Ladŏga

[9] Ladŏga, 1) Landsee in Rußland zwischen den Gouvernements Petersburg, Olonez u. Finnland; 25 Meilen lang, 15 Meilen breit, hält 324 QM. u. ist der größte Landsee Europa's; 70 Flüsse gehen ihm zu; von diesen sind die bemerkenswerthesten die Swir, welche ihn mit dem Onegasee verbindet, der Wolchow, welcher aus dem Ilmensee, die Wuoxa, welche aus dem Saimasee, die Pasche, die aus dem gleichnamigen See kommt, u. der Siaß. Durch die Newa fließt der L. in den Finnischen Meerbusen ab. Er überschwemmt im Frühjahr, wenn seine Eisdecke bricht, die Ufer weithin; hat viele Busen, Vorgebirge, Klippen, Sandbänke (wegen letzter schwer zu befahren), nährt auf seinen zahlreichen Inseln (z.B. Kari, mit Marmorbrüchen, Arefaan, Manizk u.a.) viele Seehunde u. ist sehr fischreich. Um die Schifffahrt zu erleichtern, ist an seinem südlichen Ufer durch Peter den Großen ein Kanal (Ladogakanal) 1719 angefangen u. 1732 vollendet worden, der von Schlüsselburg an dem Ufer mehr od. weniger folgt, 32 Schleußen, 70 Fuß Breite, 7 (im Frühling 10) Fuß Tiefe hat, durch die Wolchow u. mehre kleine Flüsse gespeist wird u. in die Swir nach einer Länge von 104 Wersten aufhört. Er wird sehr stark (jährlich von 25,000 Fahrzeugen) befahren u. macht einen Theil der Wasserverbindung zwischen der Ostsee u. dem Kaspischen Meere. An diesem Kanale pumpen 2 Dampfmaschinen täglich 15,000 Kubikfaden Wasser zu seiner Speisung aus der Wolchow; 2) s. Nowaja- u. Staraja-Ladoga.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 9.
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