Brünigbahn

[111] Brünigbahn (Schweiz) verbindet Brienz (Berner Oberland) mit Luzern, gehörte zum Netz der Jura-Bern-Luzern-Bahn, und ist seit 1. Mai 1903 jenem der Schweizerischen Bundesbahnen einverleibt (s.d.). Sie ist als gemischte Reibungs- und Zahnbahn mit 1 m Spur gebaut. Der erste Teil Brienz-Alpnachstad (45 km lang) wurde am 16. Juni 1888 in Betrieb gesetzt. Der zweite Teil, Alpnachstad-Luzern (13 km lang), ist am 1. Juni 1889 dem Verkehr übergeben worden. Von Brienz bis Meiringen liegt die Bahn im Talboden der Aare. Die Strecke Meiringen-Giswil (Unterwalden) (17∙7 km lang) bildet die eigentliche Bergstrecke. Hier wechseln reine Reibungsstrecken mit Zahnstrecken, und der Betrieb dieser Linie wird mit Lokomotiven gemischter Bauart ausgeführt. Die Zahnstange ist die Riggenbachsche Leiterschiene. Von Giswil bis Luzern hat die Bahn wieder den Charakter einer Talbahn. Sie folgt teils dem Sarnersee, teils dem Vierwaldstättersee und durchsticht den Lopperberg zwischen Alpnachstad und Hergiswil mit einem etwa 1200 m langen Tunnel. Die Größtsteigung beträgt auf den Talstrecken 18‰, auf den Zahnstrecken 120‰, der kleinste Halbmesser 90 m auf der Bergbahn und 150 m auf den Talstrecken. Die Schienen sind aus Stahl und wiegen 24∙3 kg/m; fast sämtliche Schwellen sind aus Eisen. Die Bahn besitzt derzeit 36 Tenderlokomotiven, wovon 24 mit Zahnrad. Die letzteren wiegen 18–25 t und die reinen Reibungsmaschinen 19–24 t leer. Die Baukosten belaufen sich annähernd auf 12∙4 Mill. Fr.

Dietler.

Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 3. Berlin, Wien 1912, S. 111.
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