Feuerboxträger

[66] Feuerboxträger (expansion bracket; attache de la boite à feu sur le chassis), Verbindung zwischen Feuerbox und Rahmen. Die F. sollen einen Teil des Kesselgewichtes auf die Rahmen übertragen und den Kessel mit dem Rahmen gleitend verbinden, so daß die Ausdehnung des Kessels durch die Wärme nicht gehindert ist; sie sollen ferner ein Abheben des Kessels vom Rahmen bei Entgleisungen verhindern. Die Lage der Rahmen innen oder außen bedingt auch die Form der F. Man unterscheidet einfache Gleitträger mit übergreifender Leiste gegen das Abheben, Taschenträger, Pendelträger und federnde Blechträger.

Abb. 68 stellt einen einfachen F. dar, der bei Wasserkastenrahmen oft ausgeführt wird.[66] Der lange, mit Stiftschrauben am Feuerkasten befestigte Tragwinkel gleitet auf einer Metallplatte; ein schweißeisernes Falzstück hindert das Abheben des Kessels.

Der Taschenträger (Abb. 69) ist bei Lokomotiven mit Innenrahmen und überhängenden Feuerkisten am Platze. Er besteht aus einer Tragplatte am Kessel, einer Gleitbeilage am Rahmen und einer Deckplatte, die einerseits mit der Tragplatte, anderseits mit dem Bodenringe der Feuerbox verbunden ist.

Alle Träger mit Gleitstücken setzen der Bewegung großen Reibungswiderstand entgegen und verursachen dadurch starke Beanspruchung der Hauptrahmen.

Hoch liegende Kessel sind durch die beschriebenen Träger nicht gut mit dem Rahmen zu verbinden. Die Schwierigkeiten werden durch die in Amerika fast ausschließlich, in Europa vielfach ausgeführten Pendelträger behoben, die nur geringe Reibung haben und die freie Ausdehnung des Kessels nicht hindern.

In Abb. 70 trägt die aus Stahlguß hergestellte, am Feuerkasten befestigte Platte oben ein Gehäuse, in dem ein Pendel gelagert ist, das unten in einem Lager auf dem Hauptrahmen steht.

Einfacher und ebenso wirksam sind die zuerst in Amerika eingeführten Feuerkasten- und Kesselträger aus federnden Blechen. Die erste Ausführung dieser Art in Europa erfolgte an einer 1 C. 1-Tenderlokomotive der österreichischen Staatsbahnen.

Diese Form der Feuerkasten- und Kesselträger wird jetzt bei fast allen neueren österreichischen Lokomotiven ausgeführt (Abb. 71).

Literatur: Maurice Demoulin, Traité pratique de la machine locomotive. Paris 1898. – Eisenbahntechnik der Gegenwart. III. Auflage, Wiesbaden 1912.

Gölsdorf.

Abb. 68.
Abb. 68.
Abb. 69.
Abb. 69.
Abb. 70.
Abb. 70.
Abb. 71.
Abb. 71.
Quelle:
Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 5. Berlin, Wien 1914, S. 66-67.
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