Weltschmerz

[89] Weltschmerz nennt man die Mißstimmung, welche sich in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh. bei einer Anzahl deutscher Dichter über die Täuschungen äußerte, welche deren politische Hoffnungen u. Erwartungen in Folge der eingetretenen Reaction erfahren hatten; ihr Hauptvertreter war H. Heine, u. wenn man von einer Schule der Weltschmerzdichter in der Deutschen Literatur redet, so meint. man damit Heine's Nachahmer in dessen bittern Ausfällen gegen die Gegenwart u. das Bestehende, sowie in dessen Sehnsüchtelei nach utopischen Zuständen in der nahen u. fernen Zukunft. Eine wirkliche Schule bildeten aber diese Dichter nicht, da sie ohne allgemeinen u. bleibenden Einfluß auf die Literatur waren.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 89.
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