Schnabelthier

[335] Schnabelthier (Ornithorhynchus) sonst zu den Edentaten, jetzt zu den Beutelthieren gezählte Säugethiergattung, mit einer Schnauze, die einem Entenschnabel sehr ähnlich ist, doch liegen die Nasenlöcher an der Spitze, welche letztere eine kleine Öffnung hat; der Zähne finden sich nur zwei wurzellose, ganz hinten; Zehen mit Schwimmhäuten; Schwanz platt. Bei dem Männchen findet sich an der Ferse ein hohler Sporn, durch welchen das Thier seinen Feind verwundet; der Saft aber, welchen dieser Sporen absondert, ist nicht giftig, wie man sonst glaubte. Das Weibchen bringt lebendige Junge zur Welt, welche es säugt; sonst sagte man, es lege Eier, was aber dahin berichtigt worden ist, daß die Jungen zwar sehr unvollkommen ausgebildet, aber nicht mehr in der Eihaut zur Welt kommen. Der Körper des Thieres gleicht übrigens dem der Fischotter; Art: O. paradoxus, Länge 11/2 Fuß, Farbe röthlich od. fast schwarz (O. par. var. rufus et fuscus). Die andern sonst hierher gerechneten Arten hat man als Echidna (Tachyglossus) zur eigenen Gattung erhoben (s. Zungenschneller).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 335.
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