicht geübten Geistes genannt habe, die Induction der Alten per enumerationem simplicem: »Dies, das und jenes A ist B, ich kann kein A denken, welches nicht B wäre, daher ist jedes B auch A.« Als ein letztes Verdammungsurtheil dieser rohen und nachlässigen Generalisation will ich Bacon's Ausspruch darüber anführen; es ist, wie ich wiederholt behauptet habe, der wichtigste Theil des unvergänglichen Dienstes, den er der Philosophie erwiesen hat: »Inductio quae procedit per enumerationem simplicem, res puerilis est, et precario concludit« (schliesst nur mit unserer Erlaubniss, oder widerruflich) »et periculo exponitur ab instantia contradictoria et plerumque secundum pauciora quam par est, et ex his tantummudo quae praesto sunt pronunciat. At Inductio quae ad inventionem et demonstrationein scientiarum et artium erit utilis, naturam separare debet per rejectiones et exclusiones debitas; ac deinde post negativas tot quot sufficiunt, super affirmativas concludere.«

Ich habe bereits bemerkt, dass die Induction durch einfache Aufzählung noch die gewöhnliche und gangbare Methode in Beziehung auf Alles ist, was sich auf die Menschen und die Gesellschaft bezieht. Es wird genügen, einige Beispiele hierüber, mehr zur Erinnerung als zur Erläuterung, anzuführen. Was soll man z.B. von den Maximen »des gesunden Menschenverstandes« halten, die sich in folgenden allgemeinen Formeln ausdrücken: »Was nie gewesen ist, wird nie sein.« Wie z.B.: die Neger waren nie so civilisirt wie die Weissen, daher werden sie es auch niemals sein. In Beziehung auf Energie und Umfang des Geistes ist das weibliche Geschlecht dem männlichen niemals gleich gekommen, daher steht es nothwendig unter ihm. Die Gesellschaft kann ohne diese oder jene Einrichtung nicht gedeihen, z.B. zu Aristoteles Zeiten konnte sie nicht ohne Sklaverei, in späteren Zeiten nicht ohne einen Priesterstand, ohne künstliche Unterschiede des Ranges u.s.w. gedeihen. Wenn unter tausend Armen ein einziger eine gute Erziehung erhalten hat, während die neunhundert neun und neunzig ohne alle Erziehung blieben, und nun strebt sich über seinesgleichen zu erheben, so macht die Erziehung die Menschen mit ihrem Stande unzufrieden. Von Büchergelehrten, die man[379] von ihren theoretischen Beschäftigungen entfernte und an eine Arbeit setzte, von der sie vorher nichts verstanden, fand man gewöhnlich oder glaubte man zu finden, dass sie dieselbe schlecht fertig brachten, daher sind Philosophen untauglich zu Geschäften etc. Alles dieses ist Induction durch einfache Aufzählung. Man mag wohl mitunter versucht haben, wenn auch umsonst, für einige von diesen Urtheilen Gründe anzugeben, die einigermaassen Bezug auf die Kegeln der wissenschaftlichen Forschung haben; aber was die Menge derjenigen betrifft, welche sie nachplappern, so ist die enumeratio simplex, ex his tantummodo quae praesto sunt pronuncians ihr einziger Beweis. Der Irrthum besteht darin, dass es Inductionen ohne Elimination sind; es fand weder eine wirkliche Vergleichung von Fällen, noch auch eine Ermittelung der wesentlichen Umstände in einem gegebenen Falle Statt. Es gesellt sich ferner der Irrthum hinzu, dass man vergisst, dass derartige Generalisationen, wenn sie auch wohl begründet wären, keine letzten Wahrheiten sein können, sondern dass sie Resultate anderer, mehr elementarer Gesetze sein müssen, und dass sie daher, solange sie nicht von solchen abzuleiten, höchstens nur als empirische Gesetze zulässig sind, die innerhalb der Grenzen von Zeit und Raum gelten, durch welche die besonderen Beobachtungen begrenzt werden, welche die Generalisation ergaben.

Dieser Irrthum, blosse empirische Gesetze und Gesetze, in denen kein directer Beweis einer Verursachung liegt, in Beziehung auf Gewissheit auf dieselbe Stufe wie die Gesetze von Ursache und Wirkung zu stellen, ein Irrthum, der die Wurzel von vielleicht der grösseren Anzahl von schlechten Inductionen ist, zeigt sich in den Generalisationen, auf die wir jetzt eben verwiesen haben, nur in seiner gröbsten Form. Dieselben besitzen in der That nicht einmal jenen Grad von Evidenz, der einem wohlermittelten empirischen Gesetze zukommt, sondere lassen auf empirischem Grunde selbst eine Widerlegung zu, ohne dass man seine Zuflucht zu Causalgegetzen zu nehmen brauchte. Ein wenig Nachdenken wird in der That zeigen, dass blosse Negationen nur das Fundament für die niedrigste und werthloseste Art von empirischen Gesetzen bilden können. Wenn ein Phänomen niemals bemerkt wurde, so beweist dies nur, dass die Bedingungen dieses Phänomens sich der menschlichen Erfahrung noch nicht gezeigt[380] haben, dass sie ihr noch nicht vorgekommen sind; es beweist aber nicht, dass sie ihr nicht morgen vorkommen können. Es giebt eine bessere Art von empirischen Gesetzen als diese, wenn nämlich ein beobachtetes Phänomen innerhalb der Grenzen der Beobachtung eine Reihe von Abstufungen darbietet, worin eine Regelmässigkeit oder etwas einem mathematischen Gesetz Aehnliches wahrnehmbar ist, und woraus daher etwas in Beziehung auf diejenigen Glieder der Reihe, welche ausserhalb der Grenzen der Beobachtung liegen, vernunftgemäss vermuthet werden darf. Für Negationen giebt es aber keine Abstufungen und keine Reihen; die Generalisationen, welche die Möglichkeit eines gegebenen Zustandes des Menschen oder der Gesellschaft bloss deswegen leugnen, weil man denselben noch nicht erfahren hat, können daher nicht einmal als empirische Gesetze diesen höheren Grad von Geltung besitzen. Und was noch mehr ist, wenn die genauere Prüfung, welche diese höhere Ordnung von empirischen Gesetzen voraussetzt, auf den. Gegenstand jener Generalisationen angewandt wird, so werden dieselben nicht allein nicht dadurch bestätigt, sondern sogar widerlegt. Denn anstatt sie darzustellen als unwandelbar, unveränderlich, als unfähig, jemals ein neues Phänomen darzubieten, zeigt die vergangene Geschichte des Menschen und der Gesellschaft im Gegentheil nicht nur, dass sie in vielen wichtigen Einzelnheiten veränderlich sind, sondern auch in der That eine progressive Veränderung erleiden. Das empirische Gesetz, welches in den meisten Fällen das wahre Resultat der Beobachtung am besten ausdrücken würde, würde daher lauten, nicht dass dies und jenes Phänomen unverändert fortdauern wird, sondern dass es sich fortwährend in einer besonderen Weise verändern wird.

Während demnach vor den letzten fünfzig Jahren fast alle Generalisationen in Beziehung auf den Menschen und die Gesellschaft in jener groben Weise irrten, die wir zu charakterisiren versucht haben, indem sie nämlich implicite annahmen, die menschliche Natur und Gesellschaft werde sich immer in demselben Kreise bewegen und wesentlich dieselben Erscheinungen darbieten, was noch der vulgäre Irrthum des prahlerischen Praktikers und der Verehrer des sogenannten gesunden Menschenverstandes besonders in England ist, hat der grösste Theil der Denkenden der gegenwärtigen Zeit nach einer genaueren Analyse der Geschichte des[381] Menschengeschlechtes die entgegengesetzte Meinung angenommen, dass die menschliche Species nothwendig in einem Zustande des Fortschreitens begriffen ist, und dass wir aus den vergangenen Gliedern der Reihe mit Gewissheit auf die zukünftigen schliessen können. Von dieser Lehre, als von einem philosophischen Grundsatz, werden wir in dem letzten Buche Gelegenheit haben weitläufiger zu sprechen. Wenn nicht in allen ihren Formen frei von Irrthum, so ist diese Lehre doch wenigstens immerhin frei von jenem groben und stupiden Irrthum, den wir vorher erörtert haben. Aber mit Ausnahme von hervorragenden philosophischen Geistern findet sie sich in dem Geiste aller genau mit derselben Art Irrthum wie jener behaftet. Denn wir müssen uns erinnern, dass sogar jene andere und bessere Generalisation, die progressive Veränderung in dem Zustande des Menschengeschlechts, am Ende nur ein empirisches Gesetz ist, dessen sehr zahlreiche Ausnahmen überdies nicht schwer nachzuweisen sind; und wenn man die letzteren auch dadurch los werden könnte, dass man die Thatsache bestreitet oder die Theorie erklärt und beschränkt, so bleibt doch der allgemeine Einwurf gegen das supponirte Gesetz, dass es auf keine anderen als sogenannte angrenzende Fälle anwendbar ist, gültig. Denn es ist nicht nur kein letztes, sondern überhaupt kein Causalgesetz. In den menschlichen Angelegenheiten gehen in der That. Veränderungen vor sich, aber eine jede von diesen Veränderungen hängt von bestimmten Ursachen ab; der »Fortschritt der Species« ist nicht eine Ursache, sondern ein summarischer Ausdruck für das Resultat aller Ursachen. Sobald durch eine ganz verschiedene Art Induction ermittelt worden ist, welche Ursachen diese successiven Veränderungen, soweit sie wirklich stattfanden, vom Beginn der Geschichte an hervorgebracht, und welche entgegenstrebenden Ursachen sie gelegentlich gehemmt oder aufgehoben haben, werden wir im Stande sein, die Zukunft vorauszusagen; wir werden im Besitz des wirklichen Gesetzes der Zukunft und im Stande sein zu sagen, von welchen Umständen die Fortdauer dieser fortschreitenden Bewegung eventuell abhängen wird. Aber es ist der Irrthum vieler vorgeschrittener Denker unserer Zeit dies zu übersehen und zu glauben, ein Gesetz, das aus der blossen Vergleichung der in verschiedenen Zeiten bestehenden Zustände des Menschengeschlechts gefolgert worden ist, sei das wirkliche[382] und wahre Gesetz seiner Veränderungen, nicht nur der vergangenen, sondern auch der zukünftigen. Die Wahrheit ist, dass die Ursachen, von denen die Phänomene der moralischen Welt abhängen, in einem jeden Jahrhundert und fast in einem jeden Lande in verschiedenen Proportionen verbunden sind; so dass es kaum zu erwarten ist, dass das allgemeine Resultat von allen, wenigstens in den Einzelnheiten, mit einer gleichförmig progressiven Reihe übereinstimmen werde. Alle Generalisationen, welche affirmiren, dass die Menschen das Bestreben haben, besser oder schlechter, reicher oder ärmer, roher oder civilisirter zu werden, dass die Bevölkerung sich schneller vermehre, als die Subsistenzmittel oder umgekehrt, dass die Ungleichheit des Besitzes das Bestreben habe, sich zu vermehren oder zu vermindern und dergleichen Sätze, von bedeutendem Werthe als empirische Gesetze innerhalb gewisser (gewöhnlich enger) Grenzen, sind in Wirklichkeit wahr oder falsch, je nach den Zeiten und Umständen.

Was wir von den empirischen Generalisationen aus vergangenen Zeiten auf zukünftige gesagt haben, gilt auch von ähnlichen Generalisationen aus den gegenwärtigen Zeiten auf vergangene; wenn nämlich Menschen, deren Bekanntschaft mit moralischen und socialen Thatsachen sich auf ihr eigenes Jahrhundert beschränkt, die Menschen und Dinge dieses Jahrhundert für den Typus der Menschen und der Dinge im allgemeinen nehmen und die empirischen Gesetze, welche die gewöhnlichen Erscheinungen der menschlichen Natur zu jener Zeit und in jenem besonderen Zustande der Gesellschaft für das tägliche Bedürfniss hinreichend genau repräsentiren, ohne Weiteres auf die Interpretation der Ereignisse der Geschichte anwenden. Wenn Beispiele nöthig wären, so bietet sie fast ein jedes geschichtliche Werk bis zu der neuesten Zeit im Ueberfluss dar. Dasselbe lässt sich von denjenigen sagen, welche empirisch vom Volke ihres eigenen Landes auf das fremder Länder schliessen, als wenn die Menschen überall in derselben Weise fühlten, urtheilten oder handelten.

§. 5. In den vorhergehenden Fällen wird der Unterschied zwischen empirischen Gesetzen, welche bloss die gewohnte Ordnung der Succession der Wirkungen ausdrücken, und den Causalgesetzen, von denen diese Wirkungen abhängen, übersehen. Es[383] können aber ungenaue Generalisationen stattfinden, wenn dieses Versehen auch nicht begangen wird; wenn die Untersuchung ihren richtigen Gang nimmt, den Gang der Ermittlung von Ursachen, und das irrthümlich erhaltene Resultat angeblich ein wirkliches Causalgesetz ist.

Die gewöhnlichste Form dieses Fehlschlusses ist die gemeinlich post hoc, ergo propter hoc, oder cum hoc, ergo propter hoc genannte Form; z.B. als man folgerte, dass England den Vorrang seiner Industrie seinen Handelsbeschränkungen verdanke, oder als die alte Schule der Finanzmänner und einige theoretische Schriftsteller behaupteten, die Nationalschuld sei eine der Ursachen unserer Nationalwohlfahrt; als die Vortrefflichkeit der Kirche, des Hauses der Lords und der Gemeinen, der Procedur des hohen Gerichtshofes etc. aus der blossen Thatsache gefolgert wurde, dass das Land unter ihnen aufblühte. Wenn in dergleichen Fällen durch einen Beweis wahrscheinlich gemacht werden kann, dass die vermeintlichen Ursachen ein Bestreben haben, die ihnen zugeschriebene Wirkung hervorzubringen, so ist die Thatsache, dass dieselbe, wenn auch nur in einem einzigen Falle, hervorgebracht worden ist, als eine Bestätigung durch specifische Erfahrung von einigem Werthe; aber für sich allein kann sie überhaupt ein solches Bestreben nicht wohl nachweisen, da, die Wirkung zugegeben, hundert andere Antecedentien einen gleich starken Anspruch dieser Art darauf machen könnten, dass man sie als die Ursache betrachte.

Das vorhergehende Beispiel zeigte uns eine schlechte Generalisation a posteriori, eine eigentliche Empirie; eine Causalität die aus einer zufälligen Verbindung entweder ohne eine gehörige Elimination, oder ohne eine aus den Eigenschaften des vermeintlichen Agens hervorgehende Präsumtion gefolgert worden ist. Aber ganz eben so gewöhnlich ist die schlechte Generalisation a priori, welche man eigentlich falsche Theorie nennt; Schlüsse auf deductive Weise aus Eigenschaften irgend eines einzigen Agens gezogen, von dem man weiss oder voraussetzt, es sei gegenwärtig, indem alle andere coexistirenden Agentien übersehen werden. So wie der erstere der Irrthum der reinen Unwissenheit ist, so ist der letztere ganz besonders der Irrthum unterrichteter Geister, und wird vorzüglich bei dem Versuche begangen, verwickelte[384] Phänomene durch einfachere Theorien zu erklären, als ihre Natur zulässt. So suchte eine gewisse Schule von Aerzten »in der Langsamkeit und krankhaften Zähigkeit des Blutes« das Universalprincip aller Krankheiten, und indem sie körperliche Krankheiten mechanischen Obstructionen zuschrieb, glaubte sie, dieselben durch mechanische Mittel heilen zu können;189 während eine andere Schule, die chemische, »keine andere Quelle der Krankheit anerkannte, als die Gegenwart einer schädlichen Säure oder eines Alkalis, oder eine Störung der chemischen Zusammensetzung der flüssigen oder festen Theile des Körpers« und daher glaubte, dass »alle Heilmittel dadurch wirken müssen, dass sie chemische Veränderungen in dem Körper hervorbringen.« Wir finden Tournefort eifrig beschäftigt, eine jede Pflanze zu prüfen, um in ihr eine Spur eines sauren oder alkalischen Bestandtheils zu entdecken, der ihr eine medicinische Wirkung verleihen könnte. Zu welchen traurigen Irrthümern eine solche Hypothese die Praktiker verleiten konnte, zeigt sich in einer erschreckenden Weise in der Geschichte des denkwürdigen Fiebers, welches im Jahre 1699 Leyden verheerte und zwei Drittheile der Bevölkerung dieser Stadt einem frühzeitigen Grabe zuführte, ein Ereigniss, das zum grossen Theil von Sylvius de Boe verschuldet wurde; derselbe hatte gerade die chemische Lehre von Helmont angenommen, welche den Ursprung der Krankheit einer vorherrschenden Säure zuschrieb, und erklärte demgemäss, dass ihre Heilung allein durch reichlichen Gebrauch von Absorbentien und kalkhaltigen Mitteln bewirkt werden könne.190[385]

Diese Verirrungen in den medicinischen Theorien finden in den politischen Wissenschaften ihre Parallelen. Alle jene Lehren, welche besonderen Regierungsformen, besonderen socialen Einrichtungen und sogar besonderen Erziehungsweisen absolute Güte zuschreiben, ohne auf den Stand der Bildung und die verschiedenen Charaktere der Gesellschaft Rücksicht zu nehmen, sind demselben Einwurfe ausgesetzt – nämlich, dass angenommen wird, eine Classe von Umständen sei die Hauptursache von Erscheinungen, welche in einem gleichen oder in einem noch höheren Grade von vielen anderen Umständen abhängen.

§. 6. Die letzte von den irrigen Generalisationen, auf welche ich die Aufmerksamkeit lenken will, ist diejenige, welche man falsche Analogie nennen kann. Dieser Fehlschluss unterscheidet sich von den bereits abgehandelten Fehlschlüssen durch die Eigenthümlichkeit, dass er nicht einmal eine vollständige und beweiskräftige Induction nachahmt, sondern in der falschen Anwendung eines Argumentes besteht, welches höchstens als eine nicht beweiskräftige Präsumtion da zulässig ist, wo ein wirklicher Beweis nicht zu erlangen ist.

Ein Analogieschluss ist eine Folgerung, dass das, was in einem gewissen Falle wahr ist, auch in einem Falle wahr sein wird, von dem man weiss, dass er jenem ähnlich ist, ohne ihm genau parallel zu sein, d.h. von dem man weiss, dass er ihm in den wesentlichen Umständen gleicht. Ein Gegenstand hat die Eigenschaft B, von einem Gegenstand weiss man nicht, dass er diese Eigenschaft besitzt, aber er gleicht dem ersteren in einer Eigenschaft A, von der nicht bekannt ist, dass sie mit B zusammenhängt; der Schluss nun, auf den die Analogie hinweist, lautet, dass dieser Gegenstand auch die Eigenschaft B besitzt; z.B. dass die Planeten bewohnt sind, weil es die Erde ist. Die Planeten gleichen der Erde darin, dass sie elliptische Bahnen um die Sonne beschreiben, dass sie von der Sonne angezogen werden und sich gegenseitig einander anziehen, dass sie nahezu sphärisch sind, sich um ihre Achsen drehen etc.; aber man weiss nicht, dass eine von diesen Eigenschaften oder auch alle zusammen die Bedingungen enthalten, von denen der Besitz von Bewohnern abhängig ist, oder dass sie Merkmale dieser Bedingungen sind. So lange wir indessen nicht wissen, welcher[386] Art diese Bedingungen sind, können sie durch ein Naturgesetz mit diesen Eigenschaften im Zusammenhang stehen; und soweit diese Möglichkeit geht ist es wahrscheinlicher, dass die Planeten bewohnt sind, als wenn sie der Erde gar nicht glichen. Diese unbestimmbare und gewöhnlich geringe Zunahme der Wahrscheinlichkeit über das hinaus, was sonst stattfinden würde, ist der ganze Beweis, den ein Schluss von der Analogie ableiten kann; denn wenn wir den geringsten Grund haben, einen wirklichen Zusammenhang zwischen den Eigenschaften A und B anzunehmen, so ist der Schluss kein Schluss der Analogie mehr. Wenn es ermittelt wäre (ich mache absichtlich eine absurde Voraussetzung), dass zwischen der Umdrehung um eine Achse und der Existenz von lebenden Wesen ein Causalzusammenhang besteht, oder wenn irgend ein vernünftiger Grund vorhanden wäre, einen solchen Zusammenhang nur zu vermuthen, so würde eine Wahrscheinlichkeit der Existenz von Planetenbewohnern entstehen, die einen beliebigen Grad von Stärke besitzen und sich bis zu einer vollständigen Induction erheben könnte; wir würden aber dann die Thatsache aus dem ermittelten oder vermutheten Causalgesetze, und nicht aus der Analogie mit der Erde folgern.

Man dehnt indessen das Wort Analogie manchmal weiter aus und gebraucht es, um diejenigen Argumente von einem inductiven Charakter zu bezeichnen, die sich nicht zu einer wirklichen Induction erheben, und die man gebraucht, um das aus einer einfachen Aehnlichkeit gezogene Argument zu verstärken. Obgleich man nicht nachweisen kann, dass A, eine den zwei Fällen gemeinschaftliche Eigenschaft, die Ursache oder die Wirkung von B ist, so wird der nach der Analogie Schliessende doch zu zeigen versuchen, dass ein weniger inniger Zusammenhang zwischen ihnen existirt; dass eine Bedingung aus einer Reihe von Bedingungen ist, aus denen, wenn sie alle vereinigt werden, B hervorgeht; oder dass es eine gelegentliche Wirkung einer Ursache ist, von der man weiss, dass sie auch B hervorbringt u. dgl.; ein jedes dieser Dinge würde, wenn es nachgewiesen wäre, die Existenz von B um so viel wahrscheinlicher machen, als wenn selbst dieser Zusammenhang zwischen A und B nicht bekannt wäre.

Es kann nun ein Fehlschluss der Analogie in zweierlei Weise entstehen. Manchmal besteht er darin, dass man ein Argument[387] von der einen der obigen Arten zwar richtig gebraucht, aber dessen Beweiskraft überschätzt. Man nimmt zuweilen an, dieser sehr gewöhnliche Irrthum begegne besonders Personen, die sich durch eine sehr lebhafte Einbildungskraft auszeichnen; in der That ist er aber der charakteristische geistige Fehler derjenigen, deren Phantasie unfruchtbar ist, sei es wegen Mangel an Uebung, wegen ursprünglicher Mangelhaftigkeit, oder wegen der Beschränktheit ihres Ideenkreises. Solchen Geistern bieten sich die Gegenstände nur in wenige Eigenschaften gekleidet dar; und da sich ihnen deshalb nur wenige Analogien zwischen dem einen und dem Gegenstande darbieten, so überschätzen sie fast beständig die Wichtigkeit dieser wenigen; während derjenige, dessen Phantasie einen höheren Schwung hat, so viele zu widerstreitenden Schlüssen führende Analogien bemerkt und behält, dass er nicht so leicht einen übergrossen Werth auf eine von ihnen legen wird. Wir finden immer, dass diejenigen die grössten Sclaven einer metaphorischen Sprache sind, welche nur eine beschränkte Reihe von Metaphern besitzen.

Dies ist aber nur die eine von den Weisen, wie in dem Gebrauche von Schlüssen der Analogie geirrt wird. Es giebt aber noch eine andere Weise, die passender den Namen Fehlschluss verdient; wenn nämlich die Aehnlichkeit in einem Punkte aus der Aehnlichkeit in einem Punkte gefolgert wird, obgleich nicht nur kein Beweis vorhanden ist, um die zwei Umstände in einen Causalzusammenhang zu bringen, sondern wenn der Beweis auch die Umstände positiv zu trennen strebt. Dies ist eigentlich ein Fehlschluss der falschen Analogie.

Als erstes Beispiel wollen wir jenes Lieblingsargument anführen, das man zur Vertheidigung der absoluten Gewalt aus der Analogie mit einem väterlichen Familienregiment zieht, mit einem Regiment, das der allgemeinen Annahme nach nicht durch die Kinder geführt werden kann und auch nicht geführt wird. In einer Familie ist eine väterliche Regierung von gutem Erfolg, daher, so sagt das Argument, wird in einem Staate eine despotische Regierung von gutem Erfolg begleitet sein. Ich übergehe, als nicht hierher gehörig, alles, was über die behauptete Vortrefflichkeit der väterlichen Regierung gesagt werden kann. Wie sich dies auch verhalten möge, so stützt sich der Schluss von der Familie auf den Staat[388] immerhin auf eine falsche Analogie, denn es liegt darin inbegriffen, das Wohlthätige einer väterlichen Regierung in der Familie sei von dem einzigen Punkte abhängig, den sie mit dem Despotismus gemein hat, nämlich von der Unverantwortlichkeit. Es hängt aber nicht davon, sondern von zwei anderen Attributen der väterlichen Regierung, von der Liebe der Kinder zu den Eltern, und von der Ueberlegenheit der Eltern in Weisheit und Erfahrung ab; und dies sind Eigenschaften, die bei einem politischen Despoten und seinen Unterthanen nicht zu finden sind. Wenn aber einer dieser Umstände fehlt und der Einfluss der Unverantwortlichkeit ungestört wirken kann, so ist das Resultat, selbst bei der Familie, alles andere, nur nicht gute Regierung. Es ist dies daher eine falsche Analogie.

Ein zweites Beispiel ist das gewöhnliche Urtheil, dass politische Körper, wie Naturkörper, Jugend, Reife, Alter und Tod erfahren; dass sie sich nach einer gewissen Blüthezeit spontan zum Verfall neigen. Auch dies ist eine falsche Analogie, weil der Verfall der Lebenskräfte in einem belebten Körper auf das natürliche Fortschreiten gerade derjenigen Veränderungen in der Structur, welche in den früheren Jahren sein Heranreifen constituirten, bestimmt zurückgeführt werden kann; während in einem politischen Körper das Fortschreiten dieser Veränderungen im allgemeinen keine andere Wirkung haben kann, als die Fortdauer dieses Wachsthums. Nur der Einhalt dieses Fortschritts und der Anfang eines Rückgangs würden den Verfall constituiren. Politische Körper sterben, aber an einer Krankheit oder an einem gewaltsamen Tode; ein Alter haben sie nicht.

Der folgende Ausspruch aus Hooker's kirchlicher Hierarchie (Ecclesiastical Polity) ist ein Beispiel einer falschen Analogie zwischen physikalischen Körpern und sogenannten politischen Körperschaften. »Sowie in Naturkörpern keine Bewegung sein könnte, wenn nicht Einer wäre, der alle Dinge bewegt und selbst unbeweglich bleibt, so muss in politischen Gesellschaften ein Unstrafbarer da sein, da ja sonst niemand Strafe erleiden wird.« Hierin liegt ein doppelter Fehlschluss, denn nicht allein die Analogie, sondern auch die Prämisse, woraus sie gezogen ist, ist unhaltbar. Die Vorstellung, dass etwas Unbewegliches sein müsse, das alle Dinge bewegt, ist der alte scholastische Irrthum von einem primum mobile.[389]

Das folgende Beispiel ist aus Erzbischof Whately's Rhetorik. »Man würde zugehen, dass eine grosse und dauernde Verminderung in der Menge eines nützlichen Verbrauchsartikels, wie Korn Kohle, Eisen, in der ganzen Welt ein ernstlicher und dauernder Verlust wäre; und ebenso, dass, wenn die Felder und die Kohlenminen bei derselben Arbeit regelmässig das Doppelte ausgäben, wir um ebenso viel reicher sein würden ; es könnte hieraus gefolgert werden, dass, wenn die Menge Gold und Silber in der Welt um die Hälfte verringert oder wenn sie verdoppelt würde, auch ein ähnliches Resultat entstehen würde, indem diese Metalle für das Prägen von Münzen von grossem Nutzen sind. Die edlen Metalle von der einen Seite, und Korn, Kohle etc. von der anderen Seite sind sich nun in vielen Punkten ähnlich, in vielen aber sind sie verschieden; der für das supponirte Argument wichtige Umstand ist aber der, dass die Nützlichkeit von Gold und Silber (als Münze, denn diese ist bei weitem ihre grösste) von ihrem Werth abhängt, der sich seinerseits nach ihrer Seltenheit richtet, oder besser gesagt, nach der Schwierigkeit, sie zu erhalten; während, wenn Korn oder Kohle zehnmal reichlicher vorhanden (d.h. leichter zu erhalten) wäre, ein Bushel von beiden noch eben so nützlich sein würde, wie jetzt. Wenn aber das Gold doppelt so leicht zu erhalten wäre, so würde ein Goldstück noch einmal so gross werden, wenn es doppelt so schwierig zu erhalten wäre, so würde das Goldstück nur halb so gross sein, und dies würde (ausser dem unbedeutenden Umstand der Wohlfeilheit und Theurung der Schmucksachen von Gold) der ganze Unterschied sein. Die Analogie geht daher in dem für das Argument wesentlichen Punkte fehl.«

Derselbe Autor führt auch nach Bischof Copleston den Fall von falscher Analogie an, welcher darin besteht, dass aus der Aehnlichkeit, die in manchen Beziehungen zwischen der Hauptstadt eines Landes und dem Herz des Thierkörpers stattfindet, gefolgert wird, dass die Vergrösserung der Hauptstadt eine Krankheit ist.

Manche von den falschen Analogien, auf welche zur Zeit der griechischen Philosophen physikalische Systeme mit aller Zuversicht gegründet wurden, sind von einer, wie wir sie jetzt, nennen, phantastischen Art; nicht dass die Aehnlichkeit nicht oft eine[390] wirkliche wäre, sondern weil seit langer Zeit schon Niemand mehr sich einfallen liess, die Folgerungen daraus zu ziehen, die man damals daraus zog. Von der Art sind z.B. die Speculationen der Pythagoräer über die Zahlen. Da dieselben fanden, dass die Entfernungen der Planeten nahezu in demselben Verhältniss zu einander stehen, wie die Eintheilungen des Monochords, so folgerten sie daraus die Existenz einer unhörbaren Musik, die Musik der Sphären; als ob die Musik einer Harfe nur von den numerischen Verhältnissen, und nicht auch vom Material abhinge; oder als ob überhaupt die Existenz gar keines Materials, gar keiner Saiten dazu erforderlich wäre. In ähnlicher Weise bildete man sich ein, dass gewisse Combinationen von Zahlen, die man in einigen Naturerscheinungen fand, durch die ganze Natur gehen müssen; dass es z.B. vier Elemente geben müsse, weil es vier mögliche Combinationen von Warm und Kalt, Trocken und Feucht giebt; dass es sieben Planeten geben müsse, weil es sieben Metalle und sogar weil es sieben Wochentage gab. Kepler selbst glaubte, es gebe nur sechs Planeten, weil es nur fünf regelmässige Körper giebt.191 Auch können wir diejenigen Speculationen der Alten hierher zählen, welche sich auf eine supponirte Vollkommenheit der Natur stützen; indem unter Natur die gewöhnliche Ordnung der Ereignisse verstanden ist, wie sie ohne menschliche Dazwischenkunft von selbst stattfinden. Auch dies ist eine rohe Vermuthung einer Analogie, von der man annahm, sie ginge durch die Erscheinungen hindurch, wie unähnlich sich diese auch sein mochten. Da dasjenige, was man für Vollkommenheit hielt, in einigen Erscheinungen lag, so folgerte man (im Gegensatz zum[391] klarsten Beweis), dass es in allen liege. »Wir setzen immer das voraus, was, wenn es möglich ist, in der Natur am besten stattfindet,« sagt Aristoteles; und da man unter dem Begriff des besten die unbestimmtesten und heterogensten Eigenschaften verstand, so war der Ausschweifung dieser Folgerung keine Grenze gesetzt. So mussten sich die Himmelskörper, weil sie »vollkommen« waren, in Kreisen bewegen und zwar gleichförmig. »Denn,« sagt Geminus,192 »sie (die Pythagoräer) würden eine solche Anordnung bei göttlichen und ewigen Dingen, wonach sie sich manchmal schneller, manchmal langsamer bewegen und manchmal stille stehen, nicht zugeben; denn Niemand würde solche unregelmässige Bewegungen selbst bei einem Menschen zugeben, der ordentlich und anständig ist. Es giebt indessen im Leben oft Gelegenheiten, in denen die Menschen Gründe haben, schneller oder langsamer zu gehen; aber bei der unwandelbaren Natur der Sterne ist es unmöglich, eine Ursache für die Schnelligkeit oder Langsamkeit anzugeben.« Anzunehmen, dass in Beziehung auf Gang und Haltung die Sterne die Anstandsregeln beobachten müssen, welche die von Lucian verspotteten langbärtigen Philosophen für sich selbst aufstellten, heisst ein Argument der Analogie sehr weit suchen.

In dem Streite über das Copernikanische System wurde als ein Argument zu Gunsten der wahren Theorie des Sonnensystems angeführt, dass »sie das Feuer, das edelste Element, in die Mitte des Weltalls setze«. Dies war noch ein Ueberbleibsel von der Ansicht, die Ordnung der Natur müsse vollkommen sein, und die Vollkommenheit bestehe in einer Unterwerfung unter Regeln des Vorrangs in Beziehung auf eine wirkliche oder conventionelle Würde. So waren manche Zahlen vollkommen, daher mussten dieselben in den grossen Naturerscheinungen vorherrschen. Sechs war eine vollkommene Zahl, d.h. gleich der Summe aller seiner Factoren ein weiterer Grund, warum es genau sechs Planeten geben musste. Von der anderen Seite schrieben die Pythagoräer der Zahl zehn Vollkommenheit zu; sie stimmten darin überein, dass die vollkommene Zahl irgendwie an dem Himmel realisirt sein müsse und da sie nur neun Himmelskörper kannten, so behaupteten sie,[392] um die Zahl voll zu machen, »dass es eine Antichthon, oder für uns nicht sichtbare Gegenerde, auf der anderen Seite der Sonne gebe«.193 Sogar Huygens war überzeugt, dass, wenn die Anzahl der himmlischen Körper zwölf erreicht habe, sie nicht darüber hinausgehen könne. Die Schöpfung konnte nicht über diese heilige Zahl hinausgehen.

Einige merkwürdige Fälle von falscher Analogie finden sich in den Argumenten der Stoiker, womit sie die Gleichheit aller Verbrechen, und die gleiche Erbärmlichkeit aller derjenigen bewiesen, welche ihre Idee von vollkommener Tagend nicht verwirklicht hatten. In dem vierten Buche De finibus führt Cicero einige davon an. »Ut, inqnit, in fidibus plurimis, si nulla earum ita contenta numeris sit, ut concentum servare possit, omnes aeque incontentae sint; sic peccata, quia discrepant, aeque discrepant: paria sunt igitur.« Worauf Cicero selbst geschickt antwortet, »aeque contingit omnibus fidibus, ut incontentae sint; illud non continuo, ut aeque incontentae.« Der Stoiker fährt fort: »Ut enim, inquit, gubernator aeque peccat, si palearum navem evertit, et si auri; item aeque peccat qui parentem, et qui servum injuria, verberat«; indem er annimmt, dass, da die Grösse des auf dem Spiele stehenden Interesses keinen Unterschied in dem blossen Mangel an Geschicklichkeit macht, sie auch keinen in dem moralischen Mangel ausmachen kann, was eine falsche Analogie ist. Ferner, »Quis ignorat, si plures ex alto emergere velint, propius fore eos quidem ad respirandum, qui ad summam jam aquam appropinquant, sed nihilo magis respirare posse, quam eos, qui sunt in profundo? Nihil ergo adjuvat procedere et progredi in virtute, quominus miserrimus sit, antequam ad eam pervenerit, quoniam in aqua nihil adjuvat; et quoniam catuli, qui jam despecturi sunt, caeci aeque et ii qui modo nati; Platonem quoque necesse est, quoniam nondum videbat sapientiam, aeque caecum animo ac Phalarim fuisse.« Cicero bekämpft diese falschen Analogien durch andere Analogien, die zu entgegengesetzten Schlüssen führen. »Ista similia non sunt, Cato.... illa sunt similia; hebes acies est cuipiam oculorum: corpore alius languescit; hi curatione adhibita levantur in dies; alter valet plus quotidie; alter videt. Hi similes[393] sunt omnibus, qui virtuti student; levantur vitiis, levantur erroribus.«

§. 7. Bei diesen und allen anderen Argumenten, die aus der Analogie oder aus Metaphern, die Fälle von Analogie sind, gezogen werden, ist es klar (besonders wenn wir die grosse Leichtigkeit betrachten, womit falsche Analogien und widerstreitende Metaphern aufzustellen sind), dass, weit entfernt, dass die Analogie oder die Metapher etwas beweist, die Anwendbarkeit der Metapher gerade das ist, was darzuthun ist. Es ist nachzuweisen, dass in den zwei Fällen, von denen behauptet wird, sie seien analog, dasselbe Gesetz wirklich wirkt; dass zwischen der bekannten und der gefolgerten Aehnlichkeit irgend ein Causalzusammenhang besteht. Cicero und Cato hätten noch so lange entgegengesetzte Analogien mit einander austauschen können, so blieb doch einem jeden derselben durch eine richtige Induction zu beweisen, oder wenigstens wahrscheinlich zu machen, dass der Fall in den Umständen, um welche sich die Streitfrage wirklich drehte, der einen Reihe von analogen Fällen glich und nicht der anderen. Die Metaphern setzen daher meistens gerade den Satz voraus, den sie beweisen sollen; ihr Nutzen ist, das Verständniss desselben zu erleichtern, klar und lebhaft verstehen zu lassen, was derjenige, welcher die Metapher gebraucht, sagen will, und manchmal auch, durch welche Mittel er dies thun will. Denn eine geschickte Metapher, obgleich sie nichts beweist, giebt oft den Beweis an die Hand.

Wenn z.B. d'Alembert (wie ich glaube) bemerkt, bei gewissen Regierungsformen fänden nur zwei Geschöpfe ihren Weg zu den höchsten Stellen, der Adler und die Schlange, so drückt diese Metapher nicht allein mit grosser Lebendigkeit die beabsichtigte Behauptung aus, sondern trägt auch dazu bei, sie zu bestätigen, indem sie in einer lebendigen Weise die Mittel erblicken lässt, durch welche die so bildlich dargestellten Charaktere ihr Emporkommen bewerkstelligen. Wenn von zwei Personen gesagt wird, die eine missverstehe die andere, weil von zwei Gegenständen der kleinere den grösseren nicht fassen kann, so deutet die Anwendung von dem, was im buchstäblichen Sinne des Wortes fassen Wahres liegt, auf seinen metaphorischen Sinn auf[394] die Thatsache, welche der Grund und die Rechtfertigung der Behauptung ist, nämlich auf die Thatsache, dass ein Geist den andern nicht verstehen kann, wenn er ihn nicht enthalten kann, d.h. wenn er nicht alles besitzt, was in dem enthalten ist. Wenn nie ein Argument für die Erziehung angeführt wird, dass in einem unbebauten Boden Unkraut wächst, so ist die Metapher zwar mir eine Angabe von dem zu beweisenden Dinge, sie ist aber eine Angabe in Worten, welche dadurch, dass sie einen parallelen Fall vor die Augen führen, den Geist auf die Spur des wirklichen Beweises bringen. Denn der Grund, warum das Unkraut in einem unbebauten Boden wächst, ist, dass der Same von werthlosen Producten überall vorhanden ist, und fast unter allen Umständen keimen und wachsen kann; während mit den werthvollen Producten das Gegentheil der Fall ist; und da dies von geistigen Producten gleich wahr ist, so hat diese Art von Beweisführung, abgesehen von ihren rhetorischen Vortheilen, einen logischen Werth, indem sie nicht allein die Gründe des Schlusses an die Hand giebt, sondern auch auf einen Fall hinweist, in dem man die Gründe für genügend fand, oder wenigstens dafür hielt.

Wenn Bacon, der im Gebrauch und Missbrauch der Figuren gleich stark ist, seinerseits sagt, der Strom der Zeit habe von den Schriften der Alten nur die am wenigsten werthvollen auf uns gebracht, so wie ein Fluss Schaum und Stroh auf seiner Oberfläche dahinführe, während schwerere Gegenstände auf den Grund sinken: so ist dies, auch wenn die Behauptung wahr wäre, kein guter Vergleich, da eine Gleichheit der Ursache nicht vorhanden ist. Die Leichtigkeit, womit die Substanzen auf einem Strome schwimmen, und die Leichtigkeit, welche synonym mit Werthlosigkeit ist, haben nichts gemein als den Namen; und (um zu zeigen, wie wenig Werth die Metapher besitzt) wir brauchen nur das Wort in Schwimmkraft umzuändern, um das Argument, das in Bacon's Illustration liegt, gegen ihn selbst zu kehren.

Eine Metapher ist daher zu betrachten nicht als ein Argument, sondern als eine Behauptung, dass ein Argument existirt, dass eine Gleichheit zwischen dem Falle, woraus die Metapher gezogen ist, und demjenigen existirt, auf den sie angewendet wird. Diese Gleichheit kann existiren, wenn die beiden Fälle anscheinend[395] sehr weit von einander entfernt sind; die einzige zwischen ihnen bestehende Aehnlichkeit kann eine Aehnlichkeit der Relationen sein, eine Analogie im Sinne von Ferguson und Erzbischof Whately, ähnlich der im vorhergehenden Beispiel, wo die Agricultur mit der geistigen Cultur verglichen wurde.

§. 8. Zum Schlusse dieses Capitels bleibt uns noch zu sagen, dass eine sehr ergiebige Quelle von Fehlschlüssen der Generalisation in schlechter Classification zu suchen ist, indem man in einer Gruppe und unter einem Namen Dinge zusammenbringt, welche keine gemeinschaftlichen Eigenschaften oder nur solche haben, die zu unwichtig sind, um allgemeine Urtheile von einigem Werthe in Beziehung auf die Classe zuzulassen. Dieser Irrthum ist am grössten, wenn ein Wort, das im gewöhnlichen Gebrauch eine definitive Thatsache ausdrückt, auf Fälle ausgedehnt wird, in denen nicht diese Thatsache existirt, sondern eine andere oder mehrere andere, die ihr nur wenig gleichen. Indem Bacon194 die Idola oder die Fehlschlüsse bespricht, die aus Vorstellungen temere et inaequaliter a rebus atstractae entstehen, erläutert er dieselben an der Vorstellung von Humidum oder Feucht, so gang und gäbe in der Physik des Alterthums und des Mittelalters »Invenietur verbum istud, Humidum, nihil aliud quam nota confusa diversarum actionum, quae nullam constantiam aut reductionem patiuntur. Significat enim, et quod circa aliud corpus facile se circumfundit; et quod in se est indeterminabile, nec consistere potest; et quod facile cedit undique; et quod facile se dividit et dispergit; et quod facile se unit et colligit; et quod facile fluit, et in motu ponitur; et quod alteri corpori facile adhaeret, idque madefacit; et quod facile reducitur in liquidum, sive colliquatur, cum antea consisteret. Itaque quum ad hujus nominis praedicationem et impositionem ventum sit; si alia accipias, flamma humida est; si alia accipias, aër humidus non est; si alia, pulvis minutus humidus est; si alia, vitrum humidum est: ut facile appareat, istam notionem ex aqua tantum, et communibus et vulgaribus liquoribus, absque ulla debita verificatione, temere abstractam esse.«[396]

Bei seiner Untersuchung über die Wärme hält sich Bacon selbst nicht von einem ähnlichen Fehler frei; er verfährt gelegentlich wie Einer, der nach der Ursache der Härte sucht und der, nachdem er diese Eigenschaft in dem Eisen, dem Kiesel und im Diamanten geprüft hat, nun erwartet, dass sie Etwas sei, was man in hartem Wasser, in einem harten Knoten und in einem harten Herz nachweisen könne.

Das Wort kinêsis in der griechischen Philosophie, und sowohl während als auch lange nach ihrer Herrschaft die Wörter Generation und Corruption bezeichneten eine solche Menge von heterogenen Erscheinungen, dass ein jeder Versuch, diese Wörter beim Philosophiren zu gebrauchen, fast ebenso sehr fehlschlagen musste, als wenn das Wort Hart gebraucht worden wäre, um eine alle obengenannten Dinge einschliessende Classe zu bezeichnen. Kinêsis, was eigentlich Bewegung bedeutete, wurde nicht bloss gebraucht, um eine jede Bewegung, sondern auch um eine jede Veränderung zu bezeichnen; während alloiôsis als eine der Arten von kinêsis angesehen wurde. Die Folge davon war, dass man mit einer jeden Form von alloiôsis oder Veränderung Ideen verband, die aus der Bewegung im eigentlichen und buchstäblichen Sinne entsprangen und keinen wirklichen Zusammenhang mit irgend einer anderen Art von kinêsis hatten als diesen. Aristoteles und Plato hatten wegen dieses Missbrauchs der Wörter mit einer fortwährenden Verlegenheit zu kämpfen. Dies greift indessen in die Fehlschlüsse aus Zweideutigkeit über, die einer anderen Classe, der letzten Ordnung in unserer Classification, den Fehlschlüssen aus Confusion angehören.[397]

Quelle:
John Stuart Mill: System der deduktiven und inductiven Logik. Band 2, Braunschweig 31868, S. 375-398.
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