Nute

Aber wie überschritten sie die Nute? (Sachsen.)

Wider die, welche unüberwindbar scheinende Dinge als unüberwindliche Hindernisse betrachten. Dies Sprichwort verdankt seine Entstehung einem Vorgang bei der Stadt Zerbst durch die Magdeburger, welche zur Zeit, als Graf Günther von Schwarzburg (1503-45) Erzbischof von Magdeburg war, häufig in Fehde lebten. Die Zerbster sollten durch die Magdeburger eine Züchtigung erhalten. Da die bei der Stadt fliessende Nute eben stark angeschwollen war, überliessen sich die belagerten Zerbster der Ruhe. Dies benutzten die Magdeburger, indem sie eine »90 Ellen lange, wundersam zu beugende Brücke« durch gute Schwimmer jenseits befestigen liessen, dann hinübergingen und die Zerbster überfielen, da diese an einen solchen Uebergang nicht gedacht hatten. (Vgl. Fehde der Magdeburger und Zerbster, in Gubitz' Volkskalender für 1856, S. 70.)

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873, Sp. 1080.
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