Cystīn

[620] Cystīn (Chem.), C6H6NS2O4, ist ein Bestandtheil gewisser Blasenconcremente, soll auch bisweilen in Harnsedimenten gefunden worden sein; es bildet eine schmutzig gelbe, durchscheinende, unregelmäßig krystallisirte Masse, im reinen Zustande aber farblose, durchsichtige, sechsseitige Tafeln u. Blätter; es ist geruch- u. geschmacklos, ohne Reaction auf Pflanzenfarben, unlöslich in Wasser u. Alkohol, jedoch löslich in Mineralsäuren u. Oxalsäure; Salpetersäure zerstört das C. u. verwandelt es in eine schmutzig braune Masse; mit Alkalien gekocht, entwickelt es Ammoniak u. ein entzündliches, mit blauer Flamme brennendes Gas.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858, S. 620.
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