Umsehen

1. Ehe man sich vmbsihet, sind wir dauon vnd lassen den leib den würmern vnd das gut den Dieben. – Henisch, 665, 1.


2. Seht euch nicht um, der Plumpsack geht herum.

So sagen oder singen die Kinder beim Plumpsackspiel. Der Spruch lautet an andern Orten auch: Sieh dich nicht um, dat Knötchen geht 'rum. Oder: Kik di nit um, dat Fössken dat kimt. (Vgl. über dies Spiel Illustrirte Zeitung vom 13. April 1867.)


3. Zu viel Umsehen macht Wehen.

Holl.: Te veel omzien maakt onnest. (Harrebomée, II, 138b.)


*4. Ehe du dich vmbsihest. – Franck, II, 54a.


[1416] *5. Er sieht sich um wie ein Hund, der das Fleisch aus dem Topfe gestohlen hat.

Aehnlich sagt man in der Herzegowina: Er schaut sich um, wie das junge Rind am neuen Thor. (Hausfreund, XVI, 195, 27.)


*6. Er sihet sich ymmerzu vmb, als sei er dem galgen entrunnen. – Franck, I, 51a; Körte, 1739.


*7. He hett sick nig na mi ümseen. – Dähnert, 502b.

D.h. er hat mich nicht besucht.


[Zusätze und Ergänzungen]

*8. Er sieht sich um, wie ein Gesangstaar. (Hirschberg.)


*9. Sich nach allen Seiten umsehen, wie eine Atzel im Fluge. – Horn, Spinnstube, 1858, S. 16.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5. Leipzig 1880, Sp. 1781.
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