Eris

[192] Eris (Gr. M.), die personificirte Zwietracht, Tochter der Nacht. Als alle Götter bei der Hochzeit des Peleus und der Thetis fröhlich versammelt sassen, warf sie einen goldenen Apfel unter die Gäste, welcher die Aufschrift: »der Schönsten«, trug. Juno, Venus und Minerva machten Ansprüche darauf; Jupiter hätte sich, wenn er denselben Einer von ihnen zugesprochen, die Anderen zu erbitterten Feindinnen gemacht, darum wies er die Entscheidung von sich; Paris ward damit beauftragt. Macht und Grösse, Weisheit und Ruhm, welche die ernsten Göttinnen boten, wenn er Einer von ihnen den Apfel gäbe, hatten keinen Einfluss auf ihn, da ihm Venus das schönste Weib Griechenlands zum dauernden Besitz versprach; Venus erhielt daher den Preis der Schönheit, Paris entführte die Helena, der trojanische Krieg entspann sich und alle Götter nahmen Theil daran: Juno und Minerva natürlich als Feindinnen der Trojaner, Venus, Apollo, Mars auf Seiten der Bekriegten.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 192.
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