Kuku-khotan

[863] Kuku-khotan (Chuchu-chotan, d.i. die Blaue Stadt, chines. Kui-hoa-tscheu), große Stadt in West-Tumet (Innere Mongolei), 15 Meilen nordwestlich von dem Thore Scha-hu-keu der großen Chinesischen Mauer, besteht eigentlich aus zwei 1/2 Stunde von einander gelegenen u. durch Gemüsegärten getrennten Städten; von denselben ist die Neue Stadt von Soldaten bewohnt, welche chinesisch sprechende Mandschu sind, hat dicke hohe Mauern aus Backsteinen u. 10,000 Mann Besatzung. Die Alte Stadt ist ein ordnungslos durcheinander gebauter ungeheurer Häuserhaufen mit noch ausgedehnteren Vorstädten; sie hat fünf große Lamatempel mit je 2000 Lamas, der berühmteste darunter ist der Lamatempel der fünf Thürme, in welchem ein Oberlama, der Khubilgan, wohnt. Außerdem gibt es zahlreiche kleine Tempel u. eine Menge Lamas, welche mit dem Handel beschäftigt zerstreut in der Stadt leben. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsplatz; die Mongolen bringen Pferde, Rindvieh, Schafe, Kameele, Pelzwerk, Salz u. handeln dafür Ziegelthee, Zeug, Sättel, wohlriechende Stäbchen, Hafermehl, Hirse, Kochgeschirr ein; bes. sind die Kameelmärkte berühmt. Eine Stunde südöstlich von der Stadt liegen die Ruinen einer Stadt aus der Mongolendynastie u. die sogenannte Weiße Pyramide, ein über 1000 Fuß hoher achteckiger Thurm aus Backsteinen erbaut.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 863.
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